Samstag, 21. Dezember 2013

Generalvikar Rösch: "Ich persönlich kann mir alles vorstellen."

Quelle: bistumlimburg.de
Gestern gab der Limburger Generalvikar Rösch der Tagespost ein Interview über die aktuelle Lage des Bistums Limburg.

Darin skizziert er seine Gedanken zu einem Wiederherstellung des Friedens im Bistum und vertieft die Gedanken, die er schon in seinem Brief an die Gemeinden vorgetragen hat. Zentral ist dabei der Gedanke des bischöflichen Einigungsdienstes. Ein Bischof muss einen doppelten Dienst ausführen: Seine Diözese zu einigen und die Einheit mit der Weltkirche herzustellen. Rösch lässt aber offen, ob Bischof Tebartz-van Elst diese Aufgabe wahrnehmen kann. Genauso wie er nachdrücklich jede Unterscheidung zwischen der katholischen Kultur im Bistum Limburg und der Weltkirche abstreitet. Für ihn scheint es eher ein Leitungskonflikt zu sein, dessen Gründe er aber nicht genau bestimmt. Er spricht eher vom Prozess der Problem- und Lösungsfindung und lehnt Schnellschüsse ab. Für den Bischof zeigt er dabei Verständnis, lobt seine aktuelle Zurückhaltung und will ihn über Weihnachten besuchen.

Mit seinem Interview setzt sich Rösch zwischen die Stühle. Zum einen widerspricht er Erzbischof Gänswein, der einen Richtungskonflikt in Limburg ausgetragen sieht und Erzbischof Müller, der nur von einem korrekten Verhalten des Limburger Bischofs spricht und nicht von der Voraussetzung eines Einigungsdienstes.
Zugleich lehnt er auch das Konzept eines Rätebistums ab, das manche Liberalen momentan fordern und sieht auch den Lajolo-Plan noch nicht als beendet an, wie Stadtdekan zu Eltz.
Gleichzeitig gibt er jede der beiden Seiten etwas, worüber sie sich freuen kann. Der Einigungsdienst beruhigt die Progressiven, denn Bischof Tebartz-van Elst kann ihn nicht ausüben, wenn sie sich ihm verweigern - was sie tun wollen. Und die Konservativen werden mit verständnisvollen und positiven Worten über den Bischof beruhigt, während er Befürchtungen über einen Kirchenstreit gegen ein traditionelles, romorientirtes Modell zu zerstreuen sucht.

Interessant ist auch, wem er das Interview gab. Der Tagespost als kirchlich-konservative Zeitung. Man kann daher davon ausgehen, dass er mit dem Interview besonders auf diese Gruppe abzielt. Und die verschiedenen Aussagen, die gerade die Konservativen beruhigen und für seinen Kurs gewinnen sollen, deuten darauf hin.

Tagespost-Artikel hier.

Kommentare :

  1. Ja, interessant.
    Nur leider sprechen die Tatsachen eine andere Sprache.
    Wahrscheinlich sieht er es so, weil er selbst ein Kind des Bistums-Systems ist.
    Und abgesehen davon: sieht es in den anderen Bistümern wirklich auch nicht viel besser aus...

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  2. Das Bistum Limburg ist dank Kempf & Kamphaus in Sachen Liberalismus nur noch von Belgien und den Niederlanden zu übertreffen.

    Die Kirchenzerstörung hat dank der Sowjet (Räte-)Diktatur die Limburger Kirche fast vollständig eliminiert

    Dies zu Leugnen, obwohl dies offensichtlich ist, ist doch sehr naiv...

    ...oder versucht sich der GV in Sachen Diplomatie...

    doch mit Diplomatie ist Limburg nicht zu retten, es müssen Köpfe rollen, allen voran fast das gesamte Domkapitel.

    Leider ist Erzbischof Dyba tot.

    Bischöfe von solchem Vormat gibt es leider in der deutschnationalen Zwangskirchensteuersekte keine mehr

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