Mittwoch, 6. November 2013

Darf Bischof Tebartz-van Elst sich äußern?

Am Wochenende hat der Leiter der Anima Xaver Brandmayr ein Interview zum Thema Bischof Tebartz-van Elst gegeben. Das scheint mit dem Bischof abgesprochen gewesen zu sein, da dieser auch einmal seine Sicht ein wenig darstellen wollte.
Nun las ich vor einiger Zeit auf facebook eine Diskussion, bei der es darum ging, ob der Bischof das denn überhaupt darf, sich über andere in den Medien zu äußern. Widerspricht das nicht dem Befehl Roms, sich zurückzuziehen?

Meiner Meinung nach darf sich Bischof Franz-Peter sehr wohl äußern. Sowohl direkt, was er im Rahmen anhängiger Anzeigen gegen ihn in den nächsten Wochen wird tun müssen, als auch indirekt über Dritte. Denn die Order des Papstes bezog sich ja lediglich auf die Amtgeschäfte. Der Bischof soll seinem Generalvikar nicht reinregieren. Ein Schweigegebot hat der Papst dem Bischof hingegen nicht auferlegt. Es wäre auch unfair. Denn die anderen schweigen ja nicht. Während sich Generalvikar Rösch diskret zurückhält und jeden Eindruck zu vermeiden sucht, er würde vorschnell an seinem Bischof herumkritisieren, fühlen sich andere, einige Domkapitulare voran, eher ermutigt, weiter auf den Putz zu hauen. Vom Bischof zu erwarten, er solle schweigen, während seine Kritiker das große Wort führen dürfen, wäre daher mal wieder mit zweierlei Maß gemessen.

Eine andere Frage ist es dagegen, wie sinnvoll der mediale Vorstoß des Bischofs bzw. seines Vertrauten ist. Während Bereitschaft zur Versöhnung zu kommunizieren grundsätzlich eine gute Idee ist, sind andere Aussagen dazu geeignet, die Kritiker weiter aufzubringen - wobei manche sich wohl auch schon vom wachsenden Gras im Bischofsgarten aufbringen lassen. Zurückhaltung ist daher von beiden Seiten verlangt, sowohl vom Bischof, als auch seinen Kritikern. Das letztere diesem Verlangen nicht entsprechen, zeigt eine Podiumsdiskussion in Frankfurt, die fast nur Kritiker des Bischofs zusammenbringt. Unter diesen Umständen ist der Beitrag von Bischof Franz-Peter nicht optimal, im Vergleichzu seinen Kritikern aber durchaus zurückhaltend.

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