Donnerstag, 27. Februar 2014

Priester mit jüdischen Wurzeln verteidigt Pius XII.

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Eine Tagung in Rom hat sich in der vergangenen Woche mit der Haltung des Heiligen Stuhles zur Rassendebatte in der Zeit zwischen den Weltkriegen beschäftigt. Dabei wurde auch Johannes Oesterreicher behandelt. Oesterreicher war Wiener Diözesanpriester jüdischer Abstammung, der sich intensiv um Hilfe für die Juden bemühte. Dabei versuchte er auch, Pius XI. zu einem Eingreifen zugunsten der Juden zu bewegen. Von Verhalten Pius XII. in den 40er Jahren war er entsprechend enttäuscht, hatte er sich doch ein deutliches Wort des Papstes erhofft. Oestereicher äußerte sich 1964 auch im Rahmen der Debatte um das Stück "Der Stellvertreter" von Hochhuth. Dabei nahm er den Papst im Nachhinein in Schutz:
„Er hat erstens gesagt: Hitler war so auf die Zerstörung der Juden versessen, dass keine Worte von irgendwelcher Seite irgendeinen Einfluss auf ihn gehabt hätten, nur die vollkommene Zerstörung der deutschen Streitkräfte hätte das bewirkt. Und zweitens hat er gesagt, wir müssen die Gewissensüberprüfung von Pius respektieren. Vielleicht von heute aus, aus der Perspektive des Jahres 1964, hätten wir es gerne gehabt, wenn der Papst nicht geschwiegen hätte, aber wir müssen trotzdem seine Lage zu verstehen suchen. Der Papst meinte, wenn er etwas gesagt hätte, hätte das wahrscheinlich mehr negative als positive Folgen gehabt. Oesterreicher sagte, die Grundlage jeder zwischenmenschlichen Beziehung ist Respekt vor dem Gewissen. Und er bezog diese Worte auf die Lage von Pius XII.“
Quelle: Radio Vatikan hier.

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