Samstag, 2. August 2014

Sind Handys auch religiöse Orte

Foto: WikiCommons Paul Kocialkowski 
Auszüge aus einem Artikel auf hinsehen.net hier.

Handys, besonders Smartphones, sind heute allgegenwärtig. Wer z.B. am Frankfurter Hauptbahnhof an einem Gleis steht, dem wird auffallen, dass der größte Teil der Wartenden auf einem Smartphone herumtippt, oft noch mit Hörstöpseln im Ohr. Das Smartphone wird nicht nur sehr häufig verwendet, sondern auch für alles Denkbare benutzt. Für das Schreiben von SMS oder per WhatsApp, Facebook, Bilder machen und verschicken, Videos schauen oder als Navi. Wenn das Smartphone aber mittlerweile alle Lebensbereiche erobert hat, kann es dann auch als Instrument oder als Ort religiöser Andacht genutzt werden?

Smartphones können eine religiöse Atmosphäre schaffen

Zunächst kann ein Smartphone eine Atmosphäre religiösen Bezuges erzeugen. Das Smartphone kann z.B. seinen Besitzer von der Außenwelt abschotten, indem es bestimmte religiöse Musik vorspielt, die über die Kopfhörer übertragen wird und die alltägliche Geräuschkulisse abdämpft oder sogar ausblendet. Es kann zudem Videos oder Bilder zeigen, auf die sich der Betrachter konzentrieren und sich damit in andere Räume, zumindest gedanklich, zurückziehen kann. Entsprechend kann es ihm natürlich auch religiöses Material zur Verfügung stellen. Neben besagten Bildern und Videos auch religiöse Texte, die die Andacht fördern. Neben geistlicher Literatur auch die Tageslesung oder eine Stundenbuch-App. Sie kann sogar liturgieförmige Züge im Austausch mit anderen Gläubigen tragen, z.B. wenn man via Twitter eine Terz betet, eine Terz als Teil des Stundengebetes und dabei Psalmverse, Sinnsprüche und Gedanken dazu twittert. Da Handys dieser Tage intensiv für alles Mögliche genutzt werden, aber oft kaum mehr für das telefonieren, kann an dieser Stelle auch noch daran erinnert werden, dass man sich damit natürlich auch über religiöse Themen mit einem anderen oder mehreren Gesprächspartnern austauschen kann. Es bietet also auch Räume des Gespräches.

Die Sakramente sind die Grenzen des Smartphones

Hier aber stößt das Smartphone an seine Grenze. Denn es bietet zwar z.B. die Möglichkeit, mit einem Priester zu telefonieren, aber es ermöglicht nicht die Beichte. Die Absolution kann der Priester nur dem direkt Anwesenden erteilen und nicht über den Äther. Die Sakramente setzen also dem Smartphone seine Grenzen. Die Kommunion kann nicht digital empfangen oder per Amazon bestellt, die Firmung nicht via Touchscreen gespendet werden. Die Sakramente als unmittelbarste Formen der Gottesbegegnung bleiben dem Smartphone verwehrt.

Kommentare :

  1. Ein Kuriosum: Ein "fahrender Priester", der Sonntags mehrfach zelebrieren musste und dem somit wenig Zeit für das Beichthören blieb, hörte auch schon mal per Handy die Beichte - und spendete die Absolution dann, sobald er ankam. Funktioniert vermutlich nur, sofern es lediglich ein einzelner Pönitent ist.

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  2. Gott sei DANK! Wenigstens die Sakramente ...

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