Mittwoch, 26. März 2014

Zu welchem Schluss kommt der Bericht der Limburger Untersuchungskommission

Ich habe schonmal in den Bericht hineingesehen. Ganz durch werde ich ihn wohl eher nicht durchackern, 106 Seiten sind ja schon eine Menge. Den Bericht kann man hier studieren und dort gibt es eine Lesehilfe. Neben ein paar anderen Kapiteln habe ich die Zusammenfassung. Hier die letzten vier Absätze, die es in sich haben:
Nach den Feststellungen der Prüfungskommission weis t der Ablauf der verschiedenen Pro- zesse zur Vorbereitung und der anschließenden Durch führung der Baumaßnahme keine klare organisatorische Zuständigkeit auf d.h. keine klare Abgrenzung von Aufgaben und Kompe- tenzen, da das Bistum Limburg, das Domkapitel und d er Bischöfliche Stuhl bis zum Erlass des Statuts im Jahre 2003 als Einheit gesehen wurden.
Die Entscheidung, mit minimalem Budget an dieser Stelle zu bauen, belastete das Projekt von Anfang an. Mit Übernahme der Bauherrenschaft durch den Bischöflichen Stuhl haben der Bischof und sein Stellvertreter ein in sich geschloss enes System geschaffen, in das auch Auf- tragnehmer integriert wurden (z. B. vertragliche Ve rpflichtung zur Verschwiegenheit). Das systematische Fehlen von Vorgaben sieht die Prüfung skommission als Indiz für den intensi- ven Wunsch des Bauherrn, seine Anforderungen und th eologischen Vorstellungen und Ziele ins Bauliche ohne Kostenkontrolle umzusetzen.
Den handelnden Personen gelingt keine situations- u nd bedarfsgerechte Lösung, der Wille zu einer unbedingt erforderlich offenen Kommunikation aller Fakten der Baumaßnahme mit kirchlichen Gremien sowie mit der Öffentlichkeit fe hlt. Kirchenrechtliche Bestimmungen und für den Bischöflichen Stuhl geltende satzungsmäßige Normen werden weitestgehend nicht beachtet (Zur Problematik des St. Georgswerkes vgl. Ziff. 2.4.5 und 6.3.6). Eigentlich im Bis- tum zur Verfügung stehende Kompetenzen werden syste matisch nicht genutzt. Die oben ge- machten Feststellungen haben zum fast völligen Fehl en der zur Projektsteuerung erforderlichen Instrumente eines Bauherrn geführt.
Es kann zwar festgestellt werden, dass eine allseit s als achtbare und beachtliche Architektur- leistung gewertetes und gewürdigtes Bau-Ensemble en tstanden ist, das sowohl in seiner äuße- ren Gestalt als auch in seiner inneren Ausgestaltun g hohen fachlichen und ästhetischen Krite- rien gerecht wird. Seine Entstehung hat jedoch insg esamt gesehen – und zwar nicht nur im Hinblick auf seine bis zum 18.10.2013 aufgelaufenen Gesamtkosten von 30,717 Mio. € und seine komplizierten Entscheidungswege, sondern auch in seinen Auswirkungen auf die betrof- fenen Personen – einen sehr hohen Preis gefordert.

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