Freitag, 30. Januar 2015

Diadochus: Die Gnade wird in der Seele verborgen

77) Die Gnade wird, wie gesagt, genau von dem Augenblick an, in dem wir getauft werden, direkt in der Tiefe des Geistes verborgen, wobei sie sogar seinem Empfinden ihre Gegenwart verbirgt. Wenn aber jemand beginnt, mit seinem ganzen Streben Gott zu lieben, dann verkehrt die Gnade auf geheimnisvolle Weise dadurch mit der Seele, daß der Geist ihre Güter teilweise wahrnimmt. Daher gelangt, wer diesen Fund ganz und sicher besitzen möchte, schließlich zu dem Verlangen, auf alle ihm verfügbaren Güter mit großer Freude zu verzichten, um den Acker wirklich zu erwerben, in dem er den Schatz des Lebens verborgen gefunden hat. Wenn nämlich jemand ganz auf den Reichtum des Lebens verzichtet, dann findet er den Ort, wo die Gnade Gottes verborgen ist. Denn gemäß dem Fortschritt der Seele macht auch die göttliche Gabe im Geist (des Menschen) ihre Güte sichtbar. Doch läßt es der Herr zu, daß dann die Seele noch mehr von den Dämonen belästigt wird. Dadurch will er sie gebührend die Unterscheidung zwischen Gut und Böse lehren und sie dadurch demütiger machen, daß sie, da sie gereinigt wird, große Beschämung befällt aufgrund der Schamlosigkeit der dämonischen Gedanken.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in_ Philokalie, Bd. 1

Mittwoch, 28. Januar 2015

Rösch und Pax sind neue Limburger Domkapitulare

Auf Vorschlag von Weihbischof Manfred Grothe, der Apostolische Administrator des Bistums Limburg, werden Wolfgang Rösch und Wolfgang Pax in das Limburger Domkapitel aufgenommen.
Wolfgang Rösch ist Ständiger Stellvertreter von Weihbischof Grothe und war bis 2013 Stadtdekan von Wiesbaden. Wolfgang Pax leitet das Kommissariat der katholischen Bischöfe im Land Hessen und fungierte bis 2010 als Stadtpfarrer von Limburg. In dieser Funktion war er schon Mitglied des Limburger Domkapitels und wurde anschließend Ehrendomherr.
Die wichtigste Aufgabe der Limburger Domkapitulare ist die Wahl eines Bischofs. Mit Pax und Rösch besetzt Grothe die bisher vakanten zwei Stellen im Kapitel.

Dazu:

Domkapitel wird vervollständigt (Bistum Limburg)

Neue Domkapitulare in Limburg

Weihbischof Manfred Grothe, der Apostolische Administrator des Bistums Limburg, wird am 8. Februar neue Domkapitulare ernennen. Das berichteten verschiedene Quellen der Redaktion. Laut deren Einschätzung ergänzt Grothe das Domkapitel um zwei Mitglieder. Damit wäre das Domkapitel wieder vollständig besetzt. Namen sind bisher nicht bekannt.

Montag, 26. Januar 2015

Neuer Job für Tebartz-van Elst

Laut der Bildzeitung übernimmt Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst die Aufgabe des Sekretärs im Päpstlichen Rat für die Förderung der Neuevangelisation. Damit nähme er die zweithöchste Position im Gremium ein, nach dem Präsidenten, Erzbischof Rino Fisichella. Der Rat wurde 2010 von Papst Benedikt XVI. gegründet und beschäftigt sich überwiegend mit der Neuevangelisierung Europas.
Bisher liegt keine offizielle Stellungnahme vor. Der Vatikanexperte Michael Hesemann hat allerdings gegenüber der Redaktion die Meldung bestätigt.

Donnerstag, 22. Januar 2015

Diadochus: Heiliger Geist und Teufel, einmal Platzwechsel bitte!

76) Oft hat man von manchen bereits die Vermutung gehört, die Gnade und die Sünde, d. h. der Geist der Wahrheit und der Geist des Irrtums, würden bei den Täuflingen gleichzeitig in ihrem Geist verborgen. Daher sagen sie, das eine Wesen fordere den Geist zum Guten auf und das andere sofort zum Gegenteil. Ich aber habe aus den göttlichen Schriften und aus dem Empfinden des Geistes selbst entnommen, daß vor der heiligen Taufe die Gnade die Seele von außen zum Guten antreibt, doch der Satan in ihren Tiefen haust und alle rechten Wege unseres Geistes zu versperren versucht. Aber genau von der Stunde an, in der wir wiedergeboren werden, kommt der Dämon nach draußen und die Gnade nach innen. So merken wir, daß, wie der Irrtum die Seele früher beherrscht hat, so jetzt nach der Taufe dieWahrheit sie beherrscht. Allerdings beeinflußt danach auch der Satan die Seele ganz so wie ehedem, und meistens sogar noch schlimmer. Doch nicht, als ob er gemeinsam mit der Gnade (in der Seele) anwesend wäre, das sei ferne! Vielmehr behelligt er den Geist mit seinem Rauch infolge der Fügsamkeit des Leibes in bezug auf die Annehmlichkeit der widersinnigen Lüste. Doch geschieht dies durch die Zulassung Gottes, damit der Mensch, indem er durch den Sturm, das Feuer und die Erprobung geht, auf diese Weise — wenn er will — in den Genuß des Guten kommt. "Wir sind", heißt es ja, "gegangen durch Feuer und Wasser, und du hast uns in die Erquickung herausgeführt.“

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in_ Philokalie, Bd. 1

Freitag, 16. Januar 2015

Diadochus: Die Seele soll im Beschaulichen klar bleiben

75) Weht der Nordwind in der Schöpfung, bleibt die uns umgebende Luft rein aufgrund der gewissermaßen feinen und klärenden Natur dieses Windes. Weht aber der Südwind, wird die Luft gleichsam ganz dicht, da die verdunkelnde Natur dieses Windes aufgrund einer gewissen Verwandtschaft aus seinem Innern die Wolken auf den gesamten Erdkreis herabschickt. So ist es auch mit der Seele. Solange sie vom Wehen des wahrhaften und Heiligen Geistes bestimmt wird, wird sie gänzlich außerhalb des dämonischen Dunkels erfunden. Wird sie aber heftig vom Geist des Irrtums angeweht, wird sie ganz von denWolken der Sünde eingehüllt. Wir müssen also stets unser Streben mit aller Kraft dem reinigenden und belebenden Hauch des Heiligen Geistes aussetzen, d. h. dem Sturmwind, den der Prophet Ezechiel im Licht der Erkenntnis von Norden her kommen sah. So soll vor allem der beschauende Teil unserer Seele stets klar bleiben, damit wir, ohne fehlzugehen, auf die göttlichen Erkenntnisse stoßen, indem wir im Luftraum des Lichtes sehen, was des Lichtes ist. Dieses nämlich ist Licht wahrer Erkenntnis.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in_ Philokalie, Bd. 1

Montag, 12. Januar 2015

Eine Demonstration der Angst in Paris

Die Medien feiern die gestrige Marsch von Millionen Menschen durch Paris als Demonstration der Meinungsfreiheit und Solidarität. Dabei ist es eher ein Zeichen von Angst und Sorge.

Foto: WikiCommons dontworry
Wenn Demonstrationen eine Form der Kommunikation sind, dann gilt für sie das klassische Dreier-Prinzip: Jemand schickt einem anderen eine Botschaft. Während beim gestrigen Marsch durch Paris dieser jemand klar ist - die westliche Bürgergesellschaft - bleibt der Adressat unklar. Und damit auch die Botschaft, denn nur wenn ich weiss, wer die Nachricht bekommen soll, kann ich den Sinn auch richtig transportieren.


Angst ist das Ziel der Terroristen

Ich kann mir nicht vorstellen, wie Dschihadisten gestern vor den Fernsehern gesessen haben und tief beeindruckt waren, wie hunderttausende Menschen sich mit den ermordeten Karikaturisten solidarisieren und Politiker aus ganz Europa durch Paris marschierten. Warum sollte es auch einem angehenden Terroristen imponieren, wenn die von ihm verachtete Gesellschaft gegen den Terror aufsteht? Es wird ihn eher motivieren. Denn umso stärker die Reaktion des Westens, umso größer sein Ruhm bei seinen Geistesverwandten. Denn beim Terror geht es nicht darum, möglichst viele Menschen zu töten. Sondern möglichst viel Angst zu verbreiten. Und damit die Gesellschaft zu irrationalen, schädlichen Handlungen zu bewegen.

Ein gutes Beispiel hierfür ist der Anschlag auf das World Trade Center. Der Erfolg von Al-Qaida war nicht der Tod von 3.000 Menschen. Erfolgreich wurde die Aktion erst, als die Busch-Administration daraufhin losgezogen ist und sich im Nahen Osten in endlose Konflikte verwickelt hat. Die Folge: Die USA sind geschwächt und der Islamismus feiert im Orient fröhliche Urstände.

Demonstrationen sind hilflose Selbstvergewisserung

Wenn sich die Botschaft nicht an die Terroristen richtet, dann ist es zunächst eine Selbstvergewisserung des Westens. Die Menschen wollen sich in der gemeinsamen Demonstration Mut machen. Das heisst im Umkehrschluss aber, dass sie Angst haben oder sich wenigstens Sorgen machen. Denn eine souveräne Gesellschaft wird nicht durch eine handvoll Attentäter herausgefordert. Das Selbstverständliche bedarf der Bestätigung nicht. Je heftiger also die Reaktion, umso größer das Gefühl der eigenen Gefährdung und der Unsicherheit.

Eine souveräne Gesellschaft könnte hingegen kühl über den Terror hinweggehen und die Trauer den Angehörigen überlassen, die wirklich betroffen sind. Eine souveräne Gesellschaft kann sich auch fragen, wo es Probleme gibt, die sie angehen muss, um ähnliches in Zukunft zu vermeiden. Am effektivsten sind gerade die muslimischen Verbände, die sich beeilen, die Tat zu verurteilen, damit nicht alle Muslime unter Generalverdacht fallen. Sinnvoll ist auch eine Debatte darüber, welche Probleme der Islam mit der westlichen Gesellschaft hat, wenn er aktuell der wichtigste Nährboden für Terrorismus ist.

Die Journalisten sollen für die Masse mutig sein

Die heftige Reaktion auf die Ereignisse hängt mit der Rolle der Pressefreiheit im Westen zusammen. Denn diese sieht der Westen als sein Alleinstellungsmerkmal gegenüber dem Rest der Welt. Nirgendwo sonst darf man sich blasphemisch äußern oder seine Meinung so - relativ - frei sagen wie bei uns. Da der säkulare Westen gerade systematisch alle transzendentalen Werte entsorgt, bleiben im nur noch wenige, mechanistische Tugenden. Denn die Pressefreiheit ist eigentlich nur ein Mechanismus einer mündigen Bürgergesellschaft gegenüber einem potentiell repressiven Machtstaat. Dieser mechanistische Wert ist aber leicht angreifbar, weil er nur solange existiert, wie sich jemand findet, der ihn ausübt.

Allerdings bedroht der Angriff zweier Terroristen auf ein Satireblatt an sich nicht die Pressefreiheit. Gefährlich wird es aber dann, wenn die Journalisten dadurch Angst bekommen. Denn Angst potenziert die Gefahr und macht die Menschen willfährig. So sind gerade die Demonstrationen ein Zeichen der Angst. Die Menschen fürchten sich, dass sich die Journalisten beeindrucken lassen. So sind die Demonstrationen ein Aufruf an die Journalisten, sich nicht einschüchtern zu lassen, freilich ein Hohler, denn die Einzelnen sollen für die Masse mutig sein.

Welche Botschaft an die Terroristen

So hat die Demonstration in Paris drei Empfänger und drei Botschaften. Erstens ist sie eine Selbstvergewisserung der Demonstrierenden. Zweitens ist es ein Aufruf an die Journalisten, für die Masse mutig zu sein. Und drittens ist sie die unfreiwillige Botschaft an die Terroristen, dass der Westen sich beeindrucken lässt. Gerade das letzte ist besorgniserregend.

Samstag, 10. Januar 2015

Wenn die Seele zur Erkenntnis ihrer selbst gelangt

74) Wenn die Seele zur Erkenntnis ihrer selbst gelangt, bringt sie auch aus sich selbst eine gewisse Glut und gottliebende Zartheit hervor. Wenn sie nämlich nicht von den Sorgen des Lebens verwirrt wird, gebiert sie im Frieden eine gewisse Sehnsucht und sucht dementsprechend nach dem Gott des Friedens. Doch wird sie von diesem Ansinnen sogleich abgelenkt, wenn sich entweder das Gedächtnis von den Sinnen verraten läßt oder die Natur aufgrund ihrer Armut allzu schnell das ihr eigene Gut aufzehrt. Daher besaßen die Weisen der Griechen, was sie durch ihre Enthaltsamkeit zu erlangen meinten, nicht so, wie es nötig gewesen wäre. Befand sich doch ihr Geist nicht unter der Wirksamkeit der ewigen und in allem wahrhaften Weisheit. Doch die Glut, welche vom Allheiligen Geist in das Herz strömt, ist zuallererst gänzlich friedsam und nie versiegend; sie ruft alle Teile der Seele auf zur Sehnsucht nach Gott und kühlt auch außerhalb des Herzens nicht ab, sondern erfreut vielmehr durch sich selbst den ganzen Menschen zu einer sozusagen unendlichen Liebe und Freude. In der Tat, haben wir jene (Liebe) erkannt, müssen wir zu dieser gelangen. Denn die natürliche Liebe ist ein Kennzeichen dafür, daß die Natur durch die Enthaltsamkeit gewissermaßen gesund ist. Doch den Geist zur Leidenschaftslosigkeit führen wie die geistliche Liebe kann sie nicht.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in_ Philokalie, Bd. 1

Montag, 5. Januar 2015

Diadochus von Photike über den Psalmengesang

73) Befindet sich die Seele in der Blüte ihrer natürlichen Früchte, verrichtet sie auch den Psalmengesang mit lauterer Stimme und will lieber mit der Stimme beten. Steht sie aber unter dem Einfluß des Heiligen Geistes, psalliert und betet sie in jeglicher Ruhe und Wonne im Herzen allein. Jenem Zustand folgt eine sichtbare Freude, doch diesem folgen geistige Tränen und danach eine gewisse Wonne, welche die Stille liebt. Da nämlich das Gedächtnis durch den maßvollen Gebrauch der Stimme glühend bleibt, läßt es das Herz gewissermaßen tränenbenetzte und sanfte Einsichten hervorbringen. Darum kann man wirklich sehen, wie der Samen des Gebetes unter Tränen in die Erde des Herzens aus Hoffnung auf die Freude der Ernte eingesät wird. Doch wenn wir von tiefer Niedergeschlagenheit bedrückt werden, sollen wir den Psalmengesang mit etwas lauterer Stimme verrichten. Wir lassen dann in der Freude der Hoffnung die Klänge der Seele erschallen, bis jene schwere Wolke von den Winden der Melodie aufgelöst wird.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Bd. 1

Sonntag, 4. Januar 2015

Zwanzig neue Kardinäle

Papst Franziskus hat beim Angelusgebet auf dem Petersplatz in Rom am Sonntag die Namen von 20 neuen Kardinälen bekannt gegeben.

Von den neuen Purpurträgern sind fünf über 80 Jahre alt und können daher nicht mehr am nächsten Konklave teilnehmen. Unter den 15 übrigen Bischöfen sind drei Asiaten, drei Lateinamerikaner, zwei Afrikaner, zwei aus Ozeanien, auf Europa verfallen fünf Kandidaten. Sechs Länder waren bisher nicht durch einen Kardinal vertreten. Besonders Tonga, die Kapverdischen Inseln oder Myanmar fallen auf, da die Katholiken dort eine Minderheit bilden. Zudem hat der Papst mehrere Bischofsstühle, die traditionell einen Kardinal stellten, nicht berücksichtigt, wie das Erzbistum Mailand und das Patriarchat Venedig. Damit setzt Papst Franziskus nach Ansicht von Beobachtern seine Tendenz fort, neue Kardinäle aus bisher unterrepräsentierten Regionen zu ernennen.
Unter den fünf Kardinälen, die nicht mehr wahlberechtigt sind, ist auch ein Deutscher. Erzbischof Karl-Joseph Rauber war päpstlicher Nuntius und später Leiter der Diplomatenakademie in Rom.
Das Konsistorium zur Erhebung der Kardinäle findet am 14. Februar statt

Dazu:
Zwanzig neue Kardinäle: Weitere Internationalisierung des Papstwahlkollegiums (Radio Vatikan)
Papst überrascht mit Wahl neuer Kardinäle (FAZ)
Der elfte deutsche Kardinal (Domradio)

Pius XII. Ein Vorbild im Gebet

Samstag, 3. Januar 2015

Lehrte Jesus in dieser Synagoge?

Archäologen haben in Israel eine Syngagoge aus der Zeit um Christi Geburt freigelegt.

Nach Ansicht von Experten könnte Jesus in dieser Synagoge gepredigt haben. Die Forscher stützten sich bei dieser These auf den Fundkontext. Die Ausgrabungsstätte liegt in der antiken Stadt Magdala, heute Migdal, in Galiläa. Magdala war damals die einzige größere Stadt in der direkten Umgebung. Nach biblischen Berichten lebte und wirkte Jesus vor allem in dieser Region um den See Genezareth. Zudem dienten Synagogen nicht nur religiösen Zwecken, sondern fungierten auch als städtische Kommunikationsräume. Daher sei es wahrscheinlich, dass Jesus von Nazareth diese Synagoge besucht habe, erklärte der verantwortliche Pater Eamon Kelly LC. Spektakulärster Fund in der Ausgrabungsstätte ist ein Stein, der vermutlich als Lesepult für die Thora diente. Auf ihm wurde die älteste bekannte Darstellung der Menora gefunden, des siebenarmigen Leuchters.

Dazu:
Christen finden Synagoge aus Jesus' Zeiten (N-tv)
Israel: Synagoge aus Zeit Jesu entdeckt (Radio Vatikan)

Die Worte Gottes sind lautere Worte, im Feuer geläutertes Silber

72) Wenn der Geist, welcher von Gott spricht, von den Worten Gottes selbst in der Seele erquickt und durchglüht wird, so trifft er in reichem Umfang auf die Weiten der Leidenschaftslosigkeit. Denn "die Worte Gottes", heißt es, "sind lautere Worte, im Feuer geläutertes Silber, von Schlacken gereinigt. Der Geist aber, welcher Erkenntnis besitzt, wird — gestützt durch die Erfahrung der (göttlichen) Wirksamkeit — über die Leidenschaften erhaben. Doch genießt auch der von Gott sprechende Geist, sofern er sich noch mehr verdemütigt, die Erfahrung der Erkenntnis für kurze Zeit sowie der erkennende Geist die Tugend der Betrachtung. (der göttlichen Geheimnisse), sofern der unterscheidende Teil seiner Seele nicht fehlgeht.
Diese beiden Gnadengaben nämlich werden nie dem einen wie dem anderen vollständig zuteil. So soll, indem beide über das staunen, worin der andere größere Fülle besitzt als er selbst, in ihnen die Demut im Verein mit dem Streben nach Gerechtigkeit wachsen. Darum sagt der Apostel: "Dem einen nämlich wird durch den Geist das Wort der Weisheit gegeben, dem anderen das Wort der Erkenntnis im selben Geist.“

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in_ Philokalie, Bd. 1
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