Montag, 30. Juni 2014

Die Kämpfe des geistlichen Lebens sind bitter

51) Unser Herr und Lehrmeister dieses (unseres) heiligen Lebenswandels Jesus Christus wurde bei seinem Leiden von denen, die den teuflischen Anordnungen dienstbar waren, mit Essig getränkt. Er wollte uns dadurch, so scheint es mir, ein leuchtendes Beispiel dafür hinterlassen, wie die heiligen Kämpfe aussehen sollen. Die Kämpfer wider die Sünde dürfen sich nämlich nicht, so sagt er uns (damit), der wohlschmeckenden Speisen oder Getränke bedienen, sondern sie sollen vielmehr die Bitternis der Schlacht mit Ausdauer ertragen.

Es komme aber zum Schwamm des Spottes auch der Ysopzweig hinzu, damit die Form unserer Reinigung dem Vorbild vollkommen gleiche. Denn das Bittere ist den Kämpfen eigen, doch die reinigende Wirkung ganz sicher der Vollendung.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Bd 1.

Sonntag, 29. Juni 2014

Tebartz-Kritiker wirft Domkapitel illoyales Verhalten vor


Nachdem ich aus nunmehr wieder aus meinen Exerzitien zurück bin, habe ich mal geschaut, was so in Limburg alles passiert ist.

Unter anderem hat der Limburger Tourismusverband die Vermutung geäußert, dass durch die Berichterstattung um Tebartz-van Elst die Besucherzahlen in Limburg erheblich angestiegen sind. Dazu sollen besonders die umfangreichen Altstadszenen der Medien beigetragen haben. Allerdings liegen noch keine Zahlen vor.

Zur Causa Limburg hat sich nunmehr ein weiterer Tebartz-Kritiker zu Wort gemeldet. Pfarrer Albert Dexelmann gehörte zu den frühesten Kritikern des Limburger Bischofs. Doch diesmal geht es ihm nicht um Tebartz-van Elst, sondern um das Domkapitel. Mit einem offenen Brief reagiert Dexelmann auf die Erklärung der Domkapitulare, die er als ungenügend empfindet. Denn das Domkapitel hat seiner Meinung nach nicht genügend erklärt, warum es damals überhaupt den Bau des neuen Bischofshauses initiiert und damit den zukünftigen Bischof an das Bauvorhaben gebunden hat, anstatt das alte Bischofshaus für die Nutzung vorzuhalten. Auch kritisiert Dexelmann den konspirativen Charakter, mit dem das Domkapitel die eigenen Handlungen in den nächsten Jahren totgeschwiegen hat.

NNP-Artikel hier.

Bischofsweihe durch Pius XII.

Zum Fest Peter und Paul zwei Bilder einer Bischofsweihe durch Papst Pius XII.

Foto: Caeremoniale Romanum

Foto: Caeremoniale Romanum

Samstag, 28. Juni 2014

Samstäglicher Newsticker

Limburg: Das Limburger Domkapitel hat schwere Fehler in der Causa Tebartz-van Elst eingestanden. Man sei schon durch die Wahl von Tebartz-van Elst, die nicht nach den Regeln von Wir-sind-Kirche-und-ihr-nicht stattgefunden habe, in die Problematik mit hineingezogen worden. Zudem habe man es versäumt, den Bischof schneller zu stürzen und habe zu lange an Loyalitäten festgehalten. Auch habe es schwerwiegende Kommunikationsprobleme gegeben, sei doch die Distanzierung zum Limburger Altbischof nicht klar und schnell genug von allen erfolgt.

Köln: Der Kölner Anzeiger für Kirchenreform hat die Liste der Wunschkandidaten des Kölner Domkapitels veröffentlicht. Zeitgleich rief er seine Leser dazu auf, die Bischofskongregation schriftlich in einem Briefsturm aufzufordern, die Liste des Kölner Domkapitels zu berücksichtigen und wenigstens zwei Kandidaten aus Köln auf die Terna zu setzen. Kardinal Meisner wiederum warf der Anzeiger vor, Papst Franziskus über den emeritierten Papst Benedikt XVI. eine eigene Dreierliste vorgelegt zu haben.

Rom: Die Reformgruppe "Polygame Kirche" hat sich entschieden gegen die Tendenzen im Umfeld der Bischofssynode geäußert, die die bisherige kirchliche Lehre zu Familie und Sexualität weiterhin für grundlegend halten. Beziehung und Sexualität müssten dagegen ganz im "Geist des Konzils" modern und allumfassend gedeutet werden. Das heterosexuelle Kleinfamilienmonopol in der kirchlichen Lehre müsse zugunsten von multisexuellen, multireligiösen und polygamen Beziehungsformen aufgelöst werden. Das entspräche auch dem Willen Jesu. Als Beleg dafür gab die Gruppe auf Nachfrage an, Jesus habe ja auch in einer polygamen Beziehung mit Maria Magdalena und dem Jünger Johannes gelebt.

Mittwoch, 18. Juni 2014

Der "Gott sei bei uns" kommt. Bischof Tebartz-van Elst zieht nach Regensburg

Eigentlich klang alles so schön. Bischof Tebartz-van Elst zieht nach Regensburg, kommt endlich raus aus seiner Residenz, die längst etwas von einem Gefängnis hat, und zieht ins schöne Bayern, wo es tolle Barockkirchen gibt und wo Regensburg als Tummelplatz von eher konservativen Geistern gilt. Das ist unter den obwaltenden Umständen sicher die beste Zwischenlösung.

Aber natürlich nur für den Protzbischof.
Die progressiven Katholiken bekommen unterdessen Schnappatmung und suchen schonmal die Kirchenaustrittsformulare zusammen für den Fall, dass Bischof Tebartz-van Elst auch nur einen Fuss in den Dom setzt. Und geifern auf die Steilvorlage der Süddeutschen, es sei doch barmherzig, wenn der Limburger Altbischof einen Platz zum Leben habe, zurück, die Kirche sei nicht mit Missbrauchsopfern barmherzig, also dürfe sie es auch nicht mit TvE. Basta! Ende! Und überhaupt sei es ein Zeichen der klerikalen Diktatur im Bistum Regensburg, dass sich der Bischof Franz-Peter während seiner Auszeit frei im Bistum bewegen konnte, ohne von Progressiven mit Tomaten beworfen zu werden.

Ihr denkt, ich übertreibe?
Dann lest das Interview der Süddeutschen mit Sigrid Grabmeier von "Wir sind Kirche"  hier.

Diadochus' Warnung vor der übermäßigen Verfeinerung

50) Jene, die die schwellenden Glieder des Leibes in Zucht halten wollen, dürfen nicht nach all den zubereiteten Getränken trachten, die bei jenen, die sich auf diese Kunst verstehen, bekanntlich als "Vortrunk" bezeichnet werden — wie es scheint, deshalb, weil sie die Menge der Speisen in den Leib befördern. Nicht nur ihre Beschaffenheit wirkt sich nämlich für den kämpfenden Leib schädlich aus, sondern auch ihre widersinnige Mischung an sich verletzt das gottesfürchtige Gewissen sehr. Denn was fehlt wohl der Natur des Weines, daß man durch die Beimischung verschiedener Gewürze seine Kraft erweichen muß?

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Bd 1.

Dienstag, 17. Juni 2014

Zwischen Hybris und Häresie: Helmut Schüller erklärt, was der Papst zum Frauenpriesterum sagen muss

In seinem neuesten Interview dekliniert Pfarrer Helmut Schüller, Chef der ungehorsamen Priester, mal durch, was der Papst zum Thema Frauenordination wie sagen soll:
Eine geschlossene Tür ist ja nicht zugemauert, die kann man wieder öffnen. Es wäre etwas anderes, wenn er gesagt hätte, es gibt gar keine Tür
Heisst, der Papst hat folgende Möglichkeiten sich zu äußern:
1. Die Tür ist verschlossen - es gibt also eine Tür, die kann man aufmachen.
2. Die Tür ist zugemauert - dauert es eben länger, sie aufzumachen.
3. Es gibt keine Tür - nehmen wir halt den Rammbock.
Wir wollen da bewusst innerhalb der Kirche bleiben und gehen deshalb davon aus, dass die Weihe von Priestern durch Bischöfe erfolgt. Selbst als Pfarrer so zu handeln, wäre erst der übernächste Schritt.
Der Rammbock heisst also, die Herren Priester weihen ihre Priesterinnen eben selber, wenn es kein Bischof macht. Auf den Käse sind nicht mal die Donau-Priesterinnen verfallen.

Hoffentlich hat man dem Papst gesagt, wie er was sagen muss, damit die Leute auch wissen, was er eigentlich gemeint hat. Und hoffentlich sagt man ihm auch, dass Priester jetzt gültig Priesterinnen weihen dürfen. Oder wird ihm die böse römische Kamarilla das wieder vorenthalten?

Diadochus von Photike: Wir müssen uns also des rechten Maßes bedienen

49) Schwimmt unser Geist in der Flut des übermäßigen Trinkens, dann blickt er nicht nur voller Leidenschaft auf die Bilder, die von den Dämonen im Schlaf gebildet werden, sondern er formt auch in sich selbst so manch stattliche Gesichte und verkehrt auf diese Weise glühend mit seinen eigenen Vorstellungen gewissermaßen wie mit Geliebten. Denn wenn die Organe des Beischlafs durch die Wallung des Weines erglühen, so ist der Geist notwendigerweise gezwungen, sich einen angenehmen Schatten der Leidenschaft vor Augen zu stellen.

Wir müssen uns also des rechten Maßes bedienen und so den Schaden fliehen, der aus dem Übermaß erwächst. Hat nämlich der Geist keine Berührung mit der Lust, die ihn dazu hinabzieht, sich die Sünde vorzumalen, dann bleibt er ganz ohne Vorstellungen und wird in seiner Überlegenheit nicht verweichlicht.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Bd 1.

Montag, 16. Juni 2014

Santa Pudenziana

Wer von Santa Maria Maggiore die Via Agostino Depretis gen Quadro Fontane hoch geht, der kann einen kurzen Abstecher in die Via Urbane nach links machen und dort Santa Pudenziana besuchen. Ihr Alter sieht man der Kirche schon von Weitem an, da sie selbst für römische Verhältnisse sehr tief unter dem heutigen Bodenniveau liegt. So muss man erst in einen kleinen Vorhof hinabsteigen, was den angenehmen Effekt hat, auf diese Weise wirklich den Bereich der römischen Straßen zu verlassen und in eine Welt einzutauchen, in der die Fassader der Kirche und die Mauer ihres Atriums noch einen eigenen Kosmos bedeuten.

Die Kirche selber stammt in ihrem Kern aus dem 4. Jahrhundert. Die darunter liegenden Hausruinen werden jedoch von einigen Wissenschaftlern für die Überreste eines christlichen Versammlungshauses aus dem 2. Jahrhundert gehalten. Die Kirche wurde 1894 von Papst Leo XIII. zur Basilica Minor erhoben und ist seit lnagem Titelkirche. Sie sei den Kölnern unter meinen Lesern besonders empfohlen, da Titelinhaber aktuell der Kölner Alterzbischof Joachim Meisner ist. Berühmt ist Santa Pudenziana zudem für sein Mosaik, das mit einem Christus des Syrischen Stils in Rom eine Seltenheit ist und zu den bedeutendsten Werken spätantiker Mosaikkunst gehört.

Titelgeberin der Kirche ist die Hl. Pudentiana, die kleine Sittsame, die zur Gruppe der frühen Christen um Petrus gehört haben soll und während einer frühen Verfolgung, vermutlich unter Nero, das Martyrium erlitten haben. Näheres ist aber über sie nicht bekannt.

Weitere Informationen über die Kirche auf der Seite der Gemeinde auf Italienisch hier
und auf Englisch hier.



Sonntag, 15. Juni 2014

Samstag, 14. Juni 2014

Samstäglicher Newsticker

Freiburg: Die Bewegung "Wir sind Kirche und ihr nicht" protestierte gegen die Wahl des neuen Erzbischofs von Freiburg. Durch die Nichtbeachtung der Freiburger Vorschläge werde die Partizipation der Ortskirche vollkommen ausgeschaltet. Daher forderte die Bewegung die Neuwahl des Bischofs, wobei dieses mal auch das Volk in Gestalt der Bewegung "Wir sind Kirche und ihr nicht" gehört und beteiligt werden müssten.

Limburg: Der Hofburger Kreis progressiver Priester im Bistum Limburg wendet sich gegen den Umzug des Bischofs nach Regensburg. Tebartz-van Elst würde weiterhin das Armutsideal des neuen Papstes verraten, indem er in eine Regensburger Luxuswohnung ziehe. Es sei nötig, dass Tebartz-van Elst in einen südamerikanischen Slum ziehe, wo er endlich mal lerne, wie Kirche wirklich sein sollte. Denn jeder Priester, der regelmäßig in südamerikanischen Armutsgebieten gewesen sei, komme geläutert und progressiv wieder heraus.

Brüssel: Die EU-Kommission für Gleichbehandlung, Antidiskriminierung und Verbesserung zurückgebliebener Völker hat die Berichterstattung über den Vormarsch der Terror-Gruppe ISIS scharf kritisiert. Durch die intensive Behandlung der Verbrechen islamistischer Gruppen entstehe in Europa der Eindruck, islamische und islamistische Gruppen seien gewalttätiger als christliche. Aus diesem Grunde wies die Kommission die europäischen Fernsehanstalten an, jede Berichtsminute islamistischen Terrors mit 1,5 Berichtsminuten christlichen Terrors zu ergänzen. Sollte sich kein gleichwertiger Terror auf christlicher Seite finden lassen, sollte man über Proteste gegen Moscheebauten berichten und diese als "von ähnlicher Qualität" bezeichnen.

Freitag, 13. Juni 2014

Franziskus: Pius XII. galt früher als Verteidiger der Juden

In seinem neuesten Interview hat sich Papst Franziskus auch über Papst Pius XII. geäußert:
„Was mir bei diesem Thema Sorgen macht, ist die Figur von Pius XII.: Dem armen Pius XII. haben sie wirklich alles Mögliche vorgeworfen. Aber man muss daran erinnern, dass er früher einmal als der große Verteidiger der Juden gegolten hat, er versteckte viele in den Klöstern Roms und anderer italienischer Städte, und auch in der Sommerresidenz Castel Gandolfo. Dort, im Zimmer des Papstes, in seinem eigenen Bett, wurden 42 Babys geboren, Kinder von Juden oder anderen Verfolgten, die sich dorthin geflüchtet hatten. Ich will damit nicht sagen, dass Pius XII. keine Irrtümer begangen hätte – ich selbst begehe auch viele –, aber man muss seine Rolle im Kontext der Epoche lesen. War es zum Beispiel besser, dass er schwieg oder dass er nicht schwieg, damit nicht noch mehr Juden getötet würden? Manchmal ärgert es mich auch ein bisschen, wenn ich sehe, wie alle gegen die Kirche und Pius XII. sprechen und dabei die Großmächte ganz vergessen. Wissen Sie, dass die Großmächte ganz genau das Eisenbahnnetz der Nazis kannten, auf dem die Juden in die KZs gebracht wurden? Sie hatten Fotos davon! Aber sie warfen keine Bomben auf diese Schienen. Warum? Darüber sollten wir auch mal sprechen!“
Radio Vatikan hier.

Kirchenquiz

Was ist das für eine Kirche?


Auflösung am Sonntag

Donnerstag, 12. Juni 2014

Sechs neue Priester für Limburg

Am Pfingstsonntag hat der Apostolische Administrator für das Bistum Limburg, Weihbischof Manfred Grothe, drei Männer zu Priestern geweiht. Am 15. Juni sollen drei weitere Priester geweiht werden. Allerdings nicht in Limburg. Da es sich um polnische Mitbrüder handelt, werden sie in ihren Heimatdiözesen in Polen geweiht, kommen im Anschluss aber wieder zurück, um im Bistum Limburg ihren Dienst anzutreten.

Bistums-Seite Bericht hier.
NNP Artikel hier.

Mittwoch, 11. Juni 2014

Wer braucht Christen, wenn er Freunde hat? Zum Auszug von Bischof Tebartz-van Elst


Die Familie von Franz-Peter Tebartz-van Elst hat diese Woche bekannt gegeben, das der Limburger Altbischof im September seine Wohnung in Limburg verlassen und eine neue im Bistum Regensburg beziehen wird. Damit ist die Causa TvE noch lange nicht beendet, aber ein wichtiger Schritt zu ihrer Lösung ist vollzogen. Wie und mit welcher Begleitmusik der Umzug abläuft, ist daher bezeichnend.

Nächstenliebe? Nein Danke!

Denn wer sich dieser Tage in Limburg und besonders im vor Kurzem der Öffentlichkeit zugänglich gemachten Bischofsgarten umhört, der hat nicht das Gefühl, hier walte tiefe christliche Nächstenliebe. Glücklichere Aussagen sind es schon, wenn nur bedauert wird, dass es so lange gedauert hat, bis man den Bischof endlich los ist. Oft schäumt noch immer der Volkszorn über den schrecklichen Protzbischof, der endlich weg müsste, am besten verarmt und staatsanwaltsverfolgt. Diesen Kommentaren setzte heute Daniel Deckers die journalistische Krone auf, indem er fabulierte, Tebartz-van Elst könne seine Wohnung ja noch bis September "genießen". Als ob es ein Genuss wäre, auf dem Domberg praktisch eingesperrt zu sein und, wie Pfarrer Rösch meinte, nicht mal Brötchen holen zu können, ohne aufzufallen. Der frapierende Mangel an christlicher Nächstenliebe, auch bei bekennenden Mitgliedern der Kirche, wurde in dieser Causa überdeutlich.

Unterstützer sind Familie und Freunde

Betrachten wir hingegen die Unterstützer und Helfer des Limburger Bischofs. Gerade im Schreiben der Familie treten sie uns wieder sehr deutlich gegenüber. Es sind zuerst die eigenen Verwandten, die Bischof Franz-Peter in dieser schweren Zeit beistehen, die sich für ihn einsetzen und bei denen er Zuflucht findet. Gerüchteweise hat der Bischof mit seinem Bruder das Osterfest verbracht, was man ihm nur wünschen kann. Daneben tritt Bischof Voderholzer ins Licht, der dem Altbischof sein Bistum angeboten hat, um hier einstweilen zu bleiben. Voderholzer wiederum gehört zum Kreis um Kardinal Müller, der wiederum stark mit Tebartz-van Elst sympathisiert und ihn noch lange verteidigt hat. Entsprechend ist die Einladung nach Regensburg kein Zufall, hier wirken noch alte Verbindungen und Sympathien. Das ist ja auch nicht schlimm, sondern es ist der natürliche Lauf der Dinge, dass wir von Menschen, die uns nahestehen, eher unterstützt werden, also von solchen, die uns eher fern stehen. Aber ist das eine christliche Haltung?

Kein geistliches Profil in der Causa Limburg

Die cartias proximi, die Nächstenliebe, nicht nur für die eigenen Leute, sondern für alle Menschen, ist eine der wichtigsten Eigenschaften des Christentums und zugleich auch jene, die uns von den anderen Religionen unterscheidet. Denn die Beistandsaufforderung Jesu gilt im Grundsatzfür allen Menschen, gleich welcher Religion, besonders aber den Verzweifelten, den Schwachen und den Verfolgten. Man denke nur daran, dass der ehemalige Staatsratsvorsitzende Erich Honecker und seine Frau nach Verlust von Amt und Würden bei einem evangelischen Pastor unterkamen, der damit ein beeindruckendes Zeichen der Nächstenliebe gegeben hat. Die Attacken, die gegen Bischof Tebartz-van Elst auch durch bekennende Christen geritten wurden und die Gleichgültigkeit, mit der auch seine Mitbrüder im bischöflichen, priesterlichen und diakonalen Dienst darauf reagierten, zeigen hingegen einen frappierenden Mangel an geistlichem Profil bei der Bewältigung dieser Krise. Es sind die Verbindung der Welt, Familie, Freundschaften und Fraktionszugehörigkeit, die Bischof Franz-Peter jetzt glücklicherweise durch diese Lebenskrise helfen. Eine Empfehlung für die deutsche Kirche ist das nicht.

Tebartz-van Elst kann noch etwas in seinem Palast chillen

Eine schöne Formulierung von D. Deckers:
"Den Sommer kann der zurückgetretene Bischof Tebartz-van Elst noch in seiner komfortablen Dienstwohnung in Limburg genießen"
Soviel journalistisches Einfühlungsvermögen hätte ich auch gerne.


FAZ Artikel hier.

Bischof Tebartz-van Elst zieht nach Regensburg

Der Katholikentag in Regensburg hatte das Leitmotiv Brückenbauen. Jetzt werden aus Regensburg tatsächlich Brücken gebaut und zwar nach Limburg. Schon nach dem Amtsverzicht von Bischof Tebartz-van Elst hatte ihm Bischof Voderholzer angeboten, im Bistum Regensburg unterzukommen, bis er eine neue Aufgabe bekommen hat. Dieses Angebot hat der Limburger Altbischof jetzt angenommen und wird im September nach Bayern übersiedeln. Dort haben er und seine Familie eine Wohnung angemietet, wo er weiterhin von seinen Verwandten in dieser schweren Zeit unterstützt werden und warten kann, bis Rom eine neue Aufgabe für ihn gefunden hat. Wohl dem, der eine solche Familie und einen solchen Mitbruder hat.

Domradio Artikel hier.

Dienstag, 10. Juni 2014

Maß halten!

48) Wird die Erde angemessen bewässert, läßt sie den Samen, der auf sie gestreut wird, rein und mit schnellstem Wachstum sprießen. Wird sie aber trunken von vielen Regengüssen, trägt sie nur Dornen und Disteln. Genauso läßt auch die Erde des Herzens, wenn wir den Wein mit Maß genießen, ihren natürlichen Samen rein emporwachsen und bringt das, was vom Heiligen Geist auf sie gesät wird, äußerst üppig und an Früchten reich hervor. Wird sie aber durch übermäßiges Trinken durchnäßt, trägt sie all ihre Gedanken wirklich als Dornen und Disteln.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Band 1.

Montag, 9. Juni 2014

Fasten erzieht, Glauben führt zur Vollendung

47) Das Fasten besitzt zwar in sich selbst Ruhm, nicht aber für Gott. Denn es ist ein Werkzeug, das jene, die es wollen, gewissermaßen zur Besonnenheit erzieht.
Es dürfen sich also die Kämpfer der Frömmigkeit nichts darauf einbilden; vielmehr sollen sie allein im Glauben an Gott die Vollendung unseres Ziels erwarten. Denn auch jene, die sich auf ein beliebiges Handwerk verstehen, rühmen sich niemals aufgrund ihrer Werkzeuge, die Vollendung in ihrem Beruf erlangt zu haben. Sondern jeder von ihnen wartet auf das Aussehen seines begonnenen Werkes, um daran die Vollkommenheit seiner Kunstfertigkeit darzustellen.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Band 1.

Freitag, 6. Juni 2014

Wird Tebartz-van Elst auf Schadensersatz verklagt?

Bischof Tebartz-van Elst kommt immer gut an - zumindest wenn man was für ne Schlagzeile braucht. Das wissen Medien und medienaffine Herren gleichermaßen. Und so bläst Thomas Schüller mal wieder ins Anti-Tebartz-Horn und vermutet, man bereite in Rom einen Prozess gegen den Bischof vor, um Schadensersatz zu fordern. Davon weiss das Bistum offiziell nix. Macht aber nichts, Schüller irrt sich ja bekanntlich niemals ... außer, wenn er mit Spekulationen über Tebartz-van Elst mal wieder über die Strenge schlägt. Es bleibt abzuwarten, ob es diemal der Fall war.

Allgemeine Zeitung hier.

Unterdessen bereitet man sich in Weilburg auf das Kreuzfest vor, dass dort in diesem Jahr stattfindet. Traditionell feiert das Bistum Limburg im September das Kreuzfest, das um die Limburger Kreuzreliquie angelegt ist. Neben Feierlichkeiten und Tagungen in Limburg wird der Abschluss des einwöchigen Festes jedes Jahr in einem anderen Ort des Bistums begangen. Dieses mal also in Weilburg. Dort hat man sich schonmal ordentlich Mühe gegeben und ein extra Kreuz anfertigen lassen. Die Interpretation desselben vom zuständigen Dekan: „Jesus Christus ist für die ganze Menschheit in all ihrer Buntheit gestorben.“ Wenngleich ich das Wort "Buntheit" in Verbindnung mit Menschheit mittlerweile schaurig finde - es klingt so nach gender-mainstream-Sprech - stimmt es diesmal, denn das Kreuz ist durch farbiges Glas bunt. Weitere Infos und Interpretationen im Artikel.

NNP hier.

Diadochos: Verzichte auf das Fasten, bevor du es zur Schau stellst

46) Wenn sich die eitle Ehrsucht gar leidenschaftlich wider uns regt und die Anwesenheit so mancher Brüder oder irgendeinen Gast als Vorwand der ihr eigenen Schlechtigkeit ausfindig macht, dann ist es gut, der gewohnten Kost eine angemessene Ruhepause zu gestatten. Denn dann werden wir den Dämon unverrichteter Dinge und sogar voller Trauer über sein Unternehmen von uns weisen; wir werden das Gebot erfüllen, wie es der Liebe gebührt, und das Geheimnis unsere Enthaltsamkeit wahren, ohne es zur Schau zu stellen, da wir zum anderen hinabsteigen.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Band 1.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Diözesanmuseum Limburg bietet Einblicke ins Leben der Bischöfe

In zwölf Führungen widmet sich das Diözesanmuseum auf dem Domberg den zwölf Limburger Bischöfen. Dabei sollen die Bischöfe in ihrer Zeit anhand der vorhandenen Exponate dargestellt werden. Die Führungen finden jeden Dienstag um 12:12 Uhr statt und dauern etwa eine halbe Stunde.

Focus-Artikel hier.

Geistliche Askese ist was für Fitte

45) Wie der Leib, wenn er von der Fülle der Speisen beschwert wird, den Geist gewissermaßen feig und schwerfällig macht, so macht er auch den beschauenden Teil der Seele am Ende finster und wortkarg, wenn er durch viel Enthaltsamkeit kraftlos ist.
Man muß also für die Bewegungen des Leibes auch die Nahrung bereitstellen. So kann er, wenn er gesund ist, geziemend in Zucht genommen, wenn er aber schwach ist, maßvoll verwöhnt werden. Nicht darf nämlich der Kämpfer leiblich schwach sein, sondern er muß, soweit nötig, dem Kampf gewachsen sein, damit selbst durch die Mühen des Leibes auch die Seele geziemend gereinigt werde.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Band 1.

Mittwoch, 4. Juni 2014

Diadochos: Das Gute wegen dem Besseren lassen

44) Daß man von allem, was einem vorgesetzt und eingeschenkt wird, unter Danksagung Gott gegenüber ißt und trinkt, widerspricht in keiner Weise dem Gesetz der Erkenntnis. Denn alles ist sehr gut. Wenn man sich aber der meisten angenehmen Speisen mit Freuden enthält, so ermöglicht dies sowohl größere Unterscheidung als auch Erkenntnis. Wir werden aber die vorhandenen Annehmlichkeiten wohl nicht gerne geringachten, wenn wir nicht die Süßigkeit Gottes in jeglicher Empfindung und Fülle kosten.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Band 1.

Dienstag, 3. Juni 2014

Diadochos: Das Gute, das man meiden und die Begierde, die man hassen soll

43) Gewiß müssen die Kämpfer alle vernunftwidrigen Begierden so sehr hassen, daß ihnen der Haß wider sie zur inneren Haltung wird. Doch sollen sie die Enthaltsamkeit bezüglich der Speisen derart befolgen, daß nie jemand zum Abscheu gegenüber einer dieser Speisen gelangt. Dies nämlich ist zu verwünschen und ganz dämonisch.
Wir enthalten uns ja nicht von diesen Dingen, da sie etwa schlecht wären; das sei ferne! Vielmehr wollen wir, indem wir uns die meisten Nahrungsmittel versagen, die leidenschaftlich erregten Glieder des Fleisches gebührend in Zucht halten. Und schließlich soll unser Überfluß den Armen zum ausreichenden Lebensunterhalt werden, was ein Kennzeichen einer lauteren Liebe ist.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Band 1.

Montag, 2. Juni 2014

Limburger Diözesanversammlung fordert mehr Solidarität mit Flüchtlingen

Man könnte ja meinen, die Diözesanversammlung in Limburg betreibt aktuell vor allem Selbstfindungs- und Tebartzanhängerabfinungskurse. Aber daneben produzieren sie auch noch ein paar andere Sachen. Passend zum Limburger Stand auf dem Katholikentag, an dem es um die Flüchtlingsproblematik ging, fordert die Diözesanversammlung mit Rekurs auf Papst Franziskus eine größere Solidarität mit den Flüchtlingen.

Zum Artikel: Rhein-Zeitung hier.

Diadochos: Enthaltsamkeit ist mehr als Fasten und kein Sex

42) Die Enthaltsamkeit erhält von allen Tugenden insgesamt ihren Namen. Es muß also der Kämpfer in allen Dingen enthaltsam sein. Denn wie das Entfernen eines noch so kleinen Gliedes die ganze Statur des Menschen verunstaltet, mag das Fehlende auch gering sein, so löscht auch der Kämpfer, wenn er selbst eine einzige Tugend vernachlässigt, die ganze Zierde der Enthaltsamkeit aus, ohne es zu wissen.
Man muß sich also nicht nur um die Tugenden des Leibes bemühen, sondern auch um jene, die unseren inneren Menschen zu reinigen vermögen. Denn was hat jemand davon, daß er seinen Leib jungfräulich bewahrt hat, wenn er mit seiner Seele mit dem Dämon der Unzucht buhlt? Oder wie soll der bekränzt werden, welcher sich zwar von Völlerei und jeglicher Begierde des Leibes ferngehalten, doch nicht um seine Anmaßung und Ehrsucht gekümmert hat? Und wenn er zudem nicht die kurze Bedrängnis der Waagschale erträgt, die bei jenen das Licht der Gerechtigkeit aufwiegen soll, welche die Werke der Gerechtigkeit im Geist der Demut vollbracht haben?

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Band 1.

Sonntag, 1. Juni 2014

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