Mittwoch, 30. April 2014

Via Appia Antica

Wenn man von San Sebastiano fuori le mura die Via Appia Antica hinunter geht, entfaltet die 'Königin der Straßen' ihre eigentliche Schönheit. War sie zuvor von den hohen Mauern der nebenstehenden Grundstücke eingepfercht und hatte man immer Angst, von einem Bus den Hintern abgefahren zu bekommen - denn da ist es stellenweise sehr eng - öffnet sich der Blick jetzt ins Weite.
Gegenüber der Kirche erstrecken sich bereits die Ruinen des Maximiansvilla.

Kurz dahinter erhebt sich das Grabmal der Metella aus der Landschaft. Es ist schon von Weitem gut an seinem Turm zu erkennen, da es im Mittelalter zur Festung umgebaut wurde. Gegenüber dem Grab liegt eine kleine Basilika, heute ohne Dach, die als Ausstellungsraum für Freilichtkunst verwendet wird.

Mit dem Metella-Grabmal beginnt die Gräberstraße, da an der Via Appia als einer der wichtigsten Ausfallstraßen in der Antike viele Gräber angelegt wurden. Die Katakomben und die antiken Grabmäler geben noch heute beredtes Zeugnis davon ab.

Während die Via Appia über weite Strecken ein zwar etwas altertümlich wirkendes, doch eine gut befahrbares Pflaster hat, kommen an einigen Stellen die alten Steine zum Vorschein. Hier ist von schnellem Fahren dringend abzuraten. Wer sich an einem sonnigen Tag weiter kommen will als bis zum Metella-Grab, der kann an einigen Stellen der Straße ein Fahrrad mieten.
 



Dienstag, 29. April 2014

Gott ist nicht zornig über unsere Sorge

39) Als Beispiel für diese Angelegenheit diene uns ein Knecht, nach dem sein Herr des Nachts nach langer Abwesenheit vor den Mauern des Hauses rief. Doch da er ihn nicht genau erkannte, weigerte sich der Diener rundweg, ihm die Tür zu öffnen. Er fürchtete nämlich, die Ähnlichkeit der Stimme könne ihn hinreißen und zum Verräter der Dinge machen, die ihm von seinem Herrn anvertraut worden waren. Als es Tag wurde, war sein Herr nicht nur nicht zornig auf ihn, sondern bedachte ihn sogar mit großem Lob, weil er selbst die Stimme seines Herrn für eine Täuschung gehalten hatte, da er nichts von seinem Vermögen zugrunde gehen lassen wollte.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Band 1.

Montag, 28. April 2014

San Sebastiano fuori le mura

Malerisch an der Via Appia liegt San Sebastiano fuori le mura. Mit der Kirche beginnt der schöne Teil der Königin der Straßen, da die Via Appia vorher von Mauern eingerahmt wird. Der Rombesucher, der die Kirche zu Fuss erreichen will, kann am besten an den Caracalla-Thermen gen Süd-Osten die Via di Porta San Sebastiano hinunter, die Via Appia entlang und biegt an der Quo-Vadis-Kirche auf den Gehweg ab. Dort kann bis zur Callixtus-Katakombe und über eine malerische Allee bis San Sebastiano gehen.

San Sebastiano war einst eine der sieben Pilgerkirchen Roms. In dieser Funktion war sie Anlaufstelle zahlreicher Wallfahrten durch die Jahrhunderte. Zu de berühmtesten dieser Pilger gehörte sogar ein Römer. Philipp Neri hat sich der Pflege der Wallfahren zu den sieben Pilgerkirchen besonders gewidmet und besonders in seinen frühen Jahren mehrmals in der Woche alle sieben besucht. Seit dem Jahr 2000 gehört San Sebastiano aber nicht mehr zu den Hauptpilgerkirchen, als der Hl. Papst Johannes Paul II. einer anderen Kirche diesen Status verliehen hat - und es damit praktisch unmöglich macht, die Fuss alle sieben zu erreichen, da die neue Kirche irgendwo in der Pampa liegt.

Wie viele bedeutende Kirchen in Rom außerhalb des Stadtzentrums gehört auch San Sebastiano zu den eher bescheiden ausgestatteten Kirchen. Wer etwas Erholung vom römischen Pomp-Barock braucht, dem werden diese Kirchen sehr lieb. Die Kirche ist in zurückhaltenden Farben mit wenig Gold gehalten. Dadurch fallen die Highlights umso mehr in den Blick. Dazu gehört der Hl. Sebastian links vorne am Eingang. Der Hochaltar ist passend zur Kirche auch eher zurückhaltend und relativ unbewegt, bietet aber eine schöne Farbkombination für den Gesamtstil. Bemerkenswert ist dagegen wieder der Volksaltar, der entweder eine Kopie eines römisch-christlichen Sarkophages oder ein gut restauriertes Original ist.






Donnerstag, 24. April 2014

Päpstliche Prozession

In der Fasten- und Osterzeit entfällt wie üblich der sonntägliche Pius-Post. Weil es aber doch so schön ist, hier mal einen außerplanmäßigen:

Mittwoch, 23. April 2014

San Lorenzo in Lucina

Wer von der 'Schreibmaschine' bzw. der Piazza Venezia den Corso hinaufgeht, die Aurelianssäule passiert, kann einige Sraßen weiter links auf die Piazza di San Lorenzo abbiegen und damit in das Gassengewimmel des nördlischen Marsfeldes eintauchen. Was jedem zu empfehlen ist, denn die Geräuschkulisse an den Hauptstraßen ist für ein angenehmes Urlaubserlebnis und ein Rom-Feeling eher ungeeignet. Der besagte Platz di San Lorenzo ist nach der dort stehenden Kirche benannt. Allerdings rennt man schnell mal an ihr vorbei, da der Bau, eine klassische römische Basilika mit kleinem Atrium, sich zwischen zwei Häuser quetscht.

Für die Limburger Diözesanen ist San Lorenzo ein besonderer Ort. Denn zur Linie der apostolischen Sukzession von Dominikus Willi, Bischof von Limburg, gehört auch Giovanni Carlo Cardinal Boschi (1715-1788), dem als Kardinal San Lorenzo als Titelkirche verliehen wurde. Heutiger Titelinhaber ist Albert Malcolm Kardinal Ranjith Patabendige Don, Erzbischof von Colombo.

Foto M. Röll

Dienstag, 22. April 2014

Porta del Popolo

Eines der letzten Tore Roms ist die Porta del Popolo. Sie gehört, was ihren guten Erhaltungszustand erklärt, auch zu den schönsten und prachtvollsten Toren der ewigen Stadt. Zum Beweis unten eine Aufnahme von außen. Sie war das Eingangstor für die alte Via Flaminia, dem früheren Hauptzubringer von Rombesuchern aus dem Norden. Gerade viele Pilger betraten die Stadt von hieraus. Entsprechend ist sowohl das Tor als auch der Platz dahinter prachtvoll gestaltet. Früher verfügte das Tor auch über zwei flankierende Türme, die jedoch bei einer Restauration im 19. Jahrhundert abgerissen wurden. Umfangreiche Informationen über das Tor und seine Umgebung auf der Maueraußenseite gibt es hier.



Foto: M. Röll

Montag, 21. April 2014

Ostern: Christsein feiern

Bildquelle hier.
Liebe Freunde,

zum Ausklang des Ostermontages und dem Beginn der Osterzeit eine kleine Meditation über das Osterfest:

Ohne Ostern können wir die Kirche dicht machen

Ostern ist ein Feiertag. Und viele von uns waren daher auf einer Feier, zumeist mit mehr oder weniger geliebten Familienmitgliedern. Mancher war auch mit Freunden unterwegs. Es gibt viele Gründe warum man sich zum Feiern trifft. Religiöse Festtage, Geburtstage, Trauungen, Abschlussfeiern, sogar Beerdigungen sind Feiern. Doch warum treffen sich in diesen Tagen so viele zum Feiern? Ja, weil halt Ostern ist. Und? Warum ist das wichtig? Bei Geburtstagen ist es z.B. klar, man feiert, dass jemand geboren wurde. Es geht um eine Person. Bei Abschlussfeiern geht es um die überstandene Zeit und neue Perspektiven, die sich öffnen können. Und bei Trauungen geht es um die gemeinsame Beziehung, die Basis, die zwei Menschen verbindet.

Aber worum geht es an Ostern? Gut, da ist Christus auferstanden. Und Christus war ja eine bedeutende Persönlichkeit der Weltgeschichte, da kann man ein wichtiges Ereignis in seinem Leben schon begehen. Aber bedeutet Ostern nicht mehr für uns? Ich sage ja. Denn ohne Ostern können wir die Kirche dicht machen. Ohne die Auferstehung ist Christsein nicht möglich. Aber durch Ostern wird Christsein wirklich, wirksam und von Ostern aus lässt sich Christsein verstehen. So will ich heute versuchen, drei Aspekte von Christsein anhand von Ostern aufzuzeigen. Und weil Ostern so ein wichtiger Feiertag ist, sollen es nicht irgendwelche Aspekte sein. Sondern die drei geistlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe.

Wegen Ostern können wir Jesus glauben

Beginnen wir mit dem Glauben. Etwas glauben bedeutete zunächst, jemandem glauben. Wenn ich der Meinung bin, jemand ist ein unseriöser Widerling, z.B, ein Investmentbanker, der mir eine windige Anlage verkaufen will, dann glaube ich doch nicht daran, dass das, was er anpreist, auch stimmt. Und jetzt stellen wir uns mal folgendes vor: Wir sind auf einer Feier eines guten Freundes, der uns eingeladen hat, um seinen neuen Job, den er in höchsten Tönen preist, zu begehen. Und dann kommt raus, der hat den Job gar nicht. Der hat nur so getan. Der hat uns angelogen. Was denken wir dann über ihn? Dem glauben wir nicht mehr so schnell. 

Und jetzt stellen wir uns einmal die Situation der Apostel vor, nach der Kreuzigung. Sie haben Jesus geglaubt, dass sich durch ihn etwas ändern würde in Israel. Und dann wird er als Verbrecher ans Kreuz geschlagen. Was er erzählt hat, muss wie eine Lüge erscheinen. Oder zumindest wie ein Irrtum. Thomas gibt uns von dieser ungläubigen Enttäuschung ein Zeugnis. Lüge und Irrtum sind keine Empfehlungen, um einem Anführer zu folgen. Ohne die Auferstehung, ohne die Bestätigung, dass Jesus sogar den Tod überwinden kann und damit sich durch ihn alles ändert, wäre die Jesusbewegung nach Ostern verschwunden. Und ohne die Auferstehung könnten auch wir Jesus nicht glauben. Denn er hat ja von seiner Auferstehung berichtet. Mehrmals. Ohne Ostern wäre das entweder eine Lüge, weil er wusste, dass er das nicht kann. Oder eine Irrtum, schlimmstenfalls Wahnsinn. Beides qualifiziert ihn nicht als große Gestalt der Menschheit und auch nicht als Vorbild. Aber mit der Auferstehung wird Christsein wirklich. Dann können wir, wie Thomas, Jesus Herr und Gott nenne, wie Maria Magdalena Meister. Dann kann Jesus für uns der Meister und der Herr unseres Lebens sein.

Auferstehung bedeutet ungetrübte Osterfreude

Wenn wir auf einer Abschlussfeier sind, dann hat das zwei Perspektiven. Zum einen die Rückschau und die Vorausschau. Es ist gerade bei solchen Feiern ein Phänomen, dass sie neben der Freude, etwas geschafft zu haben, von einer gewissen Melancholie durchzogen sind. Denn man weiss oft nicht, wie es weitergeht. Wer z.B. sein Studium abgeschlossen hat, der muss jetzt einen Job finden, was meist nicht leicht ist. Die Zukunft liegt im Dunkeln. 

Doch nicht an Ostern. Die Osterfreude ist ungetrübt. Denn die Zukunft des Christen liegt nicht um Dunkeln. Denn die Auferstehung Christi ist zwar ein singuläres Ereignis, aber keines für sich allein. Der Hl. Paulus sagt, Christus ist der Erstgeborene der Toten. Er ist derjenige, der die Auferstehung als erster Vollzieht, als erster den Auferstehungsleib erhält. Und er tritt als erster den Weg in den Himmel, zum Vater, an. Christus geht uns, die wir ihm nachfolgen, voraus. Das, was mit Christus geschehen ist, das wird auch an uns geschehen. Es wird der Tag kommen, da auch wir aus den Gräbern auferstehen, einen neuen Leib erhalten und zum Vater kommen werden. Unsere Hoffnung als Christen ist daher nicht irgendeine Hoffnung, die nebulös wäre, das wir irgendwie mal in den Himmel kommen. Es ist eine konkrete, wirkliche Hoffnung, so wie auch Christus ganz konkret und wirklich vor den Apostel stand.

Beziehung mit dem lebenden Jesus

Wenn wir auf einer Beerdigung sind, dann wollen wir noch ein letztes mal dem Menschen, der uns früher nahe war, begegnen und wollen auf diese Weise Abschied nehmen. So wollten es auch einige Frauen aus dem Gefolge Jesu halten, als sie am Vormittag des Sonntags ans Grab kamen, um Jesus zu betrauern und den Körper mit Ölen zu salben. Ihre Beziehung richtete sie demnach scheinbar auf einen Toten. Doch wie überrascht, ängstlich und später glücklich waren sie, dass Jesus lebte. Im Johannesevangelium ist der kurze Dialog zwischen Maria von Magdala und Jesus überliefert: "Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf Hebräisch zu ihm: Rabbuni!" Jesus spricht hier Maria ganz direkt, mir ihrem Namen an. Das ist wesentlich persönlicher, als das bei Jesus Frauen gegenüber üblichere 'Frau'. Und Maria antwortet ihm mit Rabbuni, Meister, indem neben Respekt auch Vertrautheit mitklingt.

So ähnlich ist es auch bei uns. Denn Christsein ist nicht nur die Orientierung an ein paar guten Ratschlägen, die Jesus irgendwann mal gemacht hat. Sondern Christsein ist eine Beziehung haben mit Jesus Christus. Wenn Jesus aber im Grabe geblieben wäre, dann wäre jede christliche Feier wie eine Beerdigung. Man erinnert sich an das Leben eines Menschen, der tot ist. Wenn Jesus aber Auferstanden und in dem Himmel uns vorangegangen ist, dann ist Christentum nicht Beziehung mit einem Toten, sondern einem Lebenden. Dann können wir mit Jesus in eine aktive Beziehung treten, können fragen und antworten. Dann ist Jesus nicht fern, nicht nur eine Erinnerung. Sondern dann sitzt er Mitten unter uns, egal ob in der Kirche, in der Familie oder unter Freunden, solange man sich in seinem Namen versammelt.  

An Ostern feiern wir das Leben als Christen

Zu Beginn sprach ich von den drei geistlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe und von drei Aspekten, die in Feiern ausgedrückt werden können: Basis, Perspektive und Person. Jetzt verbinden sich diese beiden Ebenen. Für unser Christsein ist der Glaube die Basis, die Auferstehung die Perspektive, Christus die Bezugsperson. All das erschließt sich von Ostern. Kommen wir noch einmal auf die Frage zurück, was wir an Ostern feiern? Ein besonderes Ereignis für einen wichtigen Menschen. Die Auferstehung Jesu. Ja, aber wir feiern mehr. Wir feiern, dass Jesus nicht nur für sich, sondern für uns auferstanden ist und uns Christsein ermöglicht hat. An Ostern feiern wir das Leben Jesu Christi und unser Leben als Christen. Wahrhaft ein Grund zu feiern. Halleluja.

Wer es geschafft hat, den ganzen Text zu lesen, ist noch herzlich eingeladen, einen Kommentar zu hinterlassen.

Sonntag, 20. April 2014

San Silvestro in Capite

In Rom findet man immer wieder Überraschungen was Kirchen angeht. Dazu gehört auch San Silvestro in Capite. Die Kirche ist dabei von ihrer eigentlichen Gestalt nichts besonderes. Es handelt sich um eine typische Basilika aus dem Mittelalter, die später barockisiert wurde. Von solchen Kirchen gibt es viele in Rom. Besonders ist vielmehr der Innenhof, von dem man die Kirche betritt. Seine Außenfassade trägt die Gestalt einer typischen Barockfassade, die zu einem Atrium überleitet. Dessen rötliche Wände sind reich mit Spolien verziert. Da die Kirche zur englischen Gemeinde gehört, besitzt sie auch eine schön gestaltete englische Website. Umfangreiche Informationen bietet daneben Churches of Rome Wiki hier.

Foto M.Röll

Foto M. Röll

Christus ist auferstanden!

Christus ist auferstanden!


Er ist wahrhaft auferstanden!

Donnerstag, 17. April 2014

Fast wie ne Kirche

Manche Gebäude kommen einem schon seltsam vor, obwohl sie eigentlich ganz schön aussehen. So wie diese 'Kirche' in Rom. Da dachte ich mir: Oh, bisschen Zuckerbäckerstil. Erst als ich dann bis zum Eingangsschild vorgedrungen war, stellte sich heraus, die Kirche gehört zu irgendeiner spinnerten Sekte. Wäre ja auch etwas seltsam gewesen, eine neue katholische Kirche an der Piazza Cavour.

Foto M. Röll

Mittwoch, 16. April 2014

Katholizismus bestimmt Wahrnehmung über Christentum

Die katholische Kirche ist nicht nur die größte christliche Gemeinschaft, sie ist auch diejenige, über die am meisten berichtet wird. Nach einer Analyse des Schweizer Forschungsinstituts Media Tenor galten 90% aller Medienbeiträge über das Christentum der katholischen Kirche, darunter allein 1/3 Papst Franziskus. Der Papst wird dabei fast rundweg positiv dargestellt. Allerdings ist die Darstellung der Kirche von Land zu Land unterschiedlich. In Deutschland wird sie oft kritisch gesehen.




Quelle: Radio Vatikan hier.

Mal ein Obelisk

Einer der bekanntesten Obelisken der Welt ist derjenige, der seit geraumer Zeit auf dem Petersplatz steht. Seit geraumer Zeit meint, seit 1586, als Papst Sixtus V. ihn dort vom alten Circus Neros hin überführen ließ. Diesem Papst verdanken wir nebenbei auch den Apostolischen Palast und sein Gegenstück im Lateran. Auch wurden Obelisken an weiteren strategischen Orten aufgestellt, wie beim Lateran und vor St. Maria Maggiore. Am bekanntesten ist aber doch dieser Obelisk, der nach einer Erzählung in der Kugel an der Spitze das Herz Cäsars tragen soll.

Foto M. Röll

Sonntag, 13. April 2014

Römisches Beichtbild

Beichten tun wir ja eigentlich nicht dem Priester, sondern Christus selber, der uns auch unsere Sünden vergibt. Aus diesem Grunde hängen in vielen Beichtstühlen Kreuze oder Kruzifixe, wenngleich ich das Gefühl habe, die werden immer weniger sichtbar aufgehängt. In Rom ist das noch etwas anders. Da gibt es zumeist in den Kirchen diese alten Beichtstühle, wo der Priester in einer Box sitzt und Links und Rechts ne Kniebank mit einem kleinen Sichtschutz ist. Und über jedem Gitter ist ein Bildchen angebracht, dass den Herrn am Kreuz darstellt. Soweit ich das sehen konnte, ist das fast bei jedem Beichtstuhl das gleiche. Hier mal eines aus einem alten Beichtstuhl aus einer alten Kirche an der Piazza del Populo:

Foto: M. Röll

Samstag, 12. April 2014

Zurück und wieder da

Nachdem ich die letzte Woche größtenteils in Rom war und mich hier in Deutschland wieder etwas akklimatisiert habe, ersteht dieser Blog jetzt auch wieder aus seinem Aprilschlaf auf. Ich fange mal mit einem Bild ein, dass von meinem Frühstücksraum in Rom aufgenommen wurde:

Foto: M. Röll
Das habe ich jetzt auch mal als Blog-Header eingesetzt. Kommentare sind Willkommen.

Freitag, 4. April 2014

Blogpause

Für die nächsten fünf Tage wird hier das Bloggen eingestellt, da ich nach Rom fliege, um dort Kirchenbilder für das Kirchenquiz zu machen. Und wenn ich dann noch Zeit finde, seh ich mir auch noch den Rest der Stadt an.

Der Fall des Bischofs Tebartz-van Elst

WikiCommons
Am Mittwoch der letzten Woche kam für viele in Limburg die erlösende Nachricht: Der Papst hat den Rücktritt von Bischof Tebartz-van Elst angenommen. Der Limburger Bischof war da schon eine fast mythische Gestalt, irgendwo zwischen finsterem Protzfürsten und asketischem Märtyrer angesiedelt. Doch betrachtet man die Geschehnisse und Hintergründe, dann klären sich viele Verwicklungen und auch für die Zukunft wird einiges klarer.

Der Fall des Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst hat innerhalb wie außerhalb des Bistums besondere Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Fall in zweierlei Weise: Zum einen weil es der Fall eines Bischofs vom jungen Hoffnungsträger zum größten Buhmann der Nation ist, zum anderen weil dieser Problemfall verschiedene, sehr komplizierte Aspekte hat. Diese bleiben allerdings oft wenig beleuchtet, weil die einen den Bischof für die Quelle alles Bösen im Bistum halten, die anderen für das unschuldige Opfer einer bösartigen Verschwörung. In diesem Post möchte ich ein wenig die verschiedenen Probleme in der Causa Limburg behandeln. Mit Bischof Franz-Peter meine ich, der Fall hat drei Aspekte: Das Bistum, der Bischof und die Medien:

Limburg ist keine einfach Diözese

Mit dem Bistum Limburg hat Tebartz-van Elst keine einfache Diözese übernommen. Limburg galt bei der Ernennung des Bischofs in einigen Bereichen als vorbildhaft, es gab aber auch zahlreiche Baustellen. Mit der Synodalordnung, wie sie unter Bischof Kempf eingeführt wurde, hat das Bistum konsequenter als viele andere auf eine starke Beteiligung der Laien gesetzt. Damit gelang eine gute Einbindung des Kirchenvolkes auf allen Ebenen der Diözese bei einer Letztentscheidungskompetenz des Bischofs. Das gerade besagte Entscheidungskompetenz der Bischöfe mitunter so gehandhabt wurde, dass manche in den Gremien meinten, sie könnten gültig entscheiden statt nur beraten, wurde hingegen unter Tebartz-van Elst zu einem Problem.

Kamphaus konnte viele Problem noch überstrahlen

Hinzu kam, dass es verschiedene Gremien gibt, die für sich in Anspruch nehmen, den Bischof abschließend zu beraten. Daneben gab es gewisse Tendenzen in der Ära Kamphaus, die der Einheit im Bistum geschadet haben. Das bekannteste Problem ist sicherlich die Schwangerenkofliktberatung. Wenngleich eine Mehrheit der Katholiken sich für den Weg des Bischofs aussprachen, hatten auch viele Probleme damit. Zudem hat Bischof Kamphaus am Ende seiner Amtszeit die Disziplin sowohl der Verwaltung als auch der Klerus schleifen lassen. So gab es in seinen letzten Jahren und während der Sedisvakanz eine massive Veruntreuung und einige Indiskretionen. Doch wurden diese Probleme von vielen nicht wahrgenommen, da die unbezweifelbar charismatische und auch bewundernswerte Person des Bischofs solche Schwächen und Probleme überdeckte.

Tebartz-van Elst bringt einen neuen Stil

Als Franz-Peter Tebartz-van Elst kam, waren alle optimistisch. Das Domkapitel hoffte nach eigener Aussage - und das glauben wir mal - das nach einer gewissen Stagnation der letzten Jahre neuer Schwung in die Diözese kommen würde. Der junge Bischof, der ein ausgewiesener Pastoraltheologe mit bereits bischöflicher Erfahrung in Münster war, versprach da eine gute Wahl zu sein. Allerdings begannen bald Probleme aufzutreten.
Bischof Tebartz-van Elst pflegte einen anderen Leitungsstil als Kamphaus. Zwar hörte auch er intensiv zu, doch er kommunizierte auch klar, dass er am Ende das Sagen hatte und nicht die Gremien. Das passte vielen schon nicht. Auch auf die Liturgie legte er wesentlich mehr wert und vergraulte damit Priester wie Laien, die den abgerüsteteren und formloseren Stil von Kamphaus gewöhnt waren. Er konfrontierte auch die oft eingefahrenen Strukturen und Personen im Bistum mit zahlreichen neuen und oft zu weit ausholenden Ideen. Während unter Kamphaus die Fläche des Bistums stark im Fokus der Aufmerksamkeit lag, kam es unter Bischof Tebartz-van Elst zudem zu einer stärkeren Konzentration, besonders auf die Limburger Zentrale.

Vorsicht und Abschottung nahmen zu

Da der Bischof das Gefühl hatte, es mit einer verfilzten und ineffizienten Verwaltung zu tun zu haben, berief er einen neuen Generalvikar, der umfangreiche Kompetenzen auf seine Person konzentrierte, um dem Ordinariat vermeintlich Herr zu werden. Dabei ging Generalvikar Kaspar oft hart und unnachgiebig vor, was zu Verbitterung führte.
Auch in der Kommunikation mit den Medien machte der Bischof zahlreiche Fehler, die er nur teilweise wieder gerade biegen konnte. Zeigte er mitunter, dass er ein vollendeter Gastgeber auch für Journalisten war, tendierte er in den meisten Fällen zu Misstrauen und Abschottung gegenüber den Medien. War dies am Anfang, nach dem Eindruck vieler, einer gewissen Überforderung geschuldet, so war dieses Misstrauen zunehmend begründet.
Auch mit seinem Leitungsstil, der auf einer starken Einbindung von immer weniger Vertrauten und auf einem Hineinregieren an den Strukturen vorbei basierte, überforderte er die Limburger Diözesanen. Doch zu seinem eigentlichen Problem wurde, dass er Fehler zu spät erkannte und sie dann nicht mehr ohne größeren Schaden korrigieren konnte.

Ohne die Medien geht es nicht mehr in Limburg

Aktuell ist von den führenden Personen im Bistum allenthalben die Bemühung zu spüren, die Medien positiv zu stimmen. Dafür wird den Journalisten nachdrücklich versichert, dass sie eine wichtige Aufgabe in der Beobachtung der Vorgänge in Kirche und Gesellschaft wahrnehmen, man dankt ihnen für ihr Interesse und drückt die Hoffnung auf eine gute Zusammenarbeit aus. Das ist die Lehre, die man aus dem Fall des Altbischofs gezogen hat: Wer nicht mit den Medien spricht, der macht sich bei ihnen unbeliebt. Wer schlecht über sie spricht, schonmal gar.

Tebartz-van Elst erlebte einen gewaltigen Medienhype

Während Bischof Tebartz-van Elst in seiner ersten Pressekonferenz kaum auf die Journalisten eingegangen sein soll, nahmen sich Weihbischof Grothe und sein Stellvertreter Rösch viel Zeit für sie. Denn sie wissen: Gegen die Medien können sie keinen Frieden im Bistum stiften. Denn wenngleich man gar nicht leugnen kann, dass Bischof Tebartz-van Elst viele Fehler gemacht hat. Der Furor, der über ihn hereinbrach, steht in keinem Verhältnis. Während z.B. Ulli Hoeneß nachweislich zig Millionen am Staat vorbei geschoben hat und Bürgermeister Wowereit einen Flughafen für Milliarden Euro nicht baut, titelt der Focus immer noch: Der Protz-Bischof hier, der Protz-Bischof da. Sowohl die Medienaufmerksamkeit als auch die Wortwahl standen und stehen in keinem Verhältnis mehr zur wahren Dimension des Falles. So schufen die Medien massiv eine Medienrealität, die die wahren Zustände überformte, sodass der Bischof Anfang Oktober nicht mehr vor seine eigene Tür treten konnte und regelrecht gejagt wurde. Die Medien hatten somit ihren erheblichen Anteil an diesem Fall.

Keiner ist unschuldig

Nachdem wir die drei Aspekte Bistum, Bischof und Medien betrachtet haben, erkennen wir die wichtigsten Probleme: Der Bischof passte nicht zum Bistum und die Medien fungierten als Brandbeschleuniger. Die Residenz auf dem Domberg war dabei nur das sichtbare Objekt, auf das sich die Aufmerksamkeit richtete und das zum Aufhänger wurde, um alles, was man dem Bischof anlastete, in einem wirkmächtigen Bild zu vereinen. An dem Sturz des Bischofs haben so viele mitgewirkt, die Medien, viele Diözesanen aber auch unfreiwillig er selber.

Ein guter, kein serviler Hirte

Zwei Lehren kann man daraus wiederum ziehen: Der neue Bischof muss mit dem Bistum und mit Medien umgehen können. Das muss aber nicht notwendigerweise in eine Servilität gegen beide ausarten. Wer überzeugend und weitgehend skandalfrei die Botschaft Jesu verkünden kann, der kann auch im Bistum Limburg einigend wirken und der kann auch mit den Medien umgehen, ohne mit den Journalisten in allem übereinzustimmen. Der große Förderer von Bischof Franz-Peter, Kardinal Meisner, hat es als zu Anfang ungeliebter Bischof in einer wenig wohlgesonnen Medienlandschaft geschafft. Hoffen wir, dass der Papst uns Limburgern einen guten Hirten wie den alten Kölner schicken wird.

Donnerstag, 3. April 2014

Traue am besten keinem Traumgesicht

38) Wir haben von der Unterscheidung zwischen guten und schlechten Traumgesichten gesprochen, wie wir es von jenen vernommen, die es erfahren haben. Es soll uns aber zur Erlangung großer Tugend genügen, überhaupt keiner Erscheinung zu trauen. Denn die Träume sind in der Regel nichts anderes als Gedankenbilder oder andererseits, wie gesagt, Hohn von Dämonen. Selbst wenn uns aber einmal von der Güte Gottes ein Gesicht herabgesandt wird und wir es nicht zulassen, wird uns der heißersehnte Herr Jesus deswegen nicht zürnen. Er weiß ja, daß wir aufgrund der Ränke der Dämonen dazu kommen.
Denn die vorgenannte Unterscheidung ist zwar zuverlässig; doch kommt es vor, daß sich die Seele unbemerkt verunreinigt, indem sie sich irgendwie mit fortreißen läßt — wovon, wie ich meine, offensichtlich niemand ausgeschlossen ist —, sie dadurch die Spur der genauen Unterscheidung verliert und den unguten Dingen Vertrauen schenkt, als seien sie gut.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Band 1.

Mittwoch, 2. April 2014

Die Unterscheidung der Traumgesichte

37) Jene Traumgesichte, die der Seele in der Liebe Gottes erscheinen, sind gewissermaßen untrügliche Zeugen einer gesunden Seele. Eben darum verändern sie sich weder von einer Gestalt zu einer anderen, noch ängstigen sie das Empfinden, noch lachen sie auf einmal oder werden finster, sondern sie nähern sich der Seele mit aller Schicklichkeit und erfüllen sie dabei mit geistlicher Wonne. Daher sucht die Seele auch nach dem Erwachen des Leibes mit großer Sehnsucht nach der Freude des Traumes.

Mit den Vorspiegelungen der Dämonen jedoch verhält es sich durchweg entgegengesetzt. Sie bleiben nämlich weder in derselben Gestalt, noch stellen sie längere Zeit ein Äußeres zur Schau, welches unverändert bleibt. Was sie nämlich aufgrund ihrer Gesinnung nicht besitzen (können), sondern nur ihrer Täuschung leihweise entnehmen, kann ihnen nicht allzu weit reichen. Doch führen sie auch große Reden und drohen nicht wenig an, wobei sie sich oft als Soldaten verkleiden. Manchmal aber singen sie auch unter Geschrei auf die Seele ein. Wenn sie der Geist daher erkennt, so er rein ist, weckt er den Leib während dieser Vorstellungen aus dem Schlaf. Manchmal aber freut er sich auch, da er ihre List zu durchschauen vermochte. Gerade deshalb versetzt er sie in heftigen Zorn, weil er sie oft noch selbst im Traum überführt.

Jedoch ist es manchmal der Fall, daß auch die guten Träume der Seele keine Freude bringen, sondern ihr angenehme Traurigkeit und schmerzlose Tränen einflößen. Dies aber geschieht (nur) bei denen, die (bereits) zu einer tiefen Demut vorwärtsgeschritten sind.

Diadochos von Photike: Hundert Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Band 1.

Benedikt am Mittwoch

Momentan find ich einfach kein schönes neues Bild von Papst Franziskus. Dann muss eben der Papa emerito herhalten.
Bildquelle: Facebook/Freunde von Papst Benedikt

Dienstag, 1. April 2014

Tolle Idee: Eine Heiligsprechung, die den Schwachen hilft

Aktuell laufen in Rom die Vorbereitungen auf die Heiligsprechung von Papst Johannes XXIII. und Johannes Paul II. Der Papst lädt den Papa emeritus ein, die Hoteliers können sich vor Anfragen kaum retten und die Polen proben den Einmarsch in die Tiberstadt. Denn Johannes Paul II. ist der wesentlich bekanntere der beiden Päpste.

Doch die Heimatdiözese des Konzilspapstes Johannes XXIII. hat sich auch etwas besonderes einfallen lassen, um die Heiligsprechung ihres Heiligen zu feiern: Wenn es nach dem Bischof von Bergamo geht, sollen die Priester des Bistums auf ein Monatsgehalt verzichten. Damit soll dann eine Statue des neuen Heiligen aus purem Gold für das Atrium des Bischofspalazzos angeschafft werden.
Nur Spass: Das Geld soll in einen Fonds fließen, um Familien in sozialer Not zu unterstützen.

Quelle: kathweb hier.
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