Freitag, 15. August 2014

Diadochus: die erhabende Wirkung des Wortes Gottes

67) Gewiß sind alle Gnadengaben unseres Gottes überaus gut und Vermittler jeglicher (göttlichen) Güte. Nichts aber entflammt unser Herz und regt es so sehr zur Liebe zur Güte Gottes an wie das Gott kündende Wort.

Da es nämlich ein früher Sproß der Güte Gottes ist, schenkt es der Seele ohne Zweifel auch erste Gaben. Zunächst nämlich veranlaßt es uns, freudig jegliche Liebe zu diesem Leben zu verachten, da wir ja anstelle vergänglicher Begierden die Worte Gottes als unaussprechlichen Reichtum besitzen. Daraufhin läßt es unseren Geist erstrahlen durch das Feuer der Umgestaltung. Darum macht es ihn auch zum Gefährten der dienenden Geister.

So wollen wir also, Geliebte, gehörig marschieren, die wir für diese Tugend vorbereitet wurden — für jene prächtige Tugend, welche alles überblickt, Vermittlerin jeglicher Sorglosigkeit ist, den Geist im Glanz unsagbaren Lichts mit den Worten Gottes nährt, und welche — um mich kurz zu fassen — die geistige Seele mittels der heiligen Propheten zu untrennbarer Gemeinschaft mit Gott, dem Wort, vermählt. So will die göttliche Brautführerin — o welches Wunder! — auch bei den Menschen die Machttaten des Herrn weithin vernehmbar besingen, indem sie (ihnen) die göttlichenWorte in den Mund legt.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Bd. 1

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