Freitag, 1. August 2014

Ich will aber immer noch ... Johannes zu Eltz meldet sich mal wieder zu Wort

Bei manchen Menschen fragt man sich, ob sie nur stur oder langsam schon  dumm sind. So z.B. beim Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz, der sich jetzt mal wieder mit einem "Zwischenruf" zu Wort gemeldet hat. 

In einem Artikel des Journals Frankfurt resümiert zu Eltz zum x-ten mal über die Lage in Limburg und die Schreckensherrschaft unter Bischof Tebartz-van Elst. Dabei packt er nicht nur alle gängigen Klischees wie Verletzungen, Lügen und Kirchenaustrittszahlen aus - an denen durchaus auch was dran ist - sondern holt auch seine alten Forderungen aus dem "Ich, von Gottes und des Kirchenvolks Gnaden Stadtdekan von Frankfurt"- Fundus. Kern dieser Forderung ist natürlich, dass er als Domkapitular weiterhin mitbestimmen will, besonders bei der Wahl des neuen Bischofs. Er scheint ohnehin etwas angefressen, weil Rom ihm einfach einen neuen Chef vor seine adelige Nase gesetzt hat, ohne ihn zu fragen und dieser Chef sich gerüchteweise auch noch weit weniger auf seiner Pontifikalen  herumtanzen lässt als Tebartz-van Elst. So fordert er also nochmal nachdrücklich gen ultra montes, er wolle den Bischof mitwählen. Und stellt auch gleich noch ne Liste auf, wie denn der neue Hirte sein soll. Es fehlte nur noch, dass er ergänzt, der neue Bischof solle sich bitte nicht in Frankfurt einmischen.

Abschließend singt er dann noch einmal ein Lob der Kritik, wonach das Bistum Limburg vor allem Leute braucht, die rumnörgeln können. Diese Meinung ist nebenbei sehr verbreitet, auch andere kirchliche Mitarbeiter halten es für eine Primärtugend kirchlichen Dienstes, alles besser zu wissen. Es ist sicherlich förderlich, von "kritischen, begabten und tüchtigen Leuten" umgeben zu sein. Aber noch bewirkt das eine nicht das andere. Offenbar scheint sich Johannes zu Eltz allerdings aktuell auf seine Fähigkeit zu kritisieren mehr einzubilden als auf seine durchaus auch vorhandenen Begabungen.

Und damit sind wir bei der Ausgangsfrage angekommen. Ist der Stadtdekan schon langsam dumm oder nur stur. Ich plädiere für letzteres. Er ist stur, weil er hofft, sich an die Spitze einer Bewegung im Bistum zu setzen und damit weiterhin oben mitspielen zu können, auch wenn er irgendwann abgesägt wird. Denn es wird immer mehr klarer, wer so redet, der sieht in den regulären kirchlichen Strukturen von Kapitel und Bischof keine Aufstiegsmöglichkeiten mehr.

Den Artikel kann man hier nachlesen.

Kommentare :

  1. Aus dem Zeitungsartikel: »…Über das Limburger Schlachtfeld wird nicht einfach Gras wachsen…«

    Ganz richtig erkannt!
    Es kommt nämlich, sobald das Gras nur ein kleines Stück gewachsen ist, ein bestimmtes Schaf bzw. ein bestimmter Bock aus Frankfurt und frißt es wieder ab.

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  2. Man mag der Einschätzung in diesem Blog zustimmen oder auch nicht. Es ist auf jeden Fall ein sprachliches und gedankliches Vergnügen es zu lesen. Danke!

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    1. Vielen Dank für die lobenden Worte.
      Ich wünsche Ihnen auch weiterhin viel Freude beim Lesen und freue mich meinerseits auch über kritische Würdigungen meiner Beiträge.

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  3. So wie der Artikel in dem Blog geschrieben ist, zeugt dieser aber auch nicht von Demut. - Entweder jemand fordert Demut und ist dann selbst demütig - dann ist die Wortwahl eine andere - oder aber aus der Demut heraus bleibt dieser Ausruf ganz weg.

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    1. @Braut Christi:
      Insoweit Demut eine Tugend ist, die allgemein und nicht nur für diesen Blog für jeden Christen gilt, kann man Ihre Darlegung auch auf jeden Christi anwenden. Ich sehe es aber nicht als meine Aufgabe an, alles zu beschweigen. Wohl ist es aber wichtig, das Maß bei den Ausführungen zu halten und während des Schreibens nicht selber zu meinen, alles besser zu wissen. Insoweit ist dieser Beitrag sicherlich nicht die Spitze der Demut, ich war mir aber während des Schreibens sehr wohl bewusst, nicht alles oder alles besser zu wissen und habe mich von daher auch um eine maßvolle Formulierung im Rahmen des etwas ironischen Stils bemüht. Sollte ich mich gegenüber Stadtdekan zu Eltz geirrt haben - und sie da etwas wissen - oder sollten sie wissen, wie man demütig diesen Artikel besser hätte verfassen können, lasse ich mich gerne eines Besseren belehren. Ich hoffe, das entspricht dann Ihrer Vorstellung von Demut etwas mehr.

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    2. Ich hätte einen Namen dazu schreiben sollen. Mit meinem Posting ist Johannes zu Eltz gemeint. Hat er bei seiner Priesterweihe etwa nicht Gehorsam gegenüber dem Bischof versprochen? Dazu gehört manchmal schon ein Stückchen Demut! Jemand, der (anscheinend) alles besser als der Bischof weist zeigt keine Demut.

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