Montag, 11. November 2013

Herausforderung und Auftrag im Bistum Limburg

Bildquelle: bistumlimburg.de
Weihbischof Löhr hat dieser Tage dem Sonntag als dem bistumseigenen Kirchenblatt ein Interview zur aktuellen Lage im Bistum gegeben. Damit meldet sich erstmals umfangreicher der Weihbischof als, weihemäßig, Nr. 2 des Bistums zu Wort. Zudem ist Löhr Chef des Pastorals und visitiert oft in Gemeinde, wodurch er einen breiten Überblick hat. Als Mitglied des Domakapitels ist er zudem an den meisten wichtigen Entscheidungen der letzten Jahre beteiligt gewesen.
Wer jetzt den großen Wurf, die große Kritik oder die große Verteidigung erwartet, der muss aber enttäuscht werden. Wie von ihm zu erwarten war, bemüht sich der Weihbischof um eine ausgewogene Sprache, die das Zentrum des Glaubens, den Herrn, und den Kern der Problemlösung, das Gebet, nicht aus dem Blick verliert.

Nach einem Vorbericht der Bistumseite lobt der Weihbischof die Entscheidung des Papstes:
"Ich habe großes Vertrauen in Papst Franziskus", sagt Löhr. "Seine Entscheidung, Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst eine Zeit außerhalb seines Bistums zu gewähren, ist weise. Sie zeichnet ihn und seinen Leitungsstil aus: prüfen, beraten und erst dann endgültig entscheiden."
Riesige Probleme durch das Fehlen des Bischofs sieht er auf der Seite des Pastorals nicht. Zwar müssten eigentlich zügig Unterschriften für die neuen Pastoralen Räume geleistet werden, weil sich sonst die organisatorische Zusammenführung am 01.01.2014, längst vorbereitet, um ein Jahr verschiebt. Der Generalvikar bemühe sich momentan aber in Rom um eine Lösung. Da die Planung bereits durch Bischof Tebartz-van Elst grundsätzlich abgesegnet sei, hofft er auf eine Lösung des Problems.

Am größten sind für den Weihbischof die Krisen im Bereich der Seelsorge:
Dass das Bistum durch die Ereignisse der letzten Monate "geistlich verwundet ist, einzelne sehr verletzt sind", hat auch den Weihbischof bei den Visitationen erschüttert, ebenso die hohe Zahl von Kirchenaustritten.
Dazu kommt die Kritik gerade aus dem konservativen Bereich, die er kritisch sieht. Denn hier spreche man dem Bistum mitunter fast das katholisch-sein ab. Er hingegen stellt klar:
"Unser Bistum ist nicht weniger katholisch als andere"
Von daher macht er sich auch wenig Sorgen, das Bistum könne sich in Tebartz-Kirche und Kamphaus-Kirche spalten, besonders, wenn die Kultur des Gespräch gepflegt werde, die Kardinal Lajolo dem Bistum empfohlen hat. Daneben dürfe man jetzt nicht den Eindruck machen, sich nur mit sich selbst beschäftigen. Kirche weise ihre Existenzberechtigung nicht durch Querelen, sondern durch die Erfüllung des Auftrags Jesu nach
"das Evangelium Jesu Christi zu verkündigen, für die Menschen, vor allem die Armen, da zu sein und Verantwortung in der Gesellschaft wahrzunehmen".
Noch ein schönes Schlusswort, Hochwürdigster Herr?
Die derzeitige Situation im Bistum Limburg "ist für uns alle eine große Herausforderung im künftigen Miteinander, im Verständnis von Kirche, vor allem für unsere Spiritualität", stellt der Weihbischof fest. Im Blick auf Bistum und Bischof ist für ihn das Wichtigste: "Im Gebet bleiben und damit auch im Gebet verbunden bleiben - im Bistum und in unseren Partnerbistümern in aller Welt."
 Der ganze Bericht zu lesen hier.

Kommentare :

  1. Kann es sein, daß Weihbischof Löhr die Probleme, die doch offensichtlich vorhanden sind, am liebsten unter den Teppich kehrt anstatt sie an Angriff zu nehmen? Er erinnert mich irgendwie an die drei Affen.

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    1. Ich denke eher, das er versucht, gerade nach der Kritik mancher Domkapitulare, keine weiteren Bruchlinien aufzureißen und dem Generalvikar die Arbeit nicht zu erschweren, sondern ruhige und versöhnlichen Töne in den Vordergrund zu Rücken.

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