Donnerstag, 4. Dezember 2014

Ökumene zur Orthodoxie macht nur wenige Fortschritte

Trotz des Besuches von Papst Franziskus beim Patriarchen von Konstantinopel geht der Dialog zwischen der Katholischen und den Orthodoxen Kirchen nur schleppend voran.

Russisch-Orthodoxe bremsen


Dafür gibt es zwei Gründe. Zum ersten das Verhältnis zwischen der Katholischen und der Russisch-orthodoxen Kirche. Während sich die Päpste mit den Patriarchen von Konstantinopel in den letzten Jahrzehnten mehrfach getroffen haben, gab es bisher noch keine Zusammenkunft mit dem Moskauer Patriarchen. Wenngleich gerade in sozialen und moralischen Fragen viele Überschneidungen vorliegen, tritt die größte orthodoxe Kirche stark auf die Bremse.
Neben theologischen Gründen geht es dabei auch um die Frage von Einflusssphären. So reichen einige unierte Kirchen Roms weit in den russisch-orthodoxen Einflussbereich hinein. Besonders die Griechisch-Katholische Kirche in der Ukraine ist zum Stein des Anstoßes geworden. Dies hat das Moskauer Patriarchat nun wieder betont, als es dieser unierten Kirche vorwarf, in der Ukraine auf Seiten einer Konfliktpartei zu stehen und "Schismatiker", also von Moskau getrennte orthodoxe Kirche, zu fördern. Die Griechisch-Katholischen Kirche solle sich politisch neutral verhalten, so der Wunsch des Patriarchats, dann könne man auch leichter mit Rom reden. Dazu muss man bemerken, dass diese unierte Kirche überwiegend in der westlichen Ukraine vertreten ist, also auch in der am stärksten pro-westlichen Region der Ukraine.
Das man in Moskau versucht, mit dem Ökumene-Argument sowohl kirchliche Politik zu machen - keine Unterstützung anderer orthodoxer Kirchen auf dem Gebiet des Russischen Patriarchats - und auch säkulare Politik - keine Unterstützung einer pro-westlichen Regierung - diesen Eindruckes kann man sich nicht erwehren.

"Dialog der Wahrheit" langsamer als "Dialog der Liebe"


Ein anderer Grund für den schleppenden Dialog ist eine Unterscheidung in verschiedene Aspekte der Diskussion. Das präzisierte Kardinal Koch, der Ökumene-Beauftragte des Vatikans, neuerdings. Demnach gebe es einen "Dialog der Liebe", diesem habe der Papstbesuch gedient. Einen "Dialog der Wahrheit" gebe es auch, der werde aber von einer theologischen Kommission abgewickelt. Und dort sei es bei der letzten Vollversammlung zu Meinungsverschiedenheiten gekommen, besonders die Orthodoxen hätten Nachholbedarf an den behandelten Dokumenten angemeldet. Zu einer erneuten Vollversammlung werde es wohl erst 2017, nach der Panorthodoxen Synode, kommen, so Koch.

Links zum Thema

Russisch-Orthodoxe noch nicht bereit für Papsttreffen (kath.net)
Vatikan: Nächste große Dialogrunde mit Orthodoxie erst 2017 (kathweb.at)

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