Freitag, 28. Februar 2014

Wenigen Menschen ist es gegeben, alle ihre Verfehlungen zu erkennen

27) Ganz wenigen Menschen ist es gegeben, alle ihre Verfehlungen genau zu erkennen. Es ist dies bei jenen der Fall, deren Geist sich niemals vom Gedenken Gottes losreißen läßt.
Sind nämlich unsere leiblichen Augen gesund, vermögen sie alles zu sehen, sogar bis hin zu den Mücken oder Schnaken, die durch die Luft fliegen. Wenn sie aber von Schmutz oder Flüssigkeit bedeckt werden und ihnen etwas Großes begegnet, sehen sie es undeutlich. Die kleinen Dinge aber nehmen sie mit dem Gesichtssinn (dann sowieso) nicht wahr.
So verhält es sich auch mit der Seele. Wenn sie die Blindheit, welche ihr durch ihre Liebe zur Welt zuteil wird, durch die Aufmerksamkeit schwächt, dann hält sie auch ihre sehr kleinen Vergehen für überaus groß und vergießt unter großer Dankbarkeit unaufhörlich Tränen über Tränen. "Die Gerechten", heißt es ja, "werden deinen Namen preisen.i Wenn sie aber in der Verfassung der Welt verharrt und etwas Grausames oder etwas getan haben sollte, was schwere Strafe verdient, nimmt sie es nur schwach wahr" Von ihren anderen Vergehen aber kann sie sich an keines erinnern, sondern hält sie oft sogar für gute Taten. Darum schämt sich die elende Seele auch nicht, derentwegen leidenschaftlich große Worte zu machen.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese

Donnerstag, 27. Februar 2014

Die geistlichen Kämpfer müssen ihr Denken frei von jeder Wallung bewahren

26) Die Kämpfer (im geistlichen Leben) müssen ihr Denken stets frei von jeder Wallung bewahren. So kann der Geist die Gedanken scheiden, welche an ihm vorbei auf das Denken zueilen, die guten und gottgesandten in den Vorratskammern des Gedächtnisses aufbewahren und die verkehrten und dämonischen aus den Scheunen der Natur irgendwohin werfen.
Denn wenn das Meer windstill ist, läßt es sich von jenen, die nach Fischen jagen, bis hin zu jeder Bewegung durchschauen, die sich selbst in seiner Tiefe abspielt. So bleibt ihnen dann beinahe keines der Tiere verborgen, welche dort ihre Bahnen ziehen. Wird es aber von den Winden aufgewühlt, verbirgt es in der Finsternis der stürmischen Bewegung, was es während der Heiterkeit der Windstille gerne sehen läßt. Darum sehen wir, daß jenen, die die Kniffe des Anglerhandwerks ausklügeln, dann ihre Kunst nichts nützt.
Diese Erfahrung stößt auf alle Fälle auch dem beschaulichen Geist zu, wenn die Tiefe der Seele vor allem durch ungerechten Zorn aufgewühlt wird.



Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese

Priester mit jüdischen Wurzeln verteidigt Pius XII.

WikiCommons
Eine Tagung in Rom hat sich in der vergangenen Woche mit der Haltung des Heiligen Stuhles zur Rassendebatte in der Zeit zwischen den Weltkriegen beschäftigt. Dabei wurde auch Johannes Oesterreicher behandelt. Oesterreicher war Wiener Diözesanpriester jüdischer Abstammung, der sich intensiv um Hilfe für die Juden bemühte. Dabei versuchte er auch, Pius XI. zu einem Eingreifen zugunsten der Juden zu bewegen. Von Verhalten Pius XII. in den 40er Jahren war er entsprechend enttäuscht, hatte er sich doch ein deutliches Wort des Papstes erhofft. Oestereicher äußerte sich 1964 auch im Rahmen der Debatte um das Stück "Der Stellvertreter" von Hochhuth. Dabei nahm er den Papst im Nachhinein in Schutz:
„Er hat erstens gesagt: Hitler war so auf die Zerstörung der Juden versessen, dass keine Worte von irgendwelcher Seite irgendeinen Einfluss auf ihn gehabt hätten, nur die vollkommene Zerstörung der deutschen Streitkräfte hätte das bewirkt. Und zweitens hat er gesagt, wir müssen die Gewissensüberprüfung von Pius respektieren. Vielleicht von heute aus, aus der Perspektive des Jahres 1964, hätten wir es gerne gehabt, wenn der Papst nicht geschwiegen hätte, aber wir müssen trotzdem seine Lage zu verstehen suchen. Der Papst meinte, wenn er etwas gesagt hätte, hätte das wahrscheinlich mehr negative als positive Folgen gehabt. Oesterreicher sagte, die Grundlage jeder zwischenmenschlichen Beziehung ist Respekt vor dem Gewissen. Und er bezog diese Worte auf die Lage von Pius XII.“
Quelle: Radio Vatikan hier.

Dienstag, 25. Februar 2014

Die natürliche Empfindung

25) Die Wirkung der heiligen Erkenntnis selbst lehrt uns, daß es nur eine einzige natürliche Empfindung (der Seele) gibt; doch wurde sie später durch den Ungehorsam Adams in zwei Wirkungen zerteilt. Eine einzige und einfache Empfindung aber ist es, welche vom Heiligen Geist her der Seele zuteil wird.
Niemand vermag sie zu kennen, außer jenen allein, die sich infolge ihrer Hoffnung auf die kommenden Güter freudig von den Annehmlichkeiten des Lebens lossagen und das gesamte Drängen der leiblichen Empfindungen durch die Selbstbeherrschung entkräften. Denn nur bei solchen vermag der Geist, durch die Sorglosigkeit in kraftvoller Bewegung, die göttliche Güte auf geheimnisvolle Weise zu empfinden.
Darum gibt er dann auch dem Leib entsprechend seines Fortschritts an seiner eigenen Freude Anteil, wenn er mit gewissermaßen unendlichen Worten jubelt in der Liebe des Lobpreises. Denn "auf ihn", heißt es, "hoffte mein Herz; es ward mir geholfen, und mein Fleisch lebte auf. Aus ganzem Herzen will ich ihn preisen." Denn die Freude, die der Seele und dem Leib dann wirklich zuteil wird, ist untrügliche Erinnerung an das unvergängliche Leben.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese

Montag, 24. Februar 2014

Jedes Ding strebt nach dem, womit es verwandt ist

24) Wie uns die sinnlichen Empfindungen des Leibes mit einer gewissen Gewalt auf die sichtbaren Freuden zutreiben, so führt uns gewöhnlich das Empfinden des Geistes zu den unsichtbaren Gütern, wenn es die göttliche (Güte) kostet. Jedes Ding nämlich strebt unter allen Umständen nach dem, womit es verwandt ist: die Seele, leiblos wie sie ist, nach den himmlischen Freuden, und der Leib, da er aus Staub besteht, nach dem irdischen Genuß. Wir werden also unfehlbar zur Erfahrung der immateriellen Empfindung gelangen, sofern wir die Materie mit unseren Anstrengungen (in ihrer Wirksamkeit) schwächen.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese

Samstag, 22. Februar 2014

Samstäglicher Newsticker

Rom: Die Gruppe Wir-sind-Kirche-und-ihr-nicht demonstrierte vor dem Petersdom, um die kreiert von Erzbischof Müller zum Kardinal zu verhindern. Mit dieser Ernennung schädige Papst Franziskus seinen Ruf als aufgeschlossener, liberaler Papst, der sich für gleichgeschlechtliche Ehen, Abtreibung und Buddha-Verehrung einsetze, so der Sprecher der Gruppe.

Kiew: Die Atheistische ukrainische Allianz gibt der Kirche eine Mitschuld an der Eskalation auf dem Maidan. Durch ihre Anwesenheit hätten die Priester den Menschen das Gefühl gegeben, im Recht zu sein. Daran zeige sich erneut, wie unheilvoll Religion wirke. Ohne Religion würde es viele Konflikte nicht geben, auch auf dem Maidan sei nichts schreckliches passiert.

Limburg: Nach Informationen der Enthüllungsplattform Limburgleaks werden in Limburg neue Gräben ausgehoben. Ganz wörtlich, indem die Anhänger des Bischofs um den Domberg Schützengräben ausheben, um die Rückkehr und das Verbleiben von Tebartz-van Elst zu sichern. Besucher des Dombergs konnten hiervon noch nichts bemerken. Allerdings, so Limburgleaks, seien die Schützengräben unterirdisch und würden dann bei Bedarf nach oben hin geöffnet.

Neues von der Kircheninitiative

Die Kölner Kircheninitiative - ja, die gibt es noch - hat jetzt sage und schreibe 1.500 Unterstützerunterschriften gesammelt. Wahnsinn. Wenn das so weitergeht, dann hat sie 3000 Unterschriften wenn der Nachfolger des Nachfolger von Meisner bestimmt werden soll. Vielleicht klappt es ja dann.

Freitag, 21. Februar 2014

Kirchenquiz

Wo steht diese Kirche?


Auflösung am Sonntag

Limburgleaks deckt auf: Tebartz-van Elst ist Agent von Pius XII.

Limburgleaks veröffentlichte heute geheime Unterlagen der Ultra-Geheim-Registratur des Bischöflichen Stuhles, die in der Felsensakristei unter dem Dom lagerten. Daraus geht hervor, dass Bischof Tebartz-van Elst nicht der Bote Benedikts XVI. war, um Limburg wieder auf römischen Kurs zu bringen. Sondern der Agent von Pius XII., der aus dem Jenseits dem Limburger Bischof befehle gab, das vormals liberale Bistum in ein Zitadelle des Neo-Pianismus zu verwandel. Das, so Limburgleaks, erkläre auch der Apostolische Palast für 300 Millionen, die Seidenschleppe und die Cappa Magna, mit der der Bischof gesehen worden sein soll.

Donnerstag, 20. Februar 2014

Limburgleaks: Bischofsente gefunden

Wie die Enthüllungsplattform Limburgleaks mitteilte, ist endlich die Bischofsente gefunden worden. Während sich zahllose Journalisten aktuell mit Presseenten blamierten, die ohne Sinn und Verstand in die Welt gesetzt werden, haben die Aufklärer von Limburgleaks endlich die Mutter aller Enten gefunden. Die Goldene Quietscheente von Bischof Tebartz-van Elst. Die habe er sich zusammen mit der 150.000 Euro Badewanne gekauft. Sie sei die zweite Bischofsente. Die erste sei aus Massivgold gewesen und habe den Schwimmtest nicht bestanden. Die aktuelle Ente sei eine normale Quietscheente mit Blattgoldüberzug und zwei kleinen Opalen als Augen. Ein Sprecher des Fürstbistums habe auf Nachfrage von Limburgleaks erklärt: "Die hat ja kaum 3000 Euro gekostet, was wollen sie eigentlich."

Dreifaches Papstkreuz

Mittwoch, 19. Februar 2014

Ergänzung des Glaubensbekenntnisses gefordert

Anhänger und Gegner von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst fordern die Aufnahme eines neuen Artikels in das Apostolische Glaubensbekenntnis. Die Anhänger des Bischofs fordern den Zusatz: "Und ich glaube, dass die Kirche von Limburg von Bischof Tebartz-van Elst geführt werden muss, weil sie nur so wieder römisch-katholisch wird." Die Gegner wiederum fordern den Satz: "Und ich glaube, dass die Kirche von Limburg nicht von Bischof Tebartz-van Elst geführt werden darf, weil sie nur so wieder christlich wird". Die Mitteilung Roms, man habe die Anträge zur Kenntnis genommen, stieß auf Ablehnung beider Gruppen. Es müsse jetzt sofort beschlossen und alle darauf eingeschworen werden, um die Situation im Sinne des wahren Glaubens/Mitmenschlichkeit zu klären und alle Gegner der eigenen richtigen Meinung aus dem Bistum jagen zu können.

Papstquiz

Bei mir ist bloggermäßig leider momentan wenig los. Dafür habe ich grade zuviel um die Ohren. Damit hier aber nicht totale Langweile einkehrt, gibt's diese Woche zwei mal ein Quiz. Heute, weil Mittwoch, eins mit nem Papst. Also Frage: Wo ist dieses Foto entstanden?

Bildquelle: Facebook/Freunde von Papst Benedikt
Auflösung am Freitag

Dienstag, 18. Februar 2014

News von der NAK-Kommission

Die NAK-Kommission hat geheime Pläne von Tebartz-van Elst auf aufgedeckt. Wie sie aus dem seit 3 Monaten fertiggestellten Prüfungsbericht erfahren haben will, hat der Limburger Bischof einen Notfallplan im Falle seiner Absetzung durch Rom. Hierfür seien Räder und Schwimmpolster unter der Residenz angebracht. Über eine Hebekonstruktion werde die Residenz aus dem Bode gehoben, rolle dann den Domberg runter und schippere über Lahn und Rhein ins Bistum Münster. Um Hindernisse aus dem Weg zu räumen, könne aus dem Dach der Kapelle ein Partikelstrahler ausgefahren werden. Im Bistum Münster werde bereits prophylaktisch ein Zentrum für Mission und Taufe gebaut, das Tebartz-van Elst leiten wolle. Dafür sei der Limburger Fonds für die Unterstützung der Abtreibung bei unterpriviligierten Frauen geplündert worden.

Niemand vermag gebührend zu lieben oder zu glauben, wenn ...

23) Niemand vermag gebührend zu lieben oder zu glauben, wenn er nicht selbst sein eigener Ankläger ist. Wenn sich nämlich unser Gewissen durch seine eigenen Zurechtweisungen beunruhigt, ist es dem Geist nicht mehr vergönnt, den Duft der überirdischen Güter wahrzunehmen, sondern er wird sogleich zerteilt und gerät in Zweifel. Er streckt sich zwar in glühender Bewegung aufgrund der vorhergehenden Erfahrung nach dem Glauben aus, doch kann er ihn, wie gesagt, infolge der heftigen Stiche des tadelnden Gewissens nicht mehr durch die Liebe im Empfinden des Herzens ergreifen. Haben wir uns hingegen durch glühende Aufmerksamkeit gereinigt, werden wir das Ersehnte in Gott mit noch tieferer Erfahrung erlangen.

Diadochos von Photike: Hundert Kapitel über die Askese

Montag, 17. Februar 2014

Bischof Franz Tebartz-van Elst über die Taufe

Auch wenn sich das heute keiner mehr vorstellen kann: Bischof Tebartz-van Elst hat auch mal andere Sachen gemacht, als eine Bischofsresidenz zu bauen und ins Exil gejagt zu werden. Unter anderem hat er viel über die Taufe gearbeitet und sich immer besonders gefreut, wenn er jemanden taufen kann. Aus diesem Thema stammt auch dieses Video. Wobei man sich den letzten Teil hätte sparen können, aber wer's gerne mag.


Wenn man den Abgrund des Glaubens ausforschen will, ...

22) Wenn man den Abgrund des Glaubens ausforschen will, wogt und brandet er; wird er aber mit unbefangener Haltung betrachtet, ist er ruhig und windstill. Da die Meerestiefe des Glaubens nämlich Wasser des Vergessens des Bösen ist, erträgt sie es nicht, wenn sie mit kritischer Gesinnung betrachtet wird.
Fahren wir also auf diesen Wassern mit unbefangenem Denken dahin, um so in den Hafen desWillens Gottes zu gelangen!

Diadochos von Photike: Hundert Kapitel über die Askese

Freitag, 14. Februar 2014

Der Glaube, der durch die Liebe tätig ist, ist der überragende Inbegriff der Tugenden

21) Wer Gott liebt, besitzt Glauben nach Gebühr und führt die Werke des Glaubens in frommer Weise aus. Wer aber nur Glauben besitzt und nicht in der Liebe steht, besitzt auch den Glauben nicht, den er zu besitzen meint. Er glaubt ja mit einer gewissen Leichtfertigkeit des Geistes, da er von dem Gewicht der Herrlichkeit der Liebe nicht zur Tat bewegt wird.
Der Glaube also, der durch die Liebe tätig ist, ist der überragende Inbegriff der Tugenden.

Diadochos von Photike: Hundert Kapitel über die Askese

Donnerstag, 13. Februar 2014

Ein Glaube ohne Werke und ein Werk ohne Glauben wird verworfen

20) Ein Glaube ohne Werke und ein Werk ohne Glauben werden in gleicher Weise verworfen werden. Es muß nämlich der Glaubende, der Glauben an den Tag legt, seine Taten dem Herrn darbringen. Denn es wäre auch unserem Vater Abraham sein Glaube nicht als Gerechtigkeit angerechnet worden, wenn er nicht die Frucht seines Glaubens, seinen Sohn, dargebracht hätte.

Diadochos von Photike: Hundert Kapitel über die Askese

Benedikt XVI. war ...

Papst Benedikt XVI. war intolerant, selbstgerecht und dogmenfixiert.
Agnostiker, die von der Frage nach Gott umgetrieben werden ... sind näher am Reich Gottes als kirchliche Routiniers, die in ihr (der Kirche) nur noch den Apparat sehen, ohne das ihr Herz davon berührt wäre ...
Benedikt XVI. in Freiburg

Mittwoch, 12. Februar 2014

Zu einer reinen Seele gehören ...

19) Einer reinen Seele sind ein neidloses Wort, ein Eifer ohne Falsch und eine unaufhörliche Liebe zum Herrn der Herrlichkeit eigen. Dann tariert der Geist auch seine Waagschalen sorgsam aus, da er in seinem Denken mit einem ganz reinen Urteilsvermögen anwesend ist.

Diadochos von Photike: Hundert Kapitel über die Askese

Franziskus am Mittwoch

Quelle: facebook/Deutschland pro Papa

Dienstag, 11. Februar 2014

In jeder Hinsicht also ist der Rückzug aus der Welt nützlich

18) Eine Seele, die sich nicht von den weltlichen Sorgen befreit hat, kann Gott weder gebührend lieben noch den Teufel verabscheuen, wie es sich gehört. Denn in der Sorge des Lebens besitzt sie ein für allemal einen lästigen Schleier. Darum vermag bei solchen Menschen der Geist sein eigenes Gericht nicht zu überblicken, um bei sich selbst die getroffenen Urteile zu prüfen, ohne fehlzugehen.
In jeder Hinsicht also ist der Rückzug (aus der Welt) nützlich.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese

Montag, 10. Februar 2014

Papst-Witze kann man machen, aber ...

Heute las ich ein Interview mit Jürgen Domian in der Welt. Der ist nicht der allerbeste Freund der katholischen Kirche und daher unverdächtig, übermäßig katholophil in seinen Aussagen zu sein. Umso wichtiger ist folgender Satz von ihm:
Man kann Papst-Witze machen, aber keinen Taliban-Witz. Ich finde das skandalös. Wir leben in einem freien Land, und jeder von uns muss die Intoleranz dieser extremistischen Kreise anprangern.
Solle uns das nicht zu denken geben?

Interview hier.

Die Wunden der Seele sind den Wunden des Körpers ähnlich

17) Wenn die dem Leib zugefügten Wunden verkrustet und vernachlässigt sind, verspüren sie nichts von der Medizin, die ihnen von den Ärzten verabreicht wird. Wurden sie aber gereinigt, verspüren sie die Wirksamkeit der Arznei und gelangen dadurch zur vollen Heilung. Genauso ist es auch mit der Seele. Solange sie vernachlässigt und vom Aussatz der Genußsucht ganz bedeckt ist, kann sie die Furcht des Herrn nicht empfinden, auch wenn ihr jemand das schreckliche und machtvolle Gericht Gottes unaufhörlich ankündigt. Beginnt sie aber, sich durch große Aufmerksamkeit zu reinigen, dann verspürt sie die göttliche Furcht. Ist diese doch gewissermaßen ein Heilmittel zum Leben, welches die Seele durch die Wirksamkeit der Prüfungen gleichsam ausbrennt mit dem Feuer der Leidenschaftslosigkeit. Darum gelangt sie, nunmehr allmählich gereinigt, zur vollständigen Reinigung. Dabei wird sie in dem Maß der Liebe anheimgestellt, wie in ihr die Furcht abnimmt. So soll sie zur vollkommenen Liebe gelangen, in der es, wie gesagt, keine Furcht gibt," sondern höchste Leidenschaftslosigkeit, welche durch die Herrlichkeit Gottes bewirkt wird.
Es gereiche uns also zum unaufhörlichen Ruhm allen Ruhmes zuerst die Furcht Gottes, sodann aber die Liebe, die Erfüllung des Gesetzes der Vollkommenheit in Christus.



Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese

Samstag, 8. Februar 2014

Furcht ist den Gerechten zu eigen

16) Niemand vermag Gott mit ganzem Herzen zu lieben, wenn er ihn nicht vorher im Empfinden seines Herzens gefürchtet hat. Indem nämlich die Seele durch die Wirksamkeit der Furcht gereinigt und gleichsam geschmeidig gemacht wird, gelangt sie zur wirksamen Liebe. Doch gelangt wohl niemand auf die erwähnte Weise zur Furcht Gottes, wenn er nicht von allen Sorgen des irdischen Lebens frei wird. Denn wenn der Geist in tiefe Ruhe und Sorglosigkeit versetzt wird, dann ist für ihn die Furcht Gottes tätig, indem sie ihn unter tiefer Erfahrung von jeglicher erdverhafteten Plumpheit reinigt, um ihn so zu einer großen Liebe zur Güte Gottes zu führen.

Darum ist die Furcht den Gerechten eigen, die noch gereinigt werden, und mit einem mittleren Maß an Liebe verbunden. Die vollkommene Liebe jedoch kommt den bereits Gereinigten zu, in denen sich keine Furcht findet. Denn "die vollkommene Liebe", heißt es, "vertreibt die Furcht." Beides ist allein Gerechten zugedacht, welche durch das Wirken des Heiligen Geistes die Tugenden verwirklichen. Darum sagt die Schrift einerseits: "Fürchtet den Herrn, all seine Heiligen!", und andererseits: "Liebt den Herrn, all seine Frommen!" Dadurch sollen wir klar erkennen, daß die Furcht Gottes Sache jener Gerechten ist, die noch gereinigt werden — wie gesagt, verbunden mit einem mittleren Maß an Liebe; daß aber die vollkommene Liebe den (bereits) gereinigten (Gerechten) zukommt. In ihnen findet sich überhaupt kein Gedanke an Furcht mehr, sondern unaufhörliche Glut und, durch das Wirken des Heiligen Geistes, Verbindung der Seele mit Gott, wie gesagt wird: "Meine Seele schmiegt sich an dich, mich umfängt deine Rechte."

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese

Freitag, 7. Februar 2014

Geschichte und Theologie II

Fortsetzung von hier. Ganzer Artikel bei kath.net hier.

Einen weiteren Gedanken, an welchen wir uns wieder mehr gewöhnen müssen ist derjenige, daß sich die Geschichte nicht linear zum Besseren entwickelt und nicht jede faktische Entwicklung automatisch auch schon ein Fortschritt ist. Nicht jede Änderung ist eine Verbesserung, und nicht jede Änderung war eine Verschlechterung oder „Überwucherung des Ursprünglichen“, die es wieder zurückzustutzen gilt.

Beides ist in der Entwicklung der Dinge präsent: so geht mitunter etwas verloren, was man hätte erhalten sollen und was man dann wiederherstellen muß – auch gegen Widerstand, wenn nötig, weil man sich an den neuen Zustand, der nicht unbedingt der bessere oder wahrhaftigere ist, gewöhnt hat. Umgekehrt gibt es aber auch die Entwicklung zum Besseren, weil die Erkenntnis einer Sache gereift ist.

Oft wird eine einzige Epoche sozusagen glorifiziert, der man alles nachzubilden sucht – besonders die Urkirche. All das Große und Gute, was die Kirche danach noch vertieft und bereichert hat, wird als unkrautige Überwucherung der Jahrhunderte angesehen von denen manche meinen, es wegroden zu müssen. Dieser Historizismus ist nicht hinzunehmen, denn das Maß einer solchen Bewertung ist nicht, ob eine Sache dem Wesen des Glaubens bzw. der Wahrheit entsprechend ist oder nicht, sondern das Maß einer solchen Haltung ist die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Epoche. Dies ist aber niemals ein gültiges Unterscheidungsmerkmal, welche Epoche es auch immer sein mag, die man „kanonisieren“ möchte.

Nicht alles Urkirchliche ist gut und ausreichend ausgereift, umgekehrt haben wir viele rechte Gedanken, Praktiken und Sensibilitäten jener Zeit verloren. Manches war übertrieben, anderes noch nicht genügend vorhanden. Das Mittelalter hat nicht alles Ursprüngliche überlagert, es hat im Gegenteil viel Wertvolles beigesteuert und wir haben vieles davon wieder verloren, sowohl was Frömmigkeitsformen, als auch theologisches Bewußtsein anbelangt. Werte die verlorengegangen sind müssen wiederbelebt werden.

Dasselbe gilt für den Beginn der Neuzeit: nicht alles war gut, nicht alles schlecht – genauso wie nicht alles, was vor dem Zweiten Vatikanum automatisch gut war, weil es eben vorher war, und nicht alles, was danach kam, war schlecht – was genauso auch umgekehrt gilt. Wenn wir Geschichtsargumente in die theologische Debatte einführen, so sind dies sehr wertvolle Diskussionsbeiträge, jedoch nur unter der einen Bedingung, daß sie nicht allein für sich stehen bleiben, sondern zugleich noch einer theologischen Qualifizierung unterzogen werden. Die Feststellung allein, daß man es zu einer bestimmten Zeit so oder anders hielt, ist gut und wertvoll solange es nicht das Ende des Argumentes ist, sondern dessen Ausgangspunkt. Ansonsten bleibt es im Letzten doch ein wertloser Beitrag für die Debatte, denn die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Epoche, oder aber die Tatsache, daß es einmal so war, kann niemals das Rechtsein einer Sache beweisen oder rechtfertigen.

Blicken wir in die Geschichte, so liegt der Wert darin, daß wir in den historischen Fakten etwas vom Denken vergangener Zeiten erkennen. Wir sehen, wie unsere Glaubensahnen die Offenbarung erkannt und in praktisches Christentun umgesetzt haben. Das kann gelungen oder mißlungen sein. Doch genau diese Wertung muß sich zur Feststellung einer historischen Tatsache noch hinzugesellen, zumindest im Hintergrund. Es muß nicht immer bis ins Detail sprachlich ausgeführt werden, sehr wohl aber immer gedanklich vollzogen.

Wir müssen jedes Geschichtsargument danach befragen, ob es absolut oder wenigstens relativ richtig war und können unter Umständen zu dem Urteil kommen, daß ein früherer Zustand nicht erneut erstrebenswert ist, daß er vielleicht zwar einmal bestanden hat, aber dann zurecht wieder verschwunden ist, oder aber daß er einmal bestanden hat, aber dann verdrängt wurde und wieder zu erstreben ist. Man muß immer der Sache nach beurteilen, gemäß dem inneren Rechtsein und der Übereinstimmung mit den fundamentalen Wahrheiten der Tradition und der Schrift, ohne dabei in einen naiven Historismus zu verfallen.

Das gilt für sämtliche Epochen, doch besonders aktuell wird es bei der (ewigen) Debatte um Kirchenreformen. Angesichts des massiven Glaubensverfalls müssen wir die Frage zulassen, ob denn wirklich alle Neuerungen, die seit dem letzten Konzil umgesetzt wurden, glücklich waren, oder ob man nicht das eine oder andere restaurieren, d.h. wiederherstellen müßte, weil es gut war und man es verworfen hat. Nicht alles „Vorkonziliare“ war schlecht und überholt, ebenso wie nicht alles Barocke schlecht war, sondern Wertvolles in sich trug, das uns heute fehlt.

Zugleich stellt sich aber auch ernste Frage an die Vergangenheit, ob hinter einer begrüßenswerten regen Glaubenspraxis der vorkonziliaren Zeit nicht auch ein Mangel steckte, der diese praktisch über Nacht implodieren ließ: der Mangel um die rechte Begründung der Glaubenssätze, die oft gekannt wurden, aber selten ausreichend begründet werden konnten. Erst so läßt sich der plötzliche Glaubensverlust erklären.

Die theologische Debatte darf sich in ihrer Bewertung von den Dingen um die sie handelt nicht weiterhin undifferenziert an Epochen klammern, sondern muß von der Historie ausgehen, um zu einem theologischen Qualitätsurteil zu kommen. Nur so werden wir vom Ideologen-Image wegkommen und ein würdiges, ernsthaftes Theologen-Image erlangen, das auch im Kanon der akademischen Wissenschaften wieder sein anerkanntes Recht erhält.

Donnerstag, 6. Februar 2014

Die Liebe, von der alle heiligen Schriften sprechen

15) Wenn jemand beginnt, die Liebe Gottes reichlich zu erfahren, dann fängt er an, in der Erfahrung des Geistes auch den Nächsten zu lieben. Denn dies ist die Liebe, von der alle heiligen Schriften sprechen. Die fleischliche Zuneigung nämlich kommt sehr leicht zur Auflösung, nachdem ein geringfügiger Grund gefunden ist. Sie ist ja nicht mit der Erfahrung des Geistes gebunden. Sollte sich aber bei der Seele, die von Gott bewegt wird, eine gewisse Erbitterung eingestellt haben, so wird bei ihr das Band der Liebe nicht gelöst. Denn indem sie sich durch die Glut der Gottesliebe wieder neu belebt, ruft sie sich so schnell wie möglich wieder zum Guten zurück und nimmt mit großer Freude die Liebe des Nächsten entgegen, selbst wenn sie von ihm äußerst hochmütig behandelt und geschädigt wurde. Denn in der Süßigkeit Gottes verzehrt sie ganz und gar die Bitternis des Streites.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese

Geschichte und Theologie

Einen sehr interessanten Artikel über das Historische in der theologischen Argumentation habe ich bei kath.net gelesen. Nach einer längeren Einleitung zum Thema Freistilringen in der Theologie konkretisiert der Autor seine These am Beispiel des Geschichtlichen. Einen Teil des Artikels wird hier wiedergegeben:

Der Grundfehler ist dabei nicht der Gebrauch von Geschichtsargumenten an sich, sondern ein Mangel an Unterscheidung in der Anwendung der Argumente. Denn oft wird das Faktum, daß etwas einmal existiert oder nie existiert hat, als solches schon als Argument, wenn nicht Beweis dafür verwendet, daß eine Sache sein kann, darf oder muß (bzw. das jeweilige Gegenteil). Man sucht in der Geschichte, um die eigene Position zu erhärten, ohne sozusagen „im Hintergrund“ einige notwendige Unterscheidungen getroffen zu haben.

Es ist gut, richtig und wichtig auch die Geschichte in die theologische Debatte einzuführen, aber dies muß in der rechten Weise geschehen um wirksam zu sein. Manche Argumente aus der Geschichte sind verbindlich – aber nicht alle. Doch darf dies nicht nach Belieben entschieden werden, sondern muß bestimmten Regeln folgen. Damit sei nicht ausgesagt, daß die Geschichte eine niedrige Rolle spielen würde, ganz im Gegenteil. Die Offenbarung Gottes ist selbst Geschichtliches Geschehen. Sie ist nicht eine rein geistige Theorie, sondern hat ihre konkrete historische Manifestation im Weltenlauf. Dies gilt für die alttestamentarischen Offenbarungsmomente, aber in nochmals verdichtete Weise für jene des Neuen Testamentes: Gott selbst ist schließlich in der Natur eines wahren Menschen in die Weltgeschichte eingetreten.

Es ist ein großer Fehler unserer Zeit, der sich auch in der Theologie immer weiter auszubreiten scheint, Profangeschichte und Heils- bzw. Kirchengeschichte voneinander zu trennen. Viel mehr ist die Weltgeschichte und die Kirchengeschichte dieselbe eine Geschichte, da die Welt auf die Kirche hin geschaffen wurde. Die Weltgeschichte hängt im Grunde mit all ihren Aspekten mit der Heilsgeschichte zusammen, wenngleich einzelne Aspekte unterschiedlich zu werten sind. Aber Zeit (Historie) und Ort (Geographie) sind jene Koordinaten, in welchen sich Offenbarung ereignet: sie ist „physisch“, nicht rein geistig. Schon aus diesem Grund ist die Geschichte ein bevorzugter Ort, um gültige theologische Argumente zu finden, ohne jedoch blind alles, was einmal geschehen ist oder was schon einmal da war historistisch als Maßstab für das Heute zu nehmen. Denn eines dürfen wir niemals vergessen: auch die Erbschuld ist Teil der Weltgeschichte und hat ihre direkten und indirekten Spuren hinterlassen, da der Mensch in seiner Erkenntnis der Dinge behindert ist.

Eine erste wichtige Differenzierung, welche zu treffen ist wenn wir ein Geschichtsargument einführen möchten, ist jene zwischen „Tradition“ und „Traditionen“, wobei man zugute halten muß, daß die sprachliche Nähe der beiden Begriffe sich sehr ungünstig auf die denkerische Unterscheidung auswirkt. Zwischen beiden besteht nämlich ein großer Unterschied. Während die „Tradition“ im Grunde keine historische, sondern eine dogmatische Größe ist, welche sich in einer ganz besonderen Weise in geschichtlichen Fakten manifestiert, sind die Traditionen von geringerem Gewicht, insofern sie zwar kulturelle Manifestationen des Glaubens darstellen und daraus ihren großen Wert schöpfen, aber im Gegensatz zur „Tradition“ im theologischen Sinne sich nicht auf apostolische Autorität berufen können.

Die Tradition hat ihren Ursprung in der Weisung Christi selbst. Sie ist letztlich nichts anderes als die getreue Weitergabe und Überlieferung dessen, was Gott der Welt in Christus geoffenbart hat. Diese erste Weitergabe der Offenbarung geschah durch die Apostel durch mündliches Wort und aktive Tat. Die Schriftwerdung der Offenbarung ist erst ein relativ später Vorgang und selbst in der apostolischen Überlieferung gegründet. Tradition und Schrift haben dieselbe Quelle. Diese Weitergabe des Geoffenbarten, gründend in Christus, geschah in einem ersten Moment durch die Apostel und wurde dann, auf diese Autorität gegründet, durch die Jahrhunderte hindurch aufrecht erhalten und weitergegeben.

Tradition ist also Offenbarung und hat als solche verständlicher Weise einen anderen – höheren - Stellenwert als die „Traditionen“. Diese sind ein bereits rezipierter Ausdruck der Offenbarung und haben, im Gegensatz zur „Tradition“, eine kulturelle Prägung, welche mehr oder weniger ausgeprägt sein kann. In vielen Traditionen ist die Kultur die Trägerin der Tradition. Um es an einem Beispiel zu veranschaulichen: wenn man sagt, die Kirche kann nur Wein aus Trauben und keine anderen Flüssigkeiten zum Blut Christi wandeln, so ist dies eine feststehende und endgültige Glaubenswahrheit, welche aus der Tradition resultiert. Daß wir die eucharistischen Gestalten hingegen auch außerhalb der Messe aufbewahren hat seinen Sinn, seine theologische Begründung und eine gewisse Notwendigkeit, ist aber nicht „der Tradition“ der Kirche zuzuordnen, sondern deren „Traditionen“, d.h. deren frommen Gebräuchen, die sich aus dem Glaubensleben herausgeformt haben und Glaubenswahrheiten in sich tragen. Man bewahrt sie auf wegen der Realpräsenz, aber nicht weil es selbst auf göttliche Anweisung zurückgehen würde.

Die Tradition der Kirche ist als Offenbarung Gottes, die sich in historischen Fakten konkretisiert und unverrückbar sind, während die Traditionen ebenso historische Fakten sind, die aber nicht selbst Offenbarung sind, sondern sich auf Grund des geoffenbarten Glaubens herausgeformt haben, und deshalb nicht denselben Grad an Verbindlichkeit aufweisen. Daran sehen wir bereits ein erstes Mal, daß das historische Faktum als solches nicht ausreichendes Motiv sein kann, weshalb etwas so und nicht anders sein muß (oder nicht sein darf), sondern daß es einer genaueren Differenzierung bedarf.

Das bedeutet aber nicht, daß sie frei und nach Belieben änderbar wären. Denn auch Traditionen können eine innere Notwendigkeit aufweisen, die sich auf Grund ihres Zusammenhanges mit den Glaubenswahrheiten ergibt. Das zu ergründen ist eine der Aufgaben der Theologie. Nicht alles was den frommen Traditionen zuzurechnen ist, ist rein zeitbedingt, und nicht alles was zeitbedingt ist steht auch der Änderung frei zur Verfügung. Wo Änderungen vollzogen werden, auch wenn es sich um Kleinigkeiten handelt, so müssen sie stets durch ein deutlich höheres Gut, welches man durch die Änderung erlangt, gerechtfertigt sein. Es braucht auch in jenen Dingen, welche sich prinzipiell so oder anders entwickeln konnten als sie es taten, eine prinzipielle Kontinuität, die das Ganze der Kirchen- und Glaubensstruktur stützt.

Denn wenn die Kirche nicht auch in ihren äußeren und vielleicht nebensächlichen Bereichen doch im Grunde durch die Jahrhunderte erkennbar bleibt, dann wird man auch daran gehen das Unveränderbare verändern zu wollen, wenn man mit dem Wandelbaren erst einmal fertig ist, außerdem wird ein allzu großzügiges Ändern auch die Glaubwürdigkeit des Unwandelbaren in Leidenschaft ziehen. Es ist zu befürchten, daß die derzeitige Glaubenskrise zwar sicher nicht zur Gänze, aber doch zu einem Teil auf die generelle Änderungswut der Zeit seit dem letzten Konzil zuzuschreiben ist.

Mittwoch, 5. Februar 2014

Wer Gott im Empfinden seines Herzens liebt, der ist von ihm erkannt.

14) Wer Gott im Empfinden seines Herzens liebt, der ist von ihm erkannt. Je mehr nämlich jemand die Liebe Gottes in das Empfinden seiner Seele aufnimmt, desto mehr wird er in die Liebe Gottes versetzt. Darum hört ein solcher fortan nicht auf, sich in einem heftigen Verlangen nach der Erleuchtung seiner Erkenntnis auszustrecken, bis er ein Empfindungsvermögen besitzt, bei dem selbst die Kraft seiner Gebeine verzehrt wurde. Denn er kennt nicht mehr sich selbst, sondern ist ganz von der Liebe Gottes umgestaltet.
Ein solcher befindet sich in diesem Leben und befindet sich gleichzeitig nicht darin. Obwohl er nämlich noch in seinem Leib wohnt, zieht er in der Bewegung seiner Seele unaufhörlich durch die Liebe aus ihm aus zu Gott. Denn da er fortan durch das Feuer der Liebe unvermindert in seinem Herzen brennt, ist er mit einem gewissen Zwang der Sehnsucht mit Gott verbunden. So spricht (der hl. Paulus), nachdem er ein für allemal durch die Liebe zu Gott aus der Zuneigung zu sich selbst getreten ist: "Traten wir nämlich aus uns selbst, so geschah es für Gott; sind wir besonnen, so ist es für euch."

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese

Gesichter im Laufe der Jahre

Bildquelle: facebook/Deutschland pro Papa

Dienstag, 4. Februar 2014

Er ist seiner eigenen Würde ganz und gar fremd

13) Ich kenne jemanden, der Gott so sehr liebt und überdies darüber trauert, daß er nicht liebt, wie er es möchte, daß sich seine Seele unaufhörlich in einer solch glühenden Sehnsucht befindet, daß Gott in ihm verherrlicht wird, er selbst sich aber so verhält, als existiere er nicht. Er weiß weder, was er ist, noch freut er sich überhaupt über Worte des Lobes. Denn aufgrund seines großen Verlangens nach Verdemütigung denkt er nicht an seine eigene Würde; vielmehr dient er Gott, wie es für die Priester Gesetz ist, und durch seine ausgeprägte Haltung der Gottesliebe schafft er das Gedenken seiner eigenen Würde beiseite. Dabei verbirgt er im Geist der Demut irgendwo in der Tiefe der Gottesliebe den Ruhm, der aus ihr erwächst. So möchte er vor sich selbst in seinem Denken stets gewissermaßen wie ein unnützer Knecht erscheinen, da er aufgrund seines Verlangens nach Verdemütigung seiner eigenen Würde ganz und gar fremd ist.
Dies sollen auch wir tun, indem wir alle Ehre und allen Ruhm fliehen aufgrund des überfließenden Reichtums der Liebe des Herrn, der uns so sehr liebt.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese

Montag, 3. Februar 2014

Er muß erhoben werden, wir aber geringer werden

12) Wer sich selbst gern hat, kann Gott nicht lieben. Doch wer sich um des überströmenden Reichtums der Liebe Gottes selbst nicht gern hat, der liebt Gott. Gerade deshalb sucht ein solcher nie seine eigene Ehre, sondern die Ehre Gottes. Denn wer sich selbst gern hat, sucht seine eigene Ehre; wer aber Gott gern hat, liebt die Ehre dessen, der ihn erschaffen hat. Es ist nämlich einer empfindsamen und Gott liebenden Seele eigen, in allen Geboten, die sie erfüllt, stets die Ehre Gottes zu suchen, doch sich an der Verdemütigung ihrer selbst zu erfreuen. Denn Gott gebührt die Ehre aufgrund seiner Herrlichkeit, doch dem Menschen die Verdemütigung, damit wir durch sie zu Vertrauten Gottes werden.
Wenn wir dies tun, dann wollen auch wir uns wie der heilige Täufer Johannes über die Ehre des Herrn freuen und damit beginnen, unaufhörlich zu sprechen: "Er muß erhoben werden, wir aber geringer werden.“

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese

Tebartz-van Elst in Limburg

Meine Leser haben es sicherlich schon mitbekommen. Bischof Tebartz-van Elst sitzt wieder in seiner Elfenbeinbadewanne, läuft in purpurnen Pantoffeln über die Goldfliesen seiner Residenz und trinkt jeden Sonntag nach der Messe mit mir Kaffee, während wir selbstgebackene Kekse mampfen.

Das stimmt natürlich nicht. Vielmehr berichtete die FAZ an diesem Wochenende, dass sich der Bischof in unregelmäßigen Abständen nach Limburg schleicht, um dort mal hin und wieder in seiner Residenz vorbeizuschauen und was auch immer zu machen. Im Zweifelsfalle was zu Essen, ein Buch mitzunehmen und ein bisschen mit den Schwestern zu plauschen.

Daraus wird dann gleich ein riesen Skandal. Denn wie kann der Bischof nur nach Limburg zurückkehren. Er wurde doch von Rom aus dem Bistum verbannt und wird gesteinigt, wenn er offiziell einen Fuss über die Grenzen des Bistums setzt. Nebenbei, dass letzte mal, als in Deutschland Geistliche im Exil leben mussten, war im Kulturkampf. Aber das nur nebenbei.

Auf jeden Fall weiss die FAZ auch noch mehr. Nämlich wie viel der Fahrer des Bischofs verdient. Soviel wie ein Weihbischof. Ich weiss ja nicht, wie viel ein Weihbischof verdient. Ich halte das aber für ein bisschen unwahrscheinlich. Wobei ich es durchaus gerecht fände, wenn der Mann, den ich persönlich kenne, ein anständiges Gehalt bekommt. Der Job ist schon unter normalen Umständen auslaugend, unter den Limburger Umständen extrem hart.

Aber die FAZ ist sogar noch klüger. Denn der Bischof regiert immer noch im Bistum mit und scheucht seinen Generalvikar heimlich rum. Was mich zu folgenden Fragen überleitet: 1. Woher weiss die FAZ das? Kooperiert sie mit der NSA oder was. 2. Für wie blöd hält sie den Bischof? 3. Für wie blöd hält sie den Generalvikar? Eine solche Ansammlung von Dummheit findet man sonst nur ... naja, wir wollen ja niemanden beleidigen.

Was sagt eigentlich das Bistum dazu. Das reagiert sogar ziemlich schnell und erklärt:
Dazu ist zu erklären, dass Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst nicht suspendiert ist. Der Bischof ist gelegentlich aus persönlichen Gründen kurz in Limburg. Mit Blick auf das Bullettino vom 23. Oktober 2013 wird Bischof Tebartz-van Elst eine Zeit außerhalb der Diözese gewährt. Der Bischof ist also nicht aus Limburg verbannt oder von Rom ins Exil geschickt worden. Er darf in Limburg sein und er ist der Bischof der Diözese.
Belassen wir es dabei.

FAZ-Artikel hier.
Klarstellung des Bistums hier.
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