Dienstag, 7. April 2015

Ostern im Limburger Dom

Weihbischof Manfred Grothe, der Apostolische Administrator des Bistums Limburg, hat in diesem Jahr die meisten Gottesdienste an Ostern im Dom zelebriert.


Anders hingegen im letzten Jahr, als Weihbischof Thomas Löhr fast alle Messen gelesen und die Karfreitagsliturgie gehalten hat. Wie schon üblich stand er dieses Jahr nur der Kafreitagsliturgie vor, während Grothe die Messe am Gründonnerstag, in der Osternacht und am Ostersonntag gesungen hat.

Der Administator widmete sich in seiner Predigt vom Gründonnerstag der Eucharistie, die mehr sei als Erinnerung an ein vergangenes Geschehen:
Die Eucharistie stellt für Grothe mehr als nur eine bloße Erinnerung an Vergangenes dar. Durch das Vergegenwärtigen der Ereignisse im Abendmahlssaal durch die Feier der Eucharistie stifte Christus eine neue Gemeinschaft, eine "Gemeinschaft der Liebenden". Die Feier der Eucharistie an Gründonnerstag mache jene Stunde vor 2000 Jahren gegenwärtig und nehme Christen auf geheimnisvolle Art und Weise in das Heilsgeschehen im Abendmahlsaal mithinein. "Wir feiern das Abschiedsmahl. Mit den Jüngern empfangen wir das Vermächtnis Jesu. Wir empfangen ein Testament, das uns bindet und verpflichtet", sagte Grothe.
Am Karfreitag wagte Weihbischof Löhr einen umfassenden Blick auf die Krisen der Welt. Nicht nur die Opfer von Gewalt erlitten schaden. Auch die Täter fügten sich Wunden zu:
"Du verblutest an den Wunden deiner Opfer!", zitierte Löhr aus dem historischen Roman Kaiserin Konstanze von Henry Benrath. Mit diesem Vers schleuderte die Kaiserin ihrem Ehemann, einem gewalttätigen Herrscher, die Wahrheit ins Gesicht. Nicht nur die Opfer verbluteten, sondern auch die Täter. "Die Welt verblutet an den Wunden der Opfer: der Opfer von Hass und Gewalt der einen, der Opfer der Gleichgültigkeit der anderen", sagte Weihbischof Löhr. Nur wo Hass durch Liebe überwunden werde, wo Gleichgültigkeit sich in liebende Sorge verwandle, wo Schuld auf Vergebung hoffe, könne die Welt leben. Der leidende Christus habe am Kreuz Sünde und Tod besiegt, damit Vergebung möglich werde und der Mensch heute leben könne.
Grothe beschäftigte sich in der Osternacht mit der neugeweihten Kerze als Symbol des Festes:
Während der 50 Tage der Osterzeit stehe die Osterkerze im Altarraum und brenne in allen Gottesdiensten. Sie erinnere an die Gegenwart des Auferstandenen in dieser Welt. Mit dem Pfingstfest, dem Ende der Osterzeit, erhalte die Osterkerze einen würdigen Platz am Taufbecken. Bei der Taufe werden die Kerzen der Neugetauften an ihr entzündet. Die Täuflinge erhalten so Anteil am Auferstehungsleben. Bei Begräbnismessen stehe die Osterkerze wieder beim Altar. Ein Hinweis darauf, dass die Verstorbenen in das Auferstehungsleben eingegangen sind und Christus nun im ewigen Licht schauen dürfen. "Die Osterkerze als Symbol des uns zugedachten Auferstehungslebens begleitet uns jahraus, jahrein", sagte der Apostolische Administrator.

Dazu:
Liebt, wie ich euch geliebt habe (Bistum Limburg)
Aus Liebe zu den Menschen (Bistum Limburg)
"Unser Gott ist ein Gott des Lebens!" (Bistum Limburg)

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