Freitag, 21. März 2014

Vom ruhigen Zustand der Seele und wie er erhalten werden kann

35) Wenn das Meer erregt ist und man Öl daraufgießt, besitzt es die Eigenschaft, dem nachzugeben, da die Wallung der Wogen von seiner Fettigkeit besiegt wird. Genauso wird auch unsere Seele, wenn sie von der Güte des Heiligen Geistes fett (d. h. üppig genährt) wird, gerne ruhig. Freudig nämlich läßt sie sich von jener leidenschaftslosen und unaussprechlichen Güte überwältigen gemäß dem Heiligen, der da sagt: "Doch unterwirf dich Gott, du meine Seele!“ Darum also bleibt die Seele stets frei von Zorn und jeglicher Freude voll, wie viele Versuche die Dämonen dann auch unternehmen, sie zu verbittern.

Dazu gelangt niemand, noch kann jemand in diesem Zustand verbleiben, wenn er seine Seele unaufhörlich mit der Furcht Gottes würzt. Es erwirkt ja den Kämpfern die Furcht des Herrn Jesus eine gewisse Art der Reinigung. Denn "die Furcht des Herrn", heißt es, "ist rein; sie hat Bestand in alle Ewigkeit."

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, aus: Philokalie, Bd. 1.

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