Freitag, 10. Januar 2014

Der Landmann, der sich abmüht, soll als erster von seinen Früchten genießen.

8) Es darf weder nach geistlichen Schauungen verlangen, wer ohne Erleuchtung ist, noch darf, wer von der Güte des Allheiligen Geistes reich umstrahlt wird, zum Sprechen übergehen. Wo nämlich Armut ist, bringt sie Unwissenheit mit sich, wo aber Reichtum, läßt er das Sprechen nicht zu. Denn trunken von der Liebe Gottes, will die Seele dann mit schweigender Stimme schwelgen in der Herrlichkeit des Herrn.
Es soll also zu Gott kündenden Worten übergehen, wer die Mitte der Wirksamkeit wahrt. Dieses Maß nämlich schenkt der Seele eine gewisse Art herrlicher Worte. Die Pracht der Erleuchtung jedoch nährt den Glauben dessen, der im Glauben spricht, damit der Lehrende als erster durch die Liebe von der Frucht der Erkenntnis koste. Der Landmann, der sich abmüht, soll (ja) als erster von seinen Früchten genießen.

Diadochos von Photike: Hundert Kapitel über die Askese

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