Samstag, 3. Januar 2015

Die Worte Gottes sind lautere Worte, im Feuer geläutertes Silber

72) Wenn der Geist, welcher von Gott spricht, von den Worten Gottes selbst in der Seele erquickt und durchglüht wird, so trifft er in reichem Umfang auf die Weiten der Leidenschaftslosigkeit. Denn "die Worte Gottes", heißt es, "sind lautere Worte, im Feuer geläutertes Silber, von Schlacken gereinigt. Der Geist aber, welcher Erkenntnis besitzt, wird — gestützt durch die Erfahrung der (göttlichen) Wirksamkeit — über die Leidenschaften erhaben. Doch genießt auch der von Gott sprechende Geist, sofern er sich noch mehr verdemütigt, die Erfahrung der Erkenntnis für kurze Zeit sowie der erkennende Geist die Tugend der Betrachtung. (der göttlichen Geheimnisse), sofern der unterscheidende Teil seiner Seele nicht fehlgeht.
Diese beiden Gnadengaben nämlich werden nie dem einen wie dem anderen vollständig zuteil. So soll, indem beide über das staunen, worin der andere größere Fülle besitzt als er selbst, in ihnen die Demut im Verein mit dem Streben nach Gerechtigkeit wachsen. Darum sagt der Apostel: "Dem einen nämlich wird durch den Geist das Wort der Weisheit gegeben, dem anderen das Wort der Erkenntnis im selben Geist.“

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in_ Philokalie, Bd. 1

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