Donnerstag, 27. Februar 2014

Die geistlichen Kämpfer müssen ihr Denken frei von jeder Wallung bewahren

26) Die Kämpfer (im geistlichen Leben) müssen ihr Denken stets frei von jeder Wallung bewahren. So kann der Geist die Gedanken scheiden, welche an ihm vorbei auf das Denken zueilen, die guten und gottgesandten in den Vorratskammern des Gedächtnisses aufbewahren und die verkehrten und dämonischen aus den Scheunen der Natur irgendwohin werfen.
Denn wenn das Meer windstill ist, läßt es sich von jenen, die nach Fischen jagen, bis hin zu jeder Bewegung durchschauen, die sich selbst in seiner Tiefe abspielt. So bleibt ihnen dann beinahe keines der Tiere verborgen, welche dort ihre Bahnen ziehen. Wird es aber von den Winden aufgewühlt, verbirgt es in der Finsternis der stürmischen Bewegung, was es während der Heiterkeit der Windstille gerne sehen läßt. Darum sehen wir, daß jenen, die die Kniffe des Anglerhandwerks ausklügeln, dann ihre Kunst nichts nützt.
Diese Erfahrung stößt auf alle Fälle auch dem beschaulichen Geist zu, wenn die Tiefe der Seele vor allem durch ungerechten Zorn aufgewühlt wird.



Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese

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