Freitag, 31. Mai 2013

Extreme Firmspending

Heutigentags sind Firmungen eher sehr bescheidene Veranstaltungen. Am Pfingstmontag diesen Jahres firmte unser Bischof im Limburger Dom 44 Jugendliche aus dem Pastoralen Raum Limburg.

Das sah früher ein wenig anders aus: so firmte der Bischof Dominikus Willi Anfang des 20. Jahrhunderts in Frankfurt am Main an einem Tag 1603 Firmlinge.

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Dienstag, 28. Mai 2013

Das Urevangelium nach Markus

Die Erzpäpstin Maria II. Mayr-Lumetzberger hat eine neue Version des Neuen Testamentes herausgeben, indem "die wahren Schriften der Heiligen Frauen und Männer der Jesus-Bewegung zu Wort kommen" (wir berichteten hier). Dabei bezieht sich Mayr-Lumetzberger auch auf das sogenannte Urevangelium nach Markus. Wir wollen mit jener Frau sprechen, die es den Tiefen des Vergessens entrissen hat, Frau Prof. Dr. Wilhelmine Küsselbecker.

Frau Prof. Dr. Küsselbecker, was ist das Urevangelium nach Markus?

Der Urmarkus, so wollen wir es im Weiteren der Einfachheit halber nennen, ist das eigentliche Evangelium, das der Evangelist Markus geschrieben hat und das später durch eine zensierte Version, den sogenannten Zensus-Markus, ersetzt wurde.

Wie kam es dazu?

Die Tradition der Kirche identifiziert Johannes Markus, einen Begleiter des Petrus, als Autor des Evangeliums. Das ist allerdings nur halb richtig. Es war wohl wirklich besagter Markus, aber er war kein Begleiter des Petrus, sondern der Maria Salome, der ersten Apostelin.

Die erste Apostelin?

Die jesu-marianische Bewegung kannte zwei Kernkreise. Der Bekannteste waren die sogenannten Zwölf, deren Sprecher Petrus war. Daneben gab es aber auch einen weiteren weiblichen Kreis, ebenfalls zwölf, deren Sprecherin Maria Salome war.

Einen Moment, im Buch von Frau Dr. Erdfrau-Witzelstein (Bericht hier), das sie unterstützt haben, wird aber behauptet, es habe nur einen Kreis der Zwölf gegeben, der aber überwiegend aus Frauen bestand, Was denn nun?

Wie sie richtig sagen, handelt es sich um die Arbeit von Frau Dr. Erdfrau-Witzelstein. Ich war zwar ihre Doktormutter, aber nie so von dieser Idee überzeugt und hatte immer schon meine Zweifel an dieser Version.

Dennoch haben sie in der Auseinandersetzung mit P. Simplicius im Theologischen Beobachter sehr nachdrücklich für diese These gestritten.

Also das íst doch hier gar nicht das Thema. Also der Evangelist Markus war der Begleiter von Maria Salome und die hat ihm das Evangelium diktiert. Leider musste sie dabei schon auf die theologische Fehlentwicklung der petrinisch-paulinischen Überformung der Bewegung Rücksicht nehmen, um sich nicht ganz ins Abseits zu schießen. So hat sie die Vorstellung, Jesus sei der Anführer der Gruppe gewesen, ins Evangelium geschrieben, obwohl es ja offensichtlich Maria Magdalena war. Dennoch betont sie die Rolle Mariens und gibt uns somit zumindest einen Eindruck von der Wahrheit.

Und der Zensus-Markus?

Der entstand im Rahmen der anderen Evangelien. Markus war ja der erste. Nachdem Matthäus, Lukas und Johannes ihre Evangelien geschrieben hatten, kam es im 2. Jh. zu ersten Kanonisierungsbemühungen. Dabei stellte man fest, wie sehr Markus vom Bild der drei anderen, im weiten anti-maria Synoptiker, abweicht. Und damit diese Abweichung des patriarchale Gewaltmonopol der männlich-semiheidnischen Führungseliten nicht ins Wanken bringt, hat man alle Stellen, die Marias Bedeutung hervorheben, weggeschnitten. So entstand der Zensus-Markus.

Sie haben uns ja einige Beispiele mitgebracht.

Gut das sie es ansprechen. Ich habe hier drei Stellen, die sie gerne abdrucken dürfen:

4,35-41 Am Abend dieses Tages sagte er zu ihnen: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; einige andere Boote begleiteten ihn. Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, sodass es sich mit Wasser zu füllen begann. Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief und neben ihm Maria. Sie weckten Maria, die sich jedoch total cool war. Da weckten sie Jesus und riefen: Meister, kümmert es euch beide nicht, dass wir zugrunde gehen? Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht und sie sagten zueinander: Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar der Wind und der See gehorchen? Maria aber gab ihnen zur Antwort: Er ist der Messias, der von Gott besonders geliebte Mensch.

9,30ff Sie gingen von dort weg und zogen durch Galiläa. Er wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr; denn er wollte seine Jünger_innen über etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, obwohl Maria es ihnen erklärte.

16,1-8 Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um damit zum Grab zu gehen und Jesus zu salben. Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging. Sie sagten zueinander: Kommt, wir rollen den Stein vom Grabe weg, denn dafür brauchen wir starke Frauen keinen Mann! Doch als sie hinblickten, sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war; er war sehr groß. Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war; sie aber blieben ganz lässig. Er sagte zu ihnen: Gut, das ihr gekommen seid, Apostelinnen Jesu! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo man ihn hingelegt hatte. Nun aber geht und verkündet seinen Jüngern: Er geht uns voraus nach Galiläa; dort werden wir ihn sehen, wie er es uns gesagt hat. Da verließen sie das Grab und berichteten alles mutig und selbstbewusst den Jüngern; und alle hörten auf sie und freuten sich über ihr wahres Zeugnis.

Vielen Dank, Frau Prof. Dr. Küsselbecker.
Maria Salome, Johannes Markus und Wilhelmine Küsselbecker: Das Urevangelium nach Markus, kommentierte Studienausgabe, für 34,43 Euro bei Küsselbecker&Epigonen.

Wird Rom sich beugen?

Der Vorwärts am 16.08.1878:
auch das stolze Rom wird [sich] beugen müssen, wenn die wilden Rosse des Sozialismus den Siegeszug um die Welt machen. Was Kaiser, Könige und Reichskanzler nicht vermögen, das vermag die Aufklärung in das Volk getragen, das vermag die Idee der Gleichheit auf Erden, die einzige Macht, der sich auch die Kirche beugen wird.
Da sag ich doch mal: Gleiche Parolen wie heute, gleiches Ergebnis wie heute. Die Kirche steht und beugt sich nur vor Gott!

Montag, 27. Mai 2013

Auf dem rechten Weg hinken

Besser auf dem rechten Weg hinken, als festen Schrittes abseits wandeln.

Augustinus

Die historisch-kritische Exegese: Hilfreich Ja, vollkommen Nein!

Vor kurzem las ich eine Rezension des neuen Buches von Klaus Berger "Die Bibelfälscher" auf kathnet. Klaus Berger geht offenbar in seinem Buch (das ich noch nicht gelesen habe) ziemlich scharf mit der historisch-kritischen Exegese an den Universitäten ins Gericht und prangert ihre Verbortheit und ihren Glaubensmangel an. Dann las ich eine Kritik des Buches und der Rezension beim Bloggerkollegen Schnitzler (hier zu finden), der wiederum mit Berger und kathnet hart ins Gericht geht und ihnen gleichfalls dogmatisches Denken und verweigerte Förderung des Verständnisses der Hl. Schrift mittels besagter Exegese vorwirft. Soweit so gleich.

Zunächst muss meiner Meinung nach dringend festgehalten werden, dass die historisch-kritische Exegese ihre wichtigen Verdienste hat, die es anzuerkennen gilt. Die Verwendung der historischen Methode auf die Hl. Schrift hat das Verständnis derselben außerordentlich gefördert und uns vieles erschlossen und besser vor Augen geführt.

Dennoch scheint mir an der Kernthese des Buches einiges dran zu sein. Diese sind (aus meiner Sicht): Die historisch-kritische Exegese ist dogmatisch und fördert den Glauben nicht.

Beides muss ich leider unterschreiben. In keinem Fach in den Universitäten sind Theologiestudenten so unselbstständig wie in der Exegese. Da wird gerade in den Basics wie der Datierung alles abgenickt, was der Professor sagt, während andere Meinungen fast schon totgeschwiegen werden. Wenn andere Thesen stärker diskutiert würden, wäre dies für die Exegese und die Studenten ein großer Gewinn.

Außerdem fremdelt kein Fach in der Theologie mit sich so wie diese Exegese. Denn man hat von der (säkularen) Geschichtswissenschaft nicht nur das Handwerkszeug übernommen, sondern auch das Weltbild. Klassisch wird das in der Prophezeiung der Tempelzerstörung. Die Exegeten sagen: Hier wird eine zutreffende Aussage über die Zukunft getroffen, deswegen muss das für den Schreiber schon in der Vergangenheit liegen. Im besten Sinne historisch argumentiert, wenngleich man das auch anders sehen kann, aber sei's hier drum. Was hier implizit angenommen wird ist: Jesus kann keine Aussagen über die Zukunft machen. Für einen Historiker ist die Aussage total richtig, für einen Theologen bedenklich. Der müsste nämlich eigentlich davon ausgehen, das sei möglich und damit seinen Nachweis zumindest abmildern. Tatsächlich wird er aber als unumstößliche Wahrheit verkauft. Und wenn ich das bei allem anderen Dingen, die eigentlich nicht passieren dürften auch mache, komme ich irgendwann zum Punkt wo ich sage: Ja, auferstanden, das geht ja eigentlich auch nicht. Das können wir auch anders erklären. Und dann kippt das Christentum. Keinesfalls ist das bei allen Exegeten intendiert, aber eine Förderung des Glaubens sieht halt auch anders aus. Die Exegese müsste daher endlich so selbstbewusst sein und sagen: Wir glauben, Jesus konnte das und mit dieser Annahme arbeiten wir. Das stärkt den Glauben.

Kurz: Wir müssen hier kein Loblied auf die Exegese singen, dürfen sie aber auch nicht verdammen. Damit tun wir ihr und uns keinen Gefallen. Besser, wir nutzen das Buch für eine nüchternere und ausgewogenere Bewertung dieser großen Methode.

Post wird hier inhaltlich fortgesetzt.
Postreihe zur historisch-kritischen Exegese hier.

Ein Bericht über das Buch gibt's auch bei Idea hier.
Eine weiterer Kommentar zum Thema beim Kollegen Cicero dort
und bei Mitblogger Damian hier.
Eine weitere positive Rezension zum Werk an dieser Stelle und dort,
ähnlich argumentiert auch Ameleo hier,
während ein Neutestamentler scharf mit Bergers Buch ins Gericht geht, hier zu lesen.

Sonntag, 26. Mai 2013

Happy Schutzheiliger

Ich bin ja seit Ostern ein erklärter Fan des Hl. Philipp Neri. Am Gründonnerstag habe ich bei uns im Archiv gearbeitet und musste dort unter anderem Büche aussortieren. Dabei stieß ich auf ein Buch von Birgitta zu Münster über Philipp Neri. Da ich vorher die Info erhielt: Aussortiertes können sie mitnehmen, nahm ich die Gelegenheit zu einem frühen Ostergeschenk wahr und nahm das Büchlein mit.

Und der Heilige war mir außerordentlich sympathisch. Nicht das ein Heiliger zwanghaft sympathisch sein muss, manche Asketen machen einem ja eher Angst. Aber der Philipp, das war einfach einer, mit dem konnte ich mich identifizieren. Nicht, weil ich auch Visionen hätte. Sondern wegen seiner Art sich zu verhalten. Ein guter Freund bezeichnete mich in seinem Tagebuch - das ich mal Korrektur lesen durfte - als Theologieclown. Darin fühlte mich im Hl. Philipp verstanden. Auch er hatte ja etwas von einem Clown, einem Gaukler. Und ich meine, wir alle brauchen mehr davon.

Denn für Philipp war die Clownerie nicht Selbstzweck. Ihm ging es dabei wesentlich um Demut. Der Heilige, mit allen Gaben des Geistes und des Körpers gesegnet, war so clownhaft, um sich selbst zu verdemütigen. Nach einer Anekdote lief er einmal durch Rom, während er sich sehr laut und sehr falsch aus einem Buch vorlas. Denn er hatte erfahren, man halte ihn für intelligent, weise und gebildet. Ein anderes mal erwachte er während der Messe aus einer Ekstase - das kam bei ihm wohl öfter vor - und dreht sich dann zum Volk, um irgend etwas völlig absurd-lächerliches zu erzählen, damit man seine erhabenen Zustand nicht bemerke.

Für den Hl. Philipp war es nämlich nicht egal, was die Leute von ihm hielten. Nur war es ihm wichtig, dass sie nicht zu gut von ihm dachten. Wir hingegen haben genau das gegenteilige Problem. Wir wollen, dass man möglichst gut über uns denkt und reagieren peinlich berührt, wenn uns das nicht gelingt. Das ist aber das genaue Gegenteil von Demut, nämlich Stolz.

Der Hl. Philipp Neri ist in seiner freiwilligen Clownerie ein Vorbild für uns andere, die mehr oder weniger unfreiwillig zu Clowns werden, die wir uns lächerlich machen und geringgeschätzt werden. Dabei muss uns das nicht nur zum Problem gereichen, sondern kann uns nach dem Vorbild Philipps auch stärken. Denn in gewisser Weise haben die anderen ja recht. Wenn mein Freund mich als Thelogieclown beschreibt, stimmt das. Das ist für meinen Stolz sicher nicht förderlich. Aber für meine Demut schon. Denn es befördert mich wieder etwas mehr auf den Boden der Tatsachen. Und wenn ein Mann wie Philipp sich freiwillig zum Clown gemacht hat, dann kann ich es doch auch unfreiwillig tun. Daher ist er ein Schutzpatron dieses Blogs.

Wer mehr über Philipp Neri erfahren möchte, dem seien empfohlen:
Eine Kurzbiographie im Heiligenlexikon hier.
Ebenfalls eine biographische Auslegung dort.
Eine Novene zu Philipp gibt's da.
Ein Film bei kathtube hier.
Ein eigenes Label hat Philipp bei Sacerdos viennesis.

Bewahret die Gnade unbefleckt

Fortsetzung von hier.
Bewahret diese Gnade unbefleckt! Denn sie wird euch, wenn sie euch bleibt, alles lehren, wie ihr vorhin1 von dem heiligen Johannes gehört habt, der uns viele weise Lehren über die Firmung gibt. Diese heilige Gabe ist ein geistiges Schutzmittel für den Leib und Rettung, der Seele.
Auf die Firmung hat schon der selige Isaias in alten Zeiten prophetisch hingewiesen, wenn er sagt: „Es wird der Herr an allen Völkern dies auf dem Berge wirken: sie werden Wein trinken, Freude trinken, mit Salbe gesalbt werden“2; als Berg bezeichnet der Prophet die Kirche auch an einer anderen Stelle, wo er sagt: „In den letzten Tagen wird der Berg des Herrn sichtbar sein“3. [S. 377] Um dich von ihm überzeugen zu lassen, höre auf das, was er über diese geistige Salbung spricht: „Gib dies alles den Völkern; denn es ist der Ratschluß des Herrn über alle Völker!“4
Da ihr mit dieser heiligen Salbe gefirmt seid, so bewahret sie fleckenlos und rein in euch, indem ihr im Guten fortschreitet und dem Urheber eures Heiles, Christus Jesus dankbar werdet, dem die Ehre sei in alle Ewigkeit. Amen.
__________________________________ 
1: In der Schriftlesung vor dieser Katechese.2: Js. 25, 6 f.3: Ebd. 2, 2.4: Is. 25, 7.

Quelle: hier.

Samstag, 25. Mai 2013

Was an euch geschah ist Wahrheit

Fortsetzung von hier.
Ihr sollt wissen, daß in der Alten Schrift diese Salbung vorgebildet ist. Als nämlich Moses den Auftrag Gottes seinem Bruder mitteilte und ihn zum Hohenpriester bestellte, wusch er ihn mit Wasser und salbte ihn hierauf1, und er wurde Gesalbter genannt infolge der offenbar vorbildlichen Salbung. Als der Hohepriester Salomon zum König erhob, salbte er ihn zu Gibon nach vorangegangener Waschung2. Was an diesen Männern geschah war Vorbild; was an euch geschah, ist nicht Vorbild, sondern Wahrheit. Denn in Wahrheit seid ihr gesalbt worden vom Hl. Geist. Der Anfang eures Heiles ist Christus; er ist wahrhaft das Erstlingsbrot, während ihr die Masse des Teiges seid. Wenn aber das Erstlingsbrot heilig ist, dann geht offenbar die Heiligkeit auf die Masse über3.
_______________________________  
1: Lev. 8, 1 ff.2: 3 Kön. 1, 39. 45.3: Vgl. Röm. 11, 16 ; Num. 16, 19.

Quelle: hier.

Samstäglicher Newsticker

Köln: Die Äußerungen Kardinal Meisners zur Förderung von Mutterschaft und Familie stoßen auf breite Kritik. Für den Verband unabhängiger Frauen (VUF) ist Meisners Denken nach wie vor zu sehr zurückgebliebenen Idealen verhaftet. Mutterschaft und Familie werden hier zusammengedacht. Das sei heute aber weder nötig noch förderlich. Es sei für Frauen sogar wesentlich besser, zwar Mutter zu sein, aber keine Familie zu haben, da sie sich auf diese Weise ganz der Selbstverwirklichung widmen könnten. Deshalb plädiert der Verein für die Einrichtung von Permanent-Kitas, in denen die Kinder 24 Stunden versorgt werden und die Frauen nicht behindern. In einem solchem Modell sollten die Kinder spätestens zwei Wochen nach der Geburt diesen Einrichtungen übergeben werden können, um sie auf Wunsch hin und wieder einmal zu besuchen zu können. Setze sich dieses Konzept durch, werde man auch mehr Kinder haben, da diese nicht länger eine Belastung darstellen würden.

Berlin: In einer Pressekonferenz des Bundesvorstandes der Grünen erklärt Claudia Roth (Bundesheulboje) das Thema Pädophilie bei den Grünen für aufgearbeitet. Die betreffenden Personen und der Parteivorstand hätten sich zwei Stunden zusammengesetzt und das Thema prägnant und ehrlich behandelt, so Roth. Dabei sei man zu der Erkenntnis gekommen, dass man es alles gar nicht so ernst gemeint habe und, soweit das anders verstanden worden sei, es bedaure, dass andere es so verstanden hätten. Daher sei für die Grünen das Thema nunmehr durch. Nunmehr liege der Ball bei den anderen, die "erklären müssen, welch krude pädo-faschistische Gedanken sie umtreiben, die vorsichtig-bedenklichen Worte unserer Parteimitglieder in derart kranker Weise zu verstehen."

Siena/Rom : Eine Gruppe von Forscherinnen um die Feminismus-Historikerin Maria Magdalena Repentaglio-Saputa fand im Archiv in Siena einen Brief der Hl. Katharina zum Thema Frauendiakonat. In besagtem Brief ruft die Heilige zur Durchsetzung des sakramentalen Weihediakonats auf, weil ihr die Hl. Diakonin Phoebe in einer Vision diesen Auftrag erteilt habe. Sie erklärt auch, notfalls müsse man sich gegen den Papst stellen und eine Gegenpäpstin namens Maria Magdalena ausrufen, um dieses heilsnotwendige Ziel zu erreichen. Eine Gruppe von Forschern des Instituts für angewandte Demut (IAD) analysierte den Brief und fragte, warum ein Brief aus dem 14. Jh. aus chemisch geweißtem Papier bestehe, auf dem mit Kugelschreiber geschrieben worden ist. Das Forscherinnenteam erklärte, Katharina habe bestimmt eine Zeitmaschine gehabt.

Irgendwo auf der Donau: Die Erzpäpstin und die Allerheiligste Mutter Maria II. Mayr-Lumetzberger präsentiert auf einem Donauschiff den ersten Band der neuen und wahren Bibel der Christinnenheit. Nachdem man die alte Bibel von den Lügen der Kirche gereinigt und grundlegende und wahre Evangelien endlich integriert habe, ergibt sich folgendes Bild des Neuen Testaments: Das Evangelium nach Maria, das Evangelium der Frau Jesus, das Ur-Evangelium nach Markus, das Evangelium nach Maria Johanna, das Evangelium der Eva.

Freitag, 24. Mai 2013

Dieser heiligen Salbung gewürdigt, werdet ihr Christen genannt

Fortsetzung von hier.
Dieser heiligen Salbung gewürdigt1, werdet ihr Christen genannt; eure Wiedergeburt bestätigt die Richtigkeit des Namens. Ehe ihr dieser Gnade gewürdigt wurdet, verdientet ihr eigentlich nicht diese Bezeichnung, ihr waret vielmehr erst auf dem Wege dazu, schicktet euch erst an, Christen zu sein.
__________________________________  
1: Der Handauflegung, die besonders in der abendländischen Kirche beim Firmungsritual betont wird, wurde bereits in Katech. 16, 26 gedacht. Nach den Canones Hippolyti worden die Neugetauften bei Spendung der Firmung zuerst von einem Priester an Stirne, Mund und Brust gesalbt, hierauf vom Bischof noch einmal an der Stirne. Eine solche doppelte Salbung erwähnt auch das Testamenten D. N. J. Chr. und die ägyptische Kirchenordnung. Vgl. Thaihofer-Eisenhofer II 330-331.

Quelle hier.

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Donnerstag, 23. Mai 2013

Die Macht des Kreuzzeichens

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Das Kreuzzeichen ist heutzutage geradezu ein Erkennungszeichen des katholischen Christen. Die Protestanten verlernen es immer mehr, einige haben es sogar ganz aufgegeben (nicht biblisch), und die Orthodoxen machen es andersrum - von rechts nach links - dafür aber wesentlich öfter.

Vom Grundsatz her kann das Kreuzzeichen immer Anwendung finden, wenn wir uns in eine Beziehung zu Gott setzen. Von einem langen Gebet bis zu einer kurzen Anrufung, weil einem gerade die S-Bahn vor der Nase weggefahren ist, man aber ganz drigend die Nächste braucht. Zugleich ist es, gerade in der Öffentlichkeit, sichtbares Zeichen von Katholizismus, Christsein und Gottverbundenheit, denn in der Regel betet niemand laut auf der Straße.

Umso wichtiger ist es, dass wir dieses Zeichen unseres Glaubens nicht verschämt und heimlich machen, damit man uns das Christentum bloß nicht ansieht. Denn wie sagt der Herr: "Ich sage euch: Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, der wird auch vor den Engeln Gottes verleugnet werden" (Lk 12,8f). Zwar ist von niemandem verlangt, er müsse vor einer Salafistenmoschee das Kreuzzeichen machend auf und ab laufen, aber es zu unterdrücken, weil man befürchtet scheel angesehen zu werden, ist auch bedenklich.

Ein weiterer Punkt ist das Problem, das Kreuzzeichen unbewusst, fahrig und ohne innere Bewegung zu machen. Dann ist es nämlich nur ein Lippenbekenntnis und nutzlos, wie es heisst: "Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir" (Mt 15,8) Wie kann man aber das Kreuzzeichen gut, also auch mit dem Herzen machen? Ein Angebot hierzu habe ich vor kurzem bei Der Katholik und die Welt gefunden. Hier wird die Handlung der Hand mit einem wörtlichen Gebet verbunden, was die Konzentration erhöht:
Wenn du auf die Stirne das Kreuz machst und sprichst: „Im Namen des Vaters," so sage oder denke: Ich will dir, himmlischer Vater, all meine Gedanken weihen und keinen unrechten Gedanken aufkommen lassen; wenn du sagst: „Im Namen des Sohnes," so sage: Ich will dir, o Jesus, all meine Worte weihen und kein böses Wort reden; wenn du sprichst: „Im Namen des heiligen Geistes", so sage: Ich will dir, heiliger Geist, all meine Werke weihen und nichts tun, was dir missfällig ist, und diesen meinen Vorsatz besiegle ich mit dem heiligen Kreuze, dem Zeichen meiner Erlösung." 
Der Absatz ist einem längeren Text zum Thema entnommen, hier zu finden.

Alles vermag ich in Christus, der mich stärkt

Fortsetzung von hier.
Zuerst wurdet ihr auf die Stirne gesalbt, um von der Schande, welche der erste sündige Mensch überallhin trug, befreit zu werden und um „die Herrlichkeit des Herrn mit unverhülltem Antlitz widerzuspiegeln“1. Darauf wurdet ihr anden Ohren gesalbt, damit ihr Ohren erhieltet, welche die göttlichen Geheimnisse hören, Ohren, von welchen Isaias sagte: „Und der Herr gab mir ein Ohr zu hören“2, und der Herr Jesus in den Evangelien sprach: „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“3 Sodann wurdet ihr an der Nase gesalbt, damit ihr nach Empfang der göttlichen Salbe saget: „Christi Wohlgeruch sind wir für Gott unter den Geretteten“4. Hierauf wurdet ihr auf der Brust gesalbt, damit ihr, „angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit“, „gegen die Schliche des Teufels fest stehet“5. Gleich wie Jesus nach der Taufe und nach der Herabkunft des Hl. Geistes hinausging (in die Wüste) und den Widersacher bekämpfte, so sollt ihr nach der heiligen Taufe und nach der geistigen Salbung, angetan mit der ganzen Waffenrüstung des Hl. Geistes, euch der feindlichen Macht entgegenstellen und sie bekämpfen und sagen: „Alles vermag ich in Christus, der mich stärkt“6.
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1: 2 Kor. 3, 18.2: 50, 4.3: Matth. 11, 15.4: 2 Kor. 2, 15.5: Eph. 6, 11, 14.6: Phil. 4, 13.

Quelle hier.

Mittwoch, 22. Mai 2013

Mit dem heiligen lebensspendenden Geist wird die Seele geheiligt.

Fortsetzung von hier.
Doch darfst du ja nicht meinen, jene Salbe sei nur Salbe. Denn gleichwie das Brot der Eucharistie nach der Anrufung des Hl. Geistes nicht mehr gewöhnliches Brot ist, sondern der Leib Christi, so ist diese heilige Salbe nach der Anrufung nicht mehr einfache Salbe und nicht, wie man sagen möchte, gemein, vielmehr ist sie Gnade Christi und wirkt durch die Gegenwart von Christi Gottheit den Hl. Geist1. Mit der Salbe werden dir die Stirme und die übrigen Sinne gesalbt in sinnbildlicher Weise. Mit irdischer Salbe wird der Körper gesalbt, mit dem heiligen, lebenspendenden Geiste wird die Seele geheiligt.
__________________________  
1: Von dem heiligen μύρον sagt Cyrillus: Πνεύματος ἁγίου ἐνεργητικὸν. Dionysius Areop. bezeichnet dasselbe in „Kirchl. Hierarchie“ IL 2, 7. als μύρον θεουργικώτατον (== höchst göttlich wirkende Salbe).

Quelle hier.

Der Papst am Boden

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Dienstag, 21. Mai 2013

Diskriminiert die katholische Kirche Homosexuelle?


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Viele Homosexuelle fühlen sich in Europa diskriminiert. Als eine wesentliche Trägerin dieser Einstellung machen die entsprechenden Gruppen die katholische Kirche aus. Entsprechend muss man sich als Katholik Vorhaltungen machen lassen und wird manches mal regelrecht verurteilt, weil man Homosexuelle diskriminiere. Wenn ich dann die Haltung der Kirche versuche darzulegen, bekomme ich meistens zu hören, schwul sein sei doch total normal und wenn es normal ist, dann muss man es akzeptieren. Jede Verweigerung, Homosexualität als normal anzusehen und den Homosexuellen die gleichen Rechte zu geben wie den anderen Normalen auch, ist dann Diskriminierung.

Eine Definition, die mir etwas zu platt ist. Gar nicht davon zu reden, was normal denn eigentlich ist, wird vor allem nicht gesagt, wo und wie Homosexualität denn normal sein soll. Denn eine Argumentation kann ich nur innerhalb eines Systems aufbauen. Denn in Nordhessen - wo die Bekannte herkommt - mag Homosexualität normal sein. In Italien aber nicht. Ist es dann Diskriminierung, wenn Homosexuelle in Italien nicht heiraten dürfen? Diese Überlegungen zeigen uns die Notwendigkeit, erstmal über Kriterien für Diskriminierung zu sprechen. Dann können wir diese Kriterien auf die katholische Kirche anwenden und dann schauen, ob sie Homosexuelle benachteiligt.

Zusammen mit einer mir bekannten Sozialwissenschaftlerin (Feministin, daher unverdächtig katholophiler Tendenzen) habe ich daher drei Voraussetzungen herausgearbeitet, die erfüllt sein müssen, damit man von Diskriminierung sprechen kann:

I. Diskriminierung muss persönlich empfunden werden. Man ist nur dann diskriminiert, wenn man auch das Gefühl hat, es zu sein. Wenn es für jemanden in Ordnung ist, z.B. wegen seiner Hautfarbe beurteilt zu werden, z.B. weil er selber ein Rassist ist, dann wird er auch keine Diskriminierung empfinden und wird folgerichtig auch nicht.

II. Diskriminierung richtet sich auf ein Gut. Diskriminiert kann ich nur dann werden, wenn das, was ich will, etwas Gutes ist. Niemand wir benachteiligt, wenn ihm etwas Schlechtes vorenthalten wird. So kann ich diskriminiert sein, wenn ich nicht reich bin. Aber niemand würde behaupten, ich werde diskriminiert, wenn ich nicht arm bin.

III. Diskriminierung muss als solche vom jeweiligen System anerkannt werden. Denn man kann sich ja in allen möglichen Situationen und aus allen möglichen Gründen ungerecht behandelt fühlen, aber wenn das nicht vom System, indem man sich bewegt, anerkannt wird, nützt das nichts. Ein Beispiel mag das illustrieren: Ein muslimischer Mann und eine Frau treffen sich in zwei unterschiedlichen Situationen. Im ersten Fall fragt der Mann die Frau, ob sie mit ihm schlafen wolle. Sie verneint das und er fühlt sich diskriminiert, weil er meint, sie habe dies wegen seinem Glauben abgelehnt. Im zweiten Fall möchte er die Wohnung mieten, die sie zur Miete ausgeschrieben hat. Sie lehnt ab und er fühlt sich zurückgesetzt, weil er es auf seinen Glauben bezieht. Niemand würde sagen, die Frau diskriminiere ihn, weil sie nicht mit ihm schlafen will. Im zweiten Fall würden aber viele von Diskriminierung sprechen.

Wenden wir diese drei Kriterien nun auf die Haltung der katholischen Kirche gegenüber den Homosexuellen an:

I. Das ist bei den meisten Homosexuellen, von denen wir hören, der Fall. Sie fühlen sich durch die Kirche benachteiligt, weil diese ihnen nicht die gleichen Möglichkeiten im Sakramentenempfang gewährt wie den heterosexuellen Gläubigen.

II. Für die katholische Kirche ist praktizierte Homosexualität Sünde. Das entnimmt sie zum einem dem Naturrecht, zum anderen dem Apostel Paulus, der schreibt: "Gleicherweise verliessen auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau und entbrannten gegeneinander in ihrer Begierde, sodass Männer mit Männern Schande trieben und den verdienten Lohn ihrer Verwirrung an sich selbst empfingen“ (Röm 1,27). Sünde ist aber nichts Gutes, sondern etwas Schlechtes. Praktiziert der Homosexuelle also seine Haltung, richtet er sich nach etwas Schlechtem aus. Durch Verweigerung der Zustimmung hierzu kann er daher nicht diskriminiert werden.

III. Bedeutet die Verweigerung der Sakramentenempfanges, vor allem der Eucharistie und der Ehe, eine Diskriminierung im System der Kirche? Nein. Denn die Sakramente sind an Vorraussetzungen gebunden und wer diese nicht erfüllt, der kriegt sie nicht. Wenn ich keinen Führerschein habe, darf ich nicht Autofahren. Und wenn ich in einer homosexuellen Partnerschaft lebe, kann ich das Altarsakrament nicht empfangen und werde nicht getraut. Das meint die Kirche ebensowenig böse wie der Staat, wenn er einem  10 Jährigen das Autofahren verweigert. Es ist für alle Beteiligten besser, wenn es nicht passiert. Denn der Hl. Paulus schreibt: "Wer unwürdig ißt und trinkt, ißt und trinkt sich das Gericht" (1 Kor 11,29). Wenn aber, wie die Kirche wiederum mit Paulus festgestellt hat, die fortdauernde bewusste Praktizierung von Homosexualität eine dauerhafte Sünde ist, dann schadet dem Menschen der Empfang des Sakraments mehr als es ihm nützt. Und wenn die Ehe eine Stiftung Gottes für den Bund zwischen Mann und Frau ist, um den Auftrag Gottes in der Genesis zu verwirklichen und auf diese Weise zur persönlichen Heiligung beizutragen, dann kann die Kirche ein homosexuelles Paar nunmal auch nicht trauen. Das ist dann aber auch keine Diskriminierung, sowenig wie jemand benachteiligt wird, weil er nicht über Wasser gehen kann.

Fassen wir zusammen: Von den drei genannten Bedingungen für Diskriminierung ist in der Regel nur eine Bedingung erfüllt, nämlich sich diskriminiert fühlen. Die beiden anderen Bedingungen treffen auf den Umgang der Kirche mit Homosexualität nicht zu, soweit man innerhalb des Systems der Kirche argumentiert. Nun kann man natürlich auch sagen, das System der katholischen Kirche interessiere nicht, sondern man müsse ein anderes System, z.B. das von Nordhessen, anwenden. Wenn man aber sagt, die Haltung der Kirche sei irrelevant für die Argumentation, dann ist auch die Folgerung der Kirche irrelevant. Kurz gesagt: Wenn es mir schnuppe ist, wie die Kirche über Homosexualität denkt, werde ich von ihr auch nicht benachteiligt. Folgerichtig diskriminiert die Kirche weder diejenigen, die innerhalb ihres Systems argumentieren noch diejenigen, die ihre Haltung ohnehin nicht interessiert.

Christus wurde mit dem Hl. Geist gesalbt

Fortsetzung von hier.
Christus ist nicht mit irdischem Öle oder irdischer Salbe von Menschen gesalbt worden, sondern sein Vater, der ihn zum Erlöser der ganzen Welt vorherbestimmt hatte, hat ihn mit dem Hl. Geiste gesalbt. Denn Petrus sagt: „Jesum von Nazareth hat Gott mit dem Hl. Geiste gesalbt“1. Und der Prophet David rief aus: „Dein Thron, o Gott, ist in alle Ewigkeit. Ein Szepter der Gerechtigkeit ist das Szepter deiner Herrschaft. Du liebst Gerechtigkeit und hassest das Unrecht. Darum salbte dich Gott, dein Gott, mit dem Öle der Freude zur Auszeichnung vor deinen Genossen“2. Wie Christus in Wirklichkeit gekreuzigt und begraben wurde und auferstand, während ihr in der Taufe gewürdigt werdet, in „Ähnlichkeit“3 mit ihm gekreuzigt und begraben zu werden und aufzuerstehen, so ist es auch bei der Firmung. Während Christus mit dem geistigen Öl der Freude gesalbt wurde, d, i. mit dem Hl. Geist, der als Quelle der geistigen Freude das Öl der Freude heißt, wurdet ihr mit Salbe (μύρον) gesalbt, nachdem ihr Teilnehmer und Genossen Christi geworden waret.
_____________________________  
1: Apg, 10, 38.
2: Ps. 44, 7. 8.
3: Röm, 6, 5.

Quelle: hier.

Montag, 20. Mai 2013

Mystagogische Katechese über die Firmung I

Pfingsten ist das Fest des Hl. Geistes und damit in besonderer Weise das Fest des Firmsakramentes. Entsprechend wird, wie bei uns in Limburg, in diesen Tagen in vielen Domen Deutschlands das Firmsakrament durch die Bischöfe gespendet. Das möchte ich zum Anlass nehmen, die mystagogischen Katechesen des Kirchenvaters Cyrill wieder aufzunehmen, der auch über das Sakrament der Firmung gesprochen hat:
Lesung aus dem ersten katholischen Briefe des Johannes von den Worten: „und ihr habt die Salbung von Gott und wisset alles“ bis zu der Stelle: „damit wir von ihm nicht beschämt werden bei seiner Ankunft“1
Da ihr in Christus getauft worden seid und Christum angezogen habt, seid ihr dem Sohne Gottes gleichförmig geworden2. Da uns Gott zur Annahme an Kindesstatt vorherbestimmt hat, hat er uns dem verherrlichten Leibe Christi gleichförmig gemacht3. Nachdem ihr nun an dem Gesalbten Anteil erhalten habt, werdet ihr mit Recht Gesalbte genannt. Von euch hat Gott gesagt: „Vergreifet euch nicht an meinen Gesalbten!“4 Gesalbte aber seid ihr geworden, weil ihr das Abbild (ἀντίτυπον) des Geistes empfangen habt. Alles ist bildlich an euch vorgenommen worden, weil ihr Bilder Christi seid.
Als Christus bei der Taufe im Jordan den Wassern vom Wohlgeruch seiner Gottheit mitgeteilt hatte5, stieg er heraus, und der Hl. Geist kam persönlich auf ihn herab, so daß der Gleiche auf dem Gleichen ruhte6. So wurde euch, als ihr dem heiligen Bade entstiegen waret, die Salbung gegeben, ein Abbild (ἀντίτυπον) jener Salbung, welche Christus empfangen hatte. Diese ist der Hl. Geist, von welchem der selige Isaias in seiner Prophetie im Namen des Herrn gesagt hatte: „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat; den [S. 374] Armen das Evangelium zu verkünden, hat er mich gesandt“7.
_______________________________
1: l Joh. 2, 20-28.2: Vgl. Röm. 8, 29.3: Vgl. Eph. 1, 6; Phil. 3, 21.4: Ps. 104, 16.5: Vgl. Prokatech. 15.6: τῷ ὁμοίῳ ἐπαναπαυομένου τοῦ ὁμοίου. Vgl.oben Katech. 4, 7.7: Is. 61, 1; vgl. Luk. 4, 18.

Quelle: hier.
Eine Erklärung zum Thema mystagogische Katechese findet ihr dort.
Zu Cyrill von Jerusalem kann man sich da informieren.

Die Einführungskatechese auf Demut Jetzt beginnt hier.

Samstag, 18. Mai 2013

Kirchenquiz

Wo steht diese Kirche?


Samstäglicher Newsticker

Freiburg: Die Reformgruppe einiger Freiburger Priester artikuliert erneut ihre Forderung: Die Zulassung von wiederverheirateten polygam lebenden Homosexuellen zum Altarsakrament, die direkte Wahl des Papstes durch das weltweite Kirchenvolk und die Weihe von Rhesusaffen zu Priestern.

Freiburg: Auf die Antwort des Freiburger Ordinariates, die Weihe von Rhesusaffen sei abzulehnen, fordern die Priester wenigstens die Priesterinnenweihe. Man wisse zwar, dass sich Rom diesbzgl. definitiv ablehnend geäußert habe. Aber wenn sie die Wahl hätten zwischen einer definitiven Aussage Roms und der Notwendigkeit, in einem 200 Seelendorf die vor 50 Jahren errichtete Pfarrei für ewig zu erhalten, dann wählten sie natürlich das Zweite.

Rom: Die Gemeinschaft für Menschenwürde und Abtreibungsrechte bedauert die kurze Teilnahme von Papst Franziskus am pro-life-Marsch in Rom. Damit mache sich der Papst mit Terroristen, Menschenverächtern und Fanatikern gemein und wandle in den gefährlichen Spuren seines Vorgängers. Benedikt sei durch seine renitente Weigerung, Abtreibungen zu befürworten, mit dafür verantwortlich, dass zahllose Frauen ungewollte Schwangerschaften ausgetragen haben.

Freitag, 17. Mai 2013

Alte vs. Neue Messe


Das Motu Proprio Summorum Pontificium hatte den Sinn, "dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt, "zum Lob und Ruhm Seines Namens" und "zum Segen für Seine ganze heilige Kirche". Neben der Anhänglichkeit mancher an die alte Form des römischen Ritus dürfen wir in diesem Anliegen des Papstes einen zweiten Aspekt der Wiederseinsetzung der gregorianischen Form der Messe erkennen. Es ging daher auch um eine Befruchtungen beider Formen füreinander, was z.B. in der Zulassung der Lesung in deutscher Sprache unter bestimmten Bedingungen für die alte Messform sichtbar wird.

Leider kam nach diesen deutschen Lesungen und der Karfreitagsfürbitte nicht mehr so viel zur Reform des alten Ritus. Ich selbst (als ob das wen interessiert) hätte mir mehr Schritte in dieser Richtung gewünscht. Denn ich gehöre zu denen, die etwas indifferent zwischen den Stühlen sitzen. Zum einen gehe ich in beide Formen - praktisch bedingt mehr in die neue - zum anderen finde ich in beiden aber auch Dinge, die ich bissel suboptimal finde (als ob das relevant wäre). So bin ich der Meinung, eine Lesung, die keiner außer Latein-Lehrern und dem Pfarrer (wenn überhaupt) versteht, wäre in Deutsch sinnvoller. Und wenn man sie eigentlich dem Volk verkündet, sollte sie auch dem Volk vorgelesen werden und nicht der Nordwand. Zum anderen halte ich die totale Entmystifizierung des Wandlung, indem man sie in Deutsch liest und der Priester dabei vor aller Augen hantiert, für gar nicht förderlich, ein sakramentales Bewusstsein auszuprägen.

Man kann sicher viel über den Geist sagen, der beide Liturgien durchweht. Viele kluge Menschen haben viele kluge Bücher darüber geschrieben, warum die eine Form besser sei als die andere. Wir müssen uns hier nicht den Illusionen mancher Piusbrüder hingeben, die davon phantasieren, die paulinische Form werde irgendwann eingestampft und es gebe liturgisch eine Rolle rückwärts. Die Anliegen, die mit der Liturgiereform sicher übererfüllt wurden, sind wenigstens 50 Jahre älter als sie. Man kann guten Gewissens sagen, dass sie irgendwie mit Pius X. anfingen, der den Gedanken einer pädagogischen, volksnahen Liturgie in den Raum der globalen Kirche eingepflanzt hat, der schon einige Zeit länger in ihr vage waberte. Zugleich ist es unfair, der neuen Liturgie die alleinige Schuld am Kollaps zuzuschieben, die die Frömmigkeit der Katholiken in den 70er Jahren erlebt hat. Daran war auch anderes beteiligt.

Im Geist Benedikts gilt es aber besonders zu fragen, welche Einflüsse beide Formen aufeinander ausüben können. Vor allem die neue kann von der alten Messe profitieren, da die erste sehr viel beweglicher ist und man, wenn geschickt angestellt, die neue fast als alte Form halten kann. Benedikt XVI. hat es ja vorgemacht und Franziskus ist zumindest noch nicht mit der Axt dreingeschritten, wenn man mal von diesem Sperrholzmöbel in der Sixtina absieht, das ihm Marini vllt. wieder ausreden kann. Die Förderung der lateinischen Kultsprache, besonders im Hochgebet ist ein Beispiel, wo hoffentlich bleibend Akzente gesetzt wurden, die leider noch nicht richtig in die Gemeinden gesickert sind. Besonders wichtig aber scheint mir (Achtung! Superwichtige Meinung) die mit Benedikt begonnene Entkrampfung, was die Gestaltung der neuen Form angeht. Sie hat in der Gebetsrichtung bereits begonnen. Im Stil der alten Basiliken zelebrierte er in St. Peter wie Johannes Paul II. weiterhin "zum Volk" (Augenrollen), in der Sixtina aber "versus orientem" (bei einer gewesteten Kapelle).

Entkrampfungsmöglichkeiten gibt auch in anderen Bereichen. Heute gilt es mitunter als Ausmaß der Rechtgläubigkeit, wie nah der Tabernakel am Altar ist. Wer in eine gotische Kirche geht, in der die Sakramentenhäuschen noch nicht abmontiert wurden, wird schnell feststellen, wie wackelig dieser Ansatz ist. Die Verbindung von (Haupt-)Altar und Tabernakel ist ein Phänomen, das sich erst nach dem Tridentinum in der ganzen Kirche verbreitet hat und das auch nicht für alle Kirchen galt. Ein weiteres Phänomen sind die unter Tradis wie mir beliebten Barock-Kaseln. Mancher bemisst heute die Liebe des Pfarrers zur Messe in Spitze und barockem Goldbrokat und übersieht dabei, dass die Nachkonzilskaseln nicht aufs hohe Mittelalter zurückgreifen, sondern Weiterentwicklungen der Neo-Gotischen Kaseln sind, die seit dem ausgehenden 19. Jh. in großen Teilen Europas bis zum Vatikanum II gebräuchlich waren. Das ich trotzdem die Barockkaseln lieber mag und die Zirkuszelte mancher Pfarrer am liebsten in den hintersten Winkel der Sakristei sperren würde, ist eine persönliche Geschmackssache, die man nur mittelbar mit liturgischem Bewusstsein verwechseln kann.

Papst Franziskus, der in der Liturgie im Stil der Jesuiten weit weniger benediktinisch ist, hat in diesem Sinne bereits neue Akzente gesetzt. Ob diese uns immer so gefallen, sei dahingestellt. Ohne Zweifel nimmt Franziskus die Liturgie sehr ernst, neigt aber zu einem deutlich spartanischeren Stil. Damit werden gerade wir Konservative herausgefordert, Bilder, die uns so lange lieb geworden sind, zu überdenken. Und wenn es uns gelingt, uns von alten (Vor-)Urteilen zu lösen wird das die Befruchtung der neuen durch die alte Form sicherlich weiter fördern und das Erbe Benedikts auch in diesem Bereich weitertragen.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Eintritt in die Kirche

Fortsetzung von hier.
Was ich da erwähnte, geschah in dem äußeren Hause. Wenn wir bei den folgenden Erklärungen der Geheimnisse in das Allerheiligste1 eintreten, dann werden wir, so Gott will, dort die Bedeutung der daselbst (= im Baptisterium) sich vollziehenden Handlungen kennen lernen.
Gott dem Vater sei Ehre, Herrschaft, Herrlichkeit mit dem Sohne und dem Hl. Geiste in alle Ewigkeit. Amen.
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1: Der innere Teil des Baptisteriums wird τὰ ἂγια τῶν ἁγίων genannt. Vgl. Ambrosius, De mysteriis 2, 5

Quelle: hier.

Da schauste

Bildquelle hier.

Mittwoch, 15. Mai 2013

In deinen Armen bin ich sicher

O Herr, in deinen Armen bin ich sicher. Wenn du mich hältst, habe ich nichts zu fürchten. Ich weiß nichts von der Zukunft, aber ich vertraue auf dich.

Franz von Assisi

Stelle dich durch die Worte des Glaubens sicher und sei wachsam

Stelle dich durch diese Worte (des Glaubens) sicher und sei wachsam! Denn unser „Widersacher, der Teufel, geht“ — wie vorhin vorgelesen wurde1 — “wie ein Löwe umher und sucht, wen er verschlingen könne“2. Zuvor hatte wahrlich der Tod noch die Macht und verschlang. Im heiligen Bade der Wiedergeburt aber „trocknete Gott jede Träne in jedem Angesicht“3, Denn da du den alten Menschen ausgezogen hast, trauerst du nicht mehr; vielmehr bist du in festlicher Stimmung, da du das Gewand des Heiles, Jesus Christus, angezogen hast.
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1: Siehe die Lesung zu Beginn dieser Katechese!
2: 1 Petr. 5, 8.
3: Off. 21, 4.


Quelle: hier.

Dienstag, 14. Mai 2013

Sich von Westen nach Osten wenden

Fortsetzung von hier.
Wenn du dich nun vom Satan lossagst und den ganzen Bund mit ihm, die alten Verträge mit der Hölle, vollständig auflösest, dann öffnet sich dir das Paradies Gottes, welches er gegen Osten gepflanzt hatte1, woraus aber unser Stammvater seiner Sünde wegen vertrieben worden war. Zum Zeichen dafür wandtest du dich von Westen nach Osten, der Gegend des Lichtes2. Dann wurde dir befohlen, zu sagen: „Ich glaube an den Vater und an den Sohn und an den Hl. Geist und an eine Taufe der Buße.“ Darüber wurde in den früheren Katechesen, wie es die Gnade Gottes gegeben hat, ausführlich zu dir gesprochen.
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1: Gen. 2, 8 (LXX).
2: Dionysius Areopagita „Kirchliche Hierarchie“ II. 2, 6: „Dann (nach der Abrenuntiation) führt ihn (den Täufling) der Hierarch auf die andere Seite gegen Osten, läßt ihn zum Himmel aufblicken, die Hand emporhalten und Christus und allen von Gott geoffenbarten Lehren zuschwören.“ Hieronymus (In Amos lib. III. c. 6, 14) schrieb: „Wir widersagen in den Mysterien zuerst dem, der im Westen ist....., und alsdann nach Osten gewendet, gehen wir einen Bund ein mit der Sonne der Gerechtigkeit und versprechen, ihr dienen zu wollen.“ Frz. I. Dölger „Die Sonne der Gerechtigkeit und der Schwarze“ (Münster 1918) S. 2 ff. gibt noch weitere Beweise für den Brauch an, daß die Täuflinge sich zuerst nach Westen wandten, um dem Satan zu widersagen, und dann nach Osten, um sich Christus, bzw. der Dreifaltigkeit zu verpflichten.

Quelle: hier
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Montag, 13. Mai 2013

Wende dich nicht mehr um zu den Werken des Teufels

Fortsetzung von hier.
Hierauf sagst du: „und deinem Dienste“1. Teufelsdienst aber ist das Beten in den Götzentempeln und, was zur Ehre der leblosen Götterbilder geschieht, das Anzünden der Lampen oder das Räuchern an Quellen oder Flüssen; denn manche sind, von Träumen oder Dämonen getäuscht, dahingegangen und meinten, Heilung in ihren körperlichen Leiden zu finden. Gib dich damit nicht ab! Beobachtung des Vogelfluges, Wahrsagerei, Zeichendeuterei, Amulette, beschriebene Täfelchen2, Zauber- oder andere böse Künste und, was es dergleichen gibt, gehören zum Teufelsdienst. Meide sie! Würdest du, nachdem du dich vom Satan losgesagt und für Christus verpflichtet hast, in diese Sünden fallen, dann bekämst du noch mehr die Bitterkeit des Tyrannen zu erfahren, den du jetzt sehr erbitterst, zumal wenn er dich einst als Freund geehrt und dich vor seiner bitteren Knechtschaft bewahrt hatte. Christi würdest du beraubt werden und den Satan bekämst du zu fühlen.
Hast du nicht gehört, was uns die alte Geschichte über Lot und seine Töchter berichtet?3 Ist er nicht mit seinen Töchtern, nachdem er den Berg erreicht hatte, [S. 366] gerettet worden, während sein Weib zu einer Salzsäule wurde, ein Denkmal für ewige Zeit4, eine Erinnerung an ihr unseliges Verlangen und Umschauen. Habe acht auf dich! Wenn du die Hand an den Pflug gelegt hast5, wende dich nicht wieder um nach dem salzigen Treiben dieses Lebens! Fliehe vielmehr auf den Berg6 zu Jesus Christus, dem Stein, der ohne menschliches Zutun sich losgerissen und den Erdkreis erfüllt hat7
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1: Nach Tertulian (De spect. 4) widersagte der Täufling „dem Satan, seiner Pracht und seinen Engeln“; nach den ApostlL Constit. 7, 41 hatte der Täufling zu sagen : „Ich widersage dem Satan und seinen Werken und seiner Pracht und seinem Dienste und seinen Engeln und seinen Erfindungen und seinem ganzem Anhang“. Vgl. Origenes, Hom. in Num. 12, 4.2: Die Heiden trugen als Amulette am Halse Plättchen aus Blei oder Stein, in welchen gewisse Buchstaben eingeschrieben waren.3: Gen. 19, 15 ff.4: Beachtenswert ist, daß einige Jahrzehnte nach Abhaltung unserer Katechesen die Pilgerin Aetheria (Silvia) ca. 390 berichtet, der Bischof von Segor habe ihr gesagt, die Lotsäule sei schon seit einigen Jahren nicht mehr zu sehen und vom Toten Meere zugedeckt (Peregrinatio Silviae, ed. Gamurrini p. 55).5: Vgl. Luk. 9, 62.6: Vgl. Gen. 19, 17: (Die Engel sprachen zu Abraham): „Rette dich in das Gebirge!“7: Vgl. Dan. 2, 34. 35.

Quelle hier.

Was braucht Dialog?

Was braucht Dialog? frage ich mich in letzter Zeit öfters. Damit meine ich nicht den großen Dialog, den die Gremien, die Bischöfe und andere mehr oder weniger wichtige Menschen miteinander führen. Sondern den kleinen Dialog, den wir einfache Katholiken miteinander führen.

Das frage ich mich deswegen, weil mir bei vielen von uns momentan eher eine Talkshowmentalität vorzuliegen scheint. Das bedeutet, dass es in einem Gespräch darum geht, seine Gedanken möglichst prägnant in die Runde zu werfen und dann darauf zu warten, die anderen fertig machen zu können, wenn sie nicht die eigene Meinung vertreten. Wobei es ja nicht notwendigerweise was Persönliches sein muss, sondern einfach nur die These des anderen möglichst effizient abgebügelt werden soll. Das hängt meiner Meinung nach damit zusammen, dass man sich selbst sehr stark mit der eigenen Haltung identifiziert. Der Anspruch, selber richtig zu liegen, ist teilweise unbewusst so tief in uns verwurzelt, dass jeder Versuch, von dieser Haltung Abstriche zu machen, einer Selbstaufgabe gleicht: Ich darf mich nicht irren, denn dann gebe ich mich selber auf, also muss der andere falsch liegen und sein Bemühen, mich zu überzeugen, ist quasi unredlich. So oder so ähnlich kann ein solcher Gedanke sein, der mich auch hin und wieder überfällt. Dann wird man halt ziemlich schnell pampig oder ist zumindest überempfindlich. Dann wird aus jeder Kritik gleich ein böser Satz. Dann kann man den Dialog aber auch gleich lassen. Denn dann lernt ja keiner was dazu, wenn alle so denken.

Was braucht es aber für den Dialog. Zum wenigsten Respekt vor dem anderen. Dann aber auch die Fähigkeit, sich selbst nicht ganz so wichtig zu nehmen. Wer sich nicht auch mal über sich selbst oder ein bisschen über die eigene Meinung lustig machen kann, der hat ein Problem. Dazu gehört aber auch eine gewisse katholische Weite. Bezeichnenderweise nehmen viele gerne das Wort katholisch als Adjektiv - nicht als Konfessionsbezeichnung - für sich und ihre Meinungen in Anspruch, gehen aber auf jeden los, der es anders sieht als man selber. Katholisch wird dann zu einer Meinung und ist keine Haltung mehr. Nur der ist dann katholisch, der alles allen durchgehen lässt und das "Leben in Fülle", also alles was es so gibt unter der Sonne, absegnet. Katholisch als Haltung aber bedeutet die Fähigkeit, auch andere Meinungen außer der anderen im Raum der Kirche zu dulden, ohne sie gleich rausschmeißen zu wollen oder in die Hölle fahren zu sehen. Das heisst aber auch, ein gemeinsames Fundament in der Kirche zu haben. Dieses Fundament ist an sich sehr einfach. Jeder kann es im Glaubensbekenntnis und den kirchlichen Dogmen nachlesen. Wer dem zustimmt, ist drinnen und kann ansonsten denken was er will, ohne rauszufliegen. Wer nicht, ist draußen und muss sich auch nicht mehr aufregen über die drinnen. Wer einmal mit Evangelikalen zu tun hatte, wird dieses Fundament zu schätzen lernen, das so viel Raum lässt und gar nicht so einengt, wie sich viele Konservative und Reformer gerne einbilden. Alle vier Aspekte zusammen bringen eine fünfte Fähigkeit hervor, nämlich sich auf die Haltung des anderen zuzubewegen bzw. an ihr zu wachsen. Nichts ist deprimierender, wenn man selber sich bemüht, auch Fortschritte macht, während der andere in der eigenen Glorie verharrt. Das ist aber heute leider die bevorzugte Haltung. Solche Erfahrungen tragen nicht zum Dialog bei, sondern sie vergiften ihn und machen ihn unmöglich.

Ich möchte daher uns alle mal zu der Frage aufrufen, wo wir selber - nicht die anderen - Fehler im Dialog machen und uns alle selber mal hinterfragen. Die anderen kritisieren wir immer genug, versuchen wir es auch mal bei uns selber.

Sonntag, 12. Mai 2013

Dem Teufel Übergebenes ist unrein

Fortsetzung von hier.
Auch das, was in Götzentempeln und auf festlichen Märkten aufgehängt ist, sei es Fleisch oder Brot  oder anderes dergleichen, gehört, weil durch Anrufung der unreinen Dämonen beschmutzt, zum Pompe des Teufels. Gleichwie nämlich das Brot und der Wein der Eucharistie vor der Anrufung der heiligen, anbetungswürdigen Dreifaltigkeit gewöhnliches Brot und gewöhnlicher Wein ist, nach der Anrufung aber das Brot zum Leibe Christi und der Wein zum Blute Christi wird, ebenso werden solche Eßwaren vom Pompe des Satans, obwohl sie von Natur aus gewöhnliche Dinge sind, durch die Anrufung der Dämonen unrein.
Quelle: hier.

Paul am Sonntag


 


 

 

Samstag, 11. Mai 2013

Verlange nicht gierig nach den Leidenschaften

Fortsetzung von hier.
Weiter erklärst du: „und von allem seinem Gepränge“. Zu diesem Pomp des Teufels aber gehören Bühnenleidenschaft, Pferderennen, Treibjagden und alle derartigen Eitelkeiten, wovon der Heilige bittet, befreit zu werden, indem er zu Gott spricht: „wende ab meine Augen, daß sie nichts Eitles schauen!“ Verlange nicht gierig nach den Leidenschaften der Bühne, wo frech und ohne allen Anstand schlüpfrige Schauspiele der Mimen aufgeführt werden und rasende Tänze weibischer Männer! Verlange nicht gierig nach den Leidenschaften derer, welche, um ihren elenden Bauch zu befriedigen, auf der Jagd sich dem Kampfe mit wilden Tieren aussetzen! Sie möchten ihren Bauch füttern, werden aber tatsächlich selbst zur Nahrung im Bauche wilder Tiere im Kampfe — um es richtig zu sagen — für ihren Gott, den Bauch. Meide auch die Pferderennen, das rasende Schauspiel, wo Seelen stürzen! All das gehört zum Gepränge des Teufels.
Quelle hier.

Samstäglicher Newsticker

Hamburg: Eske Wollrad, Geschäftsführerin der „Evangelischen Frauen in Deutschland“, sprach sich für die Akzeptanz einer verantwortlich gelebten polygamen Partnerschaft zwischen Männern und Frauen aus. Der Unterschied dieses Modells zur klassischen Polygamie liege darin, dass hier auch Frauen mehrere Männer haben könnten. Sie träume von einer Familie, in der verschiedene Männer und Frauen sich gemeinsam liebend zusammen lebten und Kinder haben dürften, ohne von der Gesellschaft schief angesehen zu werden.

Washington: Nach dem freundlichen Hinweis von Papst Franziskus, die Ordenschristen müssten mit der Kirche fühlen, erklärte die Leadership Conference of Women Religious (LCWR), sie fühle sehr wohl mit der Kirche. Sie weigere sich aber, einen engen Begriff von Kirche anzuwenden. Kirche sei alles, was von Gott geliebt und gewollt sei. Auch der Moslem sei Teil der Kirche, der Buddhist, der Atheist, der Stein. Daher bedeute mit der Kirche fühlen, fühlen wie alle diese Glieder zusammen. Daher sei man auch nicht bereit, sich der Glaubenskongregation und deren engen Begriff von Kirche zu unterwerfen, sondern vertraue auf die Zustimmung der ganzen Kirche. Eine Ordensfrau erklärte der Redaktion, die Steine vor dem Konvent hätten ihr das auch schon bestätigt.

Villingen-Schwenningen: Der Pfarrgemeinderat der Pfarrei des Villinger Münster dankte dem angetrunkenen Paar, das im Beichtstuhl der Kirche Sex hatte, für die konstruktive Anregung. Bisher sei die Kirche ja ein tabuisierter Raum für Erotik gewesen, das habe sich nunmehr geändert. Der Pfarrgemeinderat denke über eine Initiative nach, die Ortzentrale Kirche Paaren für spontanen Beischlaf zur Verfügung zu stellen und die Gottesdienstfeiern erotisch zu bereichern.

Berlin: Die Vereinigung freischaffender Comedians (VfC) behandelte auf ihrer Jahrestagung die Frage nach der Freiheit des Witzes, besonders in Bezug auf die Religion. Der Vorsitzende hierzu: "Wir wollen niemandem beleidigen, doch wir dürfen uns auch nicht von fundamentalistischen Christen verbieten lassen, die Lächerlichkeit des Papstes aufzudecken. ... Das gleiche gilt natürlich auch für alle anderen Religionen, ausgenommen Juden, die schon genug Witze über sich selber machten, und Muslimen, die ... die ... über die uns keine Witze einfallen."

Freitag, 10. Mai 2013

Sage dich los von den Werken des Teufels

Fortsetzung von hier.
Eine zweite Formel lehrt dich sodann sagen ; „und von allen deinen Werken“. Zu den Werken des Satans gehört jede Sünde. Von ihr muß man sich lossagen, gleichwie der, welcher sich von einem Tyrannen losgesagt hat, auch dessen Waffen vollständig wegwirft. Jede Art von Sünde wird zu den Werken des Teufels gerechnet. Wahrlich, du sollst wissen, daß vor allem das, was du in jener so weihevollen Stunde sagst, eingeschrieben ist in den Büchern Gottes: Wenn du nun etwas tust, was jenen Erklärungen widerspricht, wirst du als wortbrüchig verurteilt werden, Du sagst dich also los von den Werken des Satans, nämlich von allen vernunftwidrigen Handlungen und Gedanken.
Quelle: hier.

Kirchenquiz

Heute nochmal was einfaches.
Also, wer kennt diese Kirche?


Donnerstag, 9. Mai 2013

Das Frauendiakonat und die historische Ämterentwicklung


Bezugnehmend auf diesen Post.

Freundlicherweise wurde ich von einem Leser meines Posts und meiner Kommentare bei Ameleo auf eine problematische Begrifflichkeit bzgl. der Frage der Ämterentwicklung hingewiesen.

Es wird kritisiert, ich widerspräche mir bzgl. meines Verständnisses von Amt in der frühen Kirche selber. Das sehe ich zwar etwas anders, doch räume ich einen Lern- und Klärungsprozess meinerseits während der Kommentardiskussion ein. Das sehe ich aber nicht als Nachteil. Ich erkenne jedoch vor allem begriffliche Schwierigkeiten an, die missverständlich sein können. Da sich dies auch auf den Post bezieht, sollen daher hier einige klärende Worte verloren werden.

Besonders wird meine Unterscheidung zwischen Funktion in der apostolischen Zeit und des Amtes in der alten Kirche kritisiert. Damit gefährde ich die apostolische Sukzession. Dahinter steht, meines Erachtens, der Versuch, das Diakonat in der Urkirche zu standardisierten, um es den Frauen vollgültig zuschreiben zu können. Demnach wäre mit dem Begriff Diakon in Hl. Schrift immer jene Form des Diakonates gemeint, wie wir sie für die Jerusalemer Urgemeinde bei den sieben Diakonen beschrieben finden. (Apg 6,1-7) Oder doch zumindest eine Form, die mit einer sakramentalen Weihe verbunden war.

Damit wird man jedoch meiner Meinung nach den Verhältnissen im frühen Christentum nicht gerecht. Gerade die apostolische Zeit zeichnet sich durch eine große Dichte an Klärungprozessen aus, in deren Verlauf sich u.a. die Weiheämter entfaltet haben, wie sie seit der alten Kirche bis heute zu finden sind. Dementsprechend meine ich mit Amt jene entfalteten Weiheämter, mit Funktion jene Formen, die dorthin geführt haben bzw. in ihrem engeren und weitern Kontext stehen. Ein Beispiel ist der Apostelbegriff. Die exegetische Forschung hat allein fünf verschiedene Bedeutungen dieser Funktion herausgearbeitet. Ein solches Phänomen kann nicht nur auf die Apostel bezogen werden, wenngleich es hier besonders ausgeprägt sein mag. Dies gilt auch für das Diakonat der Frau. Wie bereits in vorhergehenden Post ausgeführt, gab es in Teilen der alten Kirche ein Frauendiakonat, das sich jedoch vom sakramentalen Weihediakonat der Männer unterschied. Dies kann auf zwei Weisen interpretiert werden: zum einen auf eine Auskopplung des Frauendiakonats aus dem Amtssystem, obwohl es in der Urkirche in der apostolischen Sukzession stand; zum anderen eine Unterscheidung zweier Diakonatsformen bereits in apostolischer Zeit, die jedoch damals nicht begrifflich unterschieden wurden. Für den ersten Fall müsste man, was vielerorts getan wird, die Durchsetzung einer patriarchalischen Strömung gegen die apostolische Tradition annehmen, im zweiten Fall eine begriffliche Unschärfe. Das zweite scheint mir eher wahrscheinlich und ist mir, das soll nicht verschwiegen werden, auch wesentlich sympathischer als der Versuch, eine Verformung apostolischer Traditionen anzunehmen. Eine nähere Untersuchung würde sich in diesem Kontext zwar lohnen, kann jedoch an dieser Stelle momentan nicht geleistet werden - ich hab ja auch noch was anderes zu tun.

Es bleibt aber die Frage, ob mein Konzept die apostolische Sukzession in Frage stellt. Meiner Ansicht nach nicht. Diese ist an die sakramentale Weiheidentität gebunden, also von der Absicht der Apostel, Nachfolger, Stellvertreter oder Hilfskräfte einzusetzen und ihre Vollmachten durch Handauflegung daher auf die Weihekandidaten zu übertragen bzw. ihnen Anteil daran zu geben. Diese Absicht können wir aber an einigen Stellen in der Hl. Schrift finden (Apg 6,1-7; 1 Tim 4,14; 2 Tim 1,6; Tit 1,5). Die Sukzession bleibt daher bei der Ausformung der Ämter und der (eher begriffstheoretischen) Unterscheidung von Funktion und Amt unbeschadet.

Gegen Westen aufgestellt

Fortsetzung von hier.
Wahrlich, trotz allem hörst du, wie man, die Hand gegen den Dämon ausgestreckt, als wäre er anwesend, erklärt: „Ich sage mich von dir los, Satan“. Ich will auch auseinandersetzen, warum ihr euch gegen Westen aufstelltet. Es ist notwendig. Da der Westen die Gegend der sichtbaren Finsternis ist, der Satan aber, die Finsternis, in der Finsternis regiert, darum schaut ihr, um dies sinnbildlich auszuprägen, gegen Westen, wenn ihr jenem dunklen, finsteren Herrscher widersaget. Was hat nun jeder von euch stehend gesprochen? „Ich sage mich los von dir, Satan“, von dir, dem schlimmen, grausamsten Tyrannen. Nicht mehr — sagtest du -— fürchte ich deine Macht. Denn Christus hat, indem er gleich mir Fleisch und Blut angenommen hat, um dadurch den Tod im Tode abzutun, jene Macht zerstört, damit ich nicht ständig der Knechtschaft unterworfen bin1. Ich sage mich los von dir, der schlauen und gar verschmitzten Schlange. Ich sage mich los von dir, dem hinterlistigen Feinde, der unter dem Vorwand der Freundschaft nur Sünden angestiftet und unseren Stammeltern den Abfall bewirkt hat. Ich sage mich los von dir, o Satan, dem Urheber und Diener aller Bosheit.   
Quelle hier.

Mittwoch, 8. Mai 2013

Vom Vorbild zur Wirklichkeit

Fortsetzung von hier.

Wende dich von der alten Geschichte zur neuen, vom Vorbild zur (vorgebildeten) Wahrheit! Dort wird Moses von Gott nach Ägypten geschickt, hier wird Christus vom Vater in die Welt gesandt. Dort soll (Moses) das bedrückte Volk aus Ägypten führen, hier soll Christus die in der Welt unter der Sünde leidenden Menschen erlösen. Dort hatte das Blut des Lammes den Würger abgewandt, hier vertreibt das Blut des unbefleckten Lammes Jesus Christus die Dämonen. Der erwähnte Tyrann setzte jenem alten Volke nach bis zum Meer; dich verfolgte dieser freche, unverschämte, grundschlechte Dämon noch bis zu der Quelle des Heiles. Jener versank im Meer; dieser verschwindet im Wasser des Heiles.

Quelle hier.
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