Dienstag, 1. Juli 2014

Hochwürden Hartmann, Sakramentenlehre Sechs, setzen!

Vor einiger Zeit hatte sich der fränkische Pfarrer Stefan Hartmann medienwirksam zu seiner unehelichen Tochter Katharina - aktuell 24 - bekannt. Wenngleich mir das etwas zu aufmerksamkeitsheischend war, so ist es doch zu begrüßen, wenn ein Priester zu seinen Fehlern - einer Beziehung im Zölibat - und den Folgen steht, zumal wenn diese Folge ein Kind ist - Kinder sind grundsätzlich zu begrüßen.

Nun war der gnädige Herr aber der Meinung, dass es weder ihm noch seiner Tochter zuzumuten sei, dass er weiterhin im Zölibat leben muss und bat deswegen den Papst, ihn davon zu dispensieren. Natürlich wiederum medienwirksam, um Druck aufzubauen. Die Reaktion des Vatikans war, welche Überraschung: gar keine. Er werde keine Antwort aus Rom erhalten, teilte ihm sein Erzbischof mit.

Dabei ist interessant, dass Hochwürden der Meinung war, man würde ihn in Rom einfach mal so vom Zölibat dispensieren und bekommt denn auch gleich von der Zeitung sekundiert, es gebe doch auch andere Priester, die nicht im Zölibat leben würden, z.B. konvertierte evangelische Pastoren. Was die Redakteure nicht wissen und Pfarrer Hartmann offenbar fröhlich ignoriert: Die Weihe ist ein Ehehindernis, die Ehe aber kein Weihehindernis. Das Zölibat entfaltet diese sakramentale Lehre nur, indem es festlegt, dass Männer - in aller Regel - nicht verheiratet sein dürfen, wenn sie geweiht werden wollen. Dessen ungeachtet dürften selbst nach Aufhebung des Zölibats bereits geweihte Priester nicht heiraten. Augenfälligstes Beispiel hierfür ist der ständige Diakon. Für diesen ist das Zölibat aufgehoben, er darf verheiratet sein. Erneut heiraten - wenn seine Frau verstorben ist - darf er hingegen nicht.

Artikel-Trierischer Volksfreund hier.

1 Kommentar :

  1. Wichtiger Hinweis! Ich habe das auch schon öfter in fb-Diskussionen eingebracht, wo so locker flockig die Aufhebung des Zölibats gefordert wird. Aber dort wird immer davon ausgegangen, dass dies dann für alle Priester gilt, egal was sie jemals gelobt und versprochen haben. Dann ist auch die Diskussion über den "freiwiligen" Zölibat obsolet. Denn auch dieser will einmal "versprochen" werden. Und was, wenn dieser Zölibatär dann doch heiraten will? Dann gilt sein Versprechen nichts mehr? Oder soll dann ein Gelübdenichtigkeitsverfahren gestartet werden, weil der junge, seelisch unreife Priester damals nicht so genau wusste, was Ehelosigkeit bedeutet? Und was bedeutet das dann für das Eheversprechen? Die Aufhebung der Verbindung von Priestertum und Zölibat bedeutet in Wirklichkeit die vollständige Aufhebung des Zölibats. Dann kann ein Priester vielleicht noch als Single leben, oder als geschiedener Single. Aber ein Zeichen ist das dann nicht mehr.

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