Mittwoch, 13. Mai 2015

Orden im Wandel

Teresa Reulbach ist Nonne der Ritaschwestern. Zur Zukunft der Orden zeigt sie sich verhalten optimistisch.

Foto: Flickr ximena
Die katholischen Orden ringen im Lösungen für die Krisen der vergangenen Jahrzehnte. Es gibt immer weniger, immer ältere Ordensleute, in einer Welt, in der sie ihre traditionellen Aufgaben verloren haben.
Da kurzfristig keine Besserung in Sicht ist, müssen die Orden kreative Lösungen finden. Eine Antwort laut Schwester Teresa: Vernetzung. So treffen sich die Novizen der verschiedenen Orden im Bistum Würzburg regelmäßig. Auch andere Initiativen sind angedacht:
Gemeinschaften, die ähnliche Zielrichtungen haben, könnten gemeinsam ein Bildungshaus leiten oder in einem Konvent zusammenleben. Wir werden weniger, aber wir rücken dadurch näher zusammen.

Orden verlieren ihre Aufgaben

Die Orden gehen durch die gesellschaftlichen Entwicklungen zudem vieler Aufgaben verlustig. Eine große Zahl an Orden entstand im 19. Jahrhundert, um sich einem konkreten sozialen Problem zu widmen. Etwa die Dernbacher Schwestern im Bistum Limburg, die sich der Armen im Westerwald annahmen. Doch viele soziale Nöte verschwanden mit der Wohlstandsgesellschaft der Bundesrepublik, bleibende Probleme werden vom Sozialstaat übernommen. Die Orden werden zu "normalen" Sozialträgern, etwa bei Krankenhäusern. Der Satz eines britischen Staatsmannes, die katholische Kirche habe es immer geschafft, ihren engagierten, selbstständigen Frauen in den Orden Entfaltungsmöglichkeiten zu schaffen, wird von der historischen Entwicklung überholt.

Eine genaue Antwort auf diesen Prozess hat auch Schwester Teresa nicht.
Ordenschristen weisen darauf hin, dass da noch etwas aussteht, dass das Beste noch kommt. Wir sind da, um Menschen aller Generationen Gottes Liebe sichtbar zu machen – dadurch, dass wir ihnen helfen, und dadurch, dass wir für sie beten.
Die Orden tendieren also von der praktischen, sozialen Arbeit zunehmend zu einer kontemplativen Dimension. Das erklärt, warum es den kontemplativen Gemeinschaften tendentiell besser geht, als den sozial engagierten.
Auf eine weitere Option macht Manfred Lütz in seinem Buch "Benedikts Vermächtnis und Franziskus`Auftrag" aufmerksam. Die Orden sollten sich Aufgaben widmen, die durch die Krankenkasse nicht abgedeckt sind und verstärkt die seelische Lage etwa der Kranken ins Auge fassen, so Lütz. Als Beispiel nennt er etwa die Hospizbewegung, in der er auch selbst engagiert ist.

Leserfrage:
Wie seht ihr die Zukunft der Orden in Deutschland?

Zum Artikel
Ordensleben wird neue Formen bekommen (Bistum Würzburg)

Dazu:
Ritaschwestern
Benedikts Vermächtnis und Franziskus`Auftrag (Paul Josef Kardinal Cordes, Manfred Lütz)

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