Donnerstag, 9. April 2015

Benedikt XV. setzte sich für Armenier ein

Die Vertreibung der Armenier war der erste Massenmord des 20. Jahrhunderts. Papst Benedikts XV. intervenierte vergeblich zugunsten der vertriebenen Christen.

Die Armenier lebten jahrhundertelange als christliche Minderheit im Nordosten des Osmanischen Reiches. Sie wurden aufgrund ihres Glaubens jedoch zunehmend von der Regierung am Bosporus mit Misstrauen betrachtet und im Krieg mit Russland als Gefahr angesehen. Schon 1915 begannen die osmanischen Behörden daher, hunderttausende Armenier aus ihren angestammten Siedlungsgebieten zu vertreiben. Sie forcierten dabei ihre Entkräftung und den Tod der Christen. Nach Schätzungen von Historikern kamen zwischen 300.000 und 1,5 Millionen Armenier bei den Aktionen ums Leben.

Papst Benedikt XV. erfuhr schon Mitte des Jahres 1915 von der Vertreibung und den katastrophalen Zuständen, unter denen hunderttausende Armenier starben. Er wandte sich daher im September an den osmanischen Sultan mit der eindringlichen Bitte "Mitleid mit dem Schicksal des schwer bedrängten armenischen Volkes, das an den Rand der Vernichtung gebracht wurde", zu haben. Die osmanische Regierung reagierte jedoch erst Monate später mit Beschwichtigungen auf das päpstliche Schreiben.

1918 versuchte der Papst erneut die Lage der Armenier zu verbessern. Er ließ den damaligen Nuntius Eugenio Pacelli bei der deutschen Reichsregierung vorsprechen, den wichtigsten Verbündeten des osmanischen Reiches. Doch auch in Berlin reagierte man nicht auf die päpstlichen Bemühungen.

Dazu:
Benedikt XV. versuchte, die Armenier zu retten (Welt)
1915-2015: Völkermord an den Armeniern (kathweb.at)
Völkermord an den Armeniern, von Michael Hesemann (Amazon)
Völkermord an den Armeniern: Michael Hesemanns Buch für ein Volk der Martyrer (hinsehen.net)

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