Donnerstag, 1. Mai 2014

Wer durch das Wirken der Gnade Gottes dazu gebracht wird, lebt fern von der Welt

40) Daß der Geist, wenn er unter den starken Einfluß des göttlichen Lichtes zu geraten beginnt, gewissermaßen ganz durchsichtig wird, so daß er sein eigenes Licht reichlich zu sehen vermag, daran darf man nicht zweifeln. Dies nämlich geschieht durchaus, wenn die Kraft der Seele die Leidenschaften bezwingt. Daß aber alles von der Arglist des Feindes stammt, was dem Geist in Form einer Gestalt erscheint, sei es als Licht oder als Feuer, das lehrt uns der Gottkünder Paulus ausdrücklich, wenn er sagt, daß sich der Feind in einen Engel des Lichts verwandelt. Es darf also niemand in dieser Hoffnung das asketische Leben verfolgen, damit dadurch nicht der Satan die Seele bereit finde, sich von ihm mit fortreißen zu lassen. Vielmehr sollen wir lediglich dazu gelangen, Gott mit jeglicher Empfindung und Fülle des Herzens zu lieben, d. h. mit ganzer Seele, mit ganzem Herzen und mit all unserem Denken» Denn wer durch das Wirken der Gnade Gottes dazu gebracht wird, lebt fern von der Welt, auch wenn er sich in der Welt befindet.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, in: Philokalie, Band 1.

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