Donnerstag, 14. November 2013

Krieg und Frieden im Bistum Limburg

Der Name „Aufräumen nach dem Knall“ der Diskussion am Dienstag im Haus am Dom war eigentlich irreführend. Besser hätte man es „Lärm während des Kampfes“ genannt. Denn hier stimmten sich die demokratieaphinen Kulturkämpfer auf die nächste Runde des Kulturkampfes ein.

Die große Mehrheit hat Recht und übt die Herrschaft über die kleine Minderheit aus. So oder so ähnlich könnte man die Diskussionsteilnehmer am Dienstag im Haus am Dom verstehen. Dabei soll geht es natürlich nicht um Unterdrückung, sondern einfach nur darum, dass die Minderheit nichts zu melden hat und sich bevorzugt auch nicht äußern soll.

Kampf zwischen Bischöflichen und Demokratiebewegten

Denn nach den Worten von Dr. Deckers wird in Limburg momentan ein Kulturkampf ausgetragen zwischen den Bischöflichen, die sich um Bischof Tebartz-van Elst scharen, und den Demokratiebewegten, die den Bischof platt machen wollen, um ihr Konzept durchzusetzen. Dieser Eindruck wurde von den Teilnehmern überwiegend erweckt, wenn nicht causal – der Bischof muss weg damit … - so doch temporal – der Bischof muss weg und dann …. Damit verbauen sich die Demokatiebewegten, die nach Selbstwahrnehmung und wohl auch real in der Mehrheit sind, wichtige Wege zur Vermittlung.

Der Kampf muss bis zum Sieg geführt werden

Denn viele Konservative und romorientierte Katholiken sehen durchaus die Fehler, die der Bischof gemacht hat und wünschen sich auch, ihn in anderer Funktion wiederzusehen als in Limburg, damit Ruhe einkehrt, Sie fürchten aber eine Friedhofsruhe im Bistum, indem mit dem Bischof auch ihr Konzept von Kirche herausgetrieben wird. Entsprechend stemmen sie sich gegen die Kritiker und scharen sich um Tebartz-van Elst als dem Fünkchen Hoffnung, dass sie für ihre Idee von Kirche haben. Indem die Demokraten also den Streit kirchenkonzeptionell aufladen, bestätigen sie die Furcht der Konservativen vor einer Rätekirche und reißen mutwillig Brücken ab, was von den Konservativen entsprechend beantwortet wird. 

Kulturkämpfer vs. Versöhner

Der eigentliche Konflikt in der Causa Tebartz-van Elst geht also nicht zwischen den Konservativen und den Liberalen, den Bischöflichen und den Demokraten. Die eigentliche Linie verläuft zwischen den Kulturkämpfern, die ihr Konzept von Kirche durchbringen und verteidigen wollen, und den Versöhnern, die lieber miteinander reden und die Wunden heilen wollen. Auf dem Podium in Frankfurt hat es leider niemanden der letzten Sorte gegeben. Doch wir können hoffen. Denn der Notarzt sitzt auf der Kathedra in Rom.

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