Montag, 4. November 2013

Gott steh uns bei, wenn der Bischof wieder auf der Matte steht

So oder so ähnlich denken sich viele in Limburg. Denn der Rektor der Anima, Franz Xaver Brandmayr, bei dem der Bischof Tebartz-van Elst die letzte Zeit untergekommen war, hat in einem Interview den schlimmsten Satz der letzten Monate gesagt: Der Bischof würde gerne nach Limburg zurückkehren.

Wie! Immer noch! Da gibt man sich so viele Mühe, um den Mann endlich loszuwerden, hat ihn wenigstens schonmal in Rom, und jetzt schleicht er sich klammheimlich nach Deutschand zurück und schlägt im Kloster Metten sein Basislager auf, um von dort aus die Expedition auf den Domberg vorzubereiten. Wo er sich wieder festsetzen könnte. Geht denn das?

Ja, das geht. Zumindest theoretisch. Stellen wir uns mal den Worst-case für die Gegner des Bischofs vor: Die Kommission der deutschen Bischofskonferenz stellt fest, das alles korrekt gelaufen ist, der Bischof sich an alle Regeln gehalten und auch nicht einfach mit Geld um sich geworfen, sondern gut und solide gebaut hat. Das außerdem der Bischöfliche Stuhl in Limburg genug Geld für so ein Projekt hatte und das ganze auch vom Konzept her ganz sinnvoll ist.

Dann stellt das Gericht das Verfahren in Hamburg gegen eine Geldbuße ein und die anderen juristischen Vorwürfe gegen den Bischof erweisen sich als haltlos.
Dann stellt sich der Papst hin und sagt sowas wie: Ich vertraue Bischof Franz-Peter weiterhin und hoffe, er wird sein Amt in Limburg mit der Unterstützung aller Gläubigen und der Mitbrüder gut weiterführen können.

Und dann kommt Bischof in den Dom, bittet um Verzeihung und vergibt gleichfalls mit ausgebreiteten Armen allen, die ihn in diesen Wochen und Monaten hart angegangen sind. Er reißt die Türen seines Hauses weit auf und lädt zum Dialog mit allen ein, die ihn mitführen wollen.

Was dann? Dann kann man nur noch greinen, der Bischof habe aber kein Vertrauen mehr und man wolle ihn endlich weg haben, weil ... weil ... man mag ihn halt nicht. Dann schlägt man in der Bibel nach und zeigt triumphierend auf eine Bibelstelle und erklärt: Denn Jesus sagte, wir sollen sogar unsere Feinde lieben, außer die, die wir nicht mögen.

Hoffen wir also, das es (nicht) so kommt und beten wir eifrig dafür.

Kommentare :

  1. Vorletzter Abschnitt: wie christlich wäre das doch, was für ein Beispiel christlicher Nächstenliebe und Vergebung könnten da alle Beteiligten geben. Ja, spontan habe ich gedacht: was wäre das für ein Zeugnis für unseren Glauben, ja für Jesus, wenn es so kommen würde! Und nein, es gibt niemanden mehr, der jetzt noch "nachtritt" und greint und den Bischof weg haben will... man fängt neu an. Natürlich ... nur ein Traum!
    Wir reden immer so viel davon. Von Jesus , von Feindesliebe, von Vergebung, von Barmherzigkeit. Warum nur ahnt man schon von vornherein, dass es auch bei dem von Ihnen fingierten Szenario nicht funktionieren würde? Warum funktioniert es in unserer Welt überhaupt so selten, ob in der Kirche oder außerhalb? Eigentlich schade...

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