Donnerstag, 30. April 2015

Kardinal Burke in Frankfurt

Vergangenen Samstag war Kardinal Burke in Frankfurt Schwanheim. Anlass war der 25. Jahrestag des Vereins Pro Missa Tridentina.

Mittwoch, 29. April 2015

Kardinal Woelki in Limburg. Viel indirekte Rede

Kardinal Woelki hat vorige Woche Limburg besucht. Er ging auch indirekt auf den Wunsch nach einem neuen Bischof ein.


Die beiden wichtigsten Aussagen standen am Beginn und am Ende der Messe im Limburger Dom. Der Kardinal erklärte zum Abschluss des Gottesdienstes, er bete für das Bistum, damit es einen neuen Bischof erhalte. Zuvor hatte Weihbischof Grothe in der Begrüßung durchblicken lassen, er erhoffe sich vom Kardinal Unterstützung bei der baldigen Normalisierung für das Bistum.

In seiner Predigt ging Kardinal Woelki indirekt auch auf das Bischofshaus ein. So sprach er mehrfach von Prunkbauten, nannte aber nicht das Bistumshaus in Limburg, sondern etwa die Hamburger Philharmonie. Solche Bauwerke strebten die Menschen zwar häufig an, sie nützten den Menschen aber nichts. Die Menschen brauchen laut Kardinal Woelki stattdessen eine wirklich Demut, die er nach Theresa von Avila beschrieb als "in der Wahrheit wandeln". Das bedeutet, im Haus den Herrn zu wandeln: "Sicher kein Prunkbau, wohl aber ein Ort, an dem jeder Mensch aufatmet", so Kardinal Woelki. Das sei dann ein Haus des Herrn. Damit ging der Kardinal auf den Grund seines Kommens ein. Denn er feierte mit dem Bistum das Patrozinium der Bischofskirche Sankt Georg.

Demut für alle

Sowohl Grothe als auch Woelki behandelten indirekt die Causa Tabartz-van Elst. Grothe, indem er den Wunsch der Limburger nach einem neuen Hirten nochmal artikulierte, Woelki, indem er das direkt ansprach und die Vorgänge in Limburg über mehrere Ecken kritisch würdigte. Da er aber die Bischofsresidenz auffälligerweise in der Reihe der "Prunkbauten" vergaß, distanzierte er sich von einer übertriebenen Kritik an dem Bauvorhaben.

Der Besuch des Kardinal kann daher als Unterstützung des Metropoliten für den aktuellen Weg des Bistums gesehen werden, zugleich aber auch als Ruf nach maßvoller Beurteilung der Vergangenheit. Denn "in der Wahrheit wandeln" heisst nicht nur einer Seite die Schuld zuschieben und Demut steht vielen gut zu Gesicht, nicht nur dem Altbischof.

Dazu:
Ausdauer führt zum vollendeten Werk (Bistum Limburg)
Kardinal Woelki in Limburg (Domradio Video)
Den Blick nach vorne richten (Domradio)
Demut statt Profit (NNP)

Montag, 27. April 2015

Aussterben der Orden in England vertagt

In England treten wieder mehr Frauen in Klöster und Orden ein.

Foto: Flickr Ivar Gullord
45 neue Eintritte verzeichneten die weiblichen Orden in England und Wales im Jahr 2015. Damit ist die Zahl in den letzten 10 Jahren signifikant gestiegen. 2004 gab es nur sieben Neueintritte. Anna Rowlands, Dozentin für katholische Studien an der Durham University, führte die steigende Attraktivität auf die Sinnsuche junger Frauen zurück, sowie auf ihren Wunsch, kirchliche Arbeit mit Gemeinschaftsleben zu verbinden.

Dennoch reicht die Zahl der Neueintritte bei weitem nicht aus, um die Schrumpfung der Orden zu verhindern. SO gab es laut kath.net in den 80er Jahren immerhin noch 80 neue Schwestern pro Jahr.

Dazu:
GB: Eintritte in Frauenorden Höchststand seit 25 Jahren (ORF)
Höchststand bei Neueintritten in englischen Frauenklöstern (kath.net)

Freitag, 24. April 2015

Neues aus Limburg: Tebartz-van Elst stirbt doch nicht an Reichtum

Die Befürchtung der Kirchenreformer war schon groß: Könnte Tebartz-van Elst mit zwei Bezügen die ganz dicke Kohle bekommen. Glücklicherweise nicht.


Seit einigen Monaten ist Tebartz-van Elst nicht nur Limburger Altbischof, sondern auch Delegat der Kongregation für die Neuevangelisierung. Als solchem steht ihm auch ein Gehalt zu. Da kam natürlich die Frage auf, ob er nun zwei volle Bezüge erhält, nämlich das römische Gehalt und die Limburger 'Rente', oder ob man das irgendwie verrechnet.

Laut dem Bistum ist die Frage im Prinzip von seit April 2014 geklärt, als sich Tebartz-van Elst mit seiner Diözese auf eine Verrechnung der verschiedenen Bezüge einigte. Die Lohnfortzahlung in Höhe von 6.800 Euro wird also um den Betrag gekürzt, den er aus Rom erhält. Über die Höhe der Summe hat sich das Bistum allerdings derzeit noch nicht geäußert.

Aber das wird natürlich niemanden hindern, über die Zahlungen des Bistums zu klagen. Ich freue mich schon über Pressestatements von Limburger Ruhestandsgeistlichen, die erklären, der Altbischof dürfe gar kein Geld mehr bekommen.

Dazu:
Keine doppelten Bezüge (Domradio)
Kein doppeltes Geld für früheren Limburger Bischof (FNP)

Ein Gang durchs Kloster

Ich bin ein großer Fan von spanischen Klöstern. So freue ich mich, ein Video gefunden zu haben, mit dem man durch das Kloster Santa María de Huerta gehen kann.


Dazu:
Website des Kloster hier.

Donnerstag, 23. April 2015

Durchlaucht gibt den Volkstribun. Johannes zu Eltz weiss es mal wieder besser

Johannes zu Eltz hat nach seiner Auszeit wieder neue Kraft gefunden, über alles zu meckern und sich wichtig zu machen. Natürlich nur im Interesse der Menschen im Bistum Limburg.

Foto: Flickr Stadtlichtpunkte
Das wichtigste zuerst: Johannes zu Eltz hat sich einen neuen Job ausgedacht. Er will jetzt nicht mehr Bischof werden, sondern Volkstribun.
Bischof will zu Eltz nicht mehr werden, die Basis steht ihm näher als die Spitze.
Das ist folgerichtig. Denn nachdem er mit Talent und Familiennetzwerken nicht auf die Kathedra kam, muss er an der Hierarchie vorbei seinen Einfluss stärken. Wie im antiken Rom erfindet er dafür eine neue Stelle, die neben den klassischen Ämtern steht: Den Volkstribun. Der spricht für das Volk und legt sein Veto gegen die Bestimmungen der bösen Amtsträger ein. Außerdem ist er unantastbar und darf weder versetzt, verhaftet noch sonstwie vom Hof gejagt werden. Also die ideale Stellenbeschreibung für einen gescheiterten Bischofsanwärter, der von vielen um den Dom nur "Der Adlige" genannt wird.

Kein Gott, kein Staat, kein Messstipendium!

Bruder Hannes, wie wir ihn in jakobinischer Geselligkeit nennen wollen, erzählt auch von einem seiner dringendsten Reformanliegen: Das Messstipendium muss weg. Weil ... weil es eben rückständig ist:
„Wir haben Kirchensteuer und bezahlen unsere Geistlichen, deshalb muss man sich bei uns keine Messen kaufen“
Ob man nun Messen kaufen kann, das weiss er sicher besser als ich. Aber als Bilderstürmer interessiert er sich nicht für Feinheiten. Als Kirchenjurist bekommt er aber noch den Dreh, die Frankfurter Katholiken könnten sich für die Abschaffung der Messstipendien "einsetzen". Wohlgemerkt "einsetzen". Denn ein Priester muss keine Stipendien mehr annehmen, er muss aber sehr wohl die Alten lesen.

In guter Bilderstürmertradition vergisst Bruder Hannes aber natürlich den sozialen Aspekt der Messtipendien. Denn die werden häufig gar nicht von heimischen Geistlichen gelesen. Sondern sie werden in die Dritte Welt weiter gereicht, wo der afrikanische Dorfpfarrer darauf angewiesen ist, dass die reichen Deutschen Messen "kaufen", damit er zum Beispiel die Dorfschule finanzieren kann. Aber auch in England hat man sich im 16. Jahrhundert nicht dafür interessiert, das mit den Klöstern das Sozialsystem zusammenbrach. Pech halt.

Mit den Alten in die Zukunft

Die Krönung ist ist des Reformators Aussage darüber, mit welchen Gruppen er seine Visionen umsetzen will. Denn dafür seien die jungen Menschen untauglich:
Der Stadtdekan setzt bei der Erneuerung der Frankfurter Stadtkirche durchaus auf die ältere Generation in den Pfarrgremien, die durch die 68-er-Bewegung basisdemokratisch geprägt ist, während jüngere karriereorientierte Menschen im Berufsleben oft eher gewohnt seien, sich in Hierarchien einzufügen.
Heisst: Die 68er Geprägten stehen mir näher. Also 'erneuere' ich mit die Frankfurter Gemeinden mit denen, die schon seit 30 Jahren das Sagen haben. Die jüngere Generation hingegen bleibt ohnehin weg und ist hierarchieorientiert. Die brauche ich also nicht ins Boot zu holen. Die Zukunft gestalte ich mit den Alten für die Alten, ohne die Jungen und nicht für die Jungen.
Na dann: Darauf einen Ebbelwei, euer Durchlaucht. Prost.

Dazu:
Katholische Kirche will die Zukunft gestalten (FNP)

Bevor jemand fragt: Ja, das hat hier satirisches Potential.

Mittwoch, 22. April 2015

Kontrastreiche Vielfalt. Eine Laudatio auf das Bistum Limburg

Das Bistum Limburg ist ein junges und mittlerweile sehr bekanntes Bistum. katholisch.de widmet der Diözese an der Lahn ein kurzes Portrait.

Foto: Flickr Iabete

Der Text bietet einen schönen Überblick. Besonders die pastoralen Schwerpunkte der Diözese werden hervorgehoben. Damit nimmt der Autor weniger eine historische Perspektive ein, sondern bemüht sich erfolgreich um eine sympathische Skizze der Bistums-DNA.

Etwas störend ist lediglich der leicht panegyrische Charakter, wenn etwa Domkapitular Wolfgang Rösch so etwas Frommes sagen darf wie: "Für mich ist das ganze Bistum Limburg eine Perle in der Mitte Deutschlands." Gegenden wie den Westerwald oder den Hintertaunus zudem unter dem Terminus "dicht besiedelten, wirtschaftlich hoch entwickelten Region" zu subsumieren, halte ich zudem für etwas verstiegen. Leider fehlt auch eine Skizze des speziellen synodalen Charakters in Limburg.

Dazu:
Kontrastreiche Vielfalt (katholisch.de)
27 x katholisch - Die deutschen Bistümer im Porträt

Montag, 20. April 2015

Hot Limburg News: Tebartz-van Elst ...

... hat neuerdings einen Bart.

Das meldet die Welt. Wahnsinn. Und auch noch eine neue Brille, totaler Luxus-Style.
Gerüchtweise soll er sich zudem in der Nähe der Anima einquartiert haben. Auf der ""weltlichen" Seite des Tibers" wie die Welt betont. Dann freue ich mich schon auf die nächste Seiten füllende Schlagzeile:

Tebartz-van Elst: Limburger Protzbischof trägt neuen Pileolus. In Violett!

Die Kartause von Marienau

Freitag, 17. April 2015

Ausstellung in Limburg: Die Kirche und ihr Geld

Das Bistum Limburg arbeitet sich weiter an der Causa Tebartz-van Elst ab. Die Diözese zeigt seit Mittwoch eine Ausstellung zu den Finanzen der Kirche.


Kein anderes Bistum wird so stark mit Geld und Prunk verbunden wie das kleine Limburg mit seiner Bischofsresidenz auf dem Domberg. Das Entsetzen und das Unverständnis der Öffentlichkeit führten viele Kirchenvertreter auch auf die mangelnde Transparenz der Kirchenfinanzen zurück. Daher legten seit 2013 zahlreiche Diözesen ihre Bücher offen. Aber wer hat schon die Zeit, sich durch so viele Stapel Papier zu arbeiten und wer traut in solchen Fragen noch Journalisten, die nicht für ihren Sanftmut in der Causa Tebartz-van Elst bekannt geworden sind.

So hat das Bistum Limburg am Mittwoch eine neue Stufe im Erklären gezündet und eine Ausstellung über die Kirchenfinanzen eröffnet. Auf 18 Roll-Ups geht es um die Frage, woher die Diözesen ihr Geld haben, wofür sie es brauchen und wie sie es ausgeben.

"Von den irdischen Dingen – Kirche und Geld im Bistum Limburg"

Bis 30. April im Kreuzgang des Bischöflichen Ordinariats am Roßmarkt 4 in Limburg - Montags bis Donnerstags von 8.30 bis 17 Uhr sowie Freitags von 8.30 bis 13 Uhr. Im Anschluss geht die Ausstellung auf Wanderschaft, weitere Termine wurden bislang nicht bekannt gegeben.
Demut Jetzt wird die Ausstellung weiterhin mit Interesse begleiten.

Dazu:
Von den irdischen Dingen (Bistum Limburg)
Bistum Limburg zeigt Schau zum Kirchengeld (Welt)
Ausstellung über Kirche und Geld im Bistum (katholisch.de)

Leserfrage:
Was haltet ihr von so einer Ausstellung?

Donnerstag, 16. April 2015

Wer sind die Kopten?

Die Kopten sind unter den christlichen Kirchen eine besondere Gemeinschaft. Denn sie waren fast ihre ganze Geschichte hindurch eine unterdrückte Minderheit.

Das Christentum war die längste Zeit seiner Geschichte eine Mehrheitsreligion. Wo immer die verschiedenen Kirchen wirkten, stellten sie das dominierende religiöse Angebot dar, hatten sogar oft das Monopol auf die theologische Weltdeutung. Sie waren eng mit dem Staat verwoben und prägten das Leben und die Kultur ihrer Länder.

Das gilt nicht für die koptische Kirche. Ihr Einfluss ist in der Antike zwar nicht zu unterschätzen, da das Patriarchat von Alexandria nach Rom die wichtigste Referenz für die Oikumene bildete. Doch seit dem 5. Jahrhundert trennte sich die Ägyptische Kirche aufgrund eines Streites um die Naturen Jesu von der Reichskirche. Da das Land am Nil aber immer noch zum Oströmischen Reich gehörte, gab es einen Konflikt zwischen der offiziellen Lehre und der koptischen Bevölkerung. Seit dem 7. Jahrhundert lebte die Gemeinschaft dann unter der Herrschaft des Islam und erlebte dort verschieden heftige Verfolgungen.

Die koptische Generalbischof in Deutschland, Anba Damian, stellt die Gemeinschaft in einem Video vor:




Dazu: 
Jesus in Ägypten: Das Geheimnis der Kopten von Michael Hesemann (amazon)

Leserfrage:
Findet ihr das Thema interessant? Sollte es mehr Beiträge zu den Ostkirchen geben? Kommentare erwünscht.

Mittwoch, 15. April 2015

800 Jahre Predigen für Gott und seine Kirche

Der Heilige Dominikus tat sich vor 800 Jahren mit einigen Gefährten zusammen. Das war die Keimzelle der Dominikaner.

Ökumenisches Heiligenlexikon
Formal wurden der Orden zwar 1216 gegründet, als er durch den Papst approbiert wurde. Aber das ist eine römische Perspektive. Denn die Gemeinschaft begann schon früher mit ihrem Dienst.

Im 12. Jahrhundert breitete sich in Südfrankreich eine religiöse Reinigungsbewegung aus, die Katharer. Stark von synkretistischen Ideen aus dem Orient beeinflusst, forderten die Katharer die Reinigung des Menschen und positionierten sich gegen die reich gewordene Kirche. Trotz ihres extremen Charakters zog die Gemeinschaft viele Gläubige an und wurden für die Kirche zum Problem. Der französische König bot sich als Erfüllungsgehilfe an, um gegen die Katharer vorzugehen. Das hatte politische Gründe, denn der Einflussbereich der französischen Krone reichte damals nur etwa bis zur Loire, während Südfrankreich durch eigenständige Feudalherren kontrolliert wurde, deren mächtigster der Graf von Toulouse war.

Weniger Waffen, mehr Predigt


Gegen eine militärische Lösung des Problems wandten sich hochranginge Geistliche, unter anderem auch Diego von Acebo, Bischof von Osma, im heutigen Spanien. Diego war in Südfrankreich unterwegs, das damals dem spanischen Kulturkreis näher stand als heute. Die Umgangssprache Okzitanisch wies als romanische Sprache viele Gemeinsamkeiten mit dem Kastilischen und dem Aragonesischen auf. Diego und sein Subprior Dominikus konnten auch ohne Latein die Okzitanier vermutlich verstehen.

Beide machten daher die mangelnde Überzeugungskraft der örtlichen Kirchenvertreter als ein weiteres Problem aus. Gegen die authentische Armut der Katharer kamen die reichen Prälaten und beweibten Priester schlecht weg. Zudem war die Predigt vor allem Aufgabe der Bischöfe. Allerdings ließen sie diese Aufgabe schleifen, während der normale Gemeindepriester nur die lateinische Messe las.

Diego und Dominikus wollten hier Abhilfe schaffen und versuchten in ausgedehnten Predigtreisen die Okzitanier für den katholischen Glauben zurück zu gewinnen. Allerdings hielt der Bischof das Arbeitspensum auf die Dauer nicht durch und er hatte auch noch eine Diözese, um die er sich kümmern musste. So beordnetet Rom ihn nach Osma zurück, wo er kurz darauf starb.

Dominikus war damit allein, ohne seinen Förderer. Und alleine blieb seine Wirkung gering. So tat er sich mit einigen Gleichgesinnten zusammen, um eine Gemeinschaft zu gründen. Ihre Aufgabe: Die Predigt. Das war der Startschuss der Dominikaner.

Dazu:
Nur ein Wort (katholisch.de)
Zur Geschichte des Dominikanerordens - Ein Überblick (dominikaner.de)
Okzitanische Sprache (Wikipedia)

Leserfrage:
Findet ihr das Thema interessant? Wünscht Ihr euch, dass die historische Situation und die Gründung der Dominikaner hier noch mehr behandelt wird? Kommentare erwünscht.

Montag, 13. April 2015

INA: Papst Franziskus wegen Volksverhetzung angeklagt

Berlin: Hilmtraud Beck, die parlamentarische Beauftragte für weltgerechten Minderheitenschutz der Fraktion "Die Grünen", hat gegen Papst Franziskus Strafanzeige wegen Volksverhetzung gestellt. Beck erklärte: "Papst Franziskus schürt mit seinen Anschuldigungen gegen die türkische Regierung bezüglich der armenischen Neuansiedlungen Vorurteile und Hass gegen die türkischstämmigen Mitbürger." Sie forderte daher die Staatsanwaltschaft Berlin dazu auf, ein Verfahren gegen den Papst zu eröffnen. Vom Vatikan verlangte Beck, Papst Franziskus als "Hassprediger" auszuliefern.

2015 Ignaz' Nachrichten Agentur

Kein gemeinsamer Ostertermin

Die Orthodoxen feierten an diesem Wochenende die Auferstehung Christi. Denn die Einheit des Ostertermins zerfiel mit der Einführung des gregorianischen Kalenders.

Foto: Flickr / Orthodoxe Akademie Sankt Petersburg

Der julianische Kalender wurde 45 v. Chr. von Julius Caesar eingeführt. Er war auf dem neusten Stand der damaligen astronomischen und mathematischen Erkenntnisse, wies aber dennoch einige leichte Fehler auf. In der Folge kam es im Laufe der Jahrhunderte zu einer Verschiebung gegenüber dem astronomischen Jahr, die sich heute auf 13 Tage beläuft. Von diesem Missstand war auch der Ostertermin betroffen. Daher hat Papst Gregor XIII. 1582 einen neuen Kalender eingeführt, der bis heute seinen Namen trägt.

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Samstag, 11. April 2015

Franz Hitze. Priester und Sozialreformer

Franz Hitze war einer der bedeutendsten Abgeordneten der Zentrumspartei und einer der Väter der katholischen Sozialpolitik. 

WikiCommons: Bubo
Priester in bewegter Zeit 

Hitze gehört zum klassischen Typus des katholischen Geistlichen im ausgehenden 19. Jahrhundert. Er stammt aus einer kinderreichen Bauernfamilie in einer katholischen Landschaft, er ist durch Studium in Würzburg und Rom auf die kirchliche Zentrale ausgerichtet und war in zahlreichen katholischen Vereinen engagiert. Er war ganz im katholischen Milieu sozialisiert und davon umgeben.

Damit musste er sich auch den Herausforderungen der katholischen Lebenswelt stellen. Im ausgehenden 19. Jahrhundert waren Katholiken im Rheinland und in Westfalen von der Industrialisierung betroffen. Die Arbeiterfrage drängte sich der Kirche auf. Denn sie musste den Arbeitern aus den Dörfern in die Städte hinterher ziehen und ein katholisches Leben in den Industrieregionen ermöglichen.

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Freitag, 10. April 2015

Ostern, immerhin was für Christen

Die Kollegin Raschelmaschine vom Blog Gardinenpredigerin hat sich mit dem schönen Ostergruß "Christus ist auferstanden" beschäftigt.

Foto: Gardinenpredigerin
In den Tagen vor Ostern hörte ich früher als Kind häufig zum Abschied "Frohe Ostern". In der Karwoche in diesem Jahr wurde ich mit "Frohe Feiertage" verabschiedet. Der Grund für das Feiern wird immer mehr verdrängt, als ob der Festtag Selbstzweck wäre. Denn irgendwer könnte sich ja durch den Ostergruß in seinem (nicht-)religiösen Bekenntnis gestört fühlen.

Einen lesenswerten Kommentar zu diesem Thema findet ihr auf dem Blog Gardinenpredigerin.

Donnerstag, 9. April 2015

Benedikt XV. setzte sich für Armenier ein

Die Vertreibung der Armenier war der erste Massenmord des 20. Jahrhunderts. Papst Benedikts XV. intervenierte vergeblich zugunsten der vertriebenen Christen.

Die Armenier lebten jahrhundertelange als christliche Minderheit im Nordosten des Osmanischen Reiches. Sie wurden aufgrund ihres Glaubens jedoch zunehmend von der Regierung am Bosporus mit Misstrauen betrachtet und im Krieg mit Russland als Gefahr angesehen. Schon 1915 begannen die osmanischen Behörden daher, hunderttausende Armenier aus ihren angestammten Siedlungsgebieten zu vertreiben. Sie forcierten dabei ihre Entkräftung und den Tod der Christen. Nach Schätzungen von Historikern kamen zwischen 300.000 und 1,5 Millionen Armenier bei den Aktionen ums Leben.

Papst Benedikt XV. erfuhr schon Mitte des Jahres 1915 von der Vertreibung und den katastrophalen Zuständen, unter denen hunderttausende Armenier starben. Er wandte sich daher im September an den osmanischen Sultan mit der eindringlichen Bitte "Mitleid mit dem Schicksal des schwer bedrängten armenischen Volkes, das an den Rand der Vernichtung gebracht wurde", zu haben. Die osmanische Regierung reagierte jedoch erst Monate später mit Beschwichtigungen auf das päpstliche Schreiben.

1918 versuchte der Papst erneut die Lage der Armenier zu verbessern. Er ließ den damaligen Nuntius Eugenio Pacelli bei der deutschen Reichsregierung vorsprechen, den wichtigsten Verbündeten des osmanischen Reiches. Doch auch in Berlin reagierte man nicht auf die päpstlichen Bemühungen.

Dazu:
Benedikt XV. versuchte, die Armenier zu retten (Welt)
1915-2015: Völkermord an den Armeniern (kathweb.at)
Völkermord an den Armeniern, von Michael Hesemann (Amazon)
Völkermord an den Armeniern: Michael Hesemanns Buch für ein Volk der Martyrer (hinsehen.net)

Mittwoch, 8. April 2015

Streit um den Ostertermin

Ostern ist immer an einem anderen Tag im Jahr. Denn für den Ostertermin mussten zwei verschiedene Kalendersysteme zusammengebracht werden: Der römische Sonnen- und der jüdische Mondkalender.

Foto: Fotolia

Das historische Ostern ist eng mit dem jüdischen Paschafest verbunden. Jesus feierte das Paschamahl mit seinen Jüngern am Gründonnerstag und ist am Sonntag nach dem Fest auferstanden. Auch inhaltlich hängen beide Feste miteinander zusammen. Die Juden begehen zum Paschest die Rettung aus Ägypten und schlachten dazu ein Lamm, in Erinnerung an die letzte Plage Gottes und den Schutz, den Gott ihnen bei dieser Plage hat zuteil werden lassen. Damit besteht eine Verbind zwischen der christlichen Symbolik von Jesus als Opferlamm und dem Paschalamm.

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Dienstag, 7. April 2015

Ostern im Limburger Dom

Weihbischof Manfred Grothe, der Apostolische Administrator des Bistums Limburg, hat in diesem Jahr die meisten Gottesdienste an Ostern im Dom zelebriert.


Anders hingegen im letzten Jahr, als Weihbischof Thomas Löhr fast alle Messen gelesen und die Karfreitagsliturgie gehalten hat. Wie schon üblich stand er dieses Jahr nur der Kafreitagsliturgie vor, während Grothe die Messe am Gründonnerstag, in der Osternacht und am Ostersonntag gesungen hat.

Der Administator widmete sich in seiner Predigt vom Gründonnerstag der Eucharistie, die mehr sei als Erinnerung an ein vergangenes Geschehen:
Die Eucharistie stellt für Grothe mehr als nur eine bloße Erinnerung an Vergangenes dar. Durch das Vergegenwärtigen der Ereignisse im Abendmahlssaal durch die Feier der Eucharistie stifte Christus eine neue Gemeinschaft, eine "Gemeinschaft der Liebenden". Die Feier der Eucharistie an Gründonnerstag mache jene Stunde vor 2000 Jahren gegenwärtig und nehme Christen auf geheimnisvolle Art und Weise in das Heilsgeschehen im Abendmahlsaal mithinein. "Wir feiern das Abschiedsmahl. Mit den Jüngern empfangen wir das Vermächtnis Jesu. Wir empfangen ein Testament, das uns bindet und verpflichtet", sagte Grothe.
Am Karfreitag wagte Weihbischof Löhr einen umfassenden Blick auf die Krisen der Welt. Nicht nur die Opfer von Gewalt erlitten schaden. Auch die Täter fügten sich Wunden zu:
"Du verblutest an den Wunden deiner Opfer!", zitierte Löhr aus dem historischen Roman Kaiserin Konstanze von Henry Benrath. Mit diesem Vers schleuderte die Kaiserin ihrem Ehemann, einem gewalttätigen Herrscher, die Wahrheit ins Gesicht. Nicht nur die Opfer verbluteten, sondern auch die Täter. "Die Welt verblutet an den Wunden der Opfer: der Opfer von Hass und Gewalt der einen, der Opfer der Gleichgültigkeit der anderen", sagte Weihbischof Löhr. Nur wo Hass durch Liebe überwunden werde, wo Gleichgültigkeit sich in liebende Sorge verwandle, wo Schuld auf Vergebung hoffe, könne die Welt leben. Der leidende Christus habe am Kreuz Sünde und Tod besiegt, damit Vergebung möglich werde und der Mensch heute leben könne.
Grothe beschäftigte sich in der Osternacht mit der neugeweihten Kerze als Symbol des Festes:
Während der 50 Tage der Osterzeit stehe die Osterkerze im Altarraum und brenne in allen Gottesdiensten. Sie erinnere an die Gegenwart des Auferstandenen in dieser Welt. Mit dem Pfingstfest, dem Ende der Osterzeit, erhalte die Osterkerze einen würdigen Platz am Taufbecken. Bei der Taufe werden die Kerzen der Neugetauften an ihr entzündet. Die Täuflinge erhalten so Anteil am Auferstehungsleben. Bei Begräbnismessen stehe die Osterkerze wieder beim Altar. Ein Hinweis darauf, dass die Verstorbenen in das Auferstehungsleben eingegangen sind und Christus nun im ewigen Licht schauen dürfen. "Die Osterkerze als Symbol des uns zugedachten Auferstehungslebens begleitet uns jahraus, jahrein", sagte der Apostolische Administrator.

Dazu:
Liebt, wie ich euch geliebt habe (Bistum Limburg)
Aus Liebe zu den Menschen (Bistum Limburg)
"Unser Gott ist ein Gott des Lebens!" (Bistum Limburg)

Sonntag, 5. April 2015

Frankfurter Stadtgeläut

Die Glocken der Frankfurter Innenstadtkirchen läuten am Karsamstag synchron. Das Frankfurter Stadtgeläut erinnert regelmäßig in der Bankenstadt an andere Werte als Geld und Gier.

Foto: WikiCommons Norbert Nagel

Die Ursprünge des Geläuts gehen auf das 14. Jahrhundert zurück. Allerdings begann die Stadt erst im 19. Jahrhundert damit, das Läuten der Glocken zu synchronisieren. 1856 wurde ein erstes Konzept entwickelt. In seiner heutigen Genauigkeit gibt es das Stadtgeläut erst seit 1954, als der Mainzer Paul Smets den Klang aller Glocken der Innenstadtkirchen genau aufeinander abstimmte. Das Geläut erklang am Karsamstag von 16.30 bis 17.00 Uhr.

Dazu:
Hörprobe
Großes Stadtgeläut (FNP)
Das Große Stadtgeläute von Frankfurt am Main (frankfurt.de)

Christus ist auferstanden!

Christus ist auferstanden!


Er ist wahrhaft auferstanden!

Donnerstag, 2. April 2015

Wie die Monastische Familie von Bethlehem entstanden ist

Die Bethlehemschwestern sind eine junge geistliche Bewegung in der Tradition des Hl. Bruno.


Die Monastische Familie von Bethlehem gehört zu den jüngeren geistlichen Gemeinschaften. Allerdings ist sie kein Movimenti. Ihr Ausgangspunkt liegt im Jahr 1950, als Pius XII. das Dogma der Leiblichen Aufnahme Marien in den Himmel verkündete. Die erste Frauengemeinschaft gründet sich 1951, 1976 folgen mehrere Männer dem Beispiel der Schwestern.

Die Familie sieht sich in der Tradition des Hl. Bruno, der die Kartäuser gegründet hat. Sie haben von dieser Gemeinschaft viele Formen des Zusammenlebens übernommen. Eine Besonderheit ist dagegen ihre Liturgie, die viele byzantinische Elemente hat.

Dazu:
Webseite des Ordens
Schwestern in den Wäldern Hessens (Blog: Kreuzzeichen)
'Du bleibe in deiner Zelle, sie wird dich alles lehren' (kath.net)

Mittwoch, 1. April 2015

Bischof Tebartz-van Elst: Wieviel Geld zahlt das Bistum?

Es geht immer um das Liebe Geld. Auch und gerade in der Causa Tebartz-van Est


Vor einiger Zeit hat der Limburger Altbischof Franz-Peter Tebartz-van Elst eine neue Aufgabe bekommen: Er wurde Delegat des Rates für Neuevangelisierung. Mit dem neuen Job ist auch ein Gehalt verbunden. Nun wird der Altbischof schon von der Limburger Diözese als Emeritus bezahlt. Da stellt sich natürlich die Frage, wie beide Gehälter des Bischofs gegeneinander aufgerechnet werden. Nach Medienangaben ist aktuell im Gespräch, den Limburger Anteil um die römische Summe zu verringern, die etwa die Hälfte des deutschen Ruhestandsgehaltes ausmacht. Damit könnten sich auch die Kritiker des "Protzbischofs" nicht über die neue Aufgabe von Tebartz-van Elst beklagen. Aktuell kann aber noch nicht gesagt werden, wie sich die beiden Zahlungen zueinander verhalten werden.

Dazu:
Des Bischofs neue Aufgabe (Allgemeine Zeitung)
Bistum prüft Bezüge von Tebartz-van Elst (katholisch.de)
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