Mittwoch, 26. März 2014

Der Vatikan ist Limburg nah. Zum Rücktritt von Bischof Tebartz-van Elst - ein vorläufiger Eindruck

Was wir heute zwischen 12 - 16 Uhr an Aussagen und Materialien zur Causa Limburg bekommen haben, kann uns noch ganze eine Weile beschäftigen. Daher kann ein zeitnaher Kommentar nur fragmentarisch sein. Nach meinem ersten Eindruck wird die Zukunft des Bistums nach dem Willen des Vatikan aber nicht nur ohne Bischof Tebartz-van Elst gestaltet werden.

Bischof Tebartz-van Elst hat seinen Rücktritt angeboten und der Papst hat ihn angenommen. Damit ist zunächst das vollzogen worden, was die meisten schon erwartet haben: Der Limburger Bischof wird nicht in seine Diözese zurückkehren. Damit ist der Bischof aber auch einem Rauswurf zuvorgekommen und hat den besten Weg für alle gewählt, indem er über das Rücktrittsgesuch den Weg frei gemacht hat. Damit hat er als Bischof von Limburg seiner Diözese einen letzten Dienst erwiesen. Interessanterweise ist dieses Gesuch schon auf den 20.10. des letzten Jahres datiert. Die Schritte des Vatikans sind also gründlich vorbereitet worden.

Aufarbeitung nach dem Willen des Vatikans

Dazu passt, wer jetzt wie als Verwalter der Diözese eingesetzt wird. Nach dem normalen Gang der Dinge würde das Domkapitel in Limburg einen Diözesanadministrator des Bistums wählen. Doch darüber setzt sich der Vatikan hinweg und bestimmt Weihbischof Grothe aus Paderborn zum neuen Apostolischen Administrator. Auch das ist eine kluge Wahl. Grothe ist fast 75 und würde nornalerweise bald eremitiert. Er hat also keine persönlichen Karriere-Ambitionen mehr. Er kommt von außen und ist damit von den Flügeln und Problemen im Bistum persönlich unbelastet. Er kennt aber auch das Bistum und vor allem die medienwirksamste Baustelle, da er der Vorsitzender der Untersuchungskommission für das Diözesane Zentrum St. Nikolaus war. Seine Aufgabe wird es sein, so deuten er und sein designierter Stellvertreter Rösch es an, die Aufarbeitung der Konflikte fortzusetzen.

Rom wird auch weiter die Richtung bestimmen - und das ist gut so

Mit diesen Entscheidungen hat der Vatikan einen Prozess weitergeführt, indem das Heft des Handelns nicht in Limburg, sondern in Rom liegt. Diese Entwicklung zeichnete sich schon vor Monaten ab, als Bischof Tebartz-van Elst Hilfe in Rom gesucht und diese dort auch gefunden hat. Seitdem bestimmt Rom, was in Limburg passiert. Es ist zu erwarten, dass dies auch noch eine Weile so bleiben wird. Denn mit dem Bischof gehen nicht alle Probleme, sondern die Streitigkeiten zwischen den Flügeln und Fraktionen werden jetzt um die Zukunft des Bistums weitergehen. Ruhe wird frühestens mit einem neuen Bischof wieder in die Diözese einkehren. Das Rom diese wichtige Wahl wie üblich dem Limburger Domkapitel überlassen wird, darf aktuell bezweifelt werden.

Kommentare :

  1. Das „Rücktrittsgesuch“ - genauer das Angebot des Amtsverzichtes - ist nicht "fast eine Woche alt", sondern stammt vom 20. Oktober letzten Jahres. Es ist also rund 5 Monate alt.

    -> http://press.vatican.va/content/salastampa/de/bollettino/pubblico/2014/03/26/0211/00470.html
    "…hat der Heilige Stuhl den mit Datum vom 20. Oktober 2013 durch den Bischof angebotenen Amtsverzicht angenommen…"

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    1. Ich darf Ihnen erneut für den freundlichen Hinweis danken, habe den entsprechenden Teil korrigiert und gelobe Besserung.

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  2. Gar nicht mal so schlecht geschrieben-aber die Rechtschreibung. . .

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