Dienstag, 29. Oktober 2013

Johannes zu Eltz: Angriff ist die beste Verteidigung

Der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz gibt in letzter Zeit den Kirchenrebellen. Erst empfielt er dem Bischof im ZDF den Rücktritt, dann mosert er auf der Pressekonferenz des Domkapitels zur Suspendierung rum, jetzt legt er dem Papst nahe, Bischof Tebartz-van Elst doch endlich zurück zu treten.

Denn der Papst sieht merkwürdigerweise gar nicht ein, sich vom Bischöflichen Kommissar für Frankfurt rein reden zu lassen und weigert sich, die kraftvolle Entscheidung zu treffen, die zu Eltz sich von ihm erwartet hat. Offenbar vergessend, dass er selber nur noch im Amt ist, weil der Bischof zu einer kraftvollen Entscheidung ihm gegenüber nicht mehr in der Lage war.

So greift er seine Idee wieder auf, Kritik als Zeichen der Nächstenliebe zu werten - er muss seinen Bischof ja sehr lieben - und kritisiert den Papst für seine Entscheidung recht deutlich. Gleichzeitig ruft er den Kampf der Flügel in der Kirche aus und bietet sich selber als Exponent der Gegner eines konservativen Role-Backs an. Allerdings scheint er sich dann doch ein wenig vor den Konsequenzen zu fürchten und versucht den Spagat, auch für die anderen Gläubigen da sein zu wollen. Denn das er sich eigentlich nicht so klar exponieren dürfte, weiss er schon. Macht es aber dann doch.

Überhaupt ist das Verhalten des Stadtdekans durch zahlreiche Unstimmigkeiten gekennzeichnet. So greif er den Bischof an, unterschreibt aber brav ein Versöhnungspapier, an dessen Umsetzung er nie wirklich geglaubt hat. Er lässt eine Unterschriftenkampagne gegen den Bischof nicht nur zu, sondern fördert diese, will aber Frankfurt dem Bischof gegenüber nicht als Feindesland sehen. Er gibt den liberalen Reformer, gilt in Frankfurt selber aber als eher konservative Type.

Man kann sich also des Eindrucks nicht enthalten, dass ihm nicht vorwiegend um das Bistum, das Wohl der Gläubigen und die Reform der Kirche geht. Sondern vor allem um sich selber. Möglichst mit den Siegern zu sein, der mächtigsten Fraktion anzugehören, als Anführer oder Sprachrohr einer wichtigen Gruppe zu gelten, sich aber gleichzeitig auch immer eine Hintertür offen zu halten, das scheint momentan sein Hauptziel zu sein.

Das er dabei unter Druck steht, macht keiner so deutlich wie Pfarrer Hubertus Janssen, der Erzkritiker aus Eschhofen:
"Um neues Vertrauen im Bistum Limburg zurück zu gewinnen, braucht das Bistum nicht nur ein neues Gesicht, sondern mehrere neue Gesichter. Auch das Domkapitel und der Vermögensverwaltungsrat müssen Konsequenzen ziehen und sollten den Weg für einen Neuanfang freimachen."
Wer aber sitzt auch im Domkapitel? Johannes zu Eltz!

Weltartikel hier.
Übersetzung zu Eltz-Deutsch bei Geistbraus hier.

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