Mittwoch, 16. Juli 2014

Despotie und Duckmäusertum - mein neues Lieblingsbuch zur Causa Tebartz-van Elst


Mit dem Umzug von Bischof Tebartz-van Elst nähert sich die Causa Limburg dem zweiten Schritt ihres Abschlusses. Da muss man sich als konsequenter Hierarchiekritiker und Kirchenpolitiker natürlich beeilen, Schreckgespenster an die Wand zu malen und Lösungswege aufzudrängen, bevor in Rom die Limburger Akte geschlossen wird.

Deswegen hat jetzt Joachim Valentin ein Buch herausgegeben. Genau, der Joachim Valentin, der schon die Veranstaltung im Haus am Dom "Aufräumen nach dem Knall" so herausragend gut gemanagt hat und in der ganzen Republik niemanden finden konnte, der pro-Tebartz ist. Glücklicherweise hat er sich, wie schon damals, deutlich leichter damit getan, Kritiker des Limburger Bischofs zu finden und deren Beiträge zwischen zwei Buchdeckel zu zwänge. Herausgekommen ist ein tolles Werk mit dem Titel: "Der 'Fall' Tebartz-van Elst. Kirchenkrise unter dem Brennglas." Darin kommen ebenso eloquente wie unbelastete Zeugen der Krise wie Johannes zu Eltz zu Wort, der als Frankfurter Stadtdekan mutig bei der Befreiung der Diözese von ihrem Bischof vorangeschritten ist. Daneben dürfen Medienwissenschaftler die eigene Klientel - eben die Medien - weitgehend frei sprechen und die persönliche Hetze gegen den "Protzbischof" (Focus) für im Prinzip gut und richtig erklären. Natürlich darf sich auch Daniel Deckers zu Wort melden und mit dem Richtschwert eigener Unfehlbarkeit auf alles dreinschlagen, was nicht in sein Konzept von Kirche passt.

Es bleibt abzuwarten, ob sich zumindest die genannten Herren mit diesem Werk einen Gefallen tun. In Rom scheint man aktuell nicht der Meinung zu sein, Deckers flotte Feder bei Bischofswahlen berücksichtigen zu müssen; und wie lange Johannes zu Eltz noch im Schatten des Frankfurter Doms Vizekönig sein darf, wird sich auch noch weisen. Die Rechnungen kommen eben erst am Ende an und der Vatikan schreibt sie. Das neueste Werk der Eigenkirchenbegehrer wird dort hoffentlich nicht allzu ernst genommen. Man will den Herren ja nicht böses.

Eine Zusammenfassung des Buches gibt es auf katholisch.de hier.

Kommentare :

  1. Ein (vor) letztes Aufschäumen der Wutlimburger um Valentin und zu Eltz.
    Dieses Elaborat mit tendenziös zu umschreiben, dürfte geschmeichelt sein.
    Vermutlich wird es ein Bestseller, doch das ist wahrlich kein Qualitätsnachweis.
    Man sollte Bischof Tebartz - van Elst raten, seine limburger Erinnerungen zu schreiben.

    AntwortenLöschen
  2. Die Erinnerungen des Bischofs sind sicher spannend.
    Mal schaun, vllt. gibt es die ja in ein paar Jahren.

    AntwortenLöschen
  3. Diese Buchveröffentlichung soll offenbar dazu beitragen, zu verhindern, dass Bischof Tebartz-van Elst neuer Erzbischof von Berlin wird....

    (siehe hier:
    http://mightymightykingbear.blogspot.de/2014/07/keine-atempause-geschichte-wird-gemacht.html
    und hier:
    http://mightymightykingbear.blogspot.de/2014/07/keine-atempause-geschichte-wird-gemacht_17.html )

    AntwortenLöschen
  4. Ernst gemeintes P.S.: Gelinde gesagt befremdlich finde ich es, dass die Kirchenzeitungen der Bistümer Mainz, Fulda und eben auch Limburg dieses Buch als Abo-Prämie 'raushauen:

    http://www.kirchenzeitung.de/content/%E2%80%9Eeben-langt%E2%80%99s%E2%80%9C

    AntwortenLöschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...