Montag, 3. März 2014

Man muß also dem Heiligen Geist stets, vor allem durch den Frieden der Seele, eine Ruhestätte bereiten

28) Den Geist zu reinigen kommt allein dem Heiligen Geist zu. Wenn nämlich der Starke nicht eindringt und dem Räuber die Waffen entreißt und ihn fesselt, wird seine Beute niemals befreit werden. Man muß also dem Heiligen Geist stets, vor allem durch den Frieden der Seele, eine Ruhestätte bereiten, damit die Leuchte der Erkenntnis stets bei uns scheine. Denn wenn sie unaufhörlich in den Kammern der Seele strahlt, werden nicht nur jene kleinen und dunklen Einflüsterungen der Dämonen im Geist offenbar, sondern sie werden auch äußerst schwach, wenn sie von jenem heiligen und herrlichen Licht an den Tag gebracht werden. Darum sagt der Apostel: "Löscht den Geist nicht aus!" Er meint damit: "Betrübt nicht die Güte des Heiligen Geistes, indem ihr Böses tut oder im Sinn habt, damit ihr nicht jener verteidigenden Leuchte beraubt werdet." Es wird ja nicht der ewige und lebendigmachende (Geist) ausgelöscht, sondern seine Betrübnis, d. h. seine Abkehr, läßt unseren Geist finster und ohne das Licht der Erkenntnis zurück.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese

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