Montag, 24. Februar 2014

Jedes Ding strebt nach dem, womit es verwandt ist

24) Wie uns die sinnlichen Empfindungen des Leibes mit einer gewissen Gewalt auf die sichtbaren Freuden zutreiben, so führt uns gewöhnlich das Empfinden des Geistes zu den unsichtbaren Gütern, wenn es die göttliche (Güte) kostet. Jedes Ding nämlich strebt unter allen Umständen nach dem, womit es verwandt ist: die Seele, leiblos wie sie ist, nach den himmlischen Freuden, und der Leib, da er aus Staub besteht, nach dem irdischen Genuß. Wir werden also unfehlbar zur Erfahrung der immateriellen Empfindung gelangen, sofern wir die Materie mit unseren Anstrengungen (in ihrer Wirksamkeit) schwächen.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese

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