Dienstag, 3. Juni 2014

Diadochos: Das Gute, das man meiden und die Begierde, die man hassen soll

43) Gewiß müssen die Kämpfer alle vernunftwidrigen Begierden so sehr hassen, daß ihnen der Haß wider sie zur inneren Haltung wird. Doch sollen sie die Enthaltsamkeit bezüglich der Speisen derart befolgen, daß nie jemand zum Abscheu gegenüber einer dieser Speisen gelangt. Dies nämlich ist zu verwünschen und ganz dämonisch.
Wir enthalten uns ja nicht von diesen Dingen, da sie etwa schlecht wären; das sei ferne! Vielmehr wollen wir, indem wir uns die meisten Nahrungsmittel versagen, die leidenschaftlich erregten Glieder des Fleisches gebührend in Zucht halten. Und schließlich soll unser Überfluß den Armen zum ausreichenden Lebensunterhalt werden, was ein Kennzeichen einer lauteren Liebe ist.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Band 1.

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