Donnerstag, 30. Januar 2014

Steinreich empfielt: "Tebartz, raus!"

Heute im Interview: Dr. Ludwig Steinreich, Sprecher der NAK-Kommission. Mit ihm sprechen wir über den neuen Slogan: "Tebartz, raus!"

Herr Steinreich, ist das nicht ein bisschen zu provokant?

Natürlich ist er etwas überspitzt. Er drückt aber die Grundaussage unserer Initiative und die Stimmung im Bistum gut aus. Wir wollen, dass Tebartz-van Elst verschwindet. Natürlich haben wir nichts gegen den Fürstbischof Franz-Peter persönlich. Er kann ja nichts für seine psychischen Störungen. Aber sower muss doch nun wirklich nicht Bischof sein, schon gar nicht von so einem großartigen Bistum wie Limburg.

Was krisitieren sie denn jetzt am Bischof eigentlich speziell?

Der Fürstbischof hat auf der ganzen Linie gezeigt, dass er nicht in der Lage ist, sein Amt zu auszuüben. Schon indem er einen Bau für 40 Millionen Euro auf den Domberg stellt, damit die ganze Kulisse total versaut, nur um seine Privatphantasien eines Märchenschlosses Neuschwanstein II umzusetzen. Der ganze kitschige Protz mit Stuckdecken, Marienstatuen und Gold-Juwelen-Verzierung ist heute keinem mehr zuzumuten, dass ist einfach nur grausig. Zudem ist der Bau ja auch kriminell finanziert. Der Fürstbischof und sein Generalvikar haben das ganze Tafelsilber des bischöflichen Stuhles verscheuert, allein um die Kapelle zu bezahlen und dann noch alle möglichen Stiftungen umdeklariert und fremdgenutzt.

Das ist mir neu. Kennen sie Einzelheiten aus dem Bericht der Prüfungskommission?

Die haben natürlich nicht mit uns geredet. Aber das ist doch wohl klar. Hinter dem ganzen Gebäude steckt ein hohes Maß an krimineller Energie, da sind alle in Limburg von überzeugt. Würde mich auch nicht wundern, wenn da die Mafia ihre Finger mit im Spiel hat.

Bei ihrer Kritik scheinen sie aber zu ignorieren, dass es durchaus nahmhafte Architekten gibt, die das Objekt für sehr gelungen halten.

Natürlich gibt es die. Es wird immer Leute geben, die der Hierarchie nach dem Mund reden, weil sie sich davon Aufträge erhoffen. Aber wenn wir ehrlich sind ist doch sonnenklar: Wenn ein purpurne Pontifikalpantoffeln tragender, Cappa Magna-Veliebter, goldbrokatgewandteter, sich in Sänften herumtragenlassender Typ eine Residenz baut, muss dabei ein neo-barockes Prunk-protz-Palais herauskommen.

Aber Bischof trägt doch gar keine Cappa Magna und lässt sich nicht in Sänften herumtragen.

Sie unterliegen dem Trugschluss zu glauben, dass gebe es nicht, nur weil es bisher nicht beobachtet wurde. Dabei ist es doch offensichtlich, dass es genau so passiert.

Übertreiben sie da nicht ein wenig?

Keineswegs. Um die Lage zu illustrieren, will ich ihnen noch ein Beispiel geben. Ich traf den Fürstischof erstmals vor etwa 3 Jahren auf einer Veranstaltung. Und er ließ sich mit "Herr Bischof" anreden. Er machte von Anfang an einen Unterschied zwischen sich und zwischen mir, anstatt mich wie ein Bruder zu begrüßen und sich "Ei, Tebartz, wie?" ansprechen zu lassen, wie es sich gehört.

Herr Steinreich ...

Herr DR. Steinreich bitte, soviel Zeit muss sein!

Verzeihung, Herr Dr. Steinreich. Abgesehen vom Gebäude, worüber man ja streiten kann, sind viele Vorwürfe gegen den Bischof ja sehr subjektiv.

Subjektiv? Da muss ich ihnen widersprechen. Die Meinungen über den Fürstbischof sind einhellig objektiv. Es ist doch klar, dass der Mann total inkompetent ist. Das ganze Domkapitel ist gegen ihn, alle Synodalräte lehnen ihn geschlossen ab, kein Pfarrgemeinderat würde ihm auch nur die Hand geben. Und mittlerweile verweigern ihm selbst alle Priester die Fürbitte im Hochgebet.

Übertreiben sie da nicht?

Nein, das können wir beweisen. Wir haben eine Umfrage unter Domkapitularen, Synodalräten, Pfarrgemeinderäten und Priestern gemacht und diese Ergebnisse bekommen.

Und wie viele haben sie gefragt?

Jeweils genug.Das dürfen sie uns schon glauben, dass wir ordentlich und unvoreingenommen gearbeitet haben.

Ja, aber es gibt doch ...

Jetzt hören sie mir mal zu. Es gibt niemanden im Bistum, in Deutschland und auf der gaaanzen Welt der satisfaktionsfähig wäre und der für den Fürstbischof sprechen würde. Und wenn er für ihn sprechen würde, dann wäre er sofort seines Amtes zu entheben. Also gibt es keine Priester, Kapitulare, Synodalräte, Pfarrgemeinderäte, Bischöfe, Präfekten oder Kardinäle, die für den Bischof sprechen oder es wird sie ab dem Sprechen nicht mehr in diesem Amt geben, weswegen wir sie dann auch nicht mehr zu fragen brauchen, da sie keine Zukunft haben.

Herr Dr. Steinreich, danke für das Gespräch.

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...