Samstag, 30. November 2013

Ich lese das Neue Testament und wende mich zum Alten zurück

Ein Bruder bat den Altvater Sisoes von Theben: "Sag mir ein Wort!" Und er sagte: "Was soll ich dir sagen? Ich lese das Neue Testament und wende mich zum Alten zurück."
Weisung der Väter, Spruch 839.

Samstäglicher Newsticker

Rom: Die Gemeinschaft "Kirche braucht mehr Demokratie" (KiDo) bedauerte das Apostolische Schreiben Evangelium Gaudium. Durch die Initiative des Papstes komme wieder der Impuls für Veränderung aus Rom. Damit würde die Basis aber der Möglichkeit beraubt, fortdauernd Forderungen zu stellen und eine Revolution gegen "die in Rom" anzuzuzetteln. Daher forderte die Gemeinschaft die Rückkehr Benedikts XVI. auf den Papstthron. Damals sei nämlich alles viel einfacher gewesen.

Freiburg: Die Ungehorsamen Kleriker von Freiburg freuen sich über das Schreiben Evangelium Gaudium. Darin erkläre der Papst endlich offiziell, was sie längst leben würden: Der Papst/der Bischof mische sich niemals in gar nichts ein und lasse seinen Gläubigen totale, absolute und unfehlbare freie Hand bei allen Entscheidungen.

Limburg: Die Sprecherin der Initiative "Kleriker weg" sprach sich für die Abschaffung der katholischen Hierarchie als spirituelle Ämter aus und plädierte für die Einführung funktionaler Managementposten nach dem Vorbild der protestantischen Kirche und der Wirtschaft. Sie begründete diese Forderung: "Wenn ich nicht Bischöfin werden darf, dann auch niemand anderes!"

Freitag, 29. November 2013

Kirchenquiz

Wo steht diese Kirche?
 

Auflösung am Sonntag

Warum Gott die Drangsale zulässt

Die Art und Weise, wie Gott zuläßt, daß die Seele, die er liebt, versucht wird und in Drangsale fällt, ist die wahre Hochzeit zwischen ihm und der Seele.

Philipp Neri

Donnerstag, 28. November 2013

Wann muss man die Leidenschaften ausrotten?

Abbas Joseph fragte den Abbas Sisoes: "In welcher Zeit muß der Mensch seine Leidenschaften ausrotten?" Der Greis antwortete: "Die Zeiten willst du erfahren?" Abbas Joseph sagte: "Ja!" Darauf sagte der Greis: "Zur Stunde in der die Leidenschaft kommt, rotte sie aus!"
Weisung der Väter, Spruch 825.

Die Limburger Reformer können Skandal. Die Konservativen nicht.

Die Krise im Bistum Limburg schwelt weiter und Podiumsmonologe, bei denen aller einer Meinung sind, gehen weiter. Nach "Aufräumen nach dem Knall" (wir berichteten hier und hier) gibt es heute weitere Veranstaltung ähnlicher Natur in Bad Homburg (Bericht hier). Schon bei der letzten Veranstaltung viel das Fehlen einer Stimme für den Bischof auf. Doch liegt das nur an daran, das die die wichtigen Posten von der Gegenseite besetzt sind? Um diese Frage zu beantworten, wollen wir uns mit dem Wesen des Skandals beschäftigen.

In Limburg ist der Zusammenhang von Krise und Skandal besonders gut zu beobachten, weil besonders eng. Ein Skandal kann mit einer Krise in zwei verschiedenen Konstellationen auftreten: Erstens: Der Skandal löst die Krise aus, indem Massenmedien ein Fehlverhalten skandalisieren. Zweitens: Der Skandal ist nachlaufend und hat dann in der Regel etwas mit dem Kommunikationsverhalten der skandalisierten Person zu tun, also dem Krisenmanagement. Oft treten diese beiden Konstellationen nicht im Reinform auf, sondern durchmischen sich, indem z.B. ein Skandal eine bereits bestehende Krise verschärft. Der Fall Wulff z.B. ist ein klassischer nachlaufender Skandal, weil er am Krisenmagagement gescheitert ist.

Skandale drängen zu einem Lernprozess

Skandale drängen dabei zu einer Auflösung. Dabei kann ein Skandal auf zwei Lösungsrichtungen verweisen: dem destruktiven Auslöschen des Skandalgrundes oder der konstruktiven Wiedereinsetzung der gebrochenen Norm. Denn der Skandal zeigt medientheroretisch nicht, das eine Norm nicht mehr in Geltung ist, sondern im Gegenteil, dass sie nach wie vor Bedeutung hat, da die Abweichung über den Skandal thematisiert und sanktioniert wird. Der Skandal soll also, positiv verstanden, zu einem Lernprozess beitragen. Das ist aber nur möglich, wenn der Skandal Vorkehrungen nach sich zieht, um weitere Krisen dieser Art zu verhindern oder wenigstens zu erschweren. Indem Misstrauen gegen eine Person oder eine Einrichtung durch den Skandal aufgebaut wird, versucht die betroffene Person oder Institution, meistens letzteres, durch Nachbesserungen Vertrauen wieder aufzubauen.

Die Limburger Reformer bedienen die Skandalmechanismen

Betrachten wir die momentanen Diskussionen in Limburg, dann passen sie exakt in dieses Skandalschema. Sie nehmen zur Kenntnis, dass die Institution Kirche vertrauen einbüßt und reagieren damit, indem sie einen Lernprozess verkünden. Da die meisten Diskussions-Akteure der Meinung sind, das Problem liege in den großen Vollmachten des Bischofamtes, erklären sie folgerichtig, dieses Amt müsse stärkerer Kontrolle unterworfen werden. Damit bedienen sie zudem die medialen Wünsche, denn sie bestätigen den Medien, die den Skandal ausgelöst haben, damit ihre Wirkmächtigkeit und folgen den medialen Prozessen. Dadurch wird ihre Haltung medial verstärkt und nimmt an Einfluss zu.

Personalisierung lenkt von eigenem Versagen ab

Einer Verstärkung wird auch durch ein weiteres Skandalbearbeitungsmittel Vorschub geleistet: Der Personalisierung. Mit Skandalen kann man, von Seiten der Betroffenen, auf drei Weisen umgehen: Erstens Leugnen. Das funktioniert aber fast nie auf Dauer, weswegen man bald zur Salamitaktik übergeht und das zugibt, was ohnehin schon jeder weiss. Zweitens: Zerknirschung. Man gibt reuig Fehler zu und verspricht Besserung. Drittens: Personalisierung. Man präsentiert einen Hauptverantwortlichen. Dadurch kann gerade eine Institution eigene Verantwortung von sich abwälzen.

Auch das wird in Limburg angewendet. Man schiebt (fast) alle Schuld dem Bischof Tebartz-van Elst in die Schuhe und kann daher möglichst rein dastehen, um sich für einen Neuanfang in Stellung zu bringen. Daher tut man auch alles, damit der Bischof nicht zurückkommt, damit keine Diskussion darüber aufkommt, ob man nicht selber auch genug Mist gebaut hat oder wirklich geeignet ist, an der Lösung des Problems mitzuwirken.

Das Problem der Konservativen

Das hohe Potential der Reformer in dieser Krise und in diesem Skandal hängt auch damit zusammen, dass sie mit den Mechanismen der Skandals zu gut umgehen. Nicht umsonst lobt Stadtdekan zu Eltz die Medien, da er sie für seine Zielsetzung einzuspannen versteht. Die Konservativen scheinen hingegen sowenig mit den Mechanismen des Skandals umgehen zu können wie Bischof Franz-Peter.
Und unter anderem weil sie nicht mit dem System Skandal arbeiten, werden sie auch nicht als ernstzunehmende Teilnehmer bei den weiteren Schritten des Skandals, also dem Lernprozess, wahrgenommen.

Denn die Konservativen gehen vor allem den Weg Problemlösung 1: Leugnen, Kleinreden, Verdrängen. Doch das will niemand hören, es wirkt nicht. Eine Idee müsste her, die man den Reformern entgegensetzen kann, damit man wenigstens eine kleine Chance hat, durchzudringen. Es ist zuviel Geld ausgegeben worden. Und es hat ein schlechtes Klima im Ordinariat und in vielen Kreisen gegeben. Und die Krisenkommunikation des Bischofs war lausig. Das muss zuerst eingeräumt werden. Das ist schmerzhaft, aber notwendig. Und dann kann man fragen, was man besser machen kann. Und in dieser Idee kann sich dann vielleicht ein Platz für den Bischof finden. Und dann kann man sagen: Hier, so geht's und so kann unser Bischof bleiben!

Mittwoch, 27. November 2013

Papst Franziskus und die Petrusreliquien


Für Infos über die Petrusreliquien von Michael Hesemann hier.

Der Papst tritt mich in den ...

Mit seinem Apostolischen Schreiben hat der Papst uns allen mal eine ordentliche Ohrfeige verpasst. Den Konservativen, weil sie gerne den heiligen Rest geben, die Progressiven, weil sie bloß niemanden mit dem Jesus des Glaubens behelligen wollen. Die Konservativen haben sich in ihren Barockkirchen eingerichtet, die Progressiven in ihren Stuhlkreisen und Caritas-Centern. Der Papst aber gibt uns allen einen kräftigen Tritt Richtung Tür und zeigt nach draußen: Raus gehen, Christus in die Welt tragen. Mach dich schmutzig, sei authentisch.

Keiner kann sagen, er hätte sowas nicht erwartet. Und keiner kann sagen, der Papst meine doch vor allem die anderen. Die Konservativen werden abgewatscht, wenn der Papst sagt, man müsse kreative Wege der Verkündigung finden, die Progressiven, wenn der Papst von Funktionären spricht.

Und jetzt? Warten wir wieder mal auf die große Reform von oben? Das die Deutsche Bischofskonferenz endlich mehr zu sagen hat? Oder machen wir uns selber auf, sind wir Kirche, die wir so gerne sein wollen? Wann habe ich das letzte mal jemandem von Jesus erzählt? Habe ich voll Freude über den Glauben und das Evangelium gesprochen. Ich meine nicht in der Kirche, sondern draußen. Wann haben wir das letzte mal eine Idee in unserer Gemeinde gehabt und haben gesagt: Das würde ich gerne mal machen? Wann habe ich mich das letzte mal mit Armut auseinandergesetzt? Nicht mit dem Klingebeutel, sondern wann habe ich einem Armen ins Gesicht gesehen?

Dienstag, 26. November 2013

Generalvikar Rösch im Vatikan

Der Limburger Generalvikar Rösch will an diesem Dienstag im Vatikan Gespräche mit der Glaubenskongregation führen. Dabei soll es im offene Verwaltungsfragen gehen, die sich seit seinem Amtsantritt ergeben haben. Eine Audienz beim Papst ist hingegen nicht geplant.

Mittlerweile hat das Bistum die Informationslage nachgebessert und erklärt, der Generalvikar führe Gespräche "mit den Mitarbeitern in der zuständigen Kongregation". Das ist wahrscheinlich die Bischofskongregation, der er praktisch untersteht. Aber wie kommt dann die Behauptung der Glaubenskongregation ind die Welt. Hat da irgendwer in den Redaktionsstuben was durcheinandergeworfen? Mal schaun.

NNP berichtet hier.
kathnet hier.
Bistum Limburg erklärt hier.

Wen kümmert noch Wahrhaftigkeit? Zum Fall Bischof Tebartz-van Elst

Bischof Tebartz-van Elst hat gelogen. Das ist jetzt amtlich, er hat es dem Gericht gegenüber zugegeben. Doch warum regt man sich darüber mehr auf als bei anderen?

Darf ein Bischof lügen? Die Frage ist eigentlich falsch gestellt: Darf ein Christ lügen? müsste es eigentlich heißen. Denn der Bischof ist ja nicht besser oder heiliger, nur weil er eine Weihe hat. Der grundsätzliche Anspruch an den Bischof ist genauso hoch wie an jeden anderen Christen auch. Und da gilt: Nein, man darf nicht lügen. Doch der praktische Anspruch an einen Bischof ist noch einmal ein anderer. Das hängt damit zusammen, dass die Moderne uns verschiedene Rollen aufzwingt, die wir in verschiedenen Situationen darzustellen haben. In der Kirche bin ich konkret Christ, an der Uni erstmal Student und ich habe in dieser Funktion gewissen Grundsätzen zu genügen. Das Christsein ist in dem Moment praktisch nachgeordnet. Ein Bischof hingegen ist ein Berufschrist und damit in der sowohl beneidenswerten wie schwierigen Situation, dass sein Christsein immer und überall im Vordergrund steht.

Es gibt kaum noch universal anerkannte Tugenden

Unzweifelhaft gibt es verschieden Vorstellungen, die allgemein als gut angesehen werden. Wenn ich z.B. einem Menschen helfe, der in Not geraten ist, wird das immer ein als gutes Verhalten bewertet. Allerdings sind Verhaltensweisen, die grundsätzlich und immer zum positiven Kanon gehören, in unserer Gesellschaft selten geworden. So wird von einem Soldaten erwartet, das er einen Gegner zur Strecke bringt, wenn er ihn mutwillig laufen lässt, kann das zu Problemen führen. Und wenn ein Banker uns immer die ganze Wahrheit über die Anlagen erzählen würde, die er uns verkaufen will, machen ihm wahrscheinlich seine Vorgesetzten Stress, weil die Erlöse sinken.

Verschiedene Rollen sind mit verschiedenen Erwartungen verbunden

Entsprechend sind Redlichkeit und Ehrlichkeit zwar allgemein hochgehaltene, aber seltener eingehaltene Tugenden. Von einem Politiker erwarte ich gar nicht, das er die Wahrheit sagt, schon gar nicht, wenn er etwas verspricht. Auch ein Journalist kann sich fröhlich eins in die Tasche lügen, z.B. die Geschichte mit der Limburger Badewanne, ohne das man sich groß wundert. In der Wissenschaft sieht es anders aus. Da man hier viel mit geistigem Eigentum agiert, wird erwartet, das man das der anderen respektiert. Und wenn ich zuhause meine Freundin anlüge, dann wird es kritisch. Da kriege ich wenigstens von der eins auf den Deckel. Denn hier wird Ehrlichkeit von der Rolle "Freund" erwartet. So auch von einem Bischof. Von ihm erwarten wir in der Rolle "Bischof/Christ", das er seine Worte und Taten an der hohen Latte der christlichen Moral mist.

Als Bischof lügen

Das hat Bischof Franz-Peter nicht getan. Zweimal. Beim ersten mal war er vermutlich überfahren und hat sich versucht rauszureden, dabei ist ihm die Lüge rausgerutscht. Beim zweiten mal hingegen hat er versucht, seine erste Lüge zu vertuschen und das mit Absicht und Anlauf. Da wird es dann ziemlich kritisch. Und es ist nebenbei ein gutes Beispiel für das christliche Mea-culpa, denn kaum einer hätte die erste Lüge dem Bischof wirklich übel genommen. Ist ja nur der Spiegel. Beim zweiten mal dagegen endet der deutschen Toleranz. Das Gericht belügt man nicht in der Rolle als Antragsteller, schon gar nicht mit der Co-Rolle Bischof/Christ.

heisst, seiner Rolle als Bischof nicht gerecht werden

Durch die Eidesstattliche Erklärung ist Bischof Franz-Peter an dem hohen Anspruch seiner Rolle als Bischof nicht gerecht geworden. Das löst die Frage auf, wie oft das noch nicht der Fall war, denn der Mensch neigt zum Misstrauen. Eine solche Haltung dem Repräsentanten einer moralischen Gemeinschaft gegenüber ist dramatisch. Zwar kann man sich zurecht darüber aufregen, dass dem Bischof gegenüber mit zweierlei Maß gemessen wird. Doch ist das Teil des Rollenmusters, das unsere Gesellschaft prägt. Als Bischof muss ich einem höheren Anspruch gerecht werden als ein Politiker. Das muss man nicht gut finden. Doch man muss leider damit umgehen. Besonders wenn man in der Öffentlichkeit steht. Denn ein Bischof wirkt längst nicht mehr in einen geschlossenen katholischen Raum hinein, indem die Grundsätze des Christlichen, also auch Umkehr und Vergebung, wirken würden. Der Katholik ist längst ein moderner Mensch, der seine verschiedenen Rollen zu erfüllen hat und das auch von seinem Bischof erwartet. Daher ist der Glaubwürdigkeitsverlust des Bischofs weniger ein christliches, als vielmehr ein gesellschaftliches Problem. Diese Gesellschaft aber muss der Bischof erreichen, will er seiner Aufgabe gerecht werden. Momentan kann er das nicht mehr. Ob er das wieder können wird, ist eine andere Frage.

Montag, 25. November 2013

Das einzig Wichtig ist ...

Das einzig Wichtige ist, heilig zu werden.

Philipp Neri

Musik war integraler Bestandteil der Liturgie. Kardinal Bartolucci im Interview

Bildquelle hier.
New Liturgical Movement veröffentlichte vor kurzem ein Interview mit dem mittlerweile verstorbenen Kardinal Bartolucci vom Juni diesen Jahres. Darin spricht der Kardinal über die Reform der Liturgie in der sakralen Musik.

Kardinal Bartolucci war jahrzehntelang Kapellmeister der Sixtinischen Kapelle (des Chores) und einer der besten Kenner der katholischen Sakralmusik. In seiner Funktion als Leiter der Sixtina hat er auch das Vatikanum II begleitet und war einer der letzten Zeitzeugen, der das Konzil selber und hautnah in Rom miterlebt hat. Zeitlebens galt er als Anhänger der tridentinischen Liturgie und Verfechter der Kirchenmusik, wie sie seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert in Rom normgebend war. Das war einer der Gründe, warum er 1997 von seinem Amt entbunden wurde. 2010 wurde er von Papst Benedikt XVI. zum Kardinal kreiert. Der Bericht über sein Interview wird aus Gründen der Lesbarkeit in direkter Rede wiedergeben.

Es ging dem Konzil nicht um eine Veränderung der Liturgie

Nach Bartolucci ging es den Vätern des Vaticanums II nicht darum, die Liturgie zu verändern. Und da man die Liturgie nicht verändern wollte, natürlich auch nicht um die Veränderung der sakralen Musik. Er selbst habe vielmehr viel Zustimmung für seine Arbeit als Kapellmeister von den Vätern erfahren. Auch die oft genannte Participatio actuosa habe nichts mit einem Wandel der Liturgie zu tun. Dieser Begriff meint nämlich nicht, dass möglichst viele Laien möglichst viel an der Liturgie beteiligt werden. Das führt ja nur zu zahlreichen inkompetenten Liturgen. Es gehe vielmehr darum, das Verständnis der Teilnehmenden für das Ereignis zu schärfen und die innere Teilnahme am mystischen Geschehen zu fördern.

Gemeindegesang und Schola ergänzen sich

Bartolucci betont, dass der Paragraph 14 der Liturgiekonstitution besonders für die Seminaristen gedacht war und entsprechend zu verstehen ist. Als angehende Priester, also zukünftige Liturgen, ist ihre Formung auf die Liturgie hin besonders wichtig und muss entsprechend intensiv sein. Der Paragraph 121 ist hingegen anderer Natur. Man darf aber den Gesang der Gemeinde und der Schola nicht gegeneinander ausspielen. In manchen Bereichen und bei manchen Stücken ist es gut und sinnvoll, wenn das Volk singt. Er selbst habe z.B. viele Stücke auf Italienisch geschrieben und freut sich sehr über den Gemeindegesang. In manchen Kontexten aber, z.B. in der päpstlichen Liturgie oder in der Gregorianik ist eine Schola sinnvoller. Daher bedauert er die Geringschätzung, die der Schola cantorum nach dem Konzil entgegengebracht wurde, obwohl die Väter, wie aus den Texten hervorgehe, diese fördern wollten.

Vor dem Konzil war die Musik integraler Bestandteil der Liturgie

Er berichtet auch von der Rolle der Sakralmusik vor dem Konzil. Damals habe die Musik eine große Rolle gespielt und einen wirklichen liturgischen Dienst erfüllt. Eine Unterhaltung für die Gläubigen, eine Art Konzert, sei es nicht gewesen. Eine wirkliche Auswirkung hatten die Beschlüsse des Konzils auf die Sakralmusik nicht. Denn die Ideen hierzu der Väter waren sehr eng an der Tradition. Für die Wandlung der Sakralmusik sei vielmehr die damals eingesetzte Kommission verantwortlich, der es weniger um die Umsetzung des Konzils denn um die Durchsetzung ihrer eigenen Ideen gegangen sei.

Der Wunsch des Konzils wurde in der Sakralmusik missachtet

Während des Konzils habe es auch keinen Druck gegeben, die päpstliche Liturgie zu verändern. Zwar habe es einige ästhetische Maßlosigkeiten gegeben. Doch seien solche Prozesse natürlich, wenn sich Sensibilitäten veränderten. Doch die Banalisierung, die man später erfahren habe, seien von keinem damals gewollt worden.

Denn die Liturgie, die nach dem Konzil entstanden ist, war substantiell neu, was sich auch auf die Sakralmusik auswirkte. Nach Sacrosanctum Concilium ist die Sakralmusik ein notwendiger und integraler Bestandteil der feierlichen Liturgie. Das aber ist heute nicht mehr der Fall. Die großartigen polyphonen Messen sind ebenso wie der Gregorianische Gesang in die Archive verbannt worden. Es sei ihm nicht gelungen, diese großen Werke in der päpstlichen Liturgie zu halten. Nur in einigen Teilen wurde es ihm gewährt, sie in die päpstliche Liturgie einzubringen. Doch auch dort auf neue, selten passende Weise. Am Ende konnte er die Schätze der Sakralmusik nur noch in Form von Konzerten retten.

Die Päpste und ihre Zeremonienmeister hatten kein Gefühl für die Schätze der Sakralmusik

Ein Problem bei den Änderungen in der Sakralmusik war die Einstellung von Papst Paul VI. Denn dieser hatte kein Ohr für Musik. Bartolucci berichtet, er habe einmal eine Palestrina-Messe dirigiert, als Paul VI. noch Kardinal war. Kardinal Montini hat sich zwar für die schöne Vorstellung bedankt, fragte aber, warum Bartolucci nicht etwas pastorale Musik spielen könnte. Mit der Einstellung brach dann das Unglück über die Sakralmusik herein und der Papst hat dann zu spät gemerkt, was dort passiert war. Wesentlich für diese Veränderungen verantwortlich zeichnete Annibale Bugnini, mit dem Bartolucci gar nicht einig war. Denn Bugnini versuchte an seiner verantwortungsvollen Stelle in hohem Maße seine eigenen Ideen durchzusetzen. Am Ende landete Bugnini als Pro-Nuntius im Iran, was die Meinung zeigt, die Paul VI. schließlich von seiner Arbeit hatte. Auch unter seinem Nachfolger Noe wurde es kaum besser. Dieser war zwar moderater, doch auch hier war die Zusammenarbeit problematisch.

Als Chorleiter konnte er sich leider nicht positiv einbringen

Bartolucci ergänzt, das er selber allerdings weniger mit den Konzilsvätern direkt zu tun hatte, wie die übrigen Chorleiter auch. Er schaute jedoch mit Besorgnis auf die Reformer und diese wiederum waren von der Arbeit der Chöre nicht begeistert, machten sie ihnen doch die Arbeiten für ihre Reformvorstellungen nicht einfacher. Soweit Bartolucci an der Reformentwicklung selber beteiligt war, damals waren die wesentlichen Weichen bereits gestellt, tat er es mit einem unguten Gefühl. Was sich dann als zutreffend herausgestellt hat, da seine Eingaben keinen positiven Wiederhall fanden.

Interview in Englisch auf NLM hier.
Im italienischen Original hier.

Samstag, 23. November 2013

Vorerst keine Ermittlungen gegen Bischof Tebartz-van Elst

Die Staatsanwaltschaft Limburg will vorerst keine Ermittlungen gegen Bischof Tebartz-van Elst wegen Untreue einleiten. Denn die eingegangenen Anzeigen ergeben keinen strafrechtlichen Anfangsverdacht. Man warte jedoch das Ergebnis der Untersuchungskommission der Deutschen Bischofskonferenz ab.

Während also einige Katholiken davon phantasieren, den Bischof in Handschellen aus Kloster Metten rausgeführt zu sehen - tun manche wirklich - beurteilt die Staatsanwaltschaft die Lage deutlich anders, mit anderen Worten sachlicher und besser. Was sagt das über die Katholiken aus, die anders denken?

Bericht der Abendzeitung hier.
Die Focus-Meldung hier.

Samstäglicher Newsticker

Limburg: Der Laien-Rat "Nach-Tebartz-Kirche", kurz NAK-Kommission, bedauerte die Entscheidung des Hamburger Verwaltungsgerichtes, das Verfahren gegen Bischof Tebartz-van Elst gegen eine Geldzahlung einzustellen. "Auf diese Weise nimmt das Gericht den Befürwortern einer demokratischen Kirche ein wichtiges Argument zur Durchsetzung ihrer gerechten Ziele vermittels Absetzung des Limburger Noch-Bischofs. Wir bedauern die Entscheidung und hoffen, dass die Kommission der deutschen Bischofskonferenz weniger gnädig mit dem protzigen Lügen-Bischof umgehen wird." Weitere Infos auf www.nakkom-limburg.de.

Rom: Die Gemeinschaft Sex in Church (SIC) verteilte auf dem Petersplatz nach der Generalaudienz von Papst Franziskus Kondome in Arztneischachteln. Der Sprecher der Gruppe erklärte hierzu: „Das Kondom ist eine wirksame Medizin, um sich von der Sexualitätsfeindlichkeit der Kirche ohne negative Konsequenzen zu lösen.“ Im Schächtelchen beigelegt waren neben dem Kondom auch eine Anleitung für verschiede Sexualstellungen und der Adresse einer Sexualpartnervermittlungsseite, deren Logo auch auf der Schachtel abgedruckt war. Es bestehe jedoch kein Zusammenhang zwischen der Firma und der Gemeinschaft, beteuerte der Sprecher.

Rom: Unter progressiven Katholiken sorgte die Nachricht für Entsetzen, dass Papst Franziskus bei Erzbischof Müller gegessen habe. Ein solcher Schritt impliziere die Konspiration des Papstes mit der Glaubenskongregation, kritisierte Ludwig Horst, Sprecher des Kreises für Ungehorsam und Volksherrschaft in der Kirche (UVK). Dabei habe man sich so gefreut, in Franziskus endlich einen Papst zu haben, der die Glaubenskongregation genauso ablehne wie alle rechtschaffenen Katholiken.

Berlin: Der UVK kritisierte die Aktion der katholischen Blogger in Limburg. Es sei nicht akzeptabel, dass öffentlicher Raum für die Demonstration von Meinungen missbraucht werde, die im Gegensatz zu ungehorsamen und volksherrschaftlichen Ideen ständen. Dessen ungeachtet wäre man bereit gewesen, den Bloggern beim auspeitschen zu assistieren.

Freitag, 22. November 2013

Kirchenquiz

Wo steht diese Kirche?
 

Auflösung am Sonntag

Mein Lieblingslied im alten Gotteslob

Andrea hat ein neues Stöckchen geworfen, Thema: Was ist euer Lieblingslied im alten Gotteslob.

Andrea hat sich hier bekannt und auch gleich eine Liste mit eifrigen Stöckchen-Aufnehmern angehängt, während Cicero mit seiner Wahl für den Flausch-Mozetta-Preis für herausragenden Kitsch nominiert ist, hier.

Da will ich nicht am Rande stehen und ganz demütig mal ein beliebtes Standart-Lied erwähnen.
Ich bin, was Gemeindegesänge angeht, ja ein Freund von solchen Schmetter-Hymnen, wo du nach der ersten Strophe eine Sauerstoffmaske brauchst und mit brennendem Herzen auf die Bank sinkst.


eine andere schöne Version:


Besonders gern hab ich die zweite Strophe, optimal mit Bimmeln, Zimbeln und anhebenden Chor.

Donnerstag, 21. November 2013

Anfänger sein

Am Ende des längsten Lebens sind wir immer noch Anfänger.

John Henry Kardinal Newman

Die Akte Limburg: Lückenlose Aufklärung könnt ihr vergessen!

Allgemein wird in Sachen Bischof Tebartz-van Elst lückenlose Aufklärung der Sachverhalte gefordert. Das ist ehrenwert. Und Unsinn. Denn es ist in der momentanen Lage fast unmöglich, die Problematik vollständig zu analysieren und für alle Beteiligten Schlüsse zu ziehen. Denn wenigstens einer der Beteiligten liegt nicht im Bereich der Katholischen Kirche und hat auch nur ein geringes Interesse daran, sich an der Aufarbeitung zu beteiligen: Die Medien.

Das soll hier keine klassische Medienschelte werden. Doch alle kirchlich Beteiligten sind sich einig, dass die Medien eine wichtige Rolle im Fall Tebartz-van Elst gespielt haben und spielen. Unabhängig davon ob das eine gute oder schlechte Rolle war. Das macht sie aber zu Beteiligten und nicht mehr nur zu reinen Beobachtern. Ihr Handeln muss damit aber Teil der Aufklärung sein. Doch dafür müssten die Medien mitwirken wollen. Doch anders als die Mitglieder der Kirche, die ja um ihres Engagements und ihrer Arbeit Willen eine Motivation haben, auch eigene Selbstkritik zu betreiben, fehlt diese Motivation den Medien. Also werden sie es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht tun und damit einen Prozess der Aufklärung verhindern.

Das Beispiel Wulff

Das geringe Potential der Medien zu Selbstkritik können wir gerade gut an einem anderen Fall verfolgen, der gerade seinem Abschluss entgegengeht: Dem Fall Wulff. Auch hier hatten die Medien einen erheblichen Anteil daran, dass der Bundespräsident a.D. sein Amt verlassen musste. Dabei steht außer Frage, dass Wulff als Bundespräsident eine kolossale Fehlbesetzung war. Denn er hatte ein Problem damit, zwischen seinem Amt und seiner Person zu unterscheiden. Das war spätestens klar, als er dem Papst bei dessen Staatsbesuch vor laufender Kamera und hochoffiziell ins Gesicht sagte, er als wiederverheirateter Geschiedener wolle besser behandelt werden. Das fand aber keiner weiter schlimm. Erst als Wulff mal wieder durcheinanderkam und bei der Bild anrief, um den Einmarsch der Bobycar-Bataillone anzudrohen, kamen die Journalisten richtig in Schwung. Hatten zuvor schon einige Medien Witterung aufgenommen wurde der Bundespräsident jetzt solange gejagt, bis sich ein Staatsanwalt erbarmte und ihn vermittels Untersuchung aus dem Amt holte. Jetzt, Monate später und eine Ehefrau weniger, kommt es zur Anklage, die da lautet: 753,90 Euro und Verdacht auf Vorteilsnahme. Nachdem man den Eindruck hätte gewinnen können, der man hat sich alles von den Schuhen an aufwärts inklusive Haus und Frau spendieren lassen. Und die Medien? Die nicken interessiert und hier und da hört man: "Naja, vielleicht haben wir es ein bisschen übertrieben. Aber eigentlich haben wir ja nur unseren Job gemacht." Selbstkritik sieht anders aus.

Medien als Vermittler

Das die Medien als Vermittler fungieren, ist kein Geheimnis, es ist ihr eigentlicher Auftrag. Da sie jedoch in diesem Falle auch Akteure sind, nehmen sie eine doppelte Aufgabe war, die dadurch brisant wird. Denn sie fördern eine Aufarbeitung des Themas nicht nur nicht dadurch, dass sie ihre eigene Rolle dabei nicht oder kaum infrage stellen. Sondern auch dadurch, dass sie über die Aufarbeitung berichten müssen. Dieser Umstand legt ein Problem des Katholizismus offen, das seit mehr als 50 Jahren besteht. Die Kirche ist auf die Medien nicht nur angewiesen, um mit ihrer Umwelt zu Kommunizieren. Sondern auch, um mit den Katholiken zu kommunzieren. Denn es gibt kein Medium mehr im kirchlichen Binnenraum, das in der Lage wäre, alle Katholiken wirksam und für längere Zeit zu erreichen, was bei einer Vermittlung der Aufarbeitung notwendig wäre. Die Kirche muss sich also hierfür säkularer Medien bedienen, die erstens per se einen anderen Blick auf die Dinge haben, als die Kirche, zum Zweiten als beteiligte Berichterstatter und parteiliche Beteiligte weder objektiv noch fair sein werden.

Wie geht es weiter?

Eine lückenlose und ehrliche Aufklärung des Sachverhaltes im Fall Tebartz-van Elst ist unter diesen Umständen nicht zu erwarten. Dafür müssten zu viele Gruppierungen zu viel guten Willen mit zu viel Selbstkritik aufbringen. Und bisher hat noch kaum einer Selbstkritik gezeigt, wenn man mal von ersten Ansätzen beim Bischof selber absieht. Als Christ kann man an Wunder glauben, doch man sollte nicht damit rechnen. Realistischerweise werden die verschiedenen Gruppen ihre Sicht von Aufklärung darlegen, die Medien einseitig berichten, Rom wird dazwischenhauen, die Medien das Interesse verlieren und der Bischof, aller Wahrscheinlichkeit der Neue, wird die nächsten 10 Jahre damit zubringen müssen, die Scherben aufzukehren. Wahrlich keine Freude. Aber mit ein bisschen guten Willen können die Beteiligten innerhalb der Kirche ihm die Arbeit nicht allzu schwer machen.

Dienstag, 19. November 2013

Ausweitung der Konfliktzone

FAZ-Redakteur Christian Geyer hat sich mit der aktuellen Lage im Bistum Limburg auseinandergesetzt. Genauer gesagt mit den Versuchen der Gegner von Bischof Tebartz-van Elst, das Thema am köcheln zu halten, um die eigenen Interessen wirksam zu forcieren. Ein besonderes Gewicht legt er dabei auf den Frankfurter Stadtdekan zu Eltz, der von allen Kritikern des Bischof medial am geschicktesten agiert. Geyer, der anders als Deckers nicht direkt Beteiligter ist, zeigt damit, wie wenig Interesse berufene Kreise an einer ruhigen und sachlichen Aufarbeitung der Ereignisse haben.

FAZ-Artikel hier.

Es ist nicht Großes, wenn dein Denken bei Gott ist.

Ein Bruder wandte sich an den Altvater Sisoes: "Ich sehe an mir, daß das Denken an Gott dauernd in mir ist." Der Greis sagte dazu: "Das ist nichts Großes, wenn dein Denken bei Gott ist. Groß ist es vielmehr, einzusehen, daß man unter allen Geschöpfen steht. Das und die körperliche Mühe führen zur Gesinnung der Demut."
Weisung der Väter, Spruch 816.

Montag, 18. November 2013

Verfahren gegen Bischof Tebartz-van Elst wird eingestellt

Das Oberlandesgericht Hamburg hat das Verfahren gegen Bischof Tebartz-van Elst gegen Zahlung von 20.000 Euro eingestellt.

FAZ hier.

'Hoffnung' auf den klaren Blick des Papstes. Neues von der Limburger Diözesanversammlung

Bildquelle bistumlimburg.de
Die Diözesanversammlung Limburg hat getagt und eine Erklärung veröffentlicht. Darin schildert sie die Situation im Bistum, wie die Versammelten sie sehen. Soweit so gut. Dann jedoch fangen sie an, Forderungen zu stellen. Direkt an die Bischöfliche Verwaltung, indirekt nach Rom.

Dem Bistum geht es schlecht. So meint zumindest die Limburger Diözesanversammlung im aktuellen Dokument (hier). Schuld daran ist Bischof Tebartz-van Elst. Denn unabhängig von den Ergebnissen der Untersuchungskommission trage er die Verantwortung für die Kostenexplosion auf dem Domberg und das zerstörte Vertrauen im Bistum. Daher sei eine Zusammenarbeit mit dem Bischof nicht mehr möglich. Entsprechend ist ein Ausscheiden des Bischofs aus seinem Amt notwendig, aber auch eine stärkere Einbeziehung der Synodalen Gremien und eine Aufarbeitung der Vorgänge, sowohl bzgl. des Bischofshauses bei der Kommission als auch der internen Verwaltungsvorgänge.

Die engagierten Laien leiden unter den Problemen

Die Ergebnisse des Papiers müssen nicht überraschen, sie waren so oder so ähnlich zu erwarten. Menschlich kann man das Dokument verstehen. Der Grund wird im Dokument auch klar artikuliert:
Engagierte Katholikinnen und Katholiken – haupt- oder ehrenamtlich tätig - sehen sich alltäglich konfrontiert mit der Notwendigkeit, ihr kirchliches Engagement im Bistum Limburg zu rechtfertigen.
Als Limburger Diözesaner muss man sich dieser Tage wirklich viel Anhören. Fragen, was man denn über die Lage in Limburg denke, sind da noch die freundlichsten Reaktionen der Leute. Man hört ja von weit Schlimmerem. Das ist natürlich eine für die engagierten Laien schwierige Situation. Zumal sie ja nicht für ihren Glauben als solchen gerade stehen müssen, sondern für die Handlungen bzw. das mediale Bild ihres Bischofs. Das wollen sie aber nicht, weil es ihr Engagement, für das sie ja überwiegend nicht bezahlt werden, erschwert.

Zuversicht auf eine richtige Entscheidung des Papstes

Soweit also kann man die Diözesanversammlung verstehen.
Dummerweise fangen sie dann an, Forderungen zu stellen. Zunächst an die Diözesanverwaltung, konkret an den Anwesenden Generalvikar. Und weil sie schonmal so schön in Fahrt sind, schicken sie auch gleich eine Botschaft nach Rom, wenngleich sie hier nicht ganz so direkt mit der Tür ins Haus fallen, sondern nur mit dem Airbushangartor winken:
Wir sind zuversichtlich, dass der Heilige Vater mit klarem Blick auf unsere Diözese schaut, und beten für eine gute Lösung für unser Bistum und für Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst.
Mit anderen Worten: Wir erwarten vom Papst, dass er den Bischof absetzt.
Man muss jedoch fragen, woraus sich diese Zuversicht speist. Bisher hat der Papst noch keine Anstalten gemacht, um Bischof Franz-Peter davon zu jagen, pardon, einer Anschlussverwendung zuzuführen. Bisher sind die Forderungen, die von Limburg in den medialen Monokurs und damit auch nach Rom geschickt wurden, nie von dort mit Zustimmung beantwortet worden. Sondern immer mit Vorsicht, Rücksichtnahme und Verständnis für alle Beteiligten, nicht nur für eine Seite.

Die Zuversicht der Versammlung kann sich also nicht auf Tatsachen stützen, sondern ist ein Wunschkonzert. Ein Wunschkonzert der besonderen Art, weil es die Qualität der römischen Entscheidung daran misst, ob diese den eigenen Wünschen entspricht. Schon Stadtdekan zu Eltz hat den Papst indirekt kritisiert, weil der nicht wunschgemäß gehandelt und den Bischof nur eine Zeit der Besinnung verordnet hat. Nun bereitet sich auch die Diözesanversammlung darauf vor, dem Papst zu sagen, wie er seinen Job machen soll, wenn er "mit klarem Blick auf unsere Diözese schaut". Denn wenn er falsch entscheidet, dann guckt er nicht klar genug.

Was lässt Rom sich bieten?

Es ist nichts dagegen zu sagen, dass die Diözesanversammlung die Nöte der Laien thematisiert und die Probleme, denen sie sich gegenübersehen, ausspricht. Dafür ist sie ja da. Auch den Verweis auf die Mitarbeiter des Bistums, die sich ein besseres Klima wünschen, ist legitim, wenngleich überflüssig, ist es doch direkt an den anwesenden Generalvikar gerichtet, der sich bereits entsprechend positiv geäußert hat. Problematisch ist hingegen der Versuch, der Entscheidung des Papstes vorzugreifen. Während Bischof Franz-Peter nur erklärt, er würde gerne wieder nach Limburg kommen, macht die Synodalversammlung klar, nur eine Absetzung des Bischofs sei eine gute Entscheidung Roms. Welchen Eindruck man in Rom dadurch vom Bistum gewinnt und welche Konsequenzen das haben wird, bleibt abzuwarten.

Samstag, 16. November 2013

Samstäglicher Newsticker

Frankfurt: Nach der erfolgreichen und vielgelobten Diskussion "Aufräumen nach dem Knall" legt das Haus am Dom neue Veranstaltungen auf: "Teeren und Federn für Anfänger", "Kulturkampf: Warum wir Laien uns wehren müssen" und "Franziskus: Papst der armen Limburger"

Frankfurt: Die Veranstalter der Diskussion am Dienstag im Haus am Dom wehren sich gegen den Vorwurf, das Podium sei einseitig besetzt gewesen. Vielmehr habe man die ganze Breite der Meinungen unter den Teilnehmern wieder gefunden. Einer habe Tebartz-van Elst schrecklich gefunden, einer seien Stil, ein anderer das bischöfliche System an sich und der letzte habe eigentlich nur was gegen alle, die nicht seiner Meinung sind. Ausgewogener gehe es wohl nicht.

Rom/Limburg: Die Glaubenskongregation tadelt die Aussage von Daniel Deckers, in Limburg herrsche ein Kulturkampf und derselbe müsse jetzt ausgefochten werden. In einem Schreiben weist sie auf die Worte des Papstes hin, die Kirche solle nicht um sich selbst kreisen und sich zerfleischen, sondern man müsse rausgehen und die Wunden versorgen. Ein Sprecher von Dr. Deckers erklärte daraufhin, der Papst habe gesagt, man solle die Glaubenskongregation ignorieren und im Kampf gegen die Bischöfe mutig voranschreiten, auch wenn man dabei viele Wunden schlage.

Freitag, 15. November 2013

Generalvikar Rösch macht Schlagzeile: Mal was Positives aus Limburg

Bildquelle bistumlimburg.de


Man kann auch was nettes aus Limburg vermelden.

So verzichtet Generalvikar Rösch auf die Gehaltserhöhung, die ihm für sein neues Amt zusteht und bleibt bei seinem Pfarrergehalt. Daraus möchte der Neue aber eigentlich kein Thema machen, denn viele handelten ähnlich, so Rösch.
Im übrigen fährt Rösch, der übergangsweise im Priesterseminar wohnt, mit dem Fahrrad ins Bischöfliche Ordinariat. Allerdings nicht um Sprit zu sparen, sondern weil er nunmal gerne so fährt.

FNP-Bericht hier.

Kirchenquiz

Wo steht diese Kirche?
 

Auflösung am Sonntag

Donnerstag, 14. November 2013

Krieg und Frieden im Bistum Limburg

Der Name „Aufräumen nach dem Knall“ der Diskussion am Dienstag im Haus am Dom war eigentlich irreführend. Besser hätte man es „Lärm während des Kampfes“ genannt. Denn hier stimmten sich die demokratieaphinen Kulturkämpfer auf die nächste Runde des Kulturkampfes ein.

Die große Mehrheit hat Recht und übt die Herrschaft über die kleine Minderheit aus. So oder so ähnlich könnte man die Diskussionsteilnehmer am Dienstag im Haus am Dom verstehen. Dabei soll geht es natürlich nicht um Unterdrückung, sondern einfach nur darum, dass die Minderheit nichts zu melden hat und sich bevorzugt auch nicht äußern soll.

Kampf zwischen Bischöflichen und Demokratiebewegten

Denn nach den Worten von Dr. Deckers wird in Limburg momentan ein Kulturkampf ausgetragen zwischen den Bischöflichen, die sich um Bischof Tebartz-van Elst scharen, und den Demokratiebewegten, die den Bischof platt machen wollen, um ihr Konzept durchzusetzen. Dieser Eindruck wurde von den Teilnehmern überwiegend erweckt, wenn nicht causal – der Bischof muss weg damit … - so doch temporal – der Bischof muss weg und dann …. Damit verbauen sich die Demokatiebewegten, die nach Selbstwahrnehmung und wohl auch real in der Mehrheit sind, wichtige Wege zur Vermittlung.

Der Kampf muss bis zum Sieg geführt werden

Denn viele Konservative und romorientierte Katholiken sehen durchaus die Fehler, die der Bischof gemacht hat und wünschen sich auch, ihn in anderer Funktion wiederzusehen als in Limburg, damit Ruhe einkehrt, Sie fürchten aber eine Friedhofsruhe im Bistum, indem mit dem Bischof auch ihr Konzept von Kirche herausgetrieben wird. Entsprechend stemmen sie sich gegen die Kritiker und scharen sich um Tebartz-van Elst als dem Fünkchen Hoffnung, dass sie für ihre Idee von Kirche haben. Indem die Demokraten also den Streit kirchenkonzeptionell aufladen, bestätigen sie die Furcht der Konservativen vor einer Rätekirche und reißen mutwillig Brücken ab, was von den Konservativen entsprechend beantwortet wird. 

Kulturkämpfer vs. Versöhner

Der eigentliche Konflikt in der Causa Tebartz-van Elst geht also nicht zwischen den Konservativen und den Liberalen, den Bischöflichen und den Demokraten. Die eigentliche Linie verläuft zwischen den Kulturkämpfern, die ihr Konzept von Kirche durchbringen und verteidigen wollen, und den Versöhnern, die lieber miteinander reden und die Wunden heilen wollen. Auf dem Podium in Frankfurt hat es leider niemanden der letzten Sorte gegeben. Doch wir können hoffen. Denn der Notarzt sitzt auf der Kathedra in Rom.

Mittwoch, 13. November 2013

Aufräumen nach dem Knall. Wohin mit dem Schutt?

Gestern war ich im Haus am Dom, um der Podiumsdiskussion "Aufräumen nach dem Knall" zu lauschen. Eigentlich war schon klar, was dabei herauskommen würde. Das offizielle Ergebnis war denn auch so klar wie die persönliche Erkenntnis, die daraus gezogen werden konnte

Im Nachhinein wünscht sich das Haus am Dom sicher, Eintrittskarten verkauft zu haben. Denn so voll war die Hütte sicher noch nie. In den Saal ist man schon gar nicht mehr reingekommen, die Plätze im Foyer, wo man auch Stühle aufgestellt hatte, waren auch schon belegt, genauso wie die Treppen. Stehplätze gab's auch kaum noch, sodass ein Alterspräsident des Bundestages und ich neben dem Eingang konzentriert durch das Treppengeländer auf das Bild an der Wand gucken mussten.

Vesper, Schüller, Deckers und zu Eltz: Viermal eine Meinung

Aber genug von der Location und meinen Mühen, für meine Blogger über eine Stunde lang gestanden und an eine Wand gestarrt zu haben.
Reden wir mal lieber über die Podiumsdiskussion. Anwesend waren der Generalsekretär des ZdK Vesper, Professor Schüller, Daniel "das Donnergrollen" Deckers und Johannes zu Eltz in Vertretung des Weihbischofs Löhr und des Domkapitels. Generalsekretär Vesper habe ich nur teilweise gehört, weil ich zu spät kam, außerdem blieb er sehr theoretisch. Prof. Schüller hat als Kirchenjurist eine Kurzvorlesung über Kirchenfinanzfragen und seine Zweifel gehalten, dass in Limburg alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Stadtdekan zu Eltz hat als Vertreter des Domkapitels die Entscheidung desselben bedauert, den Bischof gewählt zu haben, die Domkapitulare ansonsten aber als verantwortungsvolle Zuhörer der Gläubigen dargestellt. Dr. Deckers hat seine Arbeit bei der FAZ in Kirchensachen beschrieben und vorgelegt, wie was anders gemacht werden müsste.

Alle haben sich wenigstens zurückgehalten

Ganz allgemein ist zu sagen, dass sich alle Beteiligten in dieser Runde im Vergleich zu manchen vorherigen Äußerungen um einen sachlichen Stil bemüht haben. Sowohl Deckers als auch zu Eltz haben zudem darauf hingewiesen, dass sie als parteiliche oder beteiligte Beobachter sprechen und ihre Aussagen somit in den zutreffenden Kontext gestellt.

Selbstkritik gab es kaum

Auch Prof. Schüller hat sich mit Vorverurteilen zurückgehalten und auf die Kommission verwiesen, konnte aber doch nicht ganz umhin, erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Finanzvorgehens anzumelden.
Deckers fand sich weitestgehend selber toll, haute aber auch die beiden treffendsten Sätze des Abends raus: 1. das Bistum bedürfe jetzt Diagnose, Anamnese, Therapie; 2. in Limburg wird ein Kulturkampf zwischen dunkelmännerhaftem monarchischem Episkopat und den lichtgestaltigen demokratisch-medialen Gremien geführt. Dekan zu Eltz bemühte sich sichtlich um Mäßigung, musste aber doch am Ende - da war seine psychische Kraft vllt. annährend aufgebraucht - ein paar fragwürdige Statements abgeben: Zum ersten trage der Papst (Benedikt XVI.) die Verantwortung für die Bischofswahl, wenn er dem Domkapitel eine Kandidatenliste vorsetze, bei dem die Herren die Leute nicht selber kennen/vorgeschlagen haben; 2. er wähle nur noch den Kandidaten, den er vorher kennengelernt habe. Mit anderen Worten: Der Papst ist ja eigentlich schuld und ich mach in Zukunft was ich will.

Der Bischof und das episkopale System sind schuld

Einig waren sich die Teilnehmer alle, wer die Hauptschuld an der ganzen Sache hat und auf wem der entstandene Schutthaufen abzuladen ist: Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Des Weiteren hat das aktuelle Kirchen- und Bischofswahlsystem Mitverantwortung, das bei Tebartz-van Elst krass versagt habe und deswegen geändert werden müsse. Die Frage, ob z.B. der Stadtdekan als wesentlicher Repräsentant eines solchen Pfeiffen-System nicht selber eine sein könnte, hat man sich natürlich ebensowenig gestellt wie den Umstand erwähnt, dass man seit 200 Jahren so schlecht nun doch nicht mit den Bischofswahlen gefahren ist.

Am bezeichnendsten war die Zusammensetzung der Runde

Man war sich aber einig, dass fast alle Verteidiger von Tebartz-van Elst in diese Gruppe - also der Pfeiffen - einzuordnen sind. Denn auf Nachfrage teilte Prof. Valentin mit, man habe leider keine Befürworter des Bischofs auftreiben können, die dem hohen Niveau des Diskussion hätten gerecht werden können. Die Wenigen in Frage kommenden seien terminlich verhindert, den Rest können man in der Besagten rauchen. Bei einigen glaub ich Prof. Valentin das auch, aber es fällt doch schon auf, dass sie nicht mal einen gefunden haben, der sich bei dem Wort Bischof Tebartz-van Elst nicht den Schaum vom Mund abputzen muss, um seriös zu bleiben. Also hat das Haus am Dom nicht angestrengt genug gesucht oder alle Verteidiger des Bischofs haben den Kopf so tief eingezogen, dass man sie nicht gefunden hat. Denn wer will sich schon davorne hinsetzen, wo er ohnehin auf verlorenem Posten steht.
So offenbart das Ereignis vor allem die traurige Situation im Bistum Limburg, indem sich fast alle einig sind und man sich in Rom schonmal um eine "Anschlussverwendung" (Zitat zu Eltz) Gedanken machen kann. Denn egal was bei der Kommission rauskommt, zurück kann der Bischof nicht mehr.

Papst Franziskus hat total was gegen Gold

Dienstag, 12. November 2013

Das Ende der Schonzeit - Mittagskritik

Paul Badde, auf einem Kongress als der dickste Freund des Papstes bezeichnet, ist auch ein guter Bekannter vieler deutscher Bischöfe. So ist es zu erklären, das er als einziger Journalist bis in die Anima vorgelassen wurde, um ein Gespräch mit dem Bischof von Limburg, Tebartz-van Elst, zu führen. Den Inhalt dokumentiert er im Vatikan-Magazin, das ab Morgen im Handel käuflich erworben werden kann. Als guter Katholik hab ich es natürlich als Abo und konnte es daher schonmal vorab lesen.

Hierzu mein Kurzkommentar:

Der Artikel wirft ein gutes Licht auf die grundlegende Einstellung des Bischofs. Anders als seine Gegner in Limburg geht es ihm nicht darum, die anderen endlich zur Strecke zu bringen und zu diffamieren. Auch will er sich nicht von aller Schuld reinwaschen und die Schuld einseitig abwälzen. Er gibt eigene Fehler zu. Allerdings scheint er seinen größten Fehler darin zu sehen, anderen Menschen vertraut zu haben, denen er besser nicht hätte vertrauen dürfen. Das mag wirklich so gewesen sein. Allerdings lässt das die Interpretation zu, er sei nur gutgläubig gewesen, die wahren Schuldigen seien die anderen. Daraus kann man ihm jetzt wieder einen Strick zu drehen versuchen. Seine Bereitschaft zur Versöhnung ist lobenswert, doch auch sie wird ihm schon im Mund umgedreht und zur Fratze der Uneinsichtigkeit umgedeutet werden können. Zwar deutet er auch weitere Einsichten in Probleme an, wehrt aber den öffentlichen Diskurs darüber ab und verweist sie in die Sphäre des Geistlichen. Auch das wird man ihm wohl kaum abnehmen, denn was eine öffentliche Person nicht öffentlich macht, das gibt es für die Öffentlichkeit nicht.

Das Interview verdeutlicht drei Punkte:
1. das der Bischof momentan wirklich in sich geht und diese Untersuchung auf zwei Bereiche konzentriert: Habe ich eine Fähigkeit, die mir zum Nachteil gereichte und kann ich Versöhnung als Tugend als Weg der Erneuerung einsetzen?
2. Es wird sich jetzt zeigen, ob man auf Seiten der Gegner des Bischofs und bei den Medien wirklich an einer ausgewogenen Darstellung der Ereignisse, an einem differenzierten Blick interesse hat. Obder ob man nur das Abschwören will, das große mea-culpa und die Versicherung, alle Schuld auf sich zu nehmen und nie wieder einen Fuss nach Limburg zu setzen.
3. Dem Bischof hat es in seiner römischen Zeit versäumt, sich mit Medienkompetenztraining zu befassen. Badde absolviert ihn davon, wenn er meint, das müsse er als Bischof auch nicht. Hier einzig muss dem Profi widersprochen werden. Bischöfe müssen auch mit Medien richtig umgehen können, wie das Beispiel Tebartz-van Elst schmerzhaft zeigt.

Auf der Vatikan-Seite kann das Heft eingesehen werden, hier.

Was wir aus der Reinheit des Geistes gewinnen können

Abbas Ammon von Rhaitos besprach sich mit dem Abbas Sisoes: "Wenn ich die Heilige Schrift lesen dann habe ich Lust, mir schöne Worte zurechtzulegen, damit ich auf Fragen antworten könne." Der Greis sagte dazu: "Das ist nicht nötig! Vielmehr, gewinne dir aus der Reinheit des Geistes, sowohl unbesorgt zu sein, als auch zu reden."
Weisung der Väter, Spruch 820.
Informationen zu Sisoes hier.

Montag, 11. November 2013

Herausforderung und Auftrag im Bistum Limburg

Bildquelle: bistumlimburg.de
Weihbischof Löhr hat dieser Tage dem Sonntag als dem bistumseigenen Kirchenblatt ein Interview zur aktuellen Lage im Bistum gegeben. Damit meldet sich erstmals umfangreicher der Weihbischof als, weihemäßig, Nr. 2 des Bistums zu Wort. Zudem ist Löhr Chef des Pastorals und visitiert oft in Gemeinde, wodurch er einen breiten Überblick hat. Als Mitglied des Domakapitels ist er zudem an den meisten wichtigen Entscheidungen der letzten Jahre beteiligt gewesen.
Wer jetzt den großen Wurf, die große Kritik oder die große Verteidigung erwartet, der muss aber enttäuscht werden. Wie von ihm zu erwarten war, bemüht sich der Weihbischof um eine ausgewogene Sprache, die das Zentrum des Glaubens, den Herrn, und den Kern der Problemlösung, das Gebet, nicht aus dem Blick verliert.

Nach einem Vorbericht der Bistumseite lobt der Weihbischof die Entscheidung des Papstes:
"Ich habe großes Vertrauen in Papst Franziskus", sagt Löhr. "Seine Entscheidung, Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst eine Zeit außerhalb seines Bistums zu gewähren, ist weise. Sie zeichnet ihn und seinen Leitungsstil aus: prüfen, beraten und erst dann endgültig entscheiden."
Riesige Probleme durch das Fehlen des Bischofs sieht er auf der Seite des Pastorals nicht. Zwar müssten eigentlich zügig Unterschriften für die neuen Pastoralen Räume geleistet werden, weil sich sonst die organisatorische Zusammenführung am 01.01.2014, längst vorbereitet, um ein Jahr verschiebt. Der Generalvikar bemühe sich momentan aber in Rom um eine Lösung. Da die Planung bereits durch Bischof Tebartz-van Elst grundsätzlich abgesegnet sei, hofft er auf eine Lösung des Problems.

Am größten sind für den Weihbischof die Krisen im Bereich der Seelsorge:
Dass das Bistum durch die Ereignisse der letzten Monate "geistlich verwundet ist, einzelne sehr verletzt sind", hat auch den Weihbischof bei den Visitationen erschüttert, ebenso die hohe Zahl von Kirchenaustritten.
Dazu kommt die Kritik gerade aus dem konservativen Bereich, die er kritisch sieht. Denn hier spreche man dem Bistum mitunter fast das katholisch-sein ab. Er hingegen stellt klar:
"Unser Bistum ist nicht weniger katholisch als andere"
Von daher macht er sich auch wenig Sorgen, das Bistum könne sich in Tebartz-Kirche und Kamphaus-Kirche spalten, besonders, wenn die Kultur des Gespräch gepflegt werde, die Kardinal Lajolo dem Bistum empfohlen hat. Daneben dürfe man jetzt nicht den Eindruck machen, sich nur mit sich selbst beschäftigen. Kirche weise ihre Existenzberechtigung nicht durch Querelen, sondern durch die Erfüllung des Auftrags Jesu nach
"das Evangelium Jesu Christi zu verkündigen, für die Menschen, vor allem die Armen, da zu sein und Verantwortung in der Gesellschaft wahrzunehmen".
Noch ein schönes Schlusswort, Hochwürdigster Herr?
Die derzeitige Situation im Bistum Limburg "ist für uns alle eine große Herausforderung im künftigen Miteinander, im Verständnis von Kirche, vor allem für unsere Spiritualität", stellt der Weihbischof fest. Im Blick auf Bistum und Bischof ist für ihn das Wichtigste: "Im Gebet bleiben und damit auch im Gebet verbunden bleiben - im Bistum und in unseren Partnerbistümern in aller Welt."
 Der ganze Bericht zu lesen hier.

Samstag, 9. November 2013

Das Kreuz Christi ist ...

Das Kreuz Christi auf sich nehmen, ist keine einmalige Tat; es bedeutet das ständige Ausführen der kleinen Pflichten, die uns nicht gefallen.

John Henry Kardinal Newman

Freitag, 8. November 2013

Kirchenquiz

Wo steht diese Kirche?
 

Auflösung am Mittwoch.
Tipp:
Die Kirche ist Teil eines Ensembles mit Königspalast.

Donnerstag, 7. November 2013

Das Makarius-Kloster in Ägypten

Einer meiner liebsten Wüsterväter ist Makarius der Große. Er ist nicht nur einer der größten Eremiten, sondern er hat auch mehrere Klöster gegründet. Und noch heute gibt es ein Kloster, das sich auf ihn beruft. Ein Film gibt Einblick in diese Gemeinschaft. Leider sind die Englischen Untertitel doppelt gesetzt, was das Mitlesen schwerer macht. Zur Internetseite des Kloster hier.

Ein gute Umgang

Ich fragte den Vater Antonius:
Wie wachse ich durch meinen Umgang?

Da antwortete er:
Gehe nicht zum Mächtigen, sondern zum Geringen.

Mittwoch, 6. November 2013

Darf Bischof Tebartz-van Elst sich äußern?

Am Wochenende hat der Leiter der Anima Xaver Brandmayr ein Interview zum Thema Bischof Tebartz-van Elst gegeben. Das scheint mit dem Bischof abgesprochen gewesen zu sein, da dieser auch einmal seine Sicht ein wenig darstellen wollte.
Nun las ich vor einiger Zeit auf facebook eine Diskussion, bei der es darum ging, ob der Bischof das denn überhaupt darf, sich über andere in den Medien zu äußern. Widerspricht das nicht dem Befehl Roms, sich zurückzuziehen?

Meiner Meinung nach darf sich Bischof Franz-Peter sehr wohl äußern. Sowohl direkt, was er im Rahmen anhängiger Anzeigen gegen ihn in den nächsten Wochen wird tun müssen, als auch indirekt über Dritte. Denn die Order des Papstes bezog sich ja lediglich auf die Amtgeschäfte. Der Bischof soll seinem Generalvikar nicht reinregieren. Ein Schweigegebot hat der Papst dem Bischof hingegen nicht auferlegt. Es wäre auch unfair. Denn die anderen schweigen ja nicht. Während sich Generalvikar Rösch diskret zurückhält und jeden Eindruck zu vermeiden sucht, er würde vorschnell an seinem Bischof herumkritisieren, fühlen sich andere, einige Domkapitulare voran, eher ermutigt, weiter auf den Putz zu hauen. Vom Bischof zu erwarten, er solle schweigen, während seine Kritiker das große Wort führen dürfen, wäre daher mal wieder mit zweierlei Maß gemessen.

Eine andere Frage ist es dagegen, wie sinnvoll der mediale Vorstoß des Bischofs bzw. seines Vertrauten ist. Während Bereitschaft zur Versöhnung zu kommunizieren grundsätzlich eine gute Idee ist, sind andere Aussagen dazu geeignet, die Kritiker weiter aufzubringen - wobei manche sich wohl auch schon vom wachsenden Gras im Bischofsgarten aufbringen lassen. Zurückhaltung ist daher von beiden Seiten verlangt, sowohl vom Bischof, als auch seinen Kritikern. Das letztere diesem Verlangen nicht entsprechen, zeigt eine Podiumsdiskussion in Frankfurt, die fast nur Kritiker des Bischofs zusammenbringt. Unter diesen Umständen ist der Beitrag von Bischof Franz-Peter nicht optimal, im Vergleichzu seinen Kritikern aber durchaus zurückhaltend.

Neue Ferula


Infos zur neuen Ferula von Papst Franziskus hier.

Dienstag, 5. November 2013

Das Tun des Predigers

Das ganze Tun des Predigers ist dazu bestimmt, die Menschen daran zu erinnern, dass die Zeit kurz, der Tod gewiss und die Ewigkeit lang ist.

John Henry Kardinal Newman

Papst Franziskus zelebriert versus orientem


Katholiken mit einem leichten Hang zu Barockkaseln und wandausfüllenden Hauptaltären, also Leute wie ich, laufen ja seit dem Rücktritt Benedikts ein bisschen gram durch die Gegend. Da hatten wir uns so über die Spitzen, den Fanon und die XXL-Mitren gefreut und schonmal orakelt, wann der Hl. Vater denn endlich die Sedia gestatoria wieder rausholen würde. Dann trat er zurück und der Jesuit Bergolio kam und wir sahen gleich: Der trägt die Sedia eher selber, als er auf ihr Platz nimmt.

Auch den ollen Sperrholzaltar in der Sixtina hat er gleich wieder reintragen lassen, nachdem wir alle dankbar waren, dass das ehrwürdige aber irgendwie unpassende Möbel verschwunden war. Doch der Papst kann auch anders. So berichtet NLM hier, dass Papst Franzikus am Altar-Grab des Sl. Johannes Pauls II. die Messe ohne Volksaltar gefeiert hat. Der Hl. Vater zeigt sich also flexibel, sprich katholisch weit in diesen Dingen.

Montag, 4. November 2013

Allerheiligen und Allerseelen in Limburg

Da wir momentan in Limburg unter Bischofsknappheit leiden, hat Weibischof Löhr die Messen an Allerheiligen und Allerseelen gehalten.

An die Situation im Bistum erinnerte Weihbischof Löhr an Allerheiligen:
Christ sein ist nach Auffassung des Weihbischofs in Limburg so lebenspraktisch wie die Seligpreisungen der Bergpredigt. "Der wichtigste Schlüssel zu ihrem Verständnis ist Jesus selbst", so Löhr. Jesu Leben zeige, was es bedeute, arm zu sein vor Gott, zu trauern, keine Gewalt anzuwenden, zu hungern und zu dürsten nach der Gerechtigkeit, barmherzig zu sein, ein reines Herz zu haben, Frieden zu stiften sowie um der Gerechtigkeit willen verfolgt, beschimpft oder auf alle mögliche Weise, verleumdet zu werden. Heilige hätten viele Unterschiede, seien aber darin geeint, dass sie von Gott berufen sind. Egal wo sie stehen. Dieses von Gott berufen sein, werfe auch ein neues Licht auf die Kirche von Limburg. In einer krisengeschüttelten Situation werde man immer wieder gefragt, wer man sei, wo man stehe und wo man sich positioniert habe. Dies sei aber nicht der Kern des Christseins. "Wer wir sind, bestimmen wir zuerst und zutiefst von Christus her. Wir sind Heilige, von ihm erwählt, von ihm geheiligt, von ihm gerade im Heute dazu bestimmt, seine Seligpreisungen ins Leben umzusetzen", so Weihbischof Löhr. Wer sich an Christus orientiere, wisse die Heiligen an seiner Seite und erfahre am Hochfest Allerheiligen, dass er in guter Gesellschaft ist. Dies sei Kirche.
An Allerseelen widmete er sich hingegen der Verbindung, die uns nicht nur mit den Lebenden, sondern auch mit den Verstorbenen verbindet:
In der Predigt machte der Weihbischof in Limburg deutlich, dass Allerseelen ein Fest des Gedenkens und der Verheißung ist. Durch Tod und Auferstehung Jesu sei alle Hoffnungslosigkeit überwunden und es werde deutlich, dass mit dem Tod nicht alles vorbei sei oder die Einsamkeit beginne.
Bereits der Apostel Paulus habe um das Jahr 50 in seinem Brief an die Gemeinde von Thessalonich unmissverständlich deutlich geschrieben: "Wenn Jesus gestorben und auferstanden ist, dann wird Gott durch Jesus auch die Verstorbenen zusammen mit ihm zur Herrlichkeit führen." Der Tod heiße nicht, voneinander getrennt zu werden.   
Das Gedenken der Toten und das Gebet für sie sei mehr als ein Ahnenkult. Christen seien durch den heiligen Geist Gottes mit den Verstorbenen, die im Glauben voraus gegangen sind, verbunden. Deshalb sei die Frage nach dem Tod auch eine Frage des Lebens. Wenn der Tod komme, solle der Mensch das Sterben nicht erst lernen müssen. "Wie wir leben, ist von Bedeutung für unser Sterben und für die Ewigkeit", so der Weihbischof.
Bericht für Allerheiligen hier.
Für Allerseelen hier.

Gott steh uns bei, wenn der Bischof wieder auf der Matte steht

So oder so ähnlich denken sich viele in Limburg. Denn der Rektor der Anima, Franz Xaver Brandmayr, bei dem der Bischof Tebartz-van Elst die letzte Zeit untergekommen war, hat in einem Interview den schlimmsten Satz der letzten Monate gesagt: Der Bischof würde gerne nach Limburg zurückkehren.

Wie! Immer noch! Da gibt man sich so viele Mühe, um den Mann endlich loszuwerden, hat ihn wenigstens schonmal in Rom, und jetzt schleicht er sich klammheimlich nach Deutschand zurück und schlägt im Kloster Metten sein Basislager auf, um von dort aus die Expedition auf den Domberg vorzubereiten. Wo er sich wieder festsetzen könnte. Geht denn das?

Ja, das geht. Zumindest theoretisch. Stellen wir uns mal den Worst-case für die Gegner des Bischofs vor: Die Kommission der deutschen Bischofskonferenz stellt fest, das alles korrekt gelaufen ist, der Bischof sich an alle Regeln gehalten und auch nicht einfach mit Geld um sich geworfen, sondern gut und solide gebaut hat. Das außerdem der Bischöfliche Stuhl in Limburg genug Geld für so ein Projekt hatte und das ganze auch vom Konzept her ganz sinnvoll ist.

Dann stellt das Gericht das Verfahren in Hamburg gegen eine Geldbuße ein und die anderen juristischen Vorwürfe gegen den Bischof erweisen sich als haltlos.
Dann stellt sich der Papst hin und sagt sowas wie: Ich vertraue Bischof Franz-Peter weiterhin und hoffe, er wird sein Amt in Limburg mit der Unterstützung aller Gläubigen und der Mitbrüder gut weiterführen können.

Und dann kommt Bischof in den Dom, bittet um Verzeihung und vergibt gleichfalls mit ausgebreiteten Armen allen, die ihn in diesen Wochen und Monaten hart angegangen sind. Er reißt die Türen seines Hauses weit auf und lädt zum Dialog mit allen ein, die ihn mitführen wollen.

Was dann? Dann kann man nur noch greinen, der Bischof habe aber kein Vertrauen mehr und man wolle ihn endlich weg haben, weil ... weil ... man mag ihn halt nicht. Dann schlägt man in der Bibel nach und zeigt triumphierend auf eine Bibelstelle und erklärt: Denn Jesus sagte, wir sollen sogar unsere Feinde lieben, außer die, die wir nicht mögen.

Hoffen wir also, das es (nicht) so kommt und beten wir eifrig dafür.

Samstag, 2. November 2013

An Gott rütteln

Abraham, der Schüler des Altvaters Sisoes, wurde einmal von einem Dämon versucht, und der Greis sah, daß er gefallen war. Da stand er auf, streckte seine Hände zum Himmel und sagte: "Gott, ob du willst oder nicht, ich lasse dich nicht, bis du ihn heilst." Und auf der Stelle wurde er geheilt.
Weisung der Väter, Spruch 815.

Samstäglicher Newsticker

Limburg: Die Gemeinschaft Wir sind Kirche und ihr nicht kritisieren das Urteil von Papst Franziskus gegen den Bischof von Limburg: "Franziskus soll aufhören, barmherzige, väterlich-gütige Entscheidungen in der Causa Limburg zu treffen und endlich wie ein gescheiter absoluter Monarch durchgreifen. Der Bischof muss davongejagd, das Domkapitel abgesetzt und eine neue Führung durch Rom installiert werden."

Donau: Das Super-Staatssekretariat der Erzpäpstin Maria Magdalena II. Mayr-Lumetzberger kritisiert die Forbes-Liste der mächtigsten Menschen der Welt. Es sei nicht hinzunehmen, dass zwei Bischöfe von Rom dort genannt werden, aber nicht Erzpäpstin der Wahren Christenheit nicht. Immerhin ist die Erzpäpstin das Oberhaupt von über 2 Milliarden Christen. Die Antwort von Forbes: Kennen sie nicht.

Rom: Die Gemeinschaft Kinderschutz gegen Klerikerherrschaft protestiert gegen den Auftritt des Jungen auf dem Petersplatzes neben Papst Franziskus. Eine solche Aktion sei nicht hinnehmbar, zeige sie doch das Bild einer menschennahen und kinderfreundlichen Kirche. Die Gemeinschaft verlangt von dem Jungen, sich sofort öffentlich von seinen Handlungen zu distanzieren und sich fortan für den den Schutz der Kinder vor dem Papst einzusetzen.  
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