Donnerstag, 31. Januar 2013

Madrid Mix




 

Tue niemandem etwas Böses und urteile über niemand

Abbas Paphnutios, der Schüler des Abbas Makarios, berichtete: Ich bat meinen Vater: "Sage mir ein Wort", und er antwortete: "Tue niemandem etwas Böses und urteile über niemand! Das beachte, und du wirst das Heil finden!"
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 481

Dienstag, 29. Januar 2013

Plaza Major



Das Paradoxon der Heiligen Kirche


Es ist ein besonderes Paradoxon von Annahme und Abgrenzung, dass dem Christentum und besonders der katholischen Kirche zu eigen ist. Die Aufgabe der Kirche, die Gläubigen zu stärken und zu schützen nötigt sie, jene Lehren abzugrenzen, die nicht Teil des lehramtlichen Kirchenschatzes sind. Zugleich will sie jedoch keinen Menschen an sich verurteilen. Es ist ein bezeichnendes Phänomen, das bei all den langen Verurteilungslisten, die die katholische Kirche in ihrer zweitausendjährigen Tradition aufgestellt hat, immer nur Ideen, nie aber Personen verurteilt wurden. Zwar konnten daraus personenbezogene Urteile folgen, wenn diese Personen mit den verurteilten Lehren übereinstimmten. Doch es war nie ein endgültiges Urteil, nie eine Ablehnung ohne Gnade, ja nicht einmal die Bemerkung, dieser oder jener fahre nunmehr zur Hölle, da er nicht mit der Kirche übereinstimme. Zwar war dies z.B. bei Arius und den seinen die landläufige Interpretation des Anathemas, doch im Kern bedeutet es nur, dass er und die Seinen sich außerhalb der Lehre der Kirche gestellt hatten. Dadurch wurde jedoch weder ihre Taufe unwirksam noch wurden sie zwangsläufig für alle Ewigkeit verdammt, da sie immer noch die Chance haben, umzukehren. 

Montag, 28. Januar 2013

Ein Gott au Erden

Bildquelle hier.




Man erzählte vom Altvater Makarios dem Großen, daß er, wie es in der Schrift heißt, ein Gott auf Erden war (Ps 82,6); denn wie Gott die Welt schützend deckt, so bedeckte Altvater Makarios die Schwächen, die er sah, als sähe er sie nicht, und was er hörte, als höhrte er es nicht.
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 485.

Samstag, 26. Januar 2013

Samstäglicher Newsticker

Paris: Der Bürgermeister von Paris forderte von den Organisatoren der "faschistischen Anti-Menschenrechts-Homo-Demonstration" 20.000.000 Millionen Euro. Diese setzen sich zusammen aus: Der Beschädigung des Rasens vor dem Eifelturm, einer Straßensondernutzungsgebühr für die Anreise von Menschen mit schlechter Gesinnung, einer Pauschale für die Nutzung der Pariser Kulisse für ihren Aufmarsch, dem Wegatmen der Pariser Luft, sowie Schmerzensgeld wegen Beleidigung des Bürgermeisters, der als bekennender Homosexueller eine anti-homosexuellen Demo in seiner Stadt erdulden musste.

Berlin: Die Gemeinschaft "Abtreibung für alle und für umsonst" forderte vor der Bischofsresidenz in Köln die sofortige Absetzung und Inhaftierung des Kardinals wegen menschenverachtender Ideologie. Dabei schwangen sie Plakate wie "Hätt deine Mutter abgetrieben, wärst du uns erspart geblieben" und "Robe rot vom Blut deiner Opfer" sowie "Fascho-Pfaffen raus". Auf Nachfrage der Redaktion, was denn das letzte Plakat bedeutet, antwortet eine Teilnehmerin: "Die [Piep]Kirche, dieser [Piep]Laden, die sind doch alle Nazi[Piep]! Genauso wie die braune [Piep]! Schwul und menschenfeindlich! Die braunen SS-Faschos sind genauso mit Frauen umgegangen! Nieder mit der [Piep]Kirche. Für Abtreibung und Sterbehilfe!"

Wien: Die Initiatoren des "Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien" zeigten sich optimistisch, die notwendige Stimmenzahl schnell zu erreichen. Die überwältigende Beteiligung beim Start des Volksbegehrens zeige, wieviele Österreicher die Privilegierung der Kirche satt hätten. Man gehe daher von aus, binnen weniger Wochen bis zu 10 Millionen Stimmen sammeln zu können.

Wien: Das Exarchat der Orthodoxen-Kirche in Österreich hat Klage wegen Beleidigung religiöser Gefühle gegen Lego erhoben. Der Jabbas-Palace ähnele der Hagia Sophia und die Ordnung der Figuren ahme den byzantinischen Hofstaat nach. Damit werde die Heiligen Räume der Orthodoxie und ihre Kultur nachhaltig verunglimpft. Das Gericht wies die Klage ab, da die relevante Zielgruppe, Kinder, besagte vermutete Ähnlichkeit nicht entschlüsseln könnten. Über einen früher eingereichte Klage der Türkischen Gemeinde in gleicher Sache werde noch beraten, teilt ein Gerichtssprecher mit.

Freitag, 25. Januar 2013

Das Reden der Priester und der betrunkene Autofahrer

Ich fragte den Vater Antonius:
Viele Menschen sagen, die Bischöfe und Priester seien unglaubwürdig, denn viele hielten sich nicht an die Lebensführung, die sie predigten. Daher haben sie damit ein Problem und meinen, es sei doch besser, wenn man so predigt, was man wirklich lebt.

Da antwortete er:
Wenn jemand betrunken Auto fährt, wird er dann jedem raten, es auch zu tun? Oder wird er dringend davon abraten?

Prälatenquiz

Wer ist dieser Prälat?

Donnerstag, 24. Januar 2013

Über die Seele des Demütigen freut sich der Herr

Fortsetzung von hier.
Die Seele des Demütigen ist wie das Meer; wenn man in das Meer einen Stein hineinwirft, bewegt sich die Oberfläche des Wassers wohl für einen Augenblick, dann sinkt er in die Tiefe. So versinkt aller Kummer im Herzen des Demütigen, denn die Kraft Gottes ist mit ihm.
Wo wohnst du, demütige Seele? Wer wohnt in dir? Wem kann man dich gleichstellen? Du brennst hell wie die Sonne, aber du verbrennst nicht, sondern mit deiner Glut erwärmst du alles. Dir gehört das Land der Sanftmütigen, nach dem Wort des Herrn. Du gleichst einem Blumengarten, in dessen Tiefe ein schönes Haus steht, in dem der Herr wohnt. Dich lieben Himmel und Erde. Dich lieben die heiligen Apostel, die Propheten, die Heiligen und Seligen. Dich lieben die Engel, die Cherubin und Seraphim. Dich, demütige Seele, liebt die allreine Mutter des Herrn. Dich liebt und über dich freut sich der Herr.
Nicht dem Hochmütigen offenbart sich der Herr. Nie wird er Gott erkennen, und wenn er alle Wissenschaft der Welt sein Eigen nennt. Denn das Herz des Stolzes läß in sich dem Segen des Heiligen Geistes keinen Raum.
Erleuchtet durch die Taufe glauben die Menschen an Gott, und es sogar einige, die ihn kennen. Es ist gut, an Gott zu glauben, aber ihn zu kennen, das ist Seligkeit. Gewiß, selig sind auch die, die glauben, wie der Herr zum Apostel Thomas gesagt hat: "Weil du mich gesehen und mich berührt hast, glaubst du, aber selig sind auch die, die mich nicht gesehen haben und doch glauben (Johannes 20,29)
Starez Siluan: Mönch vom Berg Athos. Sein Leben und seine Lehre, S. 53f.

Dienstag, 22. Januar 2013

Ägyptischer Tempel in Madrid

Momentan ist das Wetter ja nicht sooo supi. Daher mal ein paar Bilder aus einer Zeit, wo das Wetter richtig gut war. Und, damit es so richtig geistig aufwärmt, mit einemk ägyptischen Einschlag.



Priestermangel?

Der Predigtgärtner fragt hier ob wir nicht eher zu viele Priester haben als zu wenig, eingedenk der Tatsache, dass die meisten katholischen Länder der Welt wesentlich schlechtere Priesterquoten aufweisen als wir.

Ich möchte diese Frage gerne mit ein paar Zahlen beantworten, die mir neulich unter die Finger gekommen sind:
Das 19. und das frühe 20. Jahrhundert waren besonders berufungsreiche Zeiten.
1873 kamen im Bistum Limburg 1.255 Katholiken auf einen Priester, 1881 während des Kulturkampfes 1.485. Zum Vergleich liegt diese Zahl heute bei 1.436.
Im Bistum Fulda waren es 1873 1.021 Katholiken pro Priester, 1881 1.169. Dieser Tage sind es 1.289.

Einen dramatischen Zusammenbruch der Priesterzahl kann hier also nicht festgestellt werden. Ehrlicherweise steht jedoch zu vermuten, dass sich die Zahl noch einmal deutlich verringern wird, wenn die starken Jahrgänge, die vor dem Konzil geweiht wurden, sterben. Allerdings gibt es in Deutschland zumindest in einigen Regionen hinweise, dass in den nächsten Jahren bald mehr Priester geweiht werden könnten.

Woher kommt nun das große Herumgeschreie vieler über den Priestermangel?
Zum einen gibt es wirklich Regionen, in denen die Zahlen deutlich schlechter aussehen als in den beiden genannten. Lag die Zahl Katholiken je Priester in Köln 1873 bei 888, 1881 bei 1.049, so liegt sie heute bei 1.733. Sie haben sich also annährend verdoppelt.
Ein weiterer Grund liegt in der besonderen Berufungsflut in den 30ern bis 50er Jahren. Sowohl bei den Priester- wie Ordensberufungen ist dieser Zeitraum in den letzten 200 Jahren Spitze. Das ist aber nicht der Normalfall, wie viele meinen, sondern die Ausnahme.
Ein dritter Grund dürfte geschürte Panikmache sein. Besonders gewissen Laienvertretern kann man ja einen großes Interesse daran unterstellen, einen Priestermangel herbeizureden. Denn wenn es nicht genug Priester gibt, dann können ja die hautpamtlichen Laien immer mehr priesterliche Funktionen wahrnehmen und so schrittweise das Primat der Priester in der Kirche überwinden. Gleichstellung auf Umwegen, sozusagen.

Montag, 21. Januar 2013

Neues aus Limburg

Gestern hat Bischof Tebartz-van Elst in Limburg ein Pontifikalamt gefeiert. Denn vor fünf Jahren wurde er in Limburg als Bischof eingeführt, vor neun Jahren zum Bischof geweiht. An die Messe schloss sich ein Neujahrsempfang an. Auch wir hatten einen Mitarbeiter der Redaktion zu beiden Ereignissen entsandt, der jedoch keine Gelegenheit hatte, auf dem Empfang mit dem Bischof selbst zu sprechen, weil Domdekan Geiss mit seinem Jahresrückblick einfach nicht aufhören konnte. So beschränken wir uns hier darauf, kurz aus dem Bericht des Bischöflichen Ordinariats über die Predigt des Bischofs zu zitieren, die die Berufung eines Bischofs im Speziellen und der Gläubigen im Allgemeinen in den Blick nimmt:
In seiner Predigt machte der Bischof deutlich, dass Bischöflicher Dienst kein Job, sondern eine Berufung sei. Die wesentlichste Aufgabe dieses Dienstes sei es "das Evangelium zum Leuchten zu bringen". Glaube brauche Gestalt und müsse anschaulich werden, um bei den Menschen in dieser Welt anzukommen. "Weil das Evangelium nicht eine Idee ist, sondern in Jesus Christus Mensch geworden ist, braucht es Bilder, in denen der Mensch mit den Augen des Leibes erfasst, wovon die Seele sich nährt", so der Bischof. Weil der Glauben da Leben wolle, brauche der Mensch den tieferen Blick, den Einblick in die Wunder der Wandlung, die Gott immer wieder wirke.
Bischöflicher Dienst bestehe auch immer darin, Mangel aufzuzeigen und die Anwaltschaft für Andere und den Mitmenschen zu übernehmen. Dazu gehöre es, dem Menschen Gott zu zeigen, der dem Leben Sinn und Ziel gebe. "Wo der Sinn des Lebens verloren geht, wo sich die Freude am Leben trübt, haut es Menschen um", so Tebartz-van Elst. Dort wo die tiefere Bestimmung des Lebens aus dem Blick gerate, herrsche der größte Mangel. "Wo sich hinter manchem materiellen Mangel der Verlust an Solidarität und Gemeinschaft zeigt, wird Not existentiell", sagte der Bischof. Diese Einsamkeit lasse Menschen in der Gesellschaft verdursten. Wo der Glaube verloren gehe, werde eine Gesellschaft ärmer und es brauche hier die Stimme der Kirche, die aufzeigt, was wirklich fehle.
Ein Schrifttext, der Tebartz-van Elst seit seiner Bischofsweihe vor neun Jahren immer wieder begleitet, ist das Evangelium von der Hochzeit zu Kana (vgl. Joh 2, 1-11). "Das Evangelium nährt meine Zuversicht, dass Gott allen Mangel im Leben in die Fülle seiner Zuwendung verwandeln kann", erklärte der Bischof. Der Text des Evangeliums sei dabei aber kein Rausch an den Realitäten der Welt vorbei. Es sei vielmehr der klare Blick für manchen menschlichen Mangel im Licht der ungeahnten Möglichkeiten Gottes. Es bewahre vor Resignation und Frustration und bewege zur Motivation und Innovation, wenn es darum gehe, heute für den Herrn das Wasser zu tragen. Die Aufforderung des Evangeliums "Füllet die Krüge mit Wasser!" gelte immer noch. "Die Krüge mit Wasser zu füllen in täglicher Treue das Wasser zu schleppen, aushalten und hinhalten, damit der Herr annehmen kann, was wir ihm bringen, ist nach dem Zeugnis des Evangeliums nie umsonst", so der Bischof.
Quelle: hier.
Ein ausführlicher Bericht über die Worte des Bischofs auf dem Neujahrsempfang da.
Ein Interview mit Tebartz-van Elst am 18.01. dort.
Ein Bericht der Lokalpresse gibt's da.
Für alle Leser in Limburg und Umgebung: Am 23.01. wird der Bischof den letzten Band des Jesus-Buches des Hl. Vaters in der Michaelskapelle auf dem Domberg vorstellen. Infos hier.

Von der Gutmütigkeit der Katholiken

Sehen wir nur die Sozialdemokraten, Freimaurer, Freidenker, Monisten, den nationalliberalen Evangelischen Bund und dgl. bei der Arbeit! Kein Gebiet schließen sie von ihrer propagandistischen Tätigkeit aus. Nur wir Katholiken sind so gutmütig, den anderen zuliebe auf die Werbekraft unserer Ideale zu verzichten, und geraten dabei immer in das Hintertreffen. Das wissen auch unsere Gegner, darum ihr Wutgeschrei über konfessionelle Absonderung, wenn die Katholiken sich zu einem Verein zusammenschließen, um dort auch katholische Ideale zur Entfaltung zu bringen. Aber von den momentanen Schwierigkeiten die Fahnen zu senken und mit oft nur scheinbaren Augenblickserfolgen sich zufrieden zu geben, entspricht nicht der Würde katholischer Ideale.
Aus einem Zeitungsartikel von 1908, aus: Gehle, Irmgard: Streifzug durch die katholische Literatur und Literaturkritik der Jahre 1907-1909, Nordhausen 2007

Samstag, 19. Januar 2013

Samstäglicher Newsticker

Rom: Die FIZ berichtet: In einer großartigen Demonstration haben sich zahlreiche Menschen auf dem Petersplatz gegen Homophobie gewandt. Hierzu haben sie durch ihre Nacktheit ein beeindruckendes Zeichen für ihre Offenheit für alle Ideen und Versionen menschlichen Handelns und Denkens gezeigt. Zugleich fand leider aber auch eine Demonstration von einigen verbohrten Querköpfen in Paris statt, die die massive Diskreminierung von Homosexuellen befürworteten. Dabei zeigten sie schon durch ihr Erscheinungsbild - vollständig bekleidet - ihre Ablehnung allgemein menschlicher und natürlicher Aktivitäten.

Warschau: Die Gemeinschaft für Toleranz und Friedlichkeit forderte das sofortige Abbrennen des Parlamentsgebäudes in Warschau. Indem nach wie vor ein Kreuz im Sitzungssaal des Parlaments hänge, sei das ganze Gebäude durch intolerantes Gedankengut regelrecht infiziert. Aus einem solchen Parlament müsse die Unfreiheit ja regelrecht aufs Land hinausströmen- Das erkläre auch, warum in Polen nach wie vor Papst Johannes Paul II. so große Verehrung genieße und warum man es in Polen immer noch nicht begriffen habe, warum Homosexuellenehe und Abtreibung nicht der größte Ausweis europäischer Fortschrittlichkeit seien.

Köln: Die FIZ (Freie Intelligente Zeitung) berichtet über einen geheimen Plan der Illuminaten um den Bestsellerautor Dan Brown, den Kölner Dom einstürzen zu lassen. Demnach sei die U-Bahn direkt neben dem Dom als Testprojekt gebaut worden, um zu prüfen, wie effizient das Gebäude in Schwingungen versetzt werden könne. Eine zweite U-Bahn-Linie werde bereits auf der anderen Seite geplant. Außerdem ist eine Untertunnelung des Doms sowie das Anlegen zweier Wasserspeicher unter den beiden Querschiffen geplant. Optimalerweise könne der Dom binnen 20 Jahren zum Einsturz gebracht werden, so ein Planungspapier, das der Zeitung vorliegt.

Freitag, 18. Januar 2013

Prälatenquiz

Wer ist dieser Prälat?
 

Der Heilige, der Sünder und der Atheist

Es gibt Menschen, die haben die erste Initialzündung ihres Atheismus durch die Diener der Kirche selbst erhalten. Mit Entsetzen haben sie bemerkt, dass auch die Priester und Ordensleute keine Heiligen sind, sondern sündige Menschen. Das hat ihnen den ersten großen Stoß gegen die Kirche und Gott gegeben, da sie dort nicht das Maß an Vollkommenheit fanden, dass sie erwartet haben. Dabei übersehen sie, dass gerade der Heilige als erster zugibt, dass er ein sündiger Mensch ist. Es gehört ja zu den besonderen Merkmalen der Heiligen, sich gerade nicht für besonders heilig halten. Im Gegenteil. Wer z.B. Teresa von Avila liest, dem tritt nicht eine Frau entgegen, die mit ruhiger Souveränität im Vollgefühl der ihr von Gott geschenkten Glorie den Unwissenden und Sündhaften Weisheiten unterbreitet. Sondern hier spricht eine Sünderin zu Sünderinnen, eine Suchende zu Suchenden. Der Atheist sieht auf die sündhaften Diener der Kirche und wendet sich entäuscht ab. Der Heilige blickt auf sie und wird dabei an sich selbst erinnert. Der Atheist sucht die Gemeinschaft der Vollkommenen und da er sie nicht findet, meint er, es gebe sie nicht und daher auch nicht den Schöpfer, der sie hervorbringen soll. Der Heilige weiss sich in der Gemeinschaft der nach Vollkommenheit Suchenden und findet in der Schwäche der anderen einen Teil der eigenen Schwäche wieder.

Dies führt uns auf ein weiteres wichtiges Merkmal, das den Heiligen vom Atheisten, ja eigentlich von jedem anderen Menschen trennt: Der Heilige richtet nicht. Jesus ermahnt uns in der Schrift: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet.“ (Mt 7,1) Einige legen dieses Wort dergleichen aus, das man keine Meinung bewerten darf und daher alles für gut zu halten hat. Der wahre Sinn der Schrift erschließt sich jedoch im Umgang heiligmäßiger Menscher mit diesem Wort. In seinem Buch auf den Höhen des Geistes erzählt Sergej Bolsakov von mehreren Begegnungen mit Menschen, die im Herzensgebet weit fortgeschritten sind und die nicht richteten. Zwei Erzählungen machen dabei den Sinn dieses Wortes besonders deutlich. In dem einen berichtet der Erzähler einem alten Mönch von den Meditationen der Buddhisten, mit der Bemerkung, diese ähnelten der Technik nach sehr dem Herzensgebet. Der alte Mönch nimmt das zur Kenntnis, kommentiert es aber nicht. Ein andermal lobt der Autor besagten Vater vor einem anderen Weisen, der die Rechtschaffenheit und die weise Lehre des genannten bestätigt. Darin kommt klar zu Ausdruck, was es bedeutet, nicht zu richten: Man mag bestimmte Meinungen im positiven beurteilen, aber besonders Personen nicht im negativen verurteilen. Man darf bestätigen, was wahr und gut ist, aber man darf nicht gegenüber einem Menschen auftreten und erklären, er fahre in die Hölle.

Der Heilige hat damit verstanden und verinnerlicht, was die meisten Menschen noch lernen müssen: Niemand kennt einen Menschen wirklich außer Gott und daher kann auch nur Gott einen Menschen wirklich beurteilen. Das korrespondiert mit einem Satz von Chesterton, der meinte, es genüge dem Heiligen, heilig zu sein; er wünsche nicht, dies anderen vorzuenthalten. Aus dieser Haltung heraus entsteht das Handeln des Heiligen. Sein größter Kritiker ist er selber, weil er zuforderst an sich selbst arbeitet. Doch vermag er das nicht aus sich selber, sondern er empfängt es als unverdiente Gnade Gottes. Im zweiten strebt er danach, dass, was er empfangen hat, weiterzuschenken. Diese Bewegung des Heiligen kann uns Vorbild sein. Er blickt zunächst auf Gott, dann auf sich und dann auf den Nächsten. So gelingt es ihm, sich dem anderen Liebevoll zuzuwenden und sich nicht wegen seiner Sünden von ihm abzuwenden, weil er sich selbst als Sünder und als Bedürftiger weiss.

Donnerstag, 17. Januar 2013

Was sollen wir tun, um Frieden in Leib und Seele zu haben?

Forderung von hier.
Was sollen wir tun, um Frieden in Leib und Seele zu haben? Wir müssen alle Menschen lieben wie uns selbst und jede Stunde zum Sterben bereit sein. Denn wer ständig des Todes eingedenk ist, wird dadurch demütig, er ergibt sich dem Willen Gottes und wünscht, mit allen in Frieden zu sein und zu lieben.
Wenn der Friede Christi in eine Seele einzieht, dann ist sie froh, wie Hiob in der Asche zu sitzen und die anderen in der Herrlichkeit zu sehen; dann ist sie glücklich, schlechter als alle anderen zu sein. Das Geheimnis der Demut Christi ist groß, und man kann es nicht erklären. Aus Liebe wünscht die Seele für jeden Menschen mehr Gutes als für sich selbst und freut sich, wenn es den anderen besser geht, aber es betrübt sie, die anderen leiden zu sehen. Betet für mich, alle Heiligen und Völker, daß die heilige Demut Christi bei mir einkehre!
Der Herr liebt uns, aber er schickt uns Leid, damit wir unserre Ohnmacht erkennen und demütig werden. Unserer Demut wegen sendet er uns seinen Heiligen Geist. und wer im Heiligen Geist lebt, dem ist alles gut, der ist voller Freuden.
Gewiß, mancher Mensch hat unter Armut und Krankheit zu leiden, aber trägt er das nicht demütig, so leidet er ohne Nutzen. Der Demütige ist immer mit seinem Los zufrieden, weil Gott seinen Reichtum und seine Freude ist.
Du sagst: "Aber mein Leid ist zu groß." Ich aber sage dir, oder besser, der Herr sagt dir: "Seid demütig!" Du wirst sehen, daß dein Kummer sich in Freude verwandelt. Du wirst gar selbst erstaunt sein, daß du dich früher so gequält und gegrämt hast. Un nun freust du dich, weil du das erkannt hast und die Gnade Gottes zu dir gekommen ist. Die Freude wird dich nicht verlassen, auch wenn du allein bist in deiner Armut, denn in deiner Seele ist der Friede, von dem der Herr sagt: "Meinen Frieden gebe ich euch." (Johannes 14,27).
Quelle: Starez Siluan: Mönch vom Berg Athos. Sein Leben und seine Lehre, S. 52f.

Mittwoch, 16. Januar 2013

Vorher ... nachher

Unabhängig der großen Hochachtung, die dem Selige Johannes Paul II. für sein Leben, Leiden und Sterben zukommt, finde ich den liturgischen Stil seines Nachfolgers ansprechender. Dies mag an zwei Bildern verdeutlicht werden. Man achte besonders auf Altar und Sedile. 

Vorher ...

... nachher


Bildquellen hier.

Dienstag, 15. Januar 2013

Kirche in Madrid



Der Bettler als Alkoholier II

Fortsetzung von hier.

Aber was für eine Sorte Bettler sind wir? Sind wir die guten Bettler, die durch die Erb- und eigene Sünden eben in eine bemitleidenswerte Lage gekommen sind und nun darauf hoffen, dass ein gütiger Gott uns aus unserer Lage befreit, damit wir, mit seiner Hilfestellung, uns wieder berappeln und dem Urzustand entgegenstreben können. Oder sind wir die bettelnden Alkoholiker, die die göttliche Gnade erbitten, damit sie sich gleich wieder in ihren Sünden wälzen können. Es soll ja Menschen geben, denen es wirklich gelingt, nach einer Bekehrung ein vorbildliches Leben zu führen und nur geringe Verstöße gegen die göttliche Ordnung zu begehen. In der alten Kirche muss man ihrer zahlreich angetroffen haben, wenn man sich die strengen Bußmaßnahmen betrachtet, die damals im Gebrauch waren. Zugleich gibt es Menschen, die ganz bewusst anderen schaden, aber doch regelmäßig am heimischen Bett darum bitten, Gott möge sie doch mit guter Gesundheit und Erfolg in ihrem tun beschenken.

In aller Regel aber sind die meisten von uns irgendwas in der Mitte, so wie bei den meisten Bettlern auch. Zwar geloben wir, nachdem an uns mal wieder gnadenhaft gehandelt wurde, mit großer Inbrunst, Besserung und bitten auch mal darum, der Herr möge hier helfend zur Seite springen. Gute Absicht also. Aber dann fallen wir eben doch wieder zurück in alte Gewohnheiten zurück und der sündige Mensch bricht wieder bei uns durch. Um im Bild zu bleiben setzen wir wieder die Flasche an. Denn mit der Sünde ist es ja so wie mit dem Schnaps bei Alkoholikern. Beide haben, auch nach der Reinigung, eine gewisse Disposition dazu. Etwas in uns, fachtehologisch concubiszentia genannt, drängt uns, wir sollten dieses oder jenes doch mal wieder machen. Es sei doch nicht so schlimm, es entspräche uns und täte uns auch ganz sicher gut. Aber ich wollte doch … und das nicht mehr machen. Aber … Und damit ist es auch schon zu spät. Gibt’s du dem Alkoholiker erst mal die Flasche, hat er keine Kontrolle mehr und wacht dann irgendwann irgendwo in seinem eigenen Erbrochenen wieder auf. Und wenn wir uns erst einmal der Sünde ergeben, dann wachen auch wir, nachdem der Rausch verflogen, im Schlamm unserer beganenen Irrungen auf. Ein „Bääääh“-Moment.

Was nun? Weitertrinken, lautet die Antwort der einen. Der Alkohol sei das beste Mittel gegen den Kater und die Sünde das Beste gegen ein schlechtes Gewissen. Die Lösung bietet sich ja an, da sie die Auseinandersetzung und damit deren Schmerz vermeidet. Und das will der Mensch eben, Schmerz vermeiden. Andere sind sich bewusst, dass die den Schmerz nur aufschieben und bei Fortschreiten nur mehr Bedrückung folgen wird. Also machen sie sich auf, rappeln sich hoch und versuchen, ihr Leben wieder in den Griff zu kriegen. Dafür müssen sie sich aber wieder auf ihre Matte setzen, denn alleine schaffen sie es nicht. Und dabei setzen sie sich natürlich demk Verdacht aus, Bettler zu sein, die Geld für Alkohol schnorren und Bittende, die nur um Aufschub der Strafe bitten, um demnächst weiter zu sündigen.

Im Armen erkennen wir Jesus, lehrt uns die Hl. Schrift. Aber im Armen erkennen wir auch uns selbst. Auch wir sind arm, sind Bettler vor Gott. Und mehr noch sind wir nicht immer gute Bettler, sondern wir sind auch schlechte. Wer kennt sie nicht, den Obdachlosen, die in einem U-Bahn sitz liegt und das ganze Abteil regelrecht mit seinem Gestank verpestet. Blicken wir ihn an, so sehen wir, im geistlich-spirituellen, uns selbst. Auch wir verpesten mit der Sünde die herrliche Schöpfung Gottes, betäubt von Einflüsterungen der Dämonen und schieben das gute Wort, das uns der Herr zuspricht, weg.

Kein schöner Gedanke. Und doch ist er auf zweierlei Weise nützlich und gut. Zum ersten bringt er uns die Dramatik unserer Entscheidungen zu Bewusstsein. Wie wollen wir vor Gott dastehen. Bettler sind wir immer. Aber welcher Art von Bettler wollen wir sein? Einer, der jede Gelegenheit nutzt, um zu sündigen, und für den Gott nur einer ist, der ihm hin und wieder aufhilft, der das Gericht verschiebt, damit wir weiter sündigen können und zudem wir, in einsamen, unbeteubten Stunden, aufblicken können, um uns im nächsten Moment wieder im Schlamm zu wälzen. Oder Einer, der wirklich versucht, aus seiner Notlage herauszukommen und seine Kräfte darauf konzentriert. Der zwar fällt, aber sich immer wieder hilfesuchend zu Gott ausstreckt und immer wieder neu ehrlich versucht, seine Lage zu bessern. Und der, optimalerweise, von Tugend zu Tugend dem verlorenen Paradies entgegenschreitet. Zum zweiten hilft der Gedanke uns im Verhältnis zu den Bettlern selber. Nicht nur zu den netten, sondern gerade jenen gegenüber, die wir besonders abstoßend finden. Wir sind ihnen nicht unähnlich. Wir sind oft wie sie. Wie hoffen wir, in solchen Momenten von Jesus angesehen zu werden. Und wie wollen wir sie in einem solchen Moment ansehen.

Montag, 14. Januar 2013

San Francisco el Grande



 

Der Bettler als Alkoholiker I

Man kennt sie aus dem Straßenbild jeder größeren Stadt. Besonders in den Einkaufspassagen, den Orten des westlichen Überflusses, sitzen sie und erregen wahlweise Mitleid und Widerwillen: Bettler. Welche Empfindung ihnen genau entgegenschlägt, das hängt nicht nur vom Betrachter ab, sondern auch von ihnen selber. Von besonderer Bedeutung ist dabei, wie der potentielle Spender das erbettelte Geld ausgegeben sieht. Oft sitzen die Bettler mit Tieren, bevorzugt Hunden, auf ihren Matten und erhöhen damit das Mitleid und den Eindruck, für ein schutzloses Wesen Verantwortung zu tragen. Einige berichten einem, wenn sie aktiv nach Geld fahnden, oft rührende Geschichten und erwecken den Eindruck, durch eine außerordentlich missliche Situation gerade Geld zu benötigen. Bei anderen hingegen springt es einen geradezu an, dass die hingeworfenen Münzen direkt in die Taschen des örtlichen Spirituosenhändlers wandern werden. Wir unterscheiden also zwischen guten und schlechten Bettlern und richten unser Verhalten ihnen gegenüber danach aus.
Was zeichnet einen Bettler, allgemein gesprochen aus? Zunächst einmal ist ein Bettler arm. Dann ist er eine Person, die für ihren Lebensunterhalt nicht einer Erwerbsarbeit nachgeht, das Geld also nicht verdient, sondern die benötigten Mittel von anderen Personen ohne Arbeit, also unverdient, erhält. Zudem ist die Einnahmen nicht per se regelmäßig, also nicht an einen Anspruch gebunden, sondern sie resultieren aus der konkreten Situation, sind also unregelmäßig und ausschließlich vom guten Willen der Spender abhängig.

Auch wir sind Bettler. Bettler vor Gott. Wir erfüllen Ihm gegenüber alle Voraussetzungen, die ein Bettler hat. Wir sind arm. Denn messen tun wir uns im biblischen Sinne nicht am Ist-Zustand, sondern am gewollten Durchschnitt. Und besagter gewollter Durchschnitt ist die  Form vor dem Sündenfall. So hat Gott die Menschen gewollt. Gemessen an der Beschreibung der Bibel leben wir heute wirklich im tiefsten Elend. Unser Leben ist trotz aller Technik durch den Tod bezwungen, unsere Herrschaft über die Umwelt massiv defizitär und das Wichtigste: Wir haben keinen direkten, unmittelbaren Umgang mehr mit Gott. Ziemliche Armutei also.
Zugleich haben wir kein Eigentum, dass aus uns selbst hervorgeht. Angefangen mit unseren Leben, dass wir nicht selber generiert haben, unsere Fähigkeiten, unserer Gesundheit und unserem geistig-geistlichen Zustand etc. All das haben wir nicht aus uns selbst, sondern es als Spende, schöner als Geschenk, erhalten. Zudem können wir uns auch im Laufe unseres Lebens nichts von dem oben beschriebenen im eigentlichen Sinne verdienen. Von der Erbsünde belastet kommt unseren Werken kein Verdienst aus sich selbst zu. Wir sind zur Erwerbsarbeit quasi unfähig. Daher sind wir auf die Gaben eines anderen angewiesen, der, aus unserer Perspektive, diese Gaben nicht regelmäßig und nicht auf Basis von Rechten vergibt. Es handelt sich dabei demnach um Gnadengaben.

Samstag, 12. Januar 2013

Samstäglicher Newsticker

Köln: Der Verband für die Legalisierung von Pädophilie forderte nach der wieder aufbrechenden Diskussion um den Umgang der Bischofskonferenz mit Kindesmissbrauch harte Sanktionen gegen die Kirche. Optimalerweise sollten sämtliche Bischöfe und Priester aus Deutschland in den Vatikan abgeschoben werden. Begründung: indem die Kirche Pädophilie zum gesellschaftlichen Thema mache, erschwere sie es den Pädophilen ihre Bedürfnisse auszuleben.

Berlin: Die Verbände der Lehrer, Trainer und Jugendsozialarbeiter erklärten sich über die Zensurversuche der katholischen Kirche entsetzt. Indem sich die Kirche einer ordentlichen Aufarbeitung ihrer Schuld und der Bestrafung der Schuldigen  verweigere, zeige sie erneut, dass sie keinen Platz in der modern-moralischen Gesellschaft habe. Wenn auch nur ein einziges Verbandsmitglied die Schuld wie ein durchschnittlicher katholischer Priester auf sich geladen hätte, würde man der Kirche schon zeigen, wie man richtig Aufklärung betreibe. Glücklicherweise komme aber Kindesmissbrauch bei ihnen nicht vor.

Frankfurt: Das Institut für Gerechtigkeitsforschung veröffentlicht eine Studie, nach der grundsätzlich jeder katholische Priester keinen Kontakt mit Kindern haben dürfte. Aufgrund der abnorm hohen Quote pädophiler Missbrauchstäter in den Reihen des Klerus müsse man davon ausgehen, dass jeder Priester pädophil sei, wobei sich mit ihren Neigungen einige zurückgehalten haben. Das könne aber jederzeit aufhören. Daher sprach sich das Institut dafür aus, den deutschen Klerus sicherheitshalber komplett in die geschlossene Psychatrie einzuweisen. Dort könne ihnen vielleicht geholfen werden.

Kleinkleckersdorf-Südwest: In einer pompastischen Zeremonie hat die wahre Päpstin Mayr-Lumetzberger ihre Tochter/Sekretärin (17) zur Großerzbischöfin und Archimetropolitin von Kastilien und Aragonien, von den Inseln Westindiens und der ganzen Vereinigten Staaten inklusive Kanada aber ohne Alaska und Hawaii geweiht. Anwesend waren bei der Zeremonie 202 Co-Consekratorinnen (2 Bischöfinnen, sieben geweihte Priesterinnen, 193 Allgemeinpriesterinnen). Für die Weihe wurde eigens ein See ausgebaggert und ein Donauschiff über Land hineingezogen, damit "die Weihe gemäß der Tradition der wahren neuen Kirche erfolgen kann." (FIZ)

Donnerstag, 10. Januar 2013

Bericht von den 700 Jahrfeiern des Limburger Doms.

Bericht des SS-Rottenführers W. Fuchs über die Feier des 700 jährigen Domjubiläums:  



Es war eine uns Nationalsozialisten fremde, unverständliche Luft, in der wir uns bewegen mußten. In den Gesichtern der uns begegnenden Menschen war die Opposition zum neuen Staat zu sehen.

Er verhehlte seinen Vorgesetzten nicht seine Meinung, daß es äußerst schwer fallen werde, „diesen schwarzen Fleck auf der deutschen Landkarte für den Nationalsozialismus zu gewinnen."
Quelle: NNP 1985.

Um gerettet zu werden muss man sich demütigen

Fortsetzung von hier.
Stolz und Eitelkeit lassen oft die Seele den Weg des Glaubens nicht finden. Dem Zweifler und Ungläubigen gebe ich den Rat, zu sprechen: "Herr Gott, wenn du bist, erleuchte mich." Schon für diese demütige Absicht und die Bereitschaft zu dienen, wird ihn der Herr erleuchten. Der Mensch kann nicht wissen, wie uns sehr der Herr liebt, wenn er es uns nicht durch den Heiligen Geist offenbart. Denn für den erdgebundenen Verstand ist es unmöglich, durch Bücher allein zu erfassen, wie sehr Gott den Menschen liebt.
Aber um gerettet zu werden, muß man sich demütigen. Denn würde man einen Stolzen mit Gewalt ins Paradies führen, fände er selbst dort keine Ruhe, wäre unzufrieden und würde sagen: "Warum habe ich nicht den ersten Platz?" Die demütige Seele aber ist voller Liebe und trachtet nicht danach, die erste zu sein, sondern wünscht allen Menschen das Gute und gibt sich mit allem zufrieden.
Der Hochmütige hat Furcht vor den Dämonen, oder er ist selbst schon dämonisch geworden. Aber nicht die Dämonen, sondern Eitelkeit und Stolz sollen wir fürchten, sonst verlieren wir die Gnade. Auch sollten wir uns mit den bösen Geistern nicht unterhalten, damit unsere Seele nicht beschmutzt werde. Wer im Gebet verbleibt, den erleuchtet der Herr.
Gott liebt uns, aber immer wieder straucheln wir - weil es uns an Demut fehlt. Um die Demut zu bewahren, muß man den Leib abtöten und den Geist Christi in sich aufnehmen. Die Heiligen rangen hart mit den Dämonen, sie fasteten und beteten, und durch ihre Demut besiegten sie den Feind. Wer demütig ist, hat den Feind schon bezwungen.
Quelle: Starez Siluan: Mönch vom Berg Athos. Sein Leben und seine Lehre, S. 51f.

Dienstag, 8. Januar 2013

Das Judas-Protokoll

Muss die Geschichte des Jesus-Prozesses neu geschrieben werden? Ja, muss das ganze Leben Jesu von Nazareths neu erzählt werden? Nachdem nun der letzte Band des Papstbuches "Jesus von Nazareth" herausgekommen ist, scheint die Legendenbildung und Verbildung Jesu endlich den Scheitelpunkt überschritten zu haben und nach zweitausend Jahren können wir uns dem wahren Jesus zuwenden. So jedenfalls glaubt Frau Prof. Dr. Dr. Wilhelmine Küsselbecker. Nachdem bereits mit dem Buch ihrer Doktorantin Cornelia-Hippolyte Erdfrau-Witzelstein "Die Mutter, die Tochter und die Heilige Geist" (wir berichteten hier) Grundlagen gelegt wurden, bauen die beiden "Walküren der Wahrheit" (FIZ) diesne Ansatz weiter aus. Über ihr erstes gemeinsames Werk "Das Judas-Protokoll" dürfen wir heute mit der Hauptautorin sprechen. Frau Prof. Küsselbecker, das Judas-Protoll, was ist das denn nun eigentlich?

Im Rahmen der Dissertation meiner nunmehrigen Assistentin Frau Dr. Erdfrau-Witzelstein sind wir auf das Problem gestoßen, dass wir nur die vorhandenen Quellen neu lesen konnten, was uns natürlich angreifbar machte für jene rückständigen Inquisitoren, die die Wahrheit einfach nicht annehmen wollten. Daher haben wir nach Quellen gesucht, die bisher ungehoben waren und die daher noch nicht von unseren Gegnern verdreht werden konnten. Das ist natürlich außerordentlich schwierig, denn die Feinde der Wahrheit sind ja seit 2000 Jahren an der Macht und hatten alle Zeit der Welt, alle Quellen der wahren Geschichte Jesu zu tilgen. Daher erfordert es außerordentlich große Mühe und beständigen finanziellen Einsatz, verbunden natürlich mit großer kombinatorischer Gabe, um diese Schätze zu heben.

Und das Judas-Protokoll ist ein solcher Schatz?

Ja, natürlich.

Und worum handelt es sich nun genau?

Das Vernehmungsprotokoll des Judas Iskariot im Prozess gegen Jesus.

Sowas gab es?

Daran kann ich sehen, wie verkehrt ihre Vorstellung von antiker Rechtspraxis ist. Aber so geht es ja den allermeisten Menschen, deswegen entschuldige ich das. Sehen sie, wie heute, so gab es auch damals eine Gerichtsordnung und eine Verwaltung, die Prozessakten anlegte, um die Urteile bei Bedarf nachvollziehen zu können. Und natürlich war der Prozess gegen Jesus vor Pilatus wesentlich länger, als es im verstümmelten Bericht der Evangelien dargestellt wird. Der Prozess begann am frühen Morgen und zog sich bis Mittag hin. Da ist ordentlich was passiert und neben Jesus wurden auch andere Personen vernommen. Und der Kronzeuge war natürlich Judas, der Jesus lange begleitet hatte. So wurde von seiner Aussage auch ein Protokoll angefertigt, das zeigt, wie diese Wanderbewegung wirklich beschaffen war.

Und diese Quelle liegt nunmehr vor?

Weitgehend. Natürlich war es außerordentlich schwierig, dieses Dokument zu rekonstruieren. Es war notwendig, sie aus hunderten von Einzelteilen zusammenzusetzen. Bisher haben wir aber schon 2/3 zusammen.

Und wie umfangreich ist die Quelle?

Wir würden heute etwa 1 1/2 Dina-4 Seiten in normaler Schriftgröße sagen. Davon haben wir wie gesagt ca. eine Seite, womit sich schon viel aufgeklärt hat.

Frau Prof. Küsselbecker, in seiner Besprechung des Buches schreibt P. Winfried Supplicius "Vom historischen Standpunkt gesehen ist "Das Judas-Protokoll" so haltbar wie frisches Rindfleisch in der arabischen Wüste. Die sogenannte "rekonstruierte Originial-Quelle" ist eine Zusammenschnipselung aus hunderten sachfremder Einelfragmente, teilweise sogar buchstabenweise mittelalterlichen Handschriften entnommen und zu 1/4 unfachmännisch ergänzt und teilweise schlicht gefälscht." Was sagen sie dazu?

Sie wissen ja, was ich von Pater Winfried halte. Sicher ein netter Kerl, aber er hat halt keine Ahnung von der Jesus Bewegung und noch weniger von antiker Geschichte. Nur weil er dieses lächerliche Papyrologie-Standartwerk geschrieben hat, meinen die Leute, er sei kompetent. Aber lassen wir das. Zunächst einmal weise ich es entschieden zurück, es sei unfachmännisch ergänzt worden. Wenn schon unfachfraulich. Sicher, es stimmt, an einigen wenigen Stellen mussten wir Lücken schließen und haben den Text ergänzt, aber das geschah nach den strengen Maßgaben des IHGS* und wurde auch ausgewiesen.

Und der Vorwurf, sie hätten buchstabenweise aus mittelalterlichen Handschriften abgeschrieben?

Nun, natürlich haben wir auch mittelalterliche Handschriften benutzt. Wenn wir uns nur auf rein antike Funde gestützt hätten, wäre es nicht möglich gewesen, auch nur 1/3 des Textes zu rekonstruierern.

Wie müssen wir uns das konkret vorstellen?

Nun ist es ja nicht so, als habe die Kirche, also jener diabolische Apparat der die Jesus-Gemeinschaft pervertierte, als habe die Kirche von Anbeginn an die totale Kontrolle über die komplette Überlieferung der ganzen Umwelt gehabt. Selbst nach der Machtergreifung im Zuge der Übertölperlung Konstantins war es ihr aus logistischen Gründen nicht möglich, alles zu kontrollieren. Dazu ist die Technik des 20. Jahrhunderts notwendig. Aus diesem Grunde gab es bis ins 9. Jahrhundert Überlieferungsstränge, die die Warheitzverkündeten. Dann jedoch kam es zur großen karolingischen Zentralisierung, während der es der Kirche gelang, die meisten störenden Handschriften zu beseitigen. Später tarnte sie das dann als Kirchenreform und Wikingereinfall. Aber, wie es eben so ist, kleine Reste und Hinweise gab es in einigen gebliebenen Handschriften eben doch noch. Und diese kleinen Reste haben wir, Frau Dr. Erdfrau-Witzelstein und Ich, in jahrlanger Arbeit ausgegraben.

Ein Beispiel?

Zum Beispiel gibt es einen Text aus Flavius Josephus in einem Kloster. Das Buch ist sehr alt, etwa 12. Jahrhundert. Das Kloster selber galt lange Zeit als sittliche verderbt, ein sicheres Anzeichen für einen Träger der Wahrheit. Aus diesem Buch müssen einige Seiten, etwa 100 Jahre nach der Entstehung, herausgetrennt worden sein. Das kann man am Schriftbild sehr gut erkennen. Anhand der letzten Zeilen vor dieser Fehlstelle haben wir rekonstruiert, dass es sich um einen Text über ein Protokoll bei der Hinrichtung eines Verbrechers zur Zeit des Pilatus gehandelt hat. Nach sorgfältigen Studien haben wir den wortwörtlichsten Teil dieser Rekonstruktion haben wir dann in das Judas-Protokoll eingefügt.

Eine großartige Leistung. Frau Prof. Küsselbecker, was ist nun die Kernerkenntnis ihres Werkes?

Das müssen sie schon selber rausfinden, indem sie es lesen.

Wir könnten nicht passender Enden. Frau Prof. Küsselbecker, wir danken ihnen für ihr Kommen und hoffen auf reißenden Absatz für ihr Buch.

Wilhelime Küsselbecker; Cornelia-Hippolyte Erdfrau-Witzelstein: Das Judas-Protokoll. Die wahre Geschichte Jesu in neuen Quellen. Erhältlich bei Küsselbecker&Epigonen für 24,98 Euro.

*Institute of historical gender studies.

Herr, gib uns allen den Geist der Demut, damit unsere Seelen Ruhe finden

Fotzsetzung von hier.
Derr Herr kam auf die Erde, um das Feuer der Gnade des Heiligen Geistes zu geben. Der Demütige hat dieses Feuer, ihm gibt der Herr seine Gnade. Doch in einer mutlosen und verzagten Seele kann sich das Feuer nicht entzünden.
Mühen und Tränen bewahren in uns den Geist Christi. Das Feuer des Lebens erlischt ohne diesen demütigen Geist. Den Leib durch Fasten abzutöten ist nicht schwer, schwer aber ist es, die Seele in ständiger Demut zu halten. Maria von Ägypten hatte ihren Leib in der Wüste schon nachn kurzer Zeit abgetötet, aber frei von Leidenschaften war sie erst nach siebzehn Jahren schweren Kampfes, dann erst erreichte sie Ruhe und Frieden.
Weil wir in uns verfangen sind, verstehen wir die Liebe Christi nicht. Diese Demut und Liebe wird nur in der Gnade des Heiligen Geistes erkannt. Wir aber können sie an uns ziehen, wenn wir sie von ganzem Herzen ersehnen. Inständig müssen wir den Herrn bitten, daß er unsere Seele die Gnade der Demut des Heiligen Geistes sende.
Eine demütige Seele hat schon den Frieden, eine stolze aber quält sich selbst, sie kennt keine Liebe zu Gott, sie ist fern von ihm. Der Hochmütige ist stolz auf seinen Reichtum, sein Wissen oder seinen Ruhm; der Unglückselige., er sieht seine Armut und Verlorenheit nicht, weil er Gott nicht kennt. Wer aber ankämpft gegen seinen Stolz, dem hilft der Herr, diese Leidenschaften zu besiegen.
"Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig." (Mt 11,29), sagt der Herr. Danach sehnt sich auch meine Seele Tag und Nacht, und ich bete zu Gott und bitte die Heiligen und euch alle, die ihr die Demut Christi erlangt habt, betet für mich, daß der Herr auch mir den Geist der Demut sende. Wohl erkannte meine Seele die Demut Christi im Heiligen Geist, aber ich habe diese Gabe verloren, und nun sehnt sich meine Seele unter Tränen.
Herr, gib uns allen den Geist der Demut, damit unsere Seelen Ruhe finden. Allreine Gottesmutter, Barmherzige, erbitte uns den demütigen Geist. Ihr Heiligen, die ihr im Himmel Gottes Herrlichkeit schaut, bittet für uns, damir auch wir einst mit euch zusammen sein mögen. Den Herrn zu schauen verlangt auch meine Seele, und sie sehnt sich nach ihm in Demut, so unwürdig sie auch ist.
Barmherziger Gott, lehre uns durch den Heiligen Geist deine Demut.
Quelle: Starez Siluan: Mönch vom Berg Athos. Sein Leben und seine Lehre, S. 50f.
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