Mittwoch, 15. April 2015

800 Jahre Predigen für Gott und seine Kirche

Der Heilige Dominikus tat sich vor 800 Jahren mit einigen Gefährten zusammen. Das war die Keimzelle der Dominikaner.

Ökumenisches Heiligenlexikon
Formal wurden der Orden zwar 1216 gegründet, als er durch den Papst approbiert wurde. Aber das ist eine römische Perspektive. Denn die Gemeinschaft begann schon früher mit ihrem Dienst.

Im 12. Jahrhundert breitete sich in Südfrankreich eine religiöse Reinigungsbewegung aus, die Katharer. Stark von synkretistischen Ideen aus dem Orient beeinflusst, forderten die Katharer die Reinigung des Menschen und positionierten sich gegen die reich gewordene Kirche. Trotz ihres extremen Charakters zog die Gemeinschaft viele Gläubige an und wurden für die Kirche zum Problem. Der französische König bot sich als Erfüllungsgehilfe an, um gegen die Katharer vorzugehen. Das hatte politische Gründe, denn der Einflussbereich der französischen Krone reichte damals nur etwa bis zur Loire, während Südfrankreich durch eigenständige Feudalherren kontrolliert wurde, deren mächtigster der Graf von Toulouse war.

Weniger Waffen, mehr Predigt


Gegen eine militärische Lösung des Problems wandten sich hochranginge Geistliche, unter anderem auch Diego von Acebo, Bischof von Osma, im heutigen Spanien. Diego war in Südfrankreich unterwegs, das damals dem spanischen Kulturkreis näher stand als heute. Die Umgangssprache Okzitanisch wies als romanische Sprache viele Gemeinsamkeiten mit dem Kastilischen und dem Aragonesischen auf. Diego und sein Subprior Dominikus konnten auch ohne Latein die Okzitanier vermutlich verstehen.

Beide machten daher die mangelnde Überzeugungskraft der örtlichen Kirchenvertreter als ein weiteres Problem aus. Gegen die authentische Armut der Katharer kamen die reichen Prälaten und beweibten Priester schlecht weg. Zudem war die Predigt vor allem Aufgabe der Bischöfe. Allerdings ließen sie diese Aufgabe schleifen, während der normale Gemeindepriester nur die lateinische Messe las.

Diego und Dominikus wollten hier Abhilfe schaffen und versuchten in ausgedehnten Predigtreisen die Okzitanier für den katholischen Glauben zurück zu gewinnen. Allerdings hielt der Bischof das Arbeitspensum auf die Dauer nicht durch und er hatte auch noch eine Diözese, um die er sich kümmern musste. So beordnetet Rom ihn nach Osma zurück, wo er kurz darauf starb.

Dominikus war damit allein, ohne seinen Förderer. Und alleine blieb seine Wirkung gering. So tat er sich mit einigen Gleichgesinnten zusammen, um eine Gemeinschaft zu gründen. Ihre Aufgabe: Die Predigt. Das war der Startschuss der Dominikaner.

Dazu:
Nur ein Wort (katholisch.de)
Zur Geschichte des Dominikanerordens - Ein Überblick (dominikaner.de)
Okzitanische Sprache (Wikipedia)

Leserfrage:
Findet ihr das Thema interessant? Wünscht Ihr euch, dass die historische Situation und die Gründung der Dominikaner hier noch mehr behandelt wird? Kommentare erwünscht.

Kommentare :

  1. Ja! Unbedingt! Ein toller Orden! Ich wollte wegen des Jubiläums auch immer wieder mal was zu ihnen schreiben, davon bekommt man bisher fast nichts mit. Und noch dazu befinden wir uns im Jahr des geweihten Lebens! Also nur zu:)

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    1. Danke für den Kommentar. Wenn Sie etwas auf Ihrem Blog posten, dann schreiben Sie mir gerne bescheid, dann weise ich hier darauf hin.

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