Mittwoch, 29. April 2015

Kardinal Woelki in Limburg. Viel indirekte Rede

Kardinal Woelki hat vorige Woche Limburg besucht. Er ging auch indirekt auf den Wunsch nach einem neuen Bischof ein.


Die beiden wichtigsten Aussagen standen am Beginn und am Ende der Messe im Limburger Dom. Der Kardinal erklärte zum Abschluss des Gottesdienstes, er bete für das Bistum, damit es einen neuen Bischof erhalte. Zuvor hatte Weihbischof Grothe in der Begrüßung durchblicken lassen, er erhoffe sich vom Kardinal Unterstützung bei der baldigen Normalisierung für das Bistum.

In seiner Predigt ging Kardinal Woelki indirekt auch auf das Bischofshaus ein. So sprach er mehrfach von Prunkbauten, nannte aber nicht das Bistumshaus in Limburg, sondern etwa die Hamburger Philharmonie. Solche Bauwerke strebten die Menschen zwar häufig an, sie nützten den Menschen aber nichts. Die Menschen brauchen laut Kardinal Woelki stattdessen eine wirklich Demut, die er nach Theresa von Avila beschrieb als "in der Wahrheit wandeln". Das bedeutet, im Haus den Herrn zu wandeln: "Sicher kein Prunkbau, wohl aber ein Ort, an dem jeder Mensch aufatmet", so Kardinal Woelki. Das sei dann ein Haus des Herrn. Damit ging der Kardinal auf den Grund seines Kommens ein. Denn er feierte mit dem Bistum das Patrozinium der Bischofskirche Sankt Georg.

Demut für alle

Sowohl Grothe als auch Woelki behandelten indirekt die Causa Tabartz-van Elst. Grothe, indem er den Wunsch der Limburger nach einem neuen Hirten nochmal artikulierte, Woelki, indem er das direkt ansprach und die Vorgänge in Limburg über mehrere Ecken kritisch würdigte. Da er aber die Bischofsresidenz auffälligerweise in der Reihe der "Prunkbauten" vergaß, distanzierte er sich von einer übertriebenen Kritik an dem Bauvorhaben.

Der Besuch des Kardinal kann daher als Unterstützung des Metropoliten für den aktuellen Weg des Bistums gesehen werden, zugleich aber auch als Ruf nach maßvoller Beurteilung der Vergangenheit. Denn "in der Wahrheit wandeln" heisst nicht nur einer Seite die Schuld zuschieben und Demut steht vielen gut zu Gesicht, nicht nur dem Altbischof.

Dazu:
Ausdauer führt zum vollendeten Werk (Bistum Limburg)
Kardinal Woelki in Limburg (Domradio Video)
Den Blick nach vorne richten (Domradio)
Demut statt Profit (NNP)

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