Sonntag, 30. November 2014

Blogger-Adventskalender



Die katholische Bloggerszene verschönert sich selber und den Lesern die Zeit bis Weihnachten durch einen Blogger-Adventskalender. 25 Blogger tragen etwas dazu bei. Den Einstieg findet ihr hier.

Früher mal

Samstag, 29. November 2014

Philipp Neri: Das maßvolle Herz

Das Herz hat eine große Vollkommenheit erlangt, wenn es maßvoll ist und nicht die Grenzen des Anstands und dessen, was sich schickt, überschreitet.

Philipp Neri hier

Freitag, 28. November 2014

Papstbesuch in der Türkei: Hohe Erwartungen allenthalben

Der Besuch von Papst Franziskus in der Türkei wird von vielen Gruppen mit Spannung erwartet. Dabei werden in den Papst ganz unterschiedliche Hoffnungen gesetzt.

Foto: WikiCommons korea.net

Ökumenische Impulse

Den besten Kontakt zum Papst hat der Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I. Beide haben sich schon mehrfach getroffen und setzen den Dialog und das gute Verhältnis, das ihre beiden Kirchen schon unter dem emeritierten Papst Benedikt XVI. hatten, erfolgreich fort. Vom Besuch des Papstes erhoffen sich die griechisch-Orthodoxen zum einen weitere Verbesserung für die Ökumene, zum anderen Impulse für mehr Religionsfreiheit in der Türkei. Denn noch immer werden Christen in der Türkei durch den Staat benachteilit. So ist das Ökumenische Patriarchat immer noch nicht offiziell als Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie anerkannt. Auch das Priesterseminar der Erzdiözese bleibt auf Weisung des türkischen Staates geschlossen.

Erdogans Wünsche an den Papst

Auch die Türkei hat einige Erwartungen an den neuen Papst. Die Erste ist schon der Besuch selber, genauer gesagt, wo der Papst den türkischen Präsidenten besuchen wird: nämlich im Ak Saray, dem "Weißen Palast", den sich Erdogan für ca. eine halbe Milliarde in ein Naturschutzgebiet hat stellen lassen. Papst Franziskus wird der Erste sein, der hier als Staatsgast empfangen wird. Damirt werden schon all jene Türken enttäuscht, die gehofft hatten, der "bescheidene" Papst werde auf einen Besuch im erdoganschen Monumentalbau verzichten. Doch auch der türkische Präsident könnte einige Erwartungen unterfüllt sehen. So ließ er den Papst schon zu Beginn der Reise wissen, er wünsche sich ein Zeichen des Papstes gegen Islamophobie in Europa. Freilich kann gefragt werden, inwieweit der Papst auf Übersensibilitäten des Präsidenten eingehen wird. Vielleicht erzählt ihm Erdogan auch nochmal die schöne Geschichte, Amerika sei ja eigentlich ein islamischer Kontinent.

Kein Besuch in Auffanglager

Beobachter gehen zudem davon aus, dass der Papst sich zum Thema Flüchtlinge äußern wird. So leben aktuell 1,6 Millionen syrische Flüchtlinge in der Türkei, darunter mehrere tausend Christen. Gerade in diesem Bereich gab es aber schon erste Enttäuschungen. So war von einigen erwartet worden, der Papst werde sich mit Flüchtlingen in einem Auffanglager treffen, wurde bereits eine Absage erteilt.

Links zum Thema:

Ökumene und Dialog (Focus)
Hoffen auf mehr Religionsfreiheit (Domradio)
Papst der Armen in Erdogans Palast (Spiegel Online)

Auf Demut Jetzt dazu:

Beim ökumenischen Patriarchen (Demut Jetzt!)
Franziskus besucht Bartholomaios I. Stärkung des Patriarchen
Papst und Patriarch. Zur Einstimmung auf den Papstbesuch in Istanbul (Demut Jetzt)

Mittwoch, 26. November 2014

Plaßmann-Challenge. Christ, und was macht man da so?

Die katholische Bloggerszene hat die Plaßmann-Challenge ausgerufen. Blogger nehmen dabei Stellung zur Frage "Christ, und was macht man da so?". Ich möchte mich bei der Antwort auf auf drei basale Verben konzentrieren: glauben, hoffen, lieben.

© Thomas Plaßmann
Der Spruch, was man als Christ so macht, erscheint dem Betrachter, der selber Christ ist, natürlich schonmal schräg. Die Kollegin Raschelmaschine vom Blog Gardinenpredigerin hat sich entsprechend zu gelehrten Ausführungen aufgemacht, den Machen-Begriff zu dekonstruieren und kam am Ende zur Erkenntnis, als Christin trage sie in der Kirche einen Hut. So wird sie mich sicher tadeln, da glauben, hoffen und lieben keine Verben im eigentlichen Sinne sind, sondern eher Prinzipien und Gefühle, die sich in konkreten Handlungen entfalten. Ich gehe aber meinethalben flapsig davon aus, auf die Frage, was man so mache, kann man mit jedem Verb antworten, das man mit einem Nomen + machen umschreiben kann: Sich von Gott ein Bild machen – glauben, sich Hoffnung machen - hoffen, Liebe machen – ok, schlechtes Beispiel, das ist der Sex. Dann fangen wir auch damit an, also mit der Liebe.

Der in uns die Liebe entzünde

Liebe gehört zum Christentum. Jesus war kein stoischer Weiser, der sich teilnahmslos – muss ja – hat ans Kreuz schlagen lassen, sondern der Gott-Mensch, der sich aus Liebe hingegeben hat. Liebe oder, als Verb, lieben ist also nicht unmittelbar sichtbar wie der Hut der Mitbloggerin, sondern es ist nur mittelbar erfahrbar in dem, wie sie sich ausdrückt, bei Christus final am Kreuz. Dennoch ist sie ein zielgerichtetes und bewusstes Wirken, das den Menschen und seine Umgebung verändert. Dabei ist gerade das berühmte „Liebe machen“ als freundliche Umschreibung für den Sexualakt mittlerweile euphemistisch, hat es doch in der Wahrnehmung der Gesellschaft immer weniger mit Liebe, sondern immer mehr mit Lust zu tun. Für den Christen ist diese Handlung aber nur dann wertvoll und schön, wenn sie mit von einander liebenden Partnern ausgeführt wird, so wie die Wirkung des Liebens allgemein jede Handlung veredelt.

Diese Veredelung ist beim Christen dem Anspruch nach besonders hoch. Denn der Christ liebt in einer schwierigen Hierarchie: Gott, den Nächsten und sich selbst. In der Regel, da tun wir mal nicht so, geht das eher: Sich selbst, den Nächsten (Familie, Freunde), Gott, die Nächsten (der ganze Rest). Der Christ, so der erste Punkt, liebt also im höchstmöglichen Anspruch von Liebe.

Der in uns die Hoffnung stärke

Der Christ hofft auf Christus. Er hofft auf das, was Christus angekündigt hat: Dass er Auferstehen wird, dass er Wiederkommen wird in Herrlichkeit und zwischenzeitlich bei den Seinen sein wird. Er hofft, all das möge wahr sein, denn nur so kann er sein Leben als Christ wirklich entfalten. Denn wenn er auf Christus hofft, so kann er zugleich auf ein gelingendes Leben hoffen und von daher in Aktion treten. Die Hoffnung auf Christus gibt ihm die Perspektive, aktuelle und spätere Niederlagen und Probleme zu ertragen und durchzustehen, zugleich aber auch, Erfolge sich nicht allein selber zuzuschreiben, sondern die Perspektive des anderen, der ihn begleitet und ihn stützt, zu bewahren und sich als Beschenkter zu wissen. Wer in Gott hingegen nur den großen Uhrmacher sieht, der einmal das Universum aufgezogen hat und sich jetzt bei einem Earl-Grey-Tee (Milch, kein Zucker)den Spass ansieht, der wird nicht als Christ hoffen und handeln können.

Der ins uns den Glauben vermehre

Im Hebräerbrief steht: Glauben ist Festhalten in dem, was man erhofft. Glauben und Hoffen sind also eng aufeinander bezogen. Während sich die Hoffnung vor allem auf das bezieht, was Christus angekündigt hat, bezieht sich der Glaube vor allem auf das, was Christus ist. Weil wir Christus glauben, was er von sich selbst gesagt hat, können wir hoffen, dass sich erfüllt, was er angekündigt hat und weil wir so hoffen, entfaltet sich der Glaube an Christus immer weiter und immer wieder neu in unserem Leben. Im Glauben machen wir uns ein Bild von Jesus und schreiben ihm bestimmte Eigenschaften zu. Es geht dabei aber nicht darum, wie Christus ausgesehen hat, sondern darum, was konnte und wer er war. Wunder konnte er vollbringen, Sünden vergeben und, ganz wichtig, auferstehen. So wies er sich als Gott aus. Nur wenn wir als Christen glauben, dass das stimmt, und Christus diese Macht wirklich zukam und immer noch zukommt, wenn er wirklich Gott ist, dann können wir auch glauben, dass er uns erlösen und in unserem Leben wirkmächtig handeln kann.

Christus ist Orientierungspunkt

Dem geneigten Leser katholischer Provenienz wird sicher aufgefallen sein, dass sich die genannten Begriffe am Rosenkranzgebet orientieren, sodass man auch auf die Plaßmann-Frage die Antwort geben könnte: Noja, wir Katholiken beten den Rosenkranz. Wäre auch richtig. Denn die ersten Gebete des Rosenkranz zeigen, dass es auf die Antwort, was man als Christ so macht, weniger darum geht, was man konkret tut, sondern darum, woran man sich orientiert. Richtet man sich auf Christus und die von ihm bewirkten Tugenden aus oder pfeift man fröhlich drauf, macht keine Liebe mehr, sondern hat nur noch Sex; meditiert man sich ins Nirwana oder hofft man auf die Erlösung durch Christus, daran glaubend, dass im Gottmenschen Jesu die Rettung liegt und nicht bei uns selbst.
Was macht man so als Christ? Sich in Glaube, Hoffnung und Liebe ausrichten auf Christus.

Alle Beiträge der Plaßmann-Challenge hier.

Dienstag, 25. November 2014

Montag, 24. November 2014

Philipp Neri: In der Schule Christi ist nur der vollkommen, der ...

In der Schule Christi ist nur der vollkommen, dem es nichts ausmacht, verachtet zu werden, der noch froh ist, wenn man ihn gering schätzt und der sich selbst für absolut nichtig hält.

Philipp Neri hier.

Samstag, 22. November 2014

Franziskus besucht Bartholomaios I. Stärkung des Patriarchen

Im Besuch von Papst Franziskus beim Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. in Istanbul sehen Beobachter eine Stärkung des Patriarchen gegenüber den anderen Orthodoxen Kirchen und gegenüber den türkischen Staat.

Foto: WikiCommons Pvasiliadis 
Aktuell macht der ökumenische Patriarch seinem Titel alle Ehre und wagt sich im Dialog mit der Katholischen Kirche weit vor. Das wird besonders vom russisch-orthodoxe Patriarchat kritisiert, die mit dem Patriarchat von Konstantinopel um den Einfluss in der Weltorthodoxie ringen. Zwar ist der Ökumenischen Patriarch traditionell das Ehrenoberhaupt der Orthodoxen Kirchen, die meisten Gläubigen und das meiste Geld haben aber die russisch-Orthodoxen. Gerade mit dieser Kirche kommt der ökumenische Dialog trotz zahlreicher Bemühungen Roms indes nicht in Gang.

2016 findet ein panorthodoxes Konzil statt


Die wiederholten Treffen zwischen den Päpsten und den Ökumenischen Patriarchen können daher auch als Stärkung dieses Patriachats gewertet werden. Rom verstärkt die Stellung des Patriarchen, indem er zur zentralen Figur im katholisch-orthodoxen Dialog wird. In diesem Kontext soll eine gemeinsame Erklärung zu den Bemühungen um eine Wiederannäherung von beiden Kirchenoberhäuptern am Andreasfest unterzeichnet werden. Größere Schritte sind aber in den nächsten beiden Jahren nicht zu erwarten. Denn 2016 findet erstmals seit dem letzten ökumenischen Konzil eine gemeinsame Synode der Weltorthodoxie statt, auf der auch dieses Thema behandelt werden soll.

Links zum Thema:

Papstbesuch stärkt Position von Patriarch Bartholomaios (kathweb.at)
Im Spannungsfeld zwischen Asien und Europa (br.de)
Beim ökumenischen Patriarchen (Demut Jetzt!)

Donnerstag, 20. November 2014

Jesuiten. Ein Orden stellt sich die Frage der Berufung

Foto: Jesuiten.org

Die Jesuiten sind noch immer der bedeutendste Orden der Katholischen Kirche. Wie sich die Jesuiten selber sehen, kann man gut an ihrer Info-Zeitschrift "Jesuiten" erkennen. Aktuell beschäftigt sich diese Zeitschrift mit der Frage der Berufung.

Man könnte sich ja die berechtigte Frage stellen, warum man heutzutage noch in einen Orden eintreten sollte und vor allem in den Jesuiten-Orden. Chronisch überaltert, unsoutaniert, für alles offen und nicht ganz dicht.

Gleichzeitig aber sind Jesuiten nach wie vor die Speerspitze des Katholizismus und stoßen in Räume vor, bevor der Rest der Kirche nachkommt. Das sie dabei des Öfteren maximal auf die Fresse fallen, liegt in der Natur der Sache. Sowohl im dogmatisch-lehrmäßigen, im organisatorischen oder im physischen Sinne.

Über zahlreiche Punkte, Problemstellungen und das Leben im Orden mit Blick auf die Berufungsfrage gibt das aktuelle Jesuiten-Heft Auskunft. Interessant auch für alle, die nicht in einen Orden eintreten wollen.

Heft: "Jesuit sein heute? Gerade heute" (Jesuiten.org)

Mittwoch, 19. November 2014

Philipp Neri: Geduld ist wesentlich

Für einen, der Gott dienen will, ist Geduld wesentlich. In Heimsuchungen soll er sich nicht ängstigen, sondern auf Trost warten.

Philipp Neri hier.

Dienstag, 18. November 2014

Neues aus Limburg: Geistlichen Familie "Das Werk" wächst auf dem Domberg

Neues aus Limburg: Der bisherige Küster Theo Minn geht die Rente, seine Position wird von einem Bruder der Geistlichen Familie "Das Werk" übernommen. Damit baut diese junge geistliche Gemeinschaft ihre Präsenz auf dem Domberg aus.

Theo Minn war 19 Jahre lang am Limburger Dom tätig, zunächst als Domschweizer, später dann als Küster. In Limburg war er über alle Wirren, die es in den letzten Jahren auf dem Domberg gab, eine ebenso geachtet wie beliebte Gestalt.
Bruder Elmar Moosbrugger, der seinen Posten übernehmen wird,stammt aus Bezau/Voraalberg in Österreich und war in den letzten Jahren in Rom tätig, wo er unter anderem einer der offiziellen Führer für die Ausgrabungen am Petrusgrab und in den römischen Katakomben von San Sebastiano war. Seine Ausbildung zum Küster hat er 1993 im Erzbistum München-Freising gemacht.

Damit nimmt die Präsenz der Geistlichen Familie auf dem Domberg zu. Die beiden Schwestern, die seit einigen Jahren die Führungen im Dom betreuen, gehören bereits dieser Gemeinschaft an und wurden mittlerweile um eine weitere Schwester verstärkt, die als Alten- und Pflegeschwester aktiv ist. Da Bruder Elmar Moosbrugger in der großen Küsterwohnung über der Sakristei wohnen wird und die Gemeinschaft eigentlich vorsieht, dass die Mitglieder nicht alleine leben sollen, wird vielleicht in einigen Jahren ein weiterer Bruder oder Pater auf den Domberg entsendet, wenn dazu die Möglichkeit besteht. Mit dem Abzug der Dernbacher Schwestern, die zuvor die Bischofsresidenz versorgten, ist "Das Werk" aktuell die einzige geistliche Gemeinschaft in der Limburger Altstadt.

Geistliche Familie "Das Werk" in der Kritik


Die Geistliche Familie "Das Werk" ist im weiteren Sinne den Movimenti zuzuordnen. Wenngleich es sich, anders als die meisten Gemeinschaften dieses Typs, bereits vor dem Vatikanum II gegründet hat, trägt es viele Züge dieses Aufbruches: Von den klassischen Orden abweichende Strukturen, eine starke charismatische Dimension, enge Bindung zwischen Priestern, Schwestern und Laien und gewisse Probleme des jungen Aufbruches. So unterstellen ehemalige Mitglieder der Gemeinschaft sektenähnliche Strukturen. Vor Kurzem gab es eine apostolische Visitation wegen Missbrauchsvorwürfen, die von der Gemeinschaft mittlerweile eingeräumt wurden. Die Ergebnisse der Visitation liegen allerdings noch nicht vor.

Links zum Thema:

Neuer Küster im Dom (NNP)
'Das Werk' nimmt zu Vorwürfen von Ex-Schwester Stellung (kath.net)
Das Werk: Aussteiger erheben schwere Vorwürfe (ORF)
Stellungnahme zur Veröffentlichung des Buches „Nicht mehr ich“ von Frau Doris Wagner (daswerk-fso.org)

Montag, 17. November 2014

He is back. Der Kreuzknappe bloggt wieder

Große Aufregung war in letzter Zeit in der katholischen Bloggerszene. Zum einen wegen der Robusta-Wahl, zum anderen weil der Kreuzknappe aufgehört hatte.

Glücklicherweise nicht für lange. Von seinen Fans bestürmt, hat er, nachdem er in sich gegangen ist, wieder mit dem Bloggen begonnen.

So rufen wir ihm zu: Willkommen zurück und frohes weiterbloggen.

Sonntag, 16. November 2014

Kardinal Burke-Compilation

Kardinal Burke wurde im Vatikan zurückgestuft. Als Trost für alle Burke-Fans gibt es daher diese Woche eine total unprotzige Burke-Compilation

Roms größter moderner Protz-Bischof vor dem Bild eines Bettelmönches. 
Die Spannung von Kirche in einem Bild.


Diese schönen roten Umhänge. Immer elegant.


Mehr Stoff geht natürlich immer.


Violett steht ihm auch sehr gut.


Wehe, ich kriege einen Kühlschrank


Na komm, das Bild ist doch einfach schön.


Auch durch Qualm nicht abzuschrecken


Und als letztes mein Lieblingsbild. Sagt das nicht geradezu: Stellt mal die Vase weg, sonst guckt keiner zu mir.


Samstag, 15. November 2014

Osters neue Bude: Ein Shootingstar zeigt seine Wohnung

Der Bischof von Passau, Stefan Oster, hat erstmals den Medien seine neue Wohnung gezeigt.

Wie bereits angekündigt, wird er hier mit einer WG wohnen. Das sollen jedoch keine Schwestern sein, wie bei vielen anderen Bischöfen, sondern alte Freunden und Bekannte. Der Bischof ist also nicht von helfenden Geistern umgeben. Allerdings haben die alle Mitglieder der WG Aufgaben im kirchlichen Bereich. Dennoch erprobt Bischof Oster damit ein neues Modell für Bischofswohnungen in Deutschland.



Links zum Thema:

Oster stellt seine Mitbewohner vor (br.de)
Beten und abwaschen (Süddeutsche)

Freitag, 14. November 2014

Die Mauer war die DDR

Als vor 25 Jahren die Mauer in Berlin fiel, war das der emotionalste Moment der Wiedervereinigung in Ost und West. Denn mit der Mauer ist mehr gefallen als nur eine Betonwand. Mit ihr wurde gleichsam die alte DDR von der eigenen Bevölkerung eingerissen.

Foto: WikiCommons Jurek Durczak, zugeschnitten

Der antifaschistische Schutzwall: Identifikationsobjekt der DDR-Elite


Die Mauer war das aufschlussreichste Objekt der DDR-Elite und ihre eigentlichste Schöpfung. Niemals zuvor und niemals danach hat sich ein Regime so sehr an eine bestimmte Grenze gebunden, abgesehen vielleicht von der großen chinesischen Mauer. Erich Honecker, der damals noch die DDR in seinen greisen Händen hielt, hatte einst, als er noch jünger und auf dem Weg zur Macht war, die Mauer als sein ‚Gesellenstück‘ errichtet. Und sie verkörperte alles, was Honecker und mit ihm die vergreisende Elite dachte: Die eigene Bevölkerung wegzusperren, zu kontrollieren, mit technischer, nüchtern-preussischer Effizienz und in der Einstellung, hier kein Unrecht zu tun, sondern sich gegen ein faschistisch-kapitalistisches Regime im Westen zu verteidigen. Denn die meisten Politbüromitglieder, wie Honecker und Mielke, waren bereits im Dritten Reich gegen den Nationalsozialismus aktiv gewesen und setzten diesen Kampf, so ihre Meinung, mit der Mauer fort.

Die Gefängnismauer: Das Hassobjekt der Bevölkerung


Doch außerhalb der Partei- und Stasikader gab es keine Sympathie für die Mauer. Die Bevölkerung der DDR sah in ihr nichts als eine Gefängnismauer, mit der sie in einer großen, immer mehr abgewirtschafteten Besserungsanstalt festgehalten wurden. Diesen neuen, sozialistischen Menschen wollte das Regime mit Indoktrination und Gewalt erzwingen. Je länger die DDR währte, umso mehr legte sich dieser Filz der Kontrollwut und des Spitzelsystems über die Bevölkerung. Kein sozialistisches Land hatte jemals eine so hohe Dichte an Sicherheitspersonal wie die DDR, für keine war das Gefühl, der Stasi ausgeliefert und systematisch eingesperrt zu sein, so prägend.

Die Grenze: Das Symbol der Teilung


Neben dem Blick des Ostens gab es indes noch den Blick des Westens. Für diesen war die Mauer vor allem eine Grenze. Und zwar eine massive Grenze, die mitten durch eine Stadt lief. Das machte sie präsenter, symbolisch aufgeladener als die anderen Grenzen der DDR, die gleichsam gut gesichert und mit Selbstschussanlagen ausgerüstet, den Westdeutschen jedoch zumeist nur von Klassenausflügen in den Osten bewusst waren. ‚Die Grenze‘, das war ‚die Mauer‘. Zugleich zeigte gerade die Mauer, welche Operettenhaftigkeit die DDR an ihrem Ende für die Westbevölkerung hatte. Denn während sie für die Menschen im Osten ein unüberwindlicher Todesstreifen war, bedeutete die Mauer für die Westberliner ein eher harmloses Objekt ihres Alltags und für Jugendliche eine beliebte Sprayfläche. Der Sozialismus, verkörpert durch die DDR, war Teil der westlichen Lebenswirklichkeit geworden. Jenseits der Mauer konnte die DDR jedoch westwärts keine Furcht mehr auslösten.

Die Mauer muss weg 


So weinte man in Ost und West, als das Volk der DDR sich der Mauer und damit ihres Staates bemächtigte. Die Mauer wurde gegen die Menschen in Ost und West hochgezogen, hatte sie getrennt, eingeschlossen und war zum Fetisch des Regimes geworden, dass so viel Material in ihr verbaute, dass man damit zehntausende Wohnungen hätten bauen können. So fiel mit ihrer Mauer die alte Elite, vielen die Ängste und brachen die Hoffnungen und Träume eines ganzen Volkes wieder aus. Denn wenn die Mauer fallen konnte, dann war nichts unmöglich. Auch nicht die Einheit. Die ein Jahr später neben den Resten der Mauer gefeiert wurde.

Weitere Religiöse Orte auf hinsehen.net

Donnerstag, 13. November 2014

Beim ökumenischen Patriarchen. Papst Franziskus besucht Bartholomaios I.

In wenigen Wochen wird Papst Franziskus den Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., in Istanbul besuchen. Damit soll die Zusammenarbeit gefestigt und ausgebaut werden, was gerade bei diesen beiden Kirchen möglich ist.

Foto: WikiCommons Nir Hason hier

Gegenseitige Besuche zwischen dem römischen Papst und dem ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel haben keinen Seltenheitswert mehr. Nachdem sich mit Paul VI. und Athenagoras I. erstmals die beiden Patriarchen der West- und der Ostkirche persönlich getroffen haben, sind die Beziehungen immer weiter intensiviert worden. Denn anders als der Patriarch von Moskau ist man im politisch schwächeren Konstantinopel wesentlich ökumenefreudiger.

Gerade die Zusammenarbeit und die Ökumene zwischen den beiden Kirchen war bereits ein Schlüsselthema im Pontifikat Benedikts XVI. Die größte Frucht dieser Bemühung um Annäherung fiel dann Franziskus in den Schoss, als Patriarch Bartholomaios bei Amtseinführung des Papstes dabei war. Seitdem haben sich die beiden Kirchenoberen mehrfach getroffen, in Rom sowie in Jerusalem. Ende November wird der Gegenbesuch des Papstes in Konstantinopel erfolgen.

Ökumene zuerst mit den Orthodoxen

In Deutschland wird mit dem Ökumene-Begriff in der Regel die Ökumene zwischen der Katholischen Kirche und den Protestantischen Gemeinschaften verstanden, mitunter auch die Weltökumene mit allen Religionen. Theologisch ist hingegen die Zusammenarbeit mit den Orthodoxen Kirchen naheliegender. Beide erkennen sich gegenseitig als Kirchen an, beide kennen sie die Siebenzahl der Sakramente, beide Kirchen besitzen die apostolische Sukzession. Wenn überhaupt, dann wird Ökumene zuerst mit den Orthodoxen gelingen und wenn sie mit den Orthodoxen gelingt, dann als erstes mit dem Patriarchen von Konstantinopel.

Gerade im Hinblick auf die Situation im Nahen Osten, wo gerade Katholiken (in verschiedenen Riten) und ostkirchliche Christen von Verfolgungen betroffen sind, ist eine Zusammenarbeit der beiden Kirchen dringend notwendig und ermahnt uns Katholiken in Deutschland zu einer ökumenischen Solidarität.

Links zum Thema:

Petrus besucht vor allem Andreas (Tagespost)
"Christen im Mittleren Osten schützen" (Kurier)
Christliche Solidarität ist angesagt (kath.de)

Mittwoch, 12. November 2014

Robusta-Preis: (Für uns) abstimmen!

Wie in der Blogoezese bekannt, läuft in diesen Tagen die Abstimmung für den Robusta-Preis der katholischen Bloggerszene aus.

Zu Verwunderung der Redaktion wurde auch Demut Jetzt für zwei Kategorien, nämlich Dialog und Zwerchfell, nominiert. Wenngleich die Redaktion nicht davon ausgeht, gegen die hervorragenden Mitblogger anstinken zu können, da wir alle total unasketisch regelmäßig duschen, möchten wir unsere Leser dennoch auf die Möglichkeit hinweisen, für diesen Blog in den genannten Kategorien abstimmen zu können. Zur Abstimmung geht es hier lang. Am 15. November ist Schluss.

Solltet ihr natürlich einen Blog in den Listen noch viel besser finden als Demut Jetzt, könnt ihr natürlich auch für diesen abstimmen. Unsere IT hat sich bereits in das Klosterneuburger System gehackt und wird alle unsere abtrünnigen Leser vermerken.

Montag, 10. November 2014

Franziskus braucht keinen 'konservativen Gegenspieler'. Zur Entlassung von Kardinal Burke

Foto: Summorum Pontificium
Papst Franziskus hat im Vatikan mehre Stellen neu besetzt, darunter auch den Chefposten der Apostolischen Signatur, auf dem bisher Kardinal Burke saß. Das Umräumen geht also weiter und das Interpretieren auch.

Während für den größten Teil der Medienschaffenden und der progressive Katholiken der erzwungene Abgang des großen Cappa Magna-Trägers eine Freudenfest ist, bekommen die konservativen Katholiken, besonders die Tradis, Schnappatmung. Allerdings warne ich davor, in dieser Personalie den endgültigen progressiven Sündenfall des Papstes zu sehen.

Der Papst päppelt die Progressiven

Zum Ersten kam der Schritt nicht überraschend. Kardinal Burke hat in der letzten Zeit schon mehrfach die Vermutung geäußert, bald von seinem Posten beim Kirchengericht abberufen zu werden. Und er hat auch nichts getan, um diese Abberufung zu verhindern. Seine klaren, aber auch mitunter sehr scharfen Äußerungen haben gezeigt, dass er zum Konflikt mit der progressiven Fraktion an der Kurie bereit ist. Und da Papst Franziskus diese Fraktion aktuell päppelt, war das Ergebnis vorhersehbar.

Burke bleibt Kurienkardinal

Zum Zweiten bleibt Burke Kurienkardinal. Zwar nur noch auf einem drittklassigen Posten als Kardinalpatron des Malteserordens. Was ein römischer Titel für einen Grüß-Gott-August ist. Aber immerhin hat er nicht irgendeinen Job in einem Dritte-Welt-Land bekommen, wo er gar nichts mehr zu sagen hat und in der Versenkung verschwindet. Jeder weiss, dass es neben der offiziellen auch eine inoffizielle Hirarchie in Rom gibt und die funktioniert am Besten bei Anwesenheit. In Rom sitzend, kann sich Burke nach wie vor für seine Anliegen stark machen. Wenn auch weniger gut als zuvor.

Neuer Chef, neue Personalpolitik

Zum Dritten sind Umbildungen in Strukturen durchaus üblich, wenn ein neuer Chef kommt. Und Franziskus macht sowas eben wie ein Jesuit: Langsam, systematisch, gründlich. Das ist aus seiner Warte auch nötig. Denn auf übergroße Liebe ist er im Vatikan nie gestoßen, weder als Erzbischof von Buenos Aires noch als Papst. Zudem ist das oberste Kurienpersonal stark durch das Doppel-Pontifikat Johannes Paul II. und Benedikt XVI. geprägt. Abgesehen von Nuancen ist es in über 30 Jahren zu keinen wesentlichen Veränderungen in der grundsätzlichen Personalpolitik gekommen, da die die beiden Vorgänger von Franziskus doch weitgehend auf einer Linie lagen. Franziskus ist jetzt ein anderer Typ und baut daher schrittweise die Kurie nach seinen Vorstellungen um.

Der Papst ist 'Reizfigur' genug

Die Panik und die Freudenfeuer, die an einigen Orten nach der Absetzung Kardinal Burkes umgehen, hängen daher weniger mit dem Papst zusammen, als mit dem Kardinal selber. Burke ist eine Reizfigur, er weiss das und es macht ihm nichts aus. Sowohl in seinem liturgischen Auftreten als auch in seinen theologischen Äußerungen ist er wahlweise der Gott-sei-bei-Uns oder der Fels in der Brandung. Gegen ihn wirkt Kardinal Müller geradezu lieb, chillig und liberal. Reizfiguren darf es aber nicht zuviele an einem Ort geben. Nachdem Papst Franziskus selber schon eine ist, braucht er keinen 'konservativen Gegenspieler' auf einer bedeutenden Position. Deswegen wurde Kardinal Burke kaltgestellt. Der Vatikan wird damit im Führungspersonal etwas liberaler. Das muss einem nicht gefallen. Es ist aber Teil dieses Pontifikates.

Links zum Thema:
Kardinal Burke wird Papst-Vertreter beim Malteserorden (kath.de)
Stühlerücken im Vatikan (Domradio)
Kurienreform: Postenrochade im Vatikan (ORF)

Vom Wert der Ruhe

Ein Altvater sagte: Um alles muß sich ein Mönch die Ruhe erkaufen und darf es nicht beachten, wenn er dabei auch einen leiblichen Schaden erleidet.

Weisung der Väter, Spruch 984.

Sonntag, 9. November 2014

Der Kreuzknappe gibt den Schild ab

Heute endet eine Ära der deutschen katholischen Bloggerszene: Der Kreuzknappe hört auf

Seit vielen Jahren hat er uns zuerst als Predigtgärtner, dann als Kreuzknappe auf dem laufenden Gehalten über Wichtiges in der Orts- und Weltkirche, hat uns mit seinen Videos und Karikaturen erheitert und mit seinen Links leichte Orientierung geboten. Wir wollen auch nicht vergessen, dass seine Bloggerliste das wichtigste Nachschlagewerk der Blogoezese ist und diese wesentlich mit "konstruiert" hat. 

Doch die aktuellen Ereignisse sind dem Kreuzknappen zu viel geworden. Man muss, gerade als Konservativer, unter Papst Franziskus einiges aushalten. Das trifft gerade die besonders Engagierten. Der Kreuzknappe hat jetzt daraus die Konsequenzen gezogen und zieht sich zurück. Nach seinen eigenen Worten wechselt er vom Schreib- in den Gebetsmodus. Das wollen wir nicht vergessen. Auch für diese Aufgabe ein herzliches:

Danke Kreuzknappe!

Pacelli gemalt

Bildquelle hier.

Donnerstag, 6. November 2014

Philipp Neri: Der Heilige und das Unrecht

Harte Kost:

Wer wirklich ein Heiliger werden will, darf sich niemals verteidigen, außer in wenigen Fällen, sondern muß sich immer im Unrecht fühlen, auch wenn das, was gegen ihn vorgebracht wird, unwahr ist.

Philipp Neri hier.

Mittwoch, 5. November 2014

Philipp Neri zum Nachgrübeln

Die Heiligkeit eines Menschen liegt in Drei-Fingers-Breite (dabei berührte Philipp seine Stirn.), d.h. in der Abtötung des Rationalen, weiches gerne über alle Dinge nachgrübelt.

Philipp Neri hier.

Dienstag, 4. November 2014

Priester mit Krawatte, Laien in Kasel: Geht so missionarisch Kirche sein?

Foto: Paramente
Früher war alles einfacher: Der Priester trug Kollar und Kasel, der Laie Schlips und keine Kasel. Heute aber ist alles anders, weil die Priester keine Priester, die Laien aber keine Laien mehr sein sollen.

Neulich wurde mir berichtet, mein alter Pfarrer sei auf einem Unternehmertag gesichtet worden. Das war allerdings für die meisten Teilnehmer nicht ersichtlich. Nicht, dass hier der Ex-Dompfarrer rumlief, sondern dass überhaupt ein Priester da rumlief. Es sei denn, wenn man schlechtsitzende Anzüge als neues priesterliches Erkennungszeichen ansehen würde - worauf man mit Blick auf viele Pfarrer allerdings durchaus kommen könnte.

Gleichzeitig kocht in der Diözese Linz ein Skandal hoch, weil ein Laie bei einem Gottesdienst eine Kasel trug, also ein liturgisches, priesterliches Kleidungsstück. Hätte nur noch gefehlt, dass der Pfarrer in Sackalbe daneben steht, aber so doll werden sie es wohl dann doch nicht getrieben haben. Von anderen Kabalen aus Österreich, etwa einer pseudo-zelebrierenden Wir-sind-Kirche-Vorsitzenden, sei an dieser Stelle diskret geschwiegen.

Fällt etwas auf? Genau, Priester sehen immer weniger wie Priester aus und Laien dafür immer weniger wie Laien. Offenbar gemäß der Taktik, wir treffen uns in der Mitte. Im alltäglichen Geschäft sehen alle wie alle aus, in der Messe alle wie Priester, oder wenigstens alle, die eine theologische Ausbildung haben. Die Exklusive des Priester, für alle immer erkennbar zu sein, wird damit aufgehoben.

Das kann man gut finden. Denn es erspart den Laien Minderwertigkeitskomplexe und dem Priester die Arbeit, im Stadtbild von Fremden angesprochen zu werden, die etwas von ihm wollen. Seelsorge wird damit zum Privileg der wenigen eingeweihten und gleichen Gemeindemitglieder.
Der Limburger Altbischof Kamphaus riet seinen Priestern gerne: Du sollst im Stadtbild sichtbar sein. Einen zelebrierenden Laien oder laienhaften Zelebrierenden aber erkennt man nicht, weder innerhalb noch außerhalb der Kirche. Missionarisch Kirche sein, das geht anders.

Montag, 3. November 2014

Limburg: WG zieht in Bischofsresidenz

Limburg (INA) Das Bistum Limburg reagierte auf die neuesten Meldungen aus Passau. Nachdem Bischof Oster in eine WG mit mehreren Bekannten ziehen will, werde auch die aktuelle Limburger Bistumsführung dem nacheifern, erklärte die Pressestelle. Weihbischof Grothe, Wolfang Rösch und Günther Geiss werden bis Weihnachten in die Bischofsresidenz ziehen. Als weiteres Mitglied komme Daniel Deckers hinzu. Außerdem suche man noch ein Mitglied von Wir-Sind-Kirche und einen Spiegel-Journalisten, erklärte das Bistum. Man sei zuversichtlich, auf diese Weise neues Vertrauen schaffen und die Residenz sinnvoll nutzen zu können.

2014 Ignaz' Nachrichten Agentur: Unfehlbare Satire aus aller Welt.
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