Mittwoch, 27. November 2013

Der Papst tritt mich in den ...

Mit seinem Apostolischen Schreiben hat der Papst uns allen mal eine ordentliche Ohrfeige verpasst. Den Konservativen, weil sie gerne den heiligen Rest geben, die Progressiven, weil sie bloß niemanden mit dem Jesus des Glaubens behelligen wollen. Die Konservativen haben sich in ihren Barockkirchen eingerichtet, die Progressiven in ihren Stuhlkreisen und Caritas-Centern. Der Papst aber gibt uns allen einen kräftigen Tritt Richtung Tür und zeigt nach draußen: Raus gehen, Christus in die Welt tragen. Mach dich schmutzig, sei authentisch.

Keiner kann sagen, er hätte sowas nicht erwartet. Und keiner kann sagen, der Papst meine doch vor allem die anderen. Die Konservativen werden abgewatscht, wenn der Papst sagt, man müsse kreative Wege der Verkündigung finden, die Progressiven, wenn der Papst von Funktionären spricht.

Und jetzt? Warten wir wieder mal auf die große Reform von oben? Das die Deutsche Bischofskonferenz endlich mehr zu sagen hat? Oder machen wir uns selber auf, sind wir Kirche, die wir so gerne sein wollen? Wann habe ich das letzte mal jemandem von Jesus erzählt? Habe ich voll Freude über den Glauben und das Evangelium gesprochen. Ich meine nicht in der Kirche, sondern draußen. Wann haben wir das letzte mal eine Idee in unserer Gemeinde gehabt und haben gesagt: Das würde ich gerne mal machen? Wann habe ich mich das letzte mal mit Armut auseinandergesetzt? Nicht mit dem Klingebeutel, sondern wann habe ich einem Armen ins Gesicht gesehen?

Kommentare :

  1. Genau das habe ich mich auch gefragt: Wann habe ich das letzte Mal jemandem von Jesus erzählt. Von der Freude zu glauben. Außerhalb vom internet, wo mich die freundlichen Interessierten finden und die Desinteressierten übersehen und sich auch nicht behelligt fühlen.

    Papst und ich - das ist wie ich mit den Töchtern, wenn ich die Stubenhockerinnen zum Draußen spielen, nun ja, nach draußen eben, schiebe. So richtig wollen sie nicht. Und sie behaupten, sie wüßten nicht was und wie - aber ich weiß, dass es richtig ist.

    Oh weh. Fühl mich überfordert. Zeigt wohl nur, wie bequem man's hat.

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  2. Also, lieber Markus Kellion, wir kennen uns nicht persönlich, aber ich habe das Gefühl - nein, die Gewissheit - dass wir katholischen Blogger, ob viel oder wenig gelesen, genau das machen. Natürlich sind wir nicht ganz so eifrig wie z.B. die Zeugen Jehovas. Wir klingeln nicht geduldig immer wieder an Türen und versuchen, unsere Überzeugungen uns unbekannten Menschen nahe zu bringen. Aber im Bekanntenkreis, an meinem Arbeitsplatz und der Familie mache ich das schon, und viele andere auch. Ich habe nicht so viel Geld wie ich haben könnte, wenn ich etwas geiziger mit Spenden wäre. Und das war schon bei meinen Altvorderen so. Wir haben auch gelernt, nicht dauernd drüber zu sprechen. Ich glaube, so übel sind die meisten von uns gar nicht. Und ich glaube auch nicht, dass der Papst uns "in den ..." treten wollte. Er sieht das aus einem anderen Kontext heraus, da bin ich mir sicher.

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    1. Sehe ich auch so. Bloggen ist eine gute Möglichkeit zur Evangelisierung. Und allzu penetrantes Missionieren kann eher kontraproduktiv sein.
      Irgendwann hat einmal jemand gesagt, Missionierung funktioniert am Besten indem man die christlichen Werte vorlebt.

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