Montag, 3. Februar 2014

Tebartz-van Elst in Limburg

Meine Leser haben es sicherlich schon mitbekommen. Bischof Tebartz-van Elst sitzt wieder in seiner Elfenbeinbadewanne, läuft in purpurnen Pantoffeln über die Goldfliesen seiner Residenz und trinkt jeden Sonntag nach der Messe mit mir Kaffee, während wir selbstgebackene Kekse mampfen.

Das stimmt natürlich nicht. Vielmehr berichtete die FAZ an diesem Wochenende, dass sich der Bischof in unregelmäßigen Abständen nach Limburg schleicht, um dort mal hin und wieder in seiner Residenz vorbeizuschauen und was auch immer zu machen. Im Zweifelsfalle was zu Essen, ein Buch mitzunehmen und ein bisschen mit den Schwestern zu plauschen.

Daraus wird dann gleich ein riesen Skandal. Denn wie kann der Bischof nur nach Limburg zurückkehren. Er wurde doch von Rom aus dem Bistum verbannt und wird gesteinigt, wenn er offiziell einen Fuss über die Grenzen des Bistums setzt. Nebenbei, dass letzte mal, als in Deutschland Geistliche im Exil leben mussten, war im Kulturkampf. Aber das nur nebenbei.

Auf jeden Fall weiss die FAZ auch noch mehr. Nämlich wie viel der Fahrer des Bischofs verdient. Soviel wie ein Weihbischof. Ich weiss ja nicht, wie viel ein Weihbischof verdient. Ich halte das aber für ein bisschen unwahrscheinlich. Wobei ich es durchaus gerecht fände, wenn der Mann, den ich persönlich kenne, ein anständiges Gehalt bekommt. Der Job ist schon unter normalen Umständen auslaugend, unter den Limburger Umständen extrem hart.

Aber die FAZ ist sogar noch klüger. Denn der Bischof regiert immer noch im Bistum mit und scheucht seinen Generalvikar heimlich rum. Was mich zu folgenden Fragen überleitet: 1. Woher weiss die FAZ das? Kooperiert sie mit der NSA oder was. 2. Für wie blöd hält sie den Bischof? 3. Für wie blöd hält sie den Generalvikar? Eine solche Ansammlung von Dummheit findet man sonst nur ... naja, wir wollen ja niemanden beleidigen.

Was sagt eigentlich das Bistum dazu. Das reagiert sogar ziemlich schnell und erklärt:
Dazu ist zu erklären, dass Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst nicht suspendiert ist. Der Bischof ist gelegentlich aus persönlichen Gründen kurz in Limburg. Mit Blick auf das Bullettino vom 23. Oktober 2013 wird Bischof Tebartz-van Elst eine Zeit außerhalb der Diözese gewährt. Der Bischof ist also nicht aus Limburg verbannt oder von Rom ins Exil geschickt worden. Er darf in Limburg sein und er ist der Bischof der Diözese.
Belassen wir es dabei.

FAZ-Artikel hier.
Klarstellung des Bistums hier.

1 Kommentar :

  1. Korrektur: die Nazis hatten dem Bischof von Rottenburg-Stuttgart Baptista Sproll auch Diözesenverbot erteilt.
    http://www.kathpedia.com/index.php?title=Johannes_Baptista_Sproll.

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