Freitag, 4. Juli 2014

Gleichheitsblüten aus dem Arbeitsmarkt

Folgende schöne Gleichheitsblüten aus Stellenausschreibungen habe ich gefunden:
Chancengleichheit ist Bestandteil unserer Personalpolitik. Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt.
Frauen werden nach Maßgabe des Landesgleichstellungsgesetzes bei gleicher Qualifikation bevorzugt berücksichtigt. Schwerbehinderte und nachweislich gleichgestellte Menschen werden bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung besonders bevorzugt.
Die Reihenfolge der Gleichen ist also (absteigend): Behinderte Frau, behinderter Mann, Frau, Mann.

Während ich es bei Behinderten verstehen kann - die haben es zumeist schon schwer genug - finde ich die Bevorzugung von Frauen vor Männern ein Unding. Was kann ich dafür, dass Frauen bis vor wenigen Jahrzehnten benachteiligt wurden. Faktisch werde ich als Individuum diskriminiert, um eine statistische Massendiskriminierung langsam aufzulösen. Es zählt also die Gruppe mehr als das Individuum und eine Ideologie mehr als echte Chancengleichheit. Ich weiss nicht, wer damit das größere Problem hat: Die Männer, weil sie benachteiligt werden oder die Frauen, weil damit ihr eigenes Projekt der Emanzipation ad absurdum führen.

Und was ist überhaupt, wenn ich mich als biologischer Mann als Frau fühle. Dann werde ich doch auch bevorzugt behandelt? Oder sind die Frauenbeauftragten immer noch so rückständig biologistisch, dass sie an überholten Geschlechterfestlegungen hängen?

1 Kommentar :

  1. Ganz einfach: Neben dem biologischen Geschlecht (sex), das man unwillkürlich durch Geburt aufgedrückt kriegt, und dem sozialen Geschlecht (gender), das man willkürlich durch Erziehung aufgedrückt kriegt, wird für solche Fälle das ökonomische Geschlecht (genus) eingeführt, das man durch freien Entscheid selbst annimmt. So kann man als biologischer Mann in den Genuss der ökonomischen Frauenförderung kommen. Alles andere wäre der Freiheit des Individuums abträglich, ja sogar ständestaatliche Rückständigkeit: schließlich würden so ja Herkunft und Geburt über die Eignung eines Kandidaten entscheiden. Modern ist das nicht, im Gegenteil, sondern übelstes Mittelalter.

    AntwortenLöschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...