Dienstag, 18. März 2014

Wie nützlich ist das Aufmerksame Gedenken an Jesus

32) Der gute Zuspruch (von seiten Gottes) liegt dann vor, wenn der Leib wach oder auch im Begriff ist, in einen schlafähnlichen Zustand zu verfallen, man dabei aber im glühenden Gedenken Gottes mit seiner Liebe gleichsam verschmolzen ist. Doch der verführerische Zuspruch (von seiten des Bösen) trifft stets dann zu, wenn der Kämpfer, wie gesagt, unter nur mittelmäßigem Gedenken Gottes in einen leichten Schlaf gefallen ist. Ersterer nämlich möchte die Seelen der Kämpfer der Frömmigkeit deutlich zur Liebe unter inbrünstiger Ausgießung der Seele aufrufen, denn er stammt von Gott. Letzterer besitzt die Gewohnheit, gewissermaßen im Wind der Täuschung die Seele hin und her zu bewegen, und versucht deshalb, dem gesunden Geist durch den Schlaf des Leibes die Erfahrung des Empfindens im Hinblick auf das Gedenken Gottes zu rauben.

Wird also der Geist, wie gesagt, im aufmerksamen Gedenken des Herrn Jesu angetroffen, zerstreut er zum einen jenen scheinbar angenehmen Hauch des Feindes, und zum anderen stürzt er sich freudig in den Kampf wider ihn, wobei er nunmehr als Waffe in seiner Rechten zusammen mit der Gnade den Ruhm hält, der aus der Erfahrung stammt.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, aus: Philokalie, Bd. 1.

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