Sonntag, 10. August 2014

Die Bank der Deutschen? Gedanken zu den Türmen der Deutschen Bank

Foto Wiki Commons Raimond Spekking
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Die zwei Bürotürme der Deutschen Bank in Frankfurt werden umgangssprachlich als „Soll und Haben“ bezeichnet. So könnte man sagen, beide Türme stehen für das, was die Deutsche Bank sein soll und für das, was wir an ihr haben.

Wie keine andere Bank in Deutschland steht die DB für diesen Glauben an den Kapitalismus. Nicht Recht und Moral, sondern der Erfolg ist der Leitstern dieses System, dessen Götze das Geld ist. Vom Geld kommt das Heil, es ist die letzte, die absolute Größe, über der nichts anderes gedacht werden kann.

Manipulation als Geschäftsmodell

So schön das Gebäude inmitten des Frankfurter Bankenviertels steht, das Geldhaus ist weltweit auch dabei, wenn der Goldpreis manipuliert wird, wenn der tägliche Interbankenzins, also der Zinssatz bestimmt wird, entsprechend dem die Banken sich gegenseitig Geld leihen. Devisenkurse wurden beeinflusst. Und den Manipulatoren dann hohe Boni gezahlt. Das gilt auch bei anderen Banken. Wer zum Nutzen seines Arbeitgebers betrügt, wird entsprechend hoch dafür belohnt.
Das Gebäude glänzt weiter, obwohl die Bank längst ihren Glanz verloren hat. Niemand kann hineinschauen, denn die Fassade wirft jeden Lichtstrahl und jeden forschenden Blick zurück.

Der Erfolg heiligt die Mittel

Was soll die Deutsche Bank uns also sein und was haben wir an ihr? Die Deutsche Bank soll ein Unternehmen sein, das nicht nur für Deutschland als Wirtschaftsmacht steht, sondern auch für Deutschland als einem Land der Werte, besonders des Vertrauens. Doch stattdessen haben wir mit der Deutschen Bank ein Geldhaus, dessen Gebaren auf einen Erfolg ausgerichtet ist, von dem vor allem ihre Mitarbeiter profitieren. Die Kunden den Worten der Bank nach auch, aber das muss nicht unbedingt sein.

Im Zweifel dient man nur sich selber

Denn der Glaube an das Geld ist ein egoistischer Glaube. Mit Geld erwirbt man sich nicht in der Weise das Heil, indem man viel gibt, sondern nur, indem man viel zusammenrafft. Das kann auch den Kunden zugute kommen. Doch im Zweifelsfall wird der eigene, kurzfristige Gewinn dem langfristigen Wohl des Kunden vorgezogen. So ist das, was wir an der Deutschen Bank haben, weit weniger, als sie sein soll. Die Türme, von gleicher Höhe, spiegeln es nicht wider. Moralisch sind Soll und Haben bei Weitem nicht ausgeglichen.

Text: Eckhard Bieger S.J. & Maximilian Röll

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