Montag, 18. November 2013

'Hoffnung' auf den klaren Blick des Papstes. Neues von der Limburger Diözesanversammlung

Bildquelle bistumlimburg.de
Die Diözesanversammlung Limburg hat getagt und eine Erklärung veröffentlicht. Darin schildert sie die Situation im Bistum, wie die Versammelten sie sehen. Soweit so gut. Dann jedoch fangen sie an, Forderungen zu stellen. Direkt an die Bischöfliche Verwaltung, indirekt nach Rom.

Dem Bistum geht es schlecht. So meint zumindest die Limburger Diözesanversammlung im aktuellen Dokument (hier). Schuld daran ist Bischof Tebartz-van Elst. Denn unabhängig von den Ergebnissen der Untersuchungskommission trage er die Verantwortung für die Kostenexplosion auf dem Domberg und das zerstörte Vertrauen im Bistum. Daher sei eine Zusammenarbeit mit dem Bischof nicht mehr möglich. Entsprechend ist ein Ausscheiden des Bischofs aus seinem Amt notwendig, aber auch eine stärkere Einbeziehung der Synodalen Gremien und eine Aufarbeitung der Vorgänge, sowohl bzgl. des Bischofshauses bei der Kommission als auch der internen Verwaltungsvorgänge.

Die engagierten Laien leiden unter den Problemen

Die Ergebnisse des Papiers müssen nicht überraschen, sie waren so oder so ähnlich zu erwarten. Menschlich kann man das Dokument verstehen. Der Grund wird im Dokument auch klar artikuliert:
Engagierte Katholikinnen und Katholiken – haupt- oder ehrenamtlich tätig - sehen sich alltäglich konfrontiert mit der Notwendigkeit, ihr kirchliches Engagement im Bistum Limburg zu rechtfertigen.
Als Limburger Diözesaner muss man sich dieser Tage wirklich viel Anhören. Fragen, was man denn über die Lage in Limburg denke, sind da noch die freundlichsten Reaktionen der Leute. Man hört ja von weit Schlimmerem. Das ist natürlich eine für die engagierten Laien schwierige Situation. Zumal sie ja nicht für ihren Glauben als solchen gerade stehen müssen, sondern für die Handlungen bzw. das mediale Bild ihres Bischofs. Das wollen sie aber nicht, weil es ihr Engagement, für das sie ja überwiegend nicht bezahlt werden, erschwert.

Zuversicht auf eine richtige Entscheidung des Papstes

Soweit also kann man die Diözesanversammlung verstehen.
Dummerweise fangen sie dann an, Forderungen zu stellen. Zunächst an die Diözesanverwaltung, konkret an den Anwesenden Generalvikar. Und weil sie schonmal so schön in Fahrt sind, schicken sie auch gleich eine Botschaft nach Rom, wenngleich sie hier nicht ganz so direkt mit der Tür ins Haus fallen, sondern nur mit dem Airbushangartor winken:
Wir sind zuversichtlich, dass der Heilige Vater mit klarem Blick auf unsere Diözese schaut, und beten für eine gute Lösung für unser Bistum und für Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst.
Mit anderen Worten: Wir erwarten vom Papst, dass er den Bischof absetzt.
Man muss jedoch fragen, woraus sich diese Zuversicht speist. Bisher hat der Papst noch keine Anstalten gemacht, um Bischof Franz-Peter davon zu jagen, pardon, einer Anschlussverwendung zuzuführen. Bisher sind die Forderungen, die von Limburg in den medialen Monokurs und damit auch nach Rom geschickt wurden, nie von dort mit Zustimmung beantwortet worden. Sondern immer mit Vorsicht, Rücksichtnahme und Verständnis für alle Beteiligten, nicht nur für eine Seite.

Die Zuversicht der Versammlung kann sich also nicht auf Tatsachen stützen, sondern ist ein Wunschkonzert. Ein Wunschkonzert der besonderen Art, weil es die Qualität der römischen Entscheidung daran misst, ob diese den eigenen Wünschen entspricht. Schon Stadtdekan zu Eltz hat den Papst indirekt kritisiert, weil der nicht wunschgemäß gehandelt und den Bischof nur eine Zeit der Besinnung verordnet hat. Nun bereitet sich auch die Diözesanversammlung darauf vor, dem Papst zu sagen, wie er seinen Job machen soll, wenn er "mit klarem Blick auf unsere Diözese schaut". Denn wenn er falsch entscheidet, dann guckt er nicht klar genug.

Was lässt Rom sich bieten?

Es ist nichts dagegen zu sagen, dass die Diözesanversammlung die Nöte der Laien thematisiert und die Probleme, denen sie sich gegenübersehen, ausspricht. Dafür ist sie ja da. Auch den Verweis auf die Mitarbeiter des Bistums, die sich ein besseres Klima wünschen, ist legitim, wenngleich überflüssig, ist es doch direkt an den anwesenden Generalvikar gerichtet, der sich bereits entsprechend positiv geäußert hat. Problematisch ist hingegen der Versuch, der Entscheidung des Papstes vorzugreifen. Während Bischof Franz-Peter nur erklärt, er würde gerne wieder nach Limburg kommen, macht die Synodalversammlung klar, nur eine Absetzung des Bischofs sei eine gute Entscheidung Roms. Welchen Eindruck man in Rom dadurch vom Bistum gewinnt und welche Konsequenzen das haben wird, bleibt abzuwarten.

Kommentare :

  1. Was mich nur wundert ist, dass die Gremien und Räte alle gerne mitentscheiden möchten, aber keiner auch die Verantwortung mittragen.
    Unabhängig von dem Ergebnis der Untersuchungskommission soll der Bischof alleine schuldig sein. Das wird jedem Bischof in Limburg eine Lehre sein, nur das zu entscheiden, was er selbst verantworten will, und sich nicht von Beratern und Gremien ans Messer liefern zu lassen.

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    1. Die Räte werden vermutlich folgendermaßen argumentieren: Wir dürfen nicht so mitentscheiden, wie wir wollen, also übernehmen wir auch keine Verantwortung. Und wenn wir doch so mitentscheiden dürfen, wie wir wollen, dann übernehmen wir auch keine Verantwortung, denn dann muss rollt nur ein Kopf, nämlich der vom Bischof. Wie's immer so ist.

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