Sonntag, 2. März 2014

Pius XII. Eine Skizze

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Heute vor 75 Jahren ist Eugenia Pacelli zu Papst Pius XII. gewählt worden. Aus Anlass dieses Gedächtnisses widmet kath.net dem Papst ein kurzes Portrait. Das soll hier in Auszügen wiedergegeben werden:
"Der nächste Papst muss ein Heiliger sein oder ein Held." Das soll der damalige Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli nach dem Tod von Pius XI. (1922-1939) ausgerufen haben. Ob die Überlieferung stimmt oder nicht, muss offen bleiben. Fest steht: Drei Wochen später, am 2. März 1939, vor 75 Jahren, wählten die 63 im Konklave versammelten Kardinäle Pacelli als Pius XII. (1939-1958) zum Nachfolger seines Landsmanns. Ein Heiliger kann er nach dem Urteil der katholischen Kirche auch offiziell noch werden - ein Verfahren zur Seligsprechung läuft seit längerem. Als Held ist er nicht in die Geschichtsbücher eingegangen
Den Namen Pius wählte er, um die Verbundenheit mit seinem Vorgänger zu verdeutlichen. Von diesem unterschied ihn allerdings nicht nur seine feingliedrige Statur, sondern auch sein vorsichtig-abwägendes Naturell. Dies machte sich auch im Verhalten gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland bemerkbar, wenngleich beide Hitlers Kriegspolitik und Rassenwahn zutiefst ablehnten.
"Pius XI. musste man bremsen, Pius XII. drängen"
Pius XI. habe man bisweilen bremsen, Pius XII. drängen müssen, sagte ein Berater beider Päpste einmal mit Blick auf deren Agieren gegenüber Hitlers Deutschland. Schon die Wahl von Pius XII. stand im Schatten des heraufziehenden Weltkriegs: Zwei Wochen später, am 16. März, marschierte die Wehrmacht in der Tschechoslowakei ein. Im Sommer appellierte Pius XII. vergeblich an das Deutsche Reich und die Alliierten zum Frieden. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs war seine oberste Maxime dann die Überparteilichkeit. Hierbei dürfte nicht zuletzt das Scheitern der Friedensinitiative von Benedikt XV. im Jahr 1917 eine Rolle gespielt haben, an der Pacelli als Nuntius in München mitgewirkt hatte. Deshalb enthielt sich dieser Papst strikt eines öffentlichen und ausdrücklichen Protests gegen das nationalsozialistische Deutschland.
Unbestritten ist jedoch, dass Pius XII. durch seine Hilfe im Verborgenen Tausenden Juden das Leben gerettet hat. Seine Verteidiger führen an, dass seine öffentliche Zurückhaltung diese Hilfe überhaupt erst ermöglicht habe, dass offene Proteste die Lage der Juden nur noch verschlimmert hätten.
Familiär besser vorbereitet auf sein Amt hätte Eugenio Pacelli vermutlich kaum sein können. Er entstammte einer römischen Juristenfamilie, die seit zwei Generationen eng mit dem Papsttum verbunden war. Sein Großvater war Stellvertreter des päpstlichen Innenministers und sein Vater Anwalt am päpstlichen Ehegericht, der sogenannten Römischen Rota. Gefördert durch einen mit seinem Vater befreundeten Kardinal trat er 1904 in den Dienst des Heiligen Stuhls. Im April 1917 wurde er zum Nuntius in München berufen. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie wurde er im Jahr 1920 zusätzlich erster päpstlichen Botschafter beim Deutschen Reich; 1925 siedelte er endgültig nach Berlin über. Ende 1929 wurde er zurück nach Rom beordert, wo er 1930 das Amt des Staatssekretärs antrat.
Viele dieser Schreiben sind heute für den Alltag der Gläubigen nicht mehr von unmittelbarer Bedeutung. Bis heute geblieben ist jedoch die Liturgie der Karwoche, die auf eine Reform von Pius XII. in den 1950er Jahren zurückgeht. Bis dahin wurden etwa die Feier der "Osternacht" bereits am Vormittag des Karsamstag gefeiert.
Im Seligsprechungsverfahren erkannte der Vatikan Pius XII. im Dezember 2009 den sogenannten heroischen Tugendgrad zu. Damit sei kein historisches Urteil gefällt. Es werde lediglich bestätigt, dass dieser Papst die christlichen Tugenden Glaube, Liebe, Hoffnung in einer für seine Zeit vorbildlichen Weise gelebt habe, stellte der Vatikan dazu klar. Das kirchliche Urteil über Pius XII. ist somit endgültig, auch wenn er noch nicht selig- oder heiliggesprochen ist. Das historische Urteil hingegen bleibt vorerst kontrovers.
Ganzer Text bei kath.net hier.

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