Mittwoch, 26. November 2014

Plaßmann-Challenge. Christ, und was macht man da so?

Die katholische Bloggerszene hat die Plaßmann-Challenge ausgerufen. Blogger nehmen dabei Stellung zur Frage "Christ, und was macht man da so?". Ich möchte mich bei der Antwort auf auf drei basale Verben konzentrieren: glauben, hoffen, lieben.

© Thomas Plaßmann
Der Spruch, was man als Christ so macht, erscheint dem Betrachter, der selber Christ ist, natürlich schonmal schräg. Die Kollegin Raschelmaschine vom Blog Gardinenpredigerin hat sich entsprechend zu gelehrten Ausführungen aufgemacht, den Machen-Begriff zu dekonstruieren und kam am Ende zur Erkenntnis, als Christin trage sie in der Kirche einen Hut. So wird sie mich sicher tadeln, da glauben, hoffen und lieben keine Verben im eigentlichen Sinne sind, sondern eher Prinzipien und Gefühle, die sich in konkreten Handlungen entfalten. Ich gehe aber meinethalben flapsig davon aus, auf die Frage, was man so mache, kann man mit jedem Verb antworten, das man mit einem Nomen + machen umschreiben kann: Sich von Gott ein Bild machen – glauben, sich Hoffnung machen - hoffen, Liebe machen – ok, schlechtes Beispiel, das ist der Sex. Dann fangen wir auch damit an, also mit der Liebe.

Der in uns die Liebe entzünde

Liebe gehört zum Christentum. Jesus war kein stoischer Weiser, der sich teilnahmslos – muss ja – hat ans Kreuz schlagen lassen, sondern der Gott-Mensch, der sich aus Liebe hingegeben hat. Liebe oder, als Verb, lieben ist also nicht unmittelbar sichtbar wie der Hut der Mitbloggerin, sondern es ist nur mittelbar erfahrbar in dem, wie sie sich ausdrückt, bei Christus final am Kreuz. Dennoch ist sie ein zielgerichtetes und bewusstes Wirken, das den Menschen und seine Umgebung verändert. Dabei ist gerade das berühmte „Liebe machen“ als freundliche Umschreibung für den Sexualakt mittlerweile euphemistisch, hat es doch in der Wahrnehmung der Gesellschaft immer weniger mit Liebe, sondern immer mehr mit Lust zu tun. Für den Christen ist diese Handlung aber nur dann wertvoll und schön, wenn sie mit von einander liebenden Partnern ausgeführt wird, so wie die Wirkung des Liebens allgemein jede Handlung veredelt.

Diese Veredelung ist beim Christen dem Anspruch nach besonders hoch. Denn der Christ liebt in einer schwierigen Hierarchie: Gott, den Nächsten und sich selbst. In der Regel, da tun wir mal nicht so, geht das eher: Sich selbst, den Nächsten (Familie, Freunde), Gott, die Nächsten (der ganze Rest). Der Christ, so der erste Punkt, liebt also im höchstmöglichen Anspruch von Liebe.

Der in uns die Hoffnung stärke

Der Christ hofft auf Christus. Er hofft auf das, was Christus angekündigt hat: Dass er Auferstehen wird, dass er Wiederkommen wird in Herrlichkeit und zwischenzeitlich bei den Seinen sein wird. Er hofft, all das möge wahr sein, denn nur so kann er sein Leben als Christ wirklich entfalten. Denn wenn er auf Christus hofft, so kann er zugleich auf ein gelingendes Leben hoffen und von daher in Aktion treten. Die Hoffnung auf Christus gibt ihm die Perspektive, aktuelle und spätere Niederlagen und Probleme zu ertragen und durchzustehen, zugleich aber auch, Erfolge sich nicht allein selber zuzuschreiben, sondern die Perspektive des anderen, der ihn begleitet und ihn stützt, zu bewahren und sich als Beschenkter zu wissen. Wer in Gott hingegen nur den großen Uhrmacher sieht, der einmal das Universum aufgezogen hat und sich jetzt bei einem Earl-Grey-Tee (Milch, kein Zucker)den Spass ansieht, der wird nicht als Christ hoffen und handeln können.

Der ins uns den Glauben vermehre

Im Hebräerbrief steht: Glauben ist Festhalten in dem, was man erhofft. Glauben und Hoffen sind also eng aufeinander bezogen. Während sich die Hoffnung vor allem auf das bezieht, was Christus angekündigt hat, bezieht sich der Glaube vor allem auf das, was Christus ist. Weil wir Christus glauben, was er von sich selbst gesagt hat, können wir hoffen, dass sich erfüllt, was er angekündigt hat und weil wir so hoffen, entfaltet sich der Glaube an Christus immer weiter und immer wieder neu in unserem Leben. Im Glauben machen wir uns ein Bild von Jesus und schreiben ihm bestimmte Eigenschaften zu. Es geht dabei aber nicht darum, wie Christus ausgesehen hat, sondern darum, was konnte und wer er war. Wunder konnte er vollbringen, Sünden vergeben und, ganz wichtig, auferstehen. So wies er sich als Gott aus. Nur wenn wir als Christen glauben, dass das stimmt, und Christus diese Macht wirklich zukam und immer noch zukommt, wenn er wirklich Gott ist, dann können wir auch glauben, dass er uns erlösen und in unserem Leben wirkmächtig handeln kann.

Christus ist Orientierungspunkt

Dem geneigten Leser katholischer Provenienz wird sicher aufgefallen sein, dass sich die genannten Begriffe am Rosenkranzgebet orientieren, sodass man auch auf die Plaßmann-Frage die Antwort geben könnte: Noja, wir Katholiken beten den Rosenkranz. Wäre auch richtig. Denn die ersten Gebete des Rosenkranz zeigen, dass es auf die Antwort, was man als Christ so macht, weniger darum geht, was man konkret tut, sondern darum, woran man sich orientiert. Richtet man sich auf Christus und die von ihm bewirkten Tugenden aus oder pfeift man fröhlich drauf, macht keine Liebe mehr, sondern hat nur noch Sex; meditiert man sich ins Nirwana oder hofft man auf die Erlösung durch Christus, daran glaubend, dass im Gottmenschen Jesu die Rettung liegt und nicht bei uns selbst.
Was macht man so als Christ? Sich in Glaube, Hoffnung und Liebe ausrichten auf Christus.

Alle Beiträge der Plaßmann-Challenge hier.

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