Sonntag, 31. August 2014

Robusta-Sondernewsticker

Wien (INA) Heute trat der Vorstand der Katholisch-Offenen Friedensliebhaber vor die versammelte freie Presse. Magdalena Erdfrau-Witzelstein, die Sprecherin des Gremiums, erklärte, man habe mit großem Entsetzen zur Kenntnis nehmen müssen, dass "die ultra-konservativen Romanokatholiken erneut gegen jede Toleranz und weltzugewante Offenheit verstoßen und den "Schwester-Robusta-Preis der deutschsprachigen Blogoezese 2014" verleihen." Man sehe dies als Kampfansage an alle freien und reformwilligen Kräfte in der Katholischen Kirche und als Ablehnung von Papst Franziskus, der sich gegen Preise und Auszeichnungen jeder Art ausgesprochen habe. Man werde darauf in passender Weise antworten und jegliche Aktivitäten der hassbloggenden Dunkelkatholiken entsprechend zu verhindern trachten.

Aktuelles zum "Schwester-Robusta-Preis der deutschsprachigen Blogoezese 2014" gibt's hier.

2014 Ignaz' Nachrichten Agentur: Unfehlbare Satire aus aller Welt

Pius XII.

Samstag, 30. August 2014

Ein gerechter Krieg? Die Reaktionen des Westens auf den IS-Terrorismus

Wiki Commons Christiaan



Seit Wochen beherrschen die IS-Kämpfer nicht nur weite Teile des Nordiraks, sondern auch die Schlagzeilen der Medien. Ihr Wüten wirft in Politik, Medien und in der Bevölkerung die Frage auf, wie man gegen sie vorgehen soll. Es ist die Suche nach einem angemessenen Weg, der die westlichen Staaten und die darin lebenden Christen umtreibt.

Den ganzen Text gibt's hier.

Zum Problem hat sich auch Mitblogger Josef Bordat geäußert, hier und hier.

Freitag, 29. August 2014

Kirchenquiz

Heute im Kirchenquiz: Zisterzienserklöster: Wo steht diese Kirche bzw. dieses Kloster?


Auflösung am Sonntag

Donnerstag, 28. August 2014

Toleranz kommt von Steine werfen

Allgemein nimmt man an, das Wort Toleranz komme von latein. tolerare, dulden.
Dem widersprach jedoch jüngst Gerhard-Heinz Mischpeyer, Professor für revolutionäre Altphilologie an der Che-Guevara-Hochschule für Weltrevolution. Nach neuesten Erkenntnissen seines Lehrstuhles komme Toleranz vielmehr von tollere, beseitigen oder aufheben.

Mischpeyer dazu gegenüber INA: "Wir bedauern es sehr, dass die kapitalistische Bourgeoisie solange diesen edlen Begriff für sich besetzen und in ihrem Interesse missdeuten konnte. Dennoch haben wir auch Grund zur Freude. Denn die revolutionäre Jugend der Welt hat schon vor Jahrzehnten den wahren Sinn von Toleranz erkannt und ihn praktisch umgesetzt. Denn sie strebt danach, die Feinde der Revolution zu beseitigen, indem sie z.B. Steine aufhebt und auf die Schergen des kapitalistisch-reaktionären Systems wirft.

2014 Ignaz' Nachrichten Agentur. Unfehlbare Satire aus aller Welt

Philipp Neri Lektüretipp

Wer mit der Verkündigung des Wortes Gottes beauftragt ist, oder wer sich dem Gebet widmet, der soll die Bücher jener Autoren lesen, deren Namen mit einem S beginnen, wie St. Augustinus, St. Bernhard ...

Philipp Neri

Mittwoch, 27. August 2014

Gute Gewohnheiten beibehalten

Wir sollen unsere gewöhnlichen Frömmigkeitsübungen nicht aus einem geringfügigen Grund, der uns gerade über den Weg läuft, aufgeben, z. B. an einem bestimmten Tag zur Beichte zu gehen und die hl.Messe an Werktagen mitzuteiern. Wenn wir ausgehen, oder etwas ähnliches tun wollen, laßt uns zunächst beichten, dann unsere gewöhnlichen Übungen beenden und dann gehen.

Philipp Neri

Dienstag, 26. August 2014

El Escorial - ein Monument für den größten König

P1050394Eines der eindrücklichsten Gebäude Spaniens ist der Real Sitio de San Lorenzo de El Escorial, kurz Escorial. Dem Freund europäischer Schlossarchitektur ist ein Besuch dieser Anlage aber erst am Ende seines Lebens anzuraten. Denn wer diesen Koloss aus Stein besucht hat, der wird in Zukunft die übrigen Schlösser mit ganz anderen Augen sehen.

Denn dem Escorial fehlt alles, was die meisten Schlösser Europas, überwiegend im Barock entstanden, aufweisen. Zugleich besitzt er etwas, was kaum eines dieser Schlösser aufweist:
Er ist echt! Der Escorial muss nichts vorspielen, nichts suggerieren oder imitieren. Hart, streng und unzweideutig steht er in der kastilischen Hochebene. Sein bloßes Dasein genügt, um beeindruckend und Herrschaft zu vergegenwärtigen. Weltenfern ist sein schmuckloses Äußeres von den verspielten Fassaden der übrigen Schlösser. Undenkbar, hier Spiegel einander gegenüber zu hängen, um den Raum künstlich zu vergrößern. Abwegig, durch olympische Deckengemälde das Dach künstlerisch aufzubrechen.

Zwei Monarchen und ihre Schlössern

Der Besucher des Escorial ist versucht, dieses Monument spanischer Macht mit dem Sinnbild französischer Macht zu vergleichen: Versailles. Doch wird dies nicht nur ein Vergleich zweier Schlösser, sondern auch zweier Monarchen: Ludwig XIV. und Philipp II. Dabei scheint der Vergleich eindeutig zugunsten Versailles auszugehen. Denn dieses ist schöner, größer (im Ganzen), prachtvoller und sein Erbauer gilt als der erfolgreichere Monarch.

Höflingsverwahranstalt und Schule

Wer sich jedoch in das Wesen beider Gebäude vertieft, der wird zu einem anderen Schluss kommen können. Denn die monumentale Fassade von Versailles ist wirklich nur eine Fassade, nur Theaterkulisse. Nichts Entsprechendes, Wirkliches liegt hinter den Mauern dieses überdimensionierten Feenschlosses. Der Escorial dagegen wehrt jede Kulissenhaftigkeit ab, kann sich aber unfreiwillig noch nicht ganz einem irrigen Eindruck entziehen. Denn während Versailles nach außen aussieht wie ein Traumort, war es nach innen Höflingsverwahranstalt und Kaserne. Und währen der Escorial nach außen aussieht wie eine Kaserne, ist er nach innen Kloster und Schule.

P1050381Im Zentrum von Versailles steht ein Bett, im Zentrum des Escorial der Hochaltar

Wer durch die Räume und Gärten des Escorial streift und sich das gravitätische, ja düstere Zeremoniell vergegenwärtigt, das hier herrschte, für den wirken die Feste Ludwigs XIV., der als Kind König wurde, wirklich wie Kinderfeste. Und der Sonnenkönig, der Apoll imitierte und sein Schlafzimmer in die Mitte seines Schlosses rückte, erscheint wie ein großmäuliger Parvenü gegen den größten Monarchen seiner Zeit, der den höchsten Monarchen aller Zeiten zum Zentrum seines Palastes machte. Und während Ludwig XIV. jeden Morgen  der Sonne entgegensah, richtete Philipp II. in seinem Bett den Blick auf den Hochaltar.
Versailles ist nur noch Museum

Doch vielleicht ist der wahre Triumph des Klosterpalastes gegenüber dem Feenschloss das Leben selbst. Wer beide kennt, wird sofort meinen, der Escorial feiere den Tod, Versailles hingegen das Leben. Falsch ist das nicht und dennoch hat sich der Escorial das Leben bewahrt. Das hängt mit den Funktionen der Schlösser zusammen. Versailles ist nur für Ludwig XIV. gebaut worden. Alle, die sonst noch in Versailles lebten, waren nur Staffage für die Sonne Frankreichs. Als dieses Licht aber erlosch, endete auch die Bedeutung seines Schlosses. Keiner seiner Nachfolger konnte mit dem Riesenbau wirklich etwas anfangen und es blieb, bei allen Bemühungen, ein Torso, dem man das Herz aus der Brust gerissen hatte. Auch heute noch ist Versailles kaum mehr als ein Museumsstück, in dessen Seitenflügel sich gelegentlich das parlamentarische Frankreich die Ehre gibt. Doch Leben kann die Republik dem Monument des Mega-Monarchen nicht mehr einhauchen.

Spielende Kinder und singende Mönche im Escorial

Im Escorial hingegen finden sich zahlreiche, unerwartete und nicht selten eigenartige Spuren von Leben. Die erste Spur bemerkt der, der aus dem Fenster der großen Bibliothek auf den Vorplatz blickt. Dieser wird zu bestimmten Zeiten des Tages von spielenden Kindern geflutet. Es ist Pause. Denn der Escorial nimmt noch immer seine Aufgabe war, Schule zu sein. Eine weitere Lebensäußerung erfährt, wer sich in der Schlosskirche aufhält. Auch hier wird der museale Charakter der Anlage zu manchen Zeiten aufgebrochen, wenn man plötzlich den Gesang von Männerstimmen vernimmt. Im Hochchor, den Blicken der Touristen entzogen, stimmen die hier lebenden Augustiner-Mönche das Stundengebet an.

Der Escorial triumphiert über Versailles

Es ist diese besondere Eigenschaft, die den Escorial von den meisten Schlössern abhebt. Sie sind nur noch Museen, Erinnerungsorte vergangener Größe und Wünsche. Der Escorial erinnert sich nicht nur, er erfüllt auch noch immer, wofür er geschaffen ist. Er ist lebensvoll, gerade weil er über das Erdenleben hinausblickt. Noch immer werden hier die spanischen Könige begraben, noch immer gebetet, noch immer gelehrt. Philipp II., für den die Krone Spaniens eine Dornenkrone war, hat etwas geschaffen, was bleibt, auch nachdem die Kronjuwelen aus dem Escorial fortgezogen waren. Damit siegten er und sein Palast über Ludwig und sein Schloss, wie Christus über Apoll triumphierte.

Weitere Artikel zu religiösen Orten auf hinsehen.net hier.

Halte eine Absicht doch mal durch

Ein Mensch sollte seine guten Vorsätze in die Tat umsetzen und sie nicht immer wieder leichtfertig wechseln.

Philipp Neri

Montag, 25. August 2014

Bundesinnenminister will Muslime in der Asylpolitik bevorzugen

Berlin (INA) Bundesinnenminister Thomas de Maiziere hat gegenüber INA erklärt, er rechne wegen der Bürgerkriege in Syrien und im Irak mit einem starken Anstieg der Flüchtlinge und forderte deshalb eine neue intensive Asyldebatte. Diese Debatte dürfte sich aber nicht nur um die Frage drehen, wieviele Flüchtlinge aufgenommen würden, sondern auch, wer.

Es gebe auch in der Union einige wenige Stimmen, die eine Bevorzugung von Christen oder Jesiden forderten. Es sei jedoch inakzeptabel, Asylpolitik an der Religionszugehörigkeit fest zu machen. Außerdem führe eine solche Haltung zur Diskriminierung von Muslimen, die ähnlich schwer von Verfolgungen betroffen seien. Mit Blick auf eine immer ausländer- und muslimfeindlichere Stimmung in der Gesellschaft, müsse sich der deutsche Staat daher bemühen, mit gutem Beispiel voranzugehen und daher vorwiegend verfolgten Muslimen Asyl zu gewähren. Auf diese Weise werden die Bürger lernen, die Muslime als verfolgte Menschen besonders wahrzunehmen und ihre Toleranz ihnen gegenüber werde steigen, erklärte de Maiziere.

Daher sollen Flüchtlingsunterkünfte bevorzugt in Stadtteilen mit einer vorwiegend großer Ablehnung solcher Unterkünfte eingerichtet werden, besonders in gehobenen Wohngegenden, sowie neben Kindergärten und Schulen. Auf diese Weise lernten bereits die Kinder, besonders die Mädchen, dass Intoleranz und Ausländerfeindlichkeit gegenstandslose Vorurteile seien. Bei dringendem Bedarf können man in solchem Unterkünften dann auch noch ein paar geflohene Christen unterbringen, da durch ein muslimisches Übergewicht keine Gefahr bestehe, dass die Christen die Muslime diskriminieren würden.

2014 Ignaz' Nachrichten Agentur: Unfehlbare Nachrichten aus aller Welt.

Diadochus: Hass und Zorn sind die größten Übel für die Seele

71) Es sind gewiß viele Leidenschaften, welche der Seele, die von Gott spricht, anfangs zusetzen, wie uns das Wort der Erkenntnis selbst es lehrt; mehr als alle aber sind es der Zorn und der Haß. Dies erleidet die Seele nicht so sehr durch die Dämonen, welche dies wirken, als vielmehr durch ihren eigenen Fortschritt. So lange die Seele nämlich von der Gesinnung der Welt vereinnahmt wird, mag sie beobachten, wie die Gerechtigkeit noch so von manchen mit Füßen getreten wird, sie bleibt regungslos und frei von Verwirrung. Denn da sie sich um ihre eigenen Begierden kümmert, blickt sie nicht auf die Gerechtigkeit Gottes. Beginnt sie aber, sich aufgrund der Verachtung der gegenwärtigen Dinge und infolge ihrer Liebe zu Gott über ihre Leidenschaften zu erheben, so erträgt sie es nicht, wenn sie sieht, wie die Gerechtigkeit bei ihr selbst oder bei einem anderen mißachtet wird. Vielmehr grollt sie den Bösewichten und wird aufgebracht, bis sie sieht, daß sich die Frevler an der Gerechtigkeit mit frommer Gesinnung bei ihrer Würde entschuldigen. Darum also haßt sie die Ungerechten und liebt die Gerechten dagegen über alles. Denn das Auge der Seele wird gänzlich frei von der Gefahr, sich mit fortreißen zu lassen, wenn sie ihren Vorhang, nämlich den Leib, durch die Enthaltsamkeit äußerst dünn webt. Doch viel besser, als die Ungerechten zu hassen, ist es, wenn wir ihre Empfindungslosigkeit beweinen. Denn wenn jene auch des Hasses wert sind, so will es das Wort dennoch nicht, daß die Gott liebende Seele von Haß belästigt wird. Denn findet sich Haß in der Seele, wirkt die Erkenntnis nicht.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Bd. 1

Sonntag, 24. August 2014

Der Hl. Pius X. Ein kontroverser Papst

Vor kurzem war der 100. Todestag des heiligen Papstes Pius X.

Schon zu Lebzeiten umstritten, ringt die Kirche bis heute um die Frage, wie dieser Papst zu bewerten ist.
Die einen feiern ihn als einen der bedeutendsten Reformer besonders des liturgischen Geistes in der Kirche und als einen Mann, der in seiner persönlichen Bescheidenheit und Demut herausragend war. Die anderen sehen in ihm einen Ultrakonservativen, der die Kirche vom Diskurs mit der Moderne abschnitt und dessen antimodernistische Politik noch Jahrzehnte nach seinem Tod zu einem repressiven Klima und zu einer Erstarrung des geistigen Lebens in der Kirche führte.

Einen Beitrag zur Debatte um den Hl. Pius X. leistet ein Kollege von mir, dessen Artikel ich an dieser Stelle zur Diskussion verlinke.
Josef Jung: Sind katholische Kirche und moderne Welt unvereinbar? hier.

Pius XIl. und Marini: Man darf auch mal träumen

Foto Facebook Summer Elizabeth Miller Vining

Samstag, 23. August 2014

Gibt es keine Welterklärer mehr? Zum Tod von Peter Scholl-Latour

Wiki Commons Bernd Andres
Mit Peter Scholl-Latour ist der letzte Welterklärer gestorben, so titelten zu Beginn dieser Woche allenthalben die deutschen Medien. Wer die Texte der Zeitungen las, hatte mitunter das Gefühl, mit Scholl-Latour sinke zugleich der ganze deutsche Qualitätsjournalismus ins Grab. Doch welche Tugenden und Fähigkeiten hatte Scholl-Latour, die den deutschen Journalisten unserer Tage so gravierend fehlen?

Zunächst ist es der Ehrgeiz, der Scholl-Latour ausgemacht hat, ein großer Wille, sich durchzusetzen. Bei allen Gaben, die ihm in den Schoss gefallen sind, hat er sich nie mit dem einfachsten Weg zufrieden gegeben. Er hat oft schwierige Missionen ergriffen, wo er es hätte einfach haben können. Das hing aber nicht nur dem seinem Willen zusammen, sondern mit einer weiteren Tugend: Seiner Abenteuerlust und seinem Mut. Wer französischer Fallschirmspringer und Vietnam-Korrspondent wird, beweist neben großem Ehrgeiz auch ebensogroßen Mut.

Deutsche Journalisten sind keine Angsthasen

Doch das erklärt das Phänomen Scholl-Latour noch nicht. Denn man kann nicht sagen, deutsche Journalisten arbeiteten nur aus dem Archiv und würden feige um Konfliktherde herumschleichen. Zwar ist es mitunter absurd, wenn ein Auslandskorrespondent, der in Kairo sitzt, danach gefragt wird, wie es im Nordirak aussieht. Doch noch immer wagen sich Journalisten ins Kampfgebiet. Erst im letzten Jahr wurde einer in Syrien verletzt und diese Woche war ein Artikel eines Journalisten in der Zeitung, der sich mit einem IS-Kämpfer in der Nähe des Kampfgebietes getroffen hat. Keiner wird solchen Leuten Mut absprechen oder den Ehrgeiz, für eine gute Geschichte etwas zu riskieren.

Schaffenskraft und Leidenschaft

Das verweist uns auf eine weitere wesentliche Eigenschaft: Schaffenskraft und Leidenschaft. Die allermeisten Menschen müssen einem Job nachgehen, um sich ihre Brötchen zu verdienen, die meisten wollen darin aufsteigen und die überwiegende Mehrheit nimmt es dafür auf sich, etwas zu tun, was sie eigentlich nicht wollen, wenigstens teilweise. Doch Scholl-Latour hat den größten Teil seines Lebens genau das gemacht, was er wollte und daraus entsprang eine gewaltige Arbeitswut. Während die meisten Leute mit 65 in Rente gehen und sich danach maximal noch einmal ehrenamtlich engagieren, klotzte Scholl-Latour im Rentenalter

Bücher wie am Fließband raus.

Doch auch hier ist er nicht allein in den deutschen Medienanstalten. Kaum ein Journalist hat im eigentlichen Sinne geregelte Arbeitszeiten und schiebt mitunter laufend Sonderschichten. Und vom verstorbenen Leiter des FAZ-Feuilletons geht die gut nachgewiesene Behauptung um, er sei oft des Nachtens noch im Büro aufgetaucht, weil er einen Einfall gehabt habe.

Ein unabhängiger Geist

Die Eigenschaften, die man an Peter Scholl-Latour schätzte, haben also auch viele andere Journalisten. Trotdem galt er als Ausnahmeerscheinung. Denken wir an Scholl-Latour, dann können wir an ihn in vielen Publikationsorganen denken. Im Politikersender ZDF im Talksessel ebenso wie in der Jungen Freiheit, einer ausgewählt konservativen Zeitung. Allen hatte er etwas zu sagen, überall konnte er sich bewegen. Das zeugte von einem außerordentlich unabhängigen Geist.

Für die Medien oder für die Leser schreiben

Hierin kann das Geheimnis Scholl-Latours liegen. Denn geistige Unabhängigkeit ist in Deutschland für Journalisten schon lange nicht mehr gefragt. Mögen sich manche Medien noch als institutionell unabhängig bezeichnen können, geistig sind sie und ihre Mitarbeiter es schon lange nicht mehr. Die meisten Mitglieder der schreibenden und filmenden Zunft stehen Links. Aber auch die Restlichen fühlen sich überwiegend in der einen oder anderen Weise eine Partei oder einer politischen Richtung zugehörig. Und der kleine Rest, auf den das nicht zutrifft, muss sich unter dem Erwerbsdruck der Blatt- und Senderlinie anpassen, wenn er weiterbeschäftigt und mit den Kollegen auskommen will.

Das konnte man von Scholl-Latour nicht sagen. Wenn er sprach oder schrieb, dann tat er es nie für jemand anderen als für den Zuschauer oder Leser. Diese Ehrlichkeit und geistige Unabhängigkeit, verbunden mit seiner Erfahrung, seinem Weitblick und seinem Mut waren es, die ihn als Journalist ausgemacht hatten.
Die Bedingungen haben sich verändert

Allerdings ist das Phänomen Scholl-Latour nicht nur aus ihm selbst heraus erklärbar. Er hatte das Glück, in einer Zeit Journalist zu sein, der für die deutschen Medien außerordentlich günstig waren und lange Zeit in Strukturen zu arbeiten, die es ihm ermöglichten, sein Profil so zu formen, dass er in seinen letzten drei Lebensjahrzehnten als freischaffender Autor und Filmer bis zu einem gewissen Grad ohne sie auskam. Er selbst gab zu, eine Karriere wie die seine sei heute kaum mehr möglich, zusehr hätten sich die Bedingungen für deutschen Journalismus verändert.

Talent kann man nicht selber schaffen

Außerdem lebte Scholl-Latour auch von Fähigkeiten, die er selber nicht schaffen konnte. Denn wenngleich man zahlreiche Tugenden, wie er sie hatte, zu großen Teilen entwickeln kann, seine großes Talent kann man nicht selber generieren. Zwar kann man es teilweise ausbilden und fördern, doch wer aus dem Stand als Anfänger auf der Titelseitedes des LeMond gedruckt wird, hat schon aus sich selbst großes journalistisches Talent. Hinzu kam seine Gestalt, die überaus fernsehtauglich war. Alles in allem sind Scholl-Latour zahlreiche Gaben und Bedingungen mitgegeben worden, die es ihm seine beeindruckende Karriere ermöglicht haben.
Prägende Gestalten sind weiterhin gefragt.

Unabhängigkeit lohnt sich

So kann es auch nicht das Ziel deutscher Journalisten sein, ein neuer Scholl-Latour zu werden. Diese Zeiten sind vorbei. Doch es gibt nach wie vor alte und gerade durch die Revolution der Medien immer mehr neue journalistische Modelle, die darauf warten, von prägenden Gestalten ausgefüllt zu werden. Gerade in einer Zeit zunehmender Komplexität sehnen sich die Menschen nach Charakterköpfen, die Orientierung geben können. Mit den Tugenden und Eigenschaften Scholl-Latours, besonders seiner geistigen Unabhänigkeit, können solche prägenden Journalisten weiterhin Wirkung entfalten. Wer traut sich, es zu versuchen?

Diadochus: Wider die Geschwätzigkeit

70) Wie die Tür des Bades, wenn sie fortwährend offensteht, die im Innern befindliche Wärme schneller nach außen strömen läßt, so zerstreut auch die Seele, wenn sie viel zu anderen reden will, durch die Tür der Sprache ihr Gedächtnis, auch wenn alles gut ist, was sie sagt. Darum wird schließlich der Geist seiner bedeutenden Einsichten beraubt, und wenn er die zusammengeballte Masse seiner Worte an die Zuhörer richtet, wirkt dies für sie in gewisser Weise lästig. Er besitzt ja künftig auch den Heiligen Geist nicht (mehr), welcher mit dazu beiträgt, daß das Denken der Seele frei von Vorstellungen bleibt. Es flieht das Gute nämlich stets die Geschwätzigkeit, da es jeglicher Verwirrung und Wahnvorstellung fremd ist.
Gut ist also das Schweigen zur rechten Zeit; ist es doch nichts anderes als die Mutter weisester Einsichten.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Bd. 1

Freitag, 22. August 2014

Kirchenquiz

Heute fangen wir mit einer neuen Kirchenquiz-Reihe an: Klosterkirchenquiz.
Wir starten mit der Kirche eines Benediktinerklosters.


Auflösung am Sonntag.
Dann werden auch die Kommentar-Antworten veröffentlicht.

Donnerstag, 21. August 2014

Süleyman: Deutscher Antiislamismus ist bedrohlicher als irakische IS

Berlin (INA) Die Linke-Politikerin Fatima Süleyman erklärte, die deutsche Politik habe im Umgang mit dem Islam die falschen Prioritäten. Die Bundesrepublik versuche, sich im Nordirak und damit in innermuslimische Angelegenheiten einzumischen: "Deutschland ist aber weder der neue Weltpolizist noch geeignet, auf die dortigen Probleme angemessen zu reagieren." Daher sollte sich der Westen raushalten und die Angelegenheit den muslimischen Staaten überlassen: "Für uns ist der westliche Antiislamismus bedrohlicher als die IS im Nordirak!"

Süleyman forderte auch, die Deutschen müssten sich auf ihre eigenen Probleme mit dem Islam konzentrieren: "Unser Problem ist nicht die IS, sondern eine islamfeindliche Stimmung in Deutschland." Der Staat müsse daher seine Kräfte darauf konzentrieren, antiislamischen Tendenzen in der deutschen Gesellschaft abzuwehren, statt sinnlose sogenannte Hilfseinsätze zu finanzieren. Das Geld sei bei zivilgesellschaftlichen Organisationen wie der "Linken Jugend gegen Rassismus und Islamophobie" viel besser aufgehoben als bei Soldaten, die rückständige Mitglieder von Splitterreligionen aufpeppelten.

Wenn in Deutschland eine Moschee wegen Protesten nicht gebaut werden könne oder muslimische Türken im Job diskriminiert würden, dann sei das auch eine Form der Verfolgung. "Das ist fast wie im Nordirak, da müssen wir sofort eingreifen" betonte Süleyman: "Die Tradition des Heiligen Krieges gegen die Ungläubigen kennt auch das Christentum und es hat viel mehr Mittel, diese rassistisch-religiösen Vorstellungen umzusetzen als der Islam. Gerade die Deutschen haben das gezeigt, gerade die Deutschen dürfen deswegen nicht von einem Genozid sprechen."

Dennoch müsse man die aktuelle Lage im Nordirak ernstnehmen, dem aber durch zivilgesellschaftliches Engagement begegnen. Daher müssten muslimische Hilfsorganisationen besonders unterstützt werden. Diese könnten das Geld am besten einsetzen, anders als die christlichen und westlichen Gesellschaften, die nach europäischen Vorstellungen das Geld einsetzen würden.

2014 INA Ignaz' Nachrichten Agentur. Unfehlbare Nachrichten aus aller Welt

Mittwoch, 20. August 2014

Diadochus: Neue Probleme auf dem geistlichen Weg

Diadochus geht heute auf Probleme ein, die sich beim Fortschreiten auf dem geistlichen Weg ergeben. Denn zu Beginn erfährt man oft emotionale oder geistige Wirkungen dieses Weges, später stellen sich jedoch dann neue Kämpfe, Sorgen und Trockenheiten ein.

69) Anfangs umstrahlt die Gnade die Seele gewöhnlich unter deren großen Anteilnahme mit dem ihr eigenen Licht. Nehmen aber die Kämpfe ihren Fortgang, wirkt sie ihre Geheimnisse für die Seele, die von Gott spricht, zumeist unbemerkt. Sie will uns dann einerseits unter großer Freude auf die Spur der göttlichen Erkenntnisse bringen — werden wir doch aus der Unwissenheit zur Erkenntnis gerufen — und andererseits unsere Erkenntnis inmitten der Kämpfe frei von eitler Ehrsucht bewahren.

Wir sollen uns also maßvoll betrüben, da wir verlassen wurden, um uns noch mehr zu verdemütigen und uns der Ehre des Herrn zu unterwerfen; doch sollen wir uns auch angemessen freuen darüber, daß wir mit der guten Hoffnung beflügelt werden. Wie nämlich die viele Betrübnis die Seele in Verzweiflung und Mißtrauen versetzt, so ruft sie auch die viele Freude zur Anmaßung auf— bei jenen, die noch Kinder sind, will ich sagen. Denn in der Mitte zwischen Erleuchtung und Verlassensein steht die Prüfung und in der Mitte zwischen Betrübnis und Freude die Hoffnung.

Es heißt ja: "Ich harrte, ja ich harrte auf den Herrn, und er gedachte meiner." Und wiederum: "Entsprechend der Menge der Qualen in meinem Herzen haben deine Tröstungen meine Seele erfreut.“

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Bd. 1

Dienstag, 19. August 2014

Saudische Hotelkette entfernt Korane aus ihren Zimmern

Rihad (INA) Die saudische Hotelkette "Ar-Dīra" hat aus den Zimmern ihrer rund 200 Häuser die Korane entfernt. Man wolle keine anderen Religionen diskriminieren, hieß es zur Begründung, wie das Management gegenüber der "Arabian Press" berichtete.

Religiöse Führer in Saudi-Arabien zeigten sich von der Aktion irritiert. Nach Berichten der "Arabian Press" sei Gästen auf Nachfrage eines Korans eine abschlägige Antwort gegeben worden: "Können Sie den nicht googlen?" erhielt ein Gast als Antwort. Der oberste Mullah von Rihad betonte gegenüber INA, man befinde sich in einem konstruktiven Dialog und forderte die Gläubigen auf, mit Sanftmut und Rücksichtnahme zu reagieren. Die saudische Regierung hingegen lobte die Hotelkette für ihr Bemühen um ein Klima der Toleranz und Rücksichtnahme.

2014 INA Ignaz' Nachrichten Agentur

Montag, 18. August 2014

Diadochus: Über die Mittel des geistlichen Lebens

68) Im Gebet ist unser Geist meistens nicht sehr ausdauernd wegen der großen Enge und Umfriedung der Tugend des Gebetes. Doch dem Sprechen über Gott gibt er sich freudig hin aufgrund der Weite und Ungebundenheit der göttlichen Erkenntnisse. Damit wir unserem Geist also nicht den Weg freigeben, viel zu reden oder sich gar über das Maß hinaus zu beflügeln, wollen wir der Freude und dem Gebet das meiste (an Aufmerksamkeit) gewähren; wir wollen uns dem Psalmensingen und dem Lesen der Schriften widmen und dabei auch die Erkenntnisse der gelehrten Männer nicht unbeachtet lassen, deren Glauben man durch ihreWorte erkennt.

Wenn wir so handeln, vermeiden wir es nämlich, daß sich eigene Worte mit den Worten der Gnade vermischen, und wir werden unserem Geist auch nicht gestatten, sich von der eitlen Ehrsucht herabziehen zu lassen, nachdem er durch seine große Freude und seine Geschwätzigkeit zerstreut wurde. Doch werden wir ihn zur Zeit der Betrachtung auch von jeglicher Vorstellung frei bewahren und ihm für beinahe alle seine daraus fließenden Einsichten die Tränengabe erwirken. Wird er nämlich in den Augenblicken der stillen Ruhe erquickt und von der Süßigkeit des Gebetes mit außerordentlicher Wonne erfüllt, dann wird er nicht nur frei von den oben genannten Vorwürfen, sondern er erneuert sich sogar noch mehr, um rasch und ohne Mühe auf die göttlichen Erkenntnisse zu stoßen, wobei er unter großer Demut auch zur Schau der Unterscheidung vordringt.

Außerdem muß man wissen, daß es ein Gebet gibt, welches über jede Weite erhaben ist. Doch besitzen es nur jene, die in jeglicher Empfindung und Fülle voll sind der heiligen Gnade.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Bd. 1

Sonntag, 17. August 2014

Erster Angelus mit Pius XII. vor 60 Jahren




Vor etwa 60 Jahren, am 15.08.1954, begann Papst Pius XII. die Tradition des öffentlichen Angelus.
In seiner Sommerresidenz sprach der Papst mit den Besuchern in Castel Gandolfo den Engel des Herrn. Wieder in Rom wurde der öffentliche Angelus eine feste Institution in der päpstlichen Woche.

Tonaufnahme mit Pius XII. hier.
Artikel Radio Vatikan hier.

Pius XII. nachkoloriert


Samstag, 16. August 2014

Entwarnung in der Ukraine: Russicher Konvoi dient Umzug von Tebartz-van Elst

Kiew (INA) Internationale Beobachter an der ukrainischen Grenze haben Entwarnung gegeben. Der Konvoi hunderter weißer Laster enthält keine russischen Waffen. Es handelt sich um Umzugswagen, die das Moskauer Patriarchat dem Limburger Altbischof Tebartz-van Elst für den Umzug nach Regensburg zur Verfügung stellt.

Das Patriarchat hat die Berichte der Beobachter bereits bestätigt. Mit den Lastern wolle man ein Zeichen für die ökumenische Zusammenarbeit setzen. Während sich die katholischen Bischöfe gegenüber Tebartz-van Elst weitgehend unsolidarisch verhalten hätten, gehe es dem Patriarchat darum, aktive Nächstenliebe für einen Bischof zu üben, der sich um die Bewahrung eines authentischen Glaubens bemüht habe.

Der Pressesprecher des Kreml bestätigte gegenüber INA den Vorgang. Das Patriarchat habe den Konvoi mit der Regierung abgestimmt, diese heiße die Aktion gut. Russland fühle sich in der Darstellung der westlichen Medien mit Tebartz-van Elst verbunden. Während der Westen Russland vorwerfe, einseitig und platt-positiv über den Präsidenten zu berichten, habe der Westen nur einseitig und platt-negativ über Bischof Tebartz-van Elst und Russland berichten können.

Damit falle die eigene Arroganz auf den Westen zurück: "Der Westen und die westliche Kirche soll sich jetzt einmal fragen, warum es Moskau ist, das einem geschundenen Bischof zu Hilfe eilt und nicht das so auf die eigenen Toleranz und Menschlichkeit stolze europäisch-westliche  System.

INA 2014: Ignaz' Nachrichten Agentur: Unfehlbare Nachrichten aus der Welt, der Kirche und vom Bischof von nebenan.

Freitag, 15. August 2014

Diadochus: die erhabende Wirkung des Wortes Gottes

67) Gewiß sind alle Gnadengaben unseres Gottes überaus gut und Vermittler jeglicher (göttlichen) Güte. Nichts aber entflammt unser Herz und regt es so sehr zur Liebe zur Güte Gottes an wie das Gott kündende Wort.

Da es nämlich ein früher Sproß der Güte Gottes ist, schenkt es der Seele ohne Zweifel auch erste Gaben. Zunächst nämlich veranlaßt es uns, freudig jegliche Liebe zu diesem Leben zu verachten, da wir ja anstelle vergänglicher Begierden die Worte Gottes als unaussprechlichen Reichtum besitzen. Daraufhin läßt es unseren Geist erstrahlen durch das Feuer der Umgestaltung. Darum macht es ihn auch zum Gefährten der dienenden Geister.

So wollen wir also, Geliebte, gehörig marschieren, die wir für diese Tugend vorbereitet wurden — für jene prächtige Tugend, welche alles überblickt, Vermittlerin jeglicher Sorglosigkeit ist, den Geist im Glanz unsagbaren Lichts mit den Worten Gottes nährt, und welche — um mich kurz zu fassen — die geistige Seele mittels der heiligen Propheten zu untrennbarer Gemeinschaft mit Gott, dem Wort, vermählt. So will die göttliche Brautführerin — o welches Wunder! — auch bei den Menschen die Machttaten des Herrn weithin vernehmbar besingen, indem sie (ihnen) die göttlichenWorte in den Mund legt.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Bd. 1

Donnerstag, 14. August 2014

DBK: Gläubigen dürfen nicht verunbequement werden

Bonn (INA) Die deutsche Bischofskonferenz und die evangelischen Kirchen haben den Banken eine erhebliche Mitschuld an der großen Zahl der Kirchenaustritte gegeben. Durch missverständliche Informationspolitik würden sie den Eindurck erwecken, die Kirchenmitglieder müssten mehr Zahlen als vorher.

Der Sprecher der deutschen Bischofskonferenz erklärte, unter diesen Umständen könne er die Reaktion so vieler Austritte durchaus nachvollziehen. Es sei einem modernen Menschen nicht zuzumuten, in irgendeiner Weise durch seine Konfession verunbequement zu werden. Da helfe es auch wenig, wenn man den Menschen erklärte, wie wichtig die Kirchensteuer für soziale und seelsorgerische Projekte der Kirchen sei. Menschen in Not materiell und psychologisch zur Seite stehen zu können, sei ein hohes Gut, für das auch Finanzmittel benötigt würden. Er drückte zugleich die Hoffnung aus, dass es der Kirche in Zukunft besser gelinge, diese Seiten der Kirche zu betonen, um die Christen zum bleiben zu bewegen.

INA 2014 Ignaz Nachrichten Agentur. Unfehlbare Nachrichten aus der Welt, der Kirche und vom Bischof von nebenan

Mittwoch, 13. August 2014

Diadochus von Photike und ein radikaler Ansatz der Wohltätigkeit

66) Gott wird von uns Rechenschaft verlangen über unsere Wohltätigkeit, und zwar sicherlich gemessen an dem, was wir haben, nicht an dem, was wir nicht haben. Wenn ich also, was ich über lange Zeit hin geben könnte, aus Gottesfurcht in kurzer Zeit verausgabe aufgrund des heilbringenden feurigen Befehls — wo rüber kann man mir, der ich doch nichts (mehr) besitze, noch einen Vorwurf machen?

Doch wird nun jemand sagen: "Woher sollen also jene Armen jetzt noch Wohltaten empfangen, die sich allmählich daran gewöhnt haben, von unserem Vermögen maßvoll versorgt zu werden?" — Ein solcher soll lernen, nicht aufgrund seiner eigenen Geldgier Gott Vorwürfe zu machen. Gott werden nämlich nicht die Mittel fehlen, seine Geschöpfe zu versorgen wie von Anfang an. Denn auch ehe dieser oder jener zur Wohltätigkeit angeregt wurde, litten die Armen keine Entbehrung an Speise oder Kleidung.

Es ist also gut, sofort nachdem man (die Notwendigkeit dazu) erkannt hat, im edlen Dienst (an den Mitmenschen) den törichten Dünkel und Ruhm fortzuwerfen, welche Ausfluß des Reichtums sind, indem man seine eigenen Begierden haßt, was soviel bedeutet, wie seine eigene Seele zu hassen. So sollen wir, indem wir uns über die Austeilung unseres Vermögens nicht mehr freuen (können), unsere Seele zutiefst verachten, da wir ja nichts Gutes mehr wirken.

Solange wir nämlich unter Umständen noch ein reiches Vermögen besitzen, freuen wir uns — wenn das Wirken des Guten wirklich uns zuzurechnen ist — sehr über seine Verteilung, da wir froh dem göttlichen Befehl Folge leisten. Haben wir aber alles ausgeschöpft, befallen uns unendliche Traurigkeit und Verdemütigung, weil wir ja nichts mehr tun, was der Gerechtigkeit entspräche. Daher wendet sich nunmehr die Seele in tiefer Demut sich selbst zu, um sich durch ihr anstrengendes Gebet, ihre Geduld und ihre demütige Gesinnung das zu verschaffen, was sie sich Tag für Tag durch ihreWohltätigkeit nicht (mehr) erwerben kann. "Arme und Bedürftige", so heißt es ja, "werden deinen Namen preisen, Herr!“

Und auch die Gnadengabe, von Gott zu sprechen, wird niemandem von Gott bereitet, wenn er sich nicht selbst bereitet, auf all seinen Besitz um des Ruhmes des Evangeliums Gottes willen zu verzichten, damit er mit seiner gottliebenden Armut die frohe Botschaft vom Reichtum des Reiches Gottes verkünde. Wer nämlich gesagt hat: "Du hast, Gott, in deiner Güte dem Armen (Wohltaten) bereitet", und hinzufügte: "Der Herr wird geben das Wort mit großer Kraft den Kündern der frohen Botschaft“, gibt dies deutlich zu verstehen.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Bd. 1

Dienstag, 12. August 2014

Käßmann: Keine Militäraktionen, keine Militärhilfe, auch nicht im Nordirak!

Hannover (INA) Angesichts der katastrophalen Lage im Nordirak mehren sich auch unter christlichen Kirchenführern Stimmen, die den Militäreinsatz im Irak für verantwortbar halten.

Gegen solche Tendenzen im Westen angesichts des Genozids an Christen und Jesiden wendet sich Margot Käßmann, die ehemalige EKD-Vorsitzende. Krieg sei niemals eine Lösung, betonte Käßmann, auch nicht im Nordirak. Käßmann lehnte auch jede Aufrüstung der Kurden gegen die IS-Kämpfer ab. Die ganze westliche Welt dürfe sich mit ihrer Geschichte nie mehr an militärischen Aktionen oder militärnahen Handlungen beteiligen. Der Genozid im Nordirak sei dagegen kein Argument, so Käßmann: "Schreckliches wird es immer in der Welt geben. Wir müssen uns aber entscheiden, ob wir mit Mitteln der Vergangenheit oder der Zukunft darauf reagieren."

Daher setzte sie sich auch für ausschließlich zivile Hilfen für die Flüchtlinge im Nordirak ein. Dabei müssten die Jesiden im Mittelpunkt stehen, ergänzte Käßmann: "Wir Christen dürfen nicht den Eindruck machen, als seien uns die christlichen Flüchtlinge wichtiger. Daher müssen wir uns besonders um die Jesiden bemühen."

INA 2014 Ignaz' Nachrichten Agentur

Diadochus von Photike über die Vorteile der Armut

65) Äußerst passend und in jeder Hinsicht nützlich ist es, wenn wir, sobald wir den Weg der Frömmigkeit erkannt haben, sofort all unseren Besitz verkaufen und den Erlös dem Gebot des Herrn gemäß verteilen — und nicht unter dem Vorwand, die Gebote durchweg erfüllen zu wollen, dem heilbringenden Befehl nicht zu gehorchen.

Es werden uns nämlich daraus zunächst die willkommene Sorglosigkeit und die Armut zuteil werden, welcher von jetzt an niemand mehr nachstellt. Sie ist in ihrer Gesinnung über jedes Unrecht und jedes Recht erhaben, da wir den Brennstoff nicht mehr besitzen, der das Feuer der Habsüchtigen entzündet. Es wird uns aber auch die Demut mehr als die anderen Tugenden umhegen und uns, nackt wie wir sind, in ihrem eigenen Schoß ausruhen lassen — wie eine Mutter ihr eigenes Kind in ihre Arme nimmt und warmhält, wenn es aufgrund seiner kindlichen Unschuld sein Kleid ausgezogen und irgendwohin weit fortgeworfen hat, da es sich infolge seiner tiefen Unverdorbenheit mehr über seine Nacktheit freut als über die Buntheit seines Kleides. "Der Herr hütet", so heißt es ja, "die Kleinen. Ich verdemütigte mich, und er hat mich gerettet".

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Bd. 1

Montag, 11. August 2014

Total selbstbezogene Kleriker, heute: Kardinal Meisner

Wir alle wissen ja, wie klerikal und selbstbezogen konservative Katholiken sind, besonders konservative Kardinäle.
Als Beweis der emeritierte Kölner Erzbischof, Kardinal Meisner. Auf die Frage, warum er nicht seinen Sekretär behalten hat, obwohl ihm das zugestanden hätte, antwortete er:
„Der hat Besseres zu tun als Sekretär eines alten Bischofs zu sein, der musste raus und hat jetzt eine große Gemeinde übernommen!“
Fruchtbar, diese Kleriker, was?!

WZ-Artikel hier.

Papst besucht erstmals Talkshow im Fernsehen

Buenos Aires (INA) Das argentinische Fernsehen plant erstmals eine Talkshow mit einem Papst.
Wie der vatikanische Pressesaal am Sonntag berichtete, wird der argentinische Fernsehsender América 6 hierfür ein Studio in den vatikanischen Gärten aufbauen, um, so der Sender "den bescheidensten Papst der Geschichte angemessen in Szene zu setzen." Mit Papst Franziskus diskutieren der Befreiungstheologe Ernesto Cardenal, der Priester "von anderer Art", der Theologe Hans Küng, Initiator des "Weltethos", der Vatikanspezialist Eugenio Scalfari, Redakteur der Zeitung Republica und Ludovico Sfozra, Mailänder Modekenner.

Als Gesprächsthemen kündigte der Sender unter anderem an: Priestertum für alle - wie kann man da Frauen ausschließen; Benedikt XVI. - wie schrecklich war er wirklich; katholische Kirche und Evangelikale - wenn reden die Kardinäle in Zungen; und Sackalben - täte der Kirche nicht mehr Spitze gut.

Sonntag, 10. August 2014

Die Bank der Deutschen? Gedanken zu den Türmen der Deutschen Bank

Foto Wiki Commons Raimond Spekking
Ganzer Artikel bei hinsehen.net hier

Die zwei Bürotürme der Deutschen Bank in Frankfurt werden umgangssprachlich als „Soll und Haben“ bezeichnet. So könnte man sagen, beide Türme stehen für das, was die Deutsche Bank sein soll und für das, was wir an ihr haben.

Wie keine andere Bank in Deutschland steht die DB für diesen Glauben an den Kapitalismus. Nicht Recht und Moral, sondern der Erfolg ist der Leitstern dieses System, dessen Götze das Geld ist. Vom Geld kommt das Heil, es ist die letzte, die absolute Größe, über der nichts anderes gedacht werden kann.

Manipulation als Geschäftsmodell

So schön das Gebäude inmitten des Frankfurter Bankenviertels steht, das Geldhaus ist weltweit auch dabei, wenn der Goldpreis manipuliert wird, wenn der tägliche Interbankenzins, also der Zinssatz bestimmt wird, entsprechend dem die Banken sich gegenseitig Geld leihen. Devisenkurse wurden beeinflusst. Und den Manipulatoren dann hohe Boni gezahlt. Das gilt auch bei anderen Banken. Wer zum Nutzen seines Arbeitgebers betrügt, wird entsprechend hoch dafür belohnt.
Das Gebäude glänzt weiter, obwohl die Bank längst ihren Glanz verloren hat. Niemand kann hineinschauen, denn die Fassade wirft jeden Lichtstrahl und jeden forschenden Blick zurück.

Der Erfolg heiligt die Mittel

Was soll die Deutsche Bank uns also sein und was haben wir an ihr? Die Deutsche Bank soll ein Unternehmen sein, das nicht nur für Deutschland als Wirtschaftsmacht steht, sondern auch für Deutschland als einem Land der Werte, besonders des Vertrauens. Doch stattdessen haben wir mit der Deutschen Bank ein Geldhaus, dessen Gebaren auf einen Erfolg ausgerichtet ist, von dem vor allem ihre Mitarbeiter profitieren. Die Kunden den Worten der Bank nach auch, aber das muss nicht unbedingt sein.

Im Zweifel dient man nur sich selber

Denn der Glaube an das Geld ist ein egoistischer Glaube. Mit Geld erwirbt man sich nicht in der Weise das Heil, indem man viel gibt, sondern nur, indem man viel zusammenrafft. Das kann auch den Kunden zugute kommen. Doch im Zweifelsfall wird der eigene, kurzfristige Gewinn dem langfristigen Wohl des Kunden vorgezogen. So ist das, was wir an der Deutschen Bank haben, weit weniger, als sie sein soll. Die Türme, von gleicher Höhe, spiegeln es nicht wider. Moralisch sind Soll und Haben bei Weitem nicht ausgeglichen.

Text: Eckhard Bieger S.J. & Maximilian Röll

Blumige Grüße

Samstag, 9. August 2014

Linke-Politikerin Holzstett: Antifa soll Jesiden und Muslime vor Medienberichten schützen

Berlin (INA) Mit Blick auf die Berichterstattung der Ausschreitungen zwischen Jesiden und radikalen Muslimen in Herford hat die Linke-Innenpolitikerin Marie-Lena Holzstett ein entschlossenes Eingreifen der Antifa gefordert. "Durch die Berichte über erste Konflikte zwischen Jesiden und Muslimen ist es zu einer Situation gekommen, in der die durch faschistoide Tendenzen aus der Mitte der Gesellschaft diskriminierten ausländischen Mitbürger sich gegeneinander gewandt haben. Daher muss die Antifa als Schützerin der mutigen Zivilgesellschaft die verbreitenden Redaktionen entschlossen auffordern, solche Berichte in Zukunft zu unterlassen und die sozialen Medien nach eventuellen Berichten faschistischer Hassprediger durchforsten."

"Wir können es nicht dulden, dass durch Diskriminierung zwischen den verschiedenen Volksgruppen Konflikte entstehen", fügte Holzstett hinzu. Die Auseinandersetzungen seien daher eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft. "Wir dürfen keine Toleranz gegenüber denjenigen zeigen, die selber überhaupt nicht daran denken, anderen Menschen gesellschaftlich gerecht zu begegnen."

© 2014 INA Ignaz' Nachrichten-Agentur

Patrick Dehm im Interview. Die Ich-Ag schlägt zurück

Die neue Seelsorgehotline des Bistums Limburg hat schon einige Furore gemacht. Auch ich habe sie hier schon besprochen und sie als einen Schritt zur Versöhnung und Aufarbeitung bezeichnet. Andere fanden weniger zustimmende Worte. So bemerkte der Kreuzknappe hier, man könne sich in Limburg wohl über die Verletzungen durch Tebartz-van Elst beschweren, aber nirgendwo Pro-Bischof anrufen. Wesentlich schärfer war der Protest von Patrick Dehm gegen die Hotline. Dehm, vormals Mitarbeiter des Bistums Limburg, beklagte im Hr, das Gesprächsangebot sei eine Mogelpackung.

Am wichtigsten für ihn ist dabei ein Umstand, der mit der Hotline an sich nichts zu tun hat. Nämlich dass jene, die einst an seiner Entlassung beteiligt waren, immer noch im Ordinariat Dienst tun. Man sieht regelrecht den Schaum vor dem Mund des Herrn, wenn er die Köpfe seiner Gegner fordert. Man müsse endlich aufräumen und alle, die unter Tebartz-van Elst eine Führungsposition eingenommen und am "System Tebartz" beteiligt waren, rauswerfen. Erst dann sei er gerächt ... ähm könne Versöhnung stattfinden. Das Versöhnung hier ein anderes Wort für Sieg einer Partei darstellt, nimmt Herr Dehm nicht war.

Menschlich verständlich und menschlich arm

Sein Furor gegen alle, die an seiner Entlassung mittelbar oder unmittelbar beteiligt waren, ist menschlich sehr verständlich. Er ist zugleich aber auch menschlich sehr arm.
Denn natürlich hat Dehm recht, wenn er meint, dass es in einigen Fällen Mittel im Ordinariat angewandt wurden, die den christlichen Ansprüchen, die Kirche an sich selber stellen sollte, nicht genügen. Zugleich wird Herr Dehm aber auch den Ansprüchen, die ein Christ an sich selber stellen sollte, nicht gerecht. Denn anstatt Versöhnung fordert er Aufräumen, anstatt die andere Wange hinzuhalten verlangt er die Beseitigung seiner Gegner. Die anderen sollen also christlicher sein als er.

Fatale Konsequenzen für die Verwaltung

Wie emotional aufgeladen der Beitrag Patrick Dehms noch ist, wird deutlich, wenn man überlegt, welche Konsequenzen aus seiner Umsetzung erwachsen würden. So wünscht Dehm die Auswechslung praktisch sämtlicher Führungsstellen im Ordinariat, namentlich genannt der Justiziar und der persönliche Referent des Altbischofs. Auch die Dezernentin für Familie und Jugend steht offenbar auf seiner Abschlussliste. Würde man Dehms Forderung nachkommen, würden nicht nur zahlreiche Personen ihren Job verlieren und damit auch viele Familien schwere Schicksalschläge erleiden. Auch müsste man eine komplett neue Führungsmannschaft für das Ordinariat beschaffen. Damit kämen aber faktisch alle laufenden Vorgänge zum erliegen oder würden massiv verzögert, da sich die Neuen erst einarbeiten müssten. Für ein Bistum im organisatorischen Wandel eine Katastrophe.

"Heiliger Ungehorsam" als neue Primärtugend

Als neue Primärtugend für kirchliche Mitarbeiter hat Dehm den "heiligen Ungehorsam" ausgerufen. Damit wünscht er sich quasi einen Zustand ständiger Opposition. In unserer Gesellschaft sollte es zwar keinen Kadavergehorsam mehr geben. Aber mit fortwährender Ausführungsverweigerung bei Nicht-Gefallen kann keine Verwaltung arbeiten. Schön ist auch Dehms Formulierung, immer das "offene Gespräch" gesucht zu haben. An sich ist das eine lobenswerte Einstellung, doch zeigt es wiederum das übersteigerte Selbstbewusstsein Dehms. Denn er verlangt ja faktisch von seinen Vorgesetzten, dass sie ihm gefälligst zuzuhören haben und mosert rum, wenn er sich nicht genug berücksichtigt fühlt. Menschlich gesehen wieder vollkommen verständlich und in Maßen auch angemessen. Das aber für eine besondere Tugend zu halten und es quasi zum Funktionsprinzip der kirchlichen Verwaltung machen zu wollen, bedeutet praktisch die Auflösung effizienter Arbeit in einer semianarchischen Debattenkultur.

Dehm hat nichts dazu gelernt

Unbestreitbar hat Dehm wenig bis nichts dazugelernt. Er geht immer noch von sich selber aus und erhebt seine Vorstellungen von Kirche und Handeln zum Maß aller Dinge. Regelrecht drollig ist de Formulierung, man müsse mehr Gottes Willen folgen als dem des Generalvikars. Man könnte meinen, das Ordinariat befindet sich im Krieg und der Generalvikar hat Massenerschießungen angeordnet. Man stelle sich vor, ein Finanzbeamter erklärt seinem Chef, er könne aus Gewissensgründen Steueranträge von Familien mit vier Kindern nicht bearbeiten. Er wird auf viel Verständnis stoßen und den Rat erhalten, Steuerberater zu werden. So hat auch Patrick Dehm das Wesen von Verwaltung, die hierarchisch funktioniert und auf weitgehenden Gehorsamsstrukturen aufbaut, nicht verinnerlicht. Von daher ist es für ihn gut, dass er jetzt ungebunden und "freier" ist. Dafür wünsche ich ihm viel Glück.

Kirche ist keine Ich-Ag

Denn zu einem Selbstständigen passt seine Einstellung viel besser als zu einem weisungsgebundenen Mitarbeiter. Selbst Johannes zu Eltz, der allgemein als Muster an Diskretion und nobelster Zurückhaltung gilt, meinte im neuesten Pamphlet "Der Fall Tebartz-van Elst", Dehm sei nicht für seine Zurückhaltung bekannt. Das ist er auch weiterhin nicht und es muss gefragt werden, ob er sich damit besonders gut tut. Zwar ist es kein Wunder, sich über seinen vormaligen Arbeitgeber aufzuregen, der einen entlassen hat. Wer das aber in so scharfer Form und bestechend rechthaberisch tut, empfielt sich auch sonst nicht für einen Leitungsposten und bildet besser mit sich selbst eine Ich-Ag. In der Kirche dürfte er es aber schwer haben. Denn die ist keine Ich-Ag.

Freitag, 8. August 2014

Kirchenquiz

Wo steht diese Kirche?


Auflösung am Sonntag.

EU reagiert auf IS-Vormarsch: Medien sollen mehr über Ukraine-Konflikt berichten

Brüssel (INA): Die EU-Kommission für die Verbreitung der Menschenrechte und die Unterwerfung niederer Völker hat angesichts des Vormarsches der IS-Truppen im Irak Verhaltensrichtlinien herausgegeben. Sie richten sich an die europäischen Medien. Diesen wird empfohlen, der Berichterstattung über die Lage im Irak nicht zuviel Sendezeit einzuräumen. Die europäischen Medien sollten sich besser auf die Lage in der Ukraine konzentrieren, denn "der Kampf zwischen dem demokratischen Block und einer rückschrittlichen, expansiven Gesellschaft kann sowohl auf der ideellen wie sozialen Ebene sowohl sinnvoller, als auch diskriminierungsfreier dargestellt werden, wenn sich die Berichterstattung auf den Konflikt des Westens mit Russland konzentriert." 

© 2014 INA Ignaz' Nachrichten-Agentur.

Donnerstag, 7. August 2014

Verband muslimischer Schützen fordert neuen Titel: Schützenemir

Leverkusen (INA): Der Verband muslimischer Schützen (VMS) sieht im Fall von Mithat Gedik eine massive Diskriminierung der muslimischen Minderheit. Der katholische Dachverband der Schützen (BHDS) hatte Mithat Gedik nur Ausnahmsweise erlaubt, sein Amt als Schützenkönig zu behalten, obwohl er statuenwirdig Muslim ist. Für den VMS ist das Problem aber nicht die eingeschränkte Amtsfähigkeit. Der Verband zeigte großes Verständnis dafür, dass ein katholisch-christlicher Verband Probleme mit einem muslimischen Chef hat, da die Europäer noch nicht ihren Status als untergordnete Dhimmis begriffen hätten. Durch die Bezeichnung "Schützenkönig" werde aber der Herkunft von Mithat Gedik nicht ausreichend Rechnung getragen. Der Verband forderte daher die Umbenennung in "Schützensultan" oder "Schützenemir".

© 2014 INA Ignaz' Nachrichten-Agentur.

Diadochus rät, Prioritäten zu setzen

64) Manche fromme Personen habe ich reden hören: "Wir dürfen nicht jedem beliebigen erlauben, uns das zu rauben, was wir für unseren eigenen Unterhalt oder zur Erquickung der Armen haben. Sonst könnten wir für jene, die uns Unrecht tun, zur Ursache von Sünde werden durch das Unrecht, das wir uns gefallen lassen, vor allem, wenn wir dies von Christen erfahren."

Dies aber ist nichts anderes, als das Seine mit einer dummen Ausrede mehr zu wollen als sich selbst. Wenn ich es nämlich unterlasse zu beten und auf mein eigenes Herz achtzugeben, sondern Schritt für Schritt damit beginne, mit jenen zu rechten, die mir schaden wollen, und den Gerichtsverhandlungen in den Vorhöfen beizuwohnen, dann halte ich offenbar das Beanspruchte für wichtiger als meine eigene Rettung, um nicht zu sagen, als selbst das heilbringende Gebot.

Denn wie will ich überhaupt der Weisung des Evangeliums folgen, welche mir befiehlt: "Fordere das Deine nicht zurück von dem, der es dir genommen hat!", wenn ich nicht gemäß dem Wort des Apostels den Raub des mir eigenen Vermögens mit Freuden hinnehme? Denn wenn jemand vor Gericht gegangen ist und alles zurückerhalten hat, was ihm gewaltsam entrissen wurde, befreit er den Habgierigen nicht von seiner Sünde. Es können ja die bestechlichen Gerichtshöfe das unbestechliche Gericht Gottes nicht in die Schranken weisen. Die dort geltenden Gesetze erfüllt der Schuldige ja auf jeden Fall, gemäß welchen er sich auch bezüglich seiner Schuld rechtfertigen kann.

So ist es also gut, die Gewalt jener zu ertragen, die uns Unrecht tun wollen, und für sie zu beten, daß sie durch Umkehr, doch nicht durch die Zurückerstattung dessen, was sie uns geraubt haben, von der Schuld der Habgier freigesprochen werden. Das nämlich will die Gerechtigkeit Gottes, daß wir den Habsüchtigen selbst und nicht das habsüchtig Angeeignete einmal zurückerhalten, frei von der Sünde durch die Umkehr.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Bd. 1

Mittwoch, 6. August 2014

Diadochus: Gerechtigkeitsempfinden wird zum Beginn von Ungerechtigkeit

63) Wer Anteil an heiliger Erkenntnis erhalten und die Süßigkeit Gottes gekostet hat, darf weder jemals richten noch überhaupt rechtlich gegen andere vorgehen, selbst wenn ihm jemand wegnimmt, was er am Leibe trägt.

Denn die Gerechtigkeit der Herrscher dieser Welt ist der Gerechtigkeit Gottes in jedem Fall unterlegen, ja vielmehr ist sie ein Nichts im Vergleich mit dem Gerechtigkeitsempfinden Gottes. Welcher Unterschied bestünde nämlich zwischen den Kindern Gottes und den Menschen dieser Welt, wenn sich nicht das Gerechtigkeitsempfinden dieser als unvollkommen gegenüber der Gerechtigkeit jener zeigte? Daher spricht man beim einen von menschlichem Gerechtigkeitsempfinden und beim anderen von göttlicher Gerechtigkeit. So hat denn auch unser Herr seinerseits nicht geschmäht, als er geschmäht, wurde, und nicht gedroht, da er litt. Vielmehr hat er den Raub seiner Kleider schweigend ertragen und für unsere Rettung gelitten. Und was am größten ist: er hat für jene zum Vater gebetet, die ihm Böses zufügten.

Doch die Menschen der Welt hören nicht auf, vor Gericht zu gehen, es sei denn, sie erhalten die umstrittenen Dinge zuweilen mit einer Zugabe zurück. Denn zumeist heimsen sie für die Schuld Zinsen ein, so daß ihnen ihr Gerechtigkeitsempfinden oft zum Anfang großer Ungerechtigkeit wird.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Bd. 1

Dienstag, 5. August 2014

Ignatius von Loyola, ein Pilger am Beginn der Neuzeit

WikiCommons Thomas Gun
Ganzer Artikel bei hinsehen.net hier.

Der Baske Inigo, Erfinder der Exerzitien, verstand sich als Pilger.

Das Innere gerät in Bewegung

Die Pilgerschaft führt ihn zuerst in die eigene Seele, jedoch nicht als Selbstanalyse. Er konfrontiert sein Ich mit den Berichten der Evangelien und den dort aufgezeichneten Worten Jesu. Seine Entdeckung: In der Meditation der Evangelientexte gerät das Innere in Bewegung. Zuerst führt ihn das in die Erkenntnis, dass sein bisheriges Leben von Ehrgeiz und Stolz regiert war und er auf seinem bisherigen Weg keine Grenzlinie zur Sünde gezogen hat. Als Sohn eines Adeligen überfällt ihn Scham, nämlich Gott, der über jedem König steht, beleidigt zu haben. Nach dieser Reinigung, die noch ganz in den Kategorien mittelalterlicher Vorstellungen geschieht, öffnet sich ihm das Tor in die Neuzeit mit der Frage: Was fange ich mit meinem Leben an?

Unterscheidung der Geister

In dem Ringen in Manresa durchströmen den Pilger unterschiedliche Gefühlswellen. Er muss die „Geister unterscheiden“ lernen. Denn einmal vernimmt er die Stimme des Teufels, die ihm die Unmöglichkeit vor Augen stellt, diesen strengen religiösen Weg durchzuhalten. Vorher suchten ihn Selbstmordgedanken heim, ehe er lernte, auf die Barmherzigkeit Gottes zu vertrauen. Dann hat er mystische Erfahrungen, die er eindeutig dem Geist Gottes zuschreiben kann.

Innere Freude über die Berufung

Innere Freude ist ein weiterer deutlicher Hinweis. Wer seinen Berufungsauftrag gefunden hat, spürt Freude, obwohl dieser Auftrag ihm einiges abverlangt. Er ist wie ein Schatz, den der für sein Leben Offene gefunden hat, ein Schatz zudem, der sich nicht verbraucht. Die Freude kommt auch daher, dass endlich das Besondere für mich gefunden habe. Ich bin da angekommen, wo nur ich genau Bescheid weiß. Andere können mich abhalten oder bestärken. Aber ob sie mich entmutigen oder nur vor einem falschen Schritt warnen, ob sie mich bestärken oder mich nur für das Interesse einer Institution, einer Firma einsetzen, kann nur ich erkennen, nämlich daran, ob es mein Leben sein wird.

Gott wirkt in allem

Es sind also einmal die Talente, die dem einzelnen den Weg zu seiner Einmaligkeit ermöglichen. Dann sind es besondere Erfahrungen, die Neues eröffnen. Darunter liegen Gefühle, die tragen, wenn eine Entscheidung zu treffen, die dem Lebensschiff einen bestimmten Kurs gibt. Ich muss zwar überlegen und abwägen, aber die Kraft, mich zu entscheiden, kommt aus dem Gefühl.
Wenn sich das Innere auf Gott ausgerichtet hat, dann erkennt der Mensch mit allen Sinnen, wie Gott in allem Geschaffenen mit seiner Liebe wirkt.

Eckhard Bieger S.J.

Montag, 4. August 2014

Kreml-Klöster entstehen wieder neu

Foto WikiCommons yeowatzup




Die russische Regierung plant, zwei Klöster, die unter Stalin im Kreml abgerissen wurden, wieder aufzubauen. Stalin hatte die Gebäude eingerissen, um dort Verwaltungsgebäude zu errichten. Diese sollen nun weichen. Da der Kreml allerdings unter Denkmalschutz steht, müsse die UNESCO den Plänen noch zustimmen, erklärte Putin am Donnerstag. Das Moskauer Patriarchat hat die Pläne bereits begrüßt.

Bischofsweihe durch Johannes XXIII.


Sonntag, 3. August 2014

Tebartz-van Elst zieht in einen neuen Palast oder so

Nachdem die Familie von Bischof Tebartz-van Elst seinen baldigen Umzug nach Regensburg bekannt gegeben hat, laufen sie Vorbereitungen auf Hochtouren. 

"Tebartz-Raus" Plakate wurden bereits von guten Christen gestaltet und die Journalisten schnitzen schonmal ihre Namen in die Tische der Cafes gegenüber der Wohnung. Das trägt erste Früchte, da die Welt zwischenzeitlich einiges über das neue Domizil rausgefunden hat. Es handelt sich dabei um ein schickes 180 qm Apartement in bester Lage für ca. 2000 Euro im Monat. Also etwas, was man sich als Altbischof durchaus leisten kann, vor allem, wenn man auch in Regensburg wohl nicht die besten Aussichten haben wird, Ehrenbürger der Stadt zu werden und man wenigstens schön wohnen möchte. Außerdem hat der Bischof zwei Buchsbäume vor der Wohnung plaziert, damit sich die Journalisten dahinter verstecken können. Sehr zuvorkommend.

Der Mann mit den abstehenden Ohren

Natürlich weiss die Welt nicht so ganz, was sie davon halten soll. Sicher, irgendwie kann man es dem Mann ja nicht verübeln, in eine Wohnung gezogen zu sein, die seinen finanziellen Verhältnissen entspricht. Damit es aber nicht ganz so neutral klingt, erfährt der interessierte Laie, der Tebartz-van Elst noch nie auf einem Foto gesehen hat - also die Kartäuser - dass der Limburger Altbischof abstehende Ohren hat und in der Wohnung fast alleine leben wird. Zugleich wird nochmal nachdrücklich darauf verwiesen, dass Tebartz-van Elst für die hohen Austrittszahlen verantwortlich ist und vom Papst zum Rücktritt gezwungen wurde. Ich dacht zwar, den hätte er selber vorgeschlagen, aber die Welt weiss sicher mehr.

Die Welt muss die Unterhosen von Tebartz-van Elst kennen

Und damit den Journalisten in den Cafes nicht langweilig wird, weiss man auch noch zu berichten, führende Priester (führend in was?) aus dem Ordinariat (welchem?) rieten dem Bischof, in seiner Wohnung eine Launch für die Medien einzurichten und ihnen, sicherheitshalber, die Unterwäscheschubalde zu öffnen. Er könnte ja Seidenboxershorts mit Goldmonogramm und mit eingenähten Brillianten haben. Ich würde vorschlagen, die führenden Herren, die des Öfteren für extrem günstige Mieten in kirchlichen Wohnungen sitzen, fangen mal damit an, bevor andere ihre Privatbereiche öffnen. 

Welt-Artikel hier.

Pius XII. Life

Samstag, 2. August 2014

Sind Handys auch religiöse Orte

Foto: WikiCommons Paul Kocialkowski 
Auszüge aus einem Artikel auf hinsehen.net hier.

Handys, besonders Smartphones, sind heute allgegenwärtig. Wer z.B. am Frankfurter Hauptbahnhof an einem Gleis steht, dem wird auffallen, dass der größte Teil der Wartenden auf einem Smartphone herumtippt, oft noch mit Hörstöpseln im Ohr. Das Smartphone wird nicht nur sehr häufig verwendet, sondern auch für alles Denkbare benutzt. Für das Schreiben von SMS oder per WhatsApp, Facebook, Bilder machen und verschicken, Videos schauen oder als Navi. Wenn das Smartphone aber mittlerweile alle Lebensbereiche erobert hat, kann es dann auch als Instrument oder als Ort religiöser Andacht genutzt werden?

Smartphones können eine religiöse Atmosphäre schaffen

Zunächst kann ein Smartphone eine Atmosphäre religiösen Bezuges erzeugen. Das Smartphone kann z.B. seinen Besitzer von der Außenwelt abschotten, indem es bestimmte religiöse Musik vorspielt, die über die Kopfhörer übertragen wird und die alltägliche Geräuschkulisse abdämpft oder sogar ausblendet. Es kann zudem Videos oder Bilder zeigen, auf die sich der Betrachter konzentrieren und sich damit in andere Räume, zumindest gedanklich, zurückziehen kann. Entsprechend kann es ihm natürlich auch religiöses Material zur Verfügung stellen. Neben besagten Bildern und Videos auch religiöse Texte, die die Andacht fördern. Neben geistlicher Literatur auch die Tageslesung oder eine Stundenbuch-App. Sie kann sogar liturgieförmige Züge im Austausch mit anderen Gläubigen tragen, z.B. wenn man via Twitter eine Terz betet, eine Terz als Teil des Stundengebetes und dabei Psalmverse, Sinnsprüche und Gedanken dazu twittert. Da Handys dieser Tage intensiv für alles Mögliche genutzt werden, aber oft kaum mehr für das telefonieren, kann an dieser Stelle auch noch daran erinnert werden, dass man sich damit natürlich auch über religiöse Themen mit einem anderen oder mehreren Gesprächspartnern austauschen kann. Es bietet also auch Räume des Gespräches.

Die Sakramente sind die Grenzen des Smartphones

Hier aber stößt das Smartphone an seine Grenze. Denn es bietet zwar z.B. die Möglichkeit, mit einem Priester zu telefonieren, aber es ermöglicht nicht die Beichte. Die Absolution kann der Priester nur dem direkt Anwesenden erteilen und nicht über den Äther. Die Sakramente setzen also dem Smartphone seine Grenzen. Die Kommunion kann nicht digital empfangen oder per Amazon bestellt, die Firmung nicht via Touchscreen gespendet werden. Die Sakramente als unmittelbarste Formen der Gottesbegegnung bleiben dem Smartphone verwehrt.

Freitag, 1. August 2014

Ich will aber immer noch ... Johannes zu Eltz meldet sich mal wieder zu Wort

Bei manchen Menschen fragt man sich, ob sie nur stur oder langsam schon  dumm sind. So z.B. beim Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz, der sich jetzt mal wieder mit einem "Zwischenruf" zu Wort gemeldet hat. 

In einem Artikel des Journals Frankfurt resümiert zu Eltz zum x-ten mal über die Lage in Limburg und die Schreckensherrschaft unter Bischof Tebartz-van Elst. Dabei packt er nicht nur alle gängigen Klischees wie Verletzungen, Lügen und Kirchenaustrittszahlen aus - an denen durchaus auch was dran ist - sondern holt auch seine alten Forderungen aus dem "Ich, von Gottes und des Kirchenvolks Gnaden Stadtdekan von Frankfurt"- Fundus. Kern dieser Forderung ist natürlich, dass er als Domkapitular weiterhin mitbestimmen will, besonders bei der Wahl des neuen Bischofs. Er scheint ohnehin etwas angefressen, weil Rom ihm einfach einen neuen Chef vor seine adelige Nase gesetzt hat, ohne ihn zu fragen und dieser Chef sich gerüchteweise auch noch weit weniger auf seiner Pontifikalen  herumtanzen lässt als Tebartz-van Elst. So fordert er also nochmal nachdrücklich gen ultra montes, er wolle den Bischof mitwählen. Und stellt auch gleich noch ne Liste auf, wie denn der neue Hirte sein soll. Es fehlte nur noch, dass er ergänzt, der neue Bischof solle sich bitte nicht in Frankfurt einmischen.

Abschließend singt er dann noch einmal ein Lob der Kritik, wonach das Bistum Limburg vor allem Leute braucht, die rumnörgeln können. Diese Meinung ist nebenbei sehr verbreitet, auch andere kirchliche Mitarbeiter halten es für eine Primärtugend kirchlichen Dienstes, alles besser zu wissen. Es ist sicherlich förderlich, von "kritischen, begabten und tüchtigen Leuten" umgeben zu sein. Aber noch bewirkt das eine nicht das andere. Offenbar scheint sich Johannes zu Eltz allerdings aktuell auf seine Fähigkeit zu kritisieren mehr einzubilden als auf seine durchaus auch vorhandenen Begabungen.

Und damit sind wir bei der Ausgangsfrage angekommen. Ist der Stadtdekan schon langsam dumm oder nur stur. Ich plädiere für letzteres. Er ist stur, weil er hofft, sich an die Spitze einer Bewegung im Bistum zu setzen und damit weiterhin oben mitspielen zu können, auch wenn er irgendwann abgesägt wird. Denn es wird immer mehr klarer, wer so redet, der sieht in den regulären kirchlichen Strukturen von Kapitel und Bischof keine Aufstiegsmöglichkeiten mehr.

Den Artikel kann man hier nachlesen.
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