Donnerstag, 20. März 2014

Von der natürlichen und übernatürlichen Liebe der Seele

34) Eine ist die natürliche Liebe der Seele und eine andere jene, welche der Seele durch den Heiligen Geist zuteil wird. Erstere nämlich fließt entsprechend unserer Bereitschaft aus unserem Willen. Eben darum wird sie leicht von den bösen Geistern geraubt, wenn wir nicht mit Gewalt unsere Absicht in der Hand haben. Letztere aber entflammt die Seele so sehr zur Gottesliebe, daß alle Bereiche der Seele in der unaussprechlichen Milde der göttlichen Sehnsucht verschmolzen sind, in einer gleichsam unendlichen Einfachheit des Zustands. Denn da der Geist dann durch die Wirksamkeit des Heiligen Geistes gewissermaßen befruchtet wird, läßt er sozusagen eine Quelle der Liebe und der Freude hervorsprudeln.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, aus: Philokalie, Bd. 1.

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