Mittwoch, 5. Februar 2014

Wer Gott im Empfinden seines Herzens liebt, der ist von ihm erkannt.

14) Wer Gott im Empfinden seines Herzens liebt, der ist von ihm erkannt. Je mehr nämlich jemand die Liebe Gottes in das Empfinden seiner Seele aufnimmt, desto mehr wird er in die Liebe Gottes versetzt. Darum hört ein solcher fortan nicht auf, sich in einem heftigen Verlangen nach der Erleuchtung seiner Erkenntnis auszustrecken, bis er ein Empfindungsvermögen besitzt, bei dem selbst die Kraft seiner Gebeine verzehrt wurde. Denn er kennt nicht mehr sich selbst, sondern ist ganz von der Liebe Gottes umgestaltet.
Ein solcher befindet sich in diesem Leben und befindet sich gleichzeitig nicht darin. Obwohl er nämlich noch in seinem Leib wohnt, zieht er in der Bewegung seiner Seele unaufhörlich durch die Liebe aus ihm aus zu Gott. Denn da er fortan durch das Feuer der Liebe unvermindert in seinem Herzen brennt, ist er mit einem gewissen Zwang der Sehnsucht mit Gott verbunden. So spricht (der hl. Paulus), nachdem er ein für allemal durch die Liebe zu Gott aus der Zuneigung zu sich selbst getreten ist: "Traten wir nämlich aus uns selbst, so geschah es für Gott; sind wir besonnen, so ist es für euch."

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...