Donnerstag, 5. Juni 2014

Geistliche Askese ist was für Fitte

45) Wie der Leib, wenn er von der Fülle der Speisen beschwert wird, den Geist gewissermaßen feig und schwerfällig macht, so macht er auch den beschauenden Teil der Seele am Ende finster und wortkarg, wenn er durch viel Enthaltsamkeit kraftlos ist.
Man muß also für die Bewegungen des Leibes auch die Nahrung bereitstellen. So kann er, wenn er gesund ist, geziemend in Zucht genommen, wenn er aber schwach ist, maßvoll verwöhnt werden. Nicht darf nämlich der Kämpfer leiblich schwach sein, sondern er muß, soweit nötig, dem Kampf gewachsen sein, damit selbst durch die Mühen des Leibes auch die Seele geziemend gereinigt werde.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Band 1.

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